27.01.2010 von Peter Voßwinkel
аеродром.ная – Moskauer Tagebuch, Berichte aus der Alltags-Welt-Hauptstadt des kapitalistischen Realismus – das taz-blog von Peter Voßwinkel aus Moskau wird geschlossen und ins Archiv gestellt. Wir verlassen das Gewirr des Moskauer Dschungels, manche halten das auch für den Planeten daselbst, und ziehen in die große weite globale Welt.
Genauer gesagt in die Welt guter Architektur, Urbanität und Lebensraumgestaltung. Wirklich gut ist eine Architektur, deren visueller Eindruck so auf das körperliche Selbstgefühl einwirkt, dass der Körper Haltung annimmt, bis hin zum verblüfften Aha. Beiträge, Projekte, Theorien zur Architektur, Stadtentwicklung, Einrichtung und zum guten Leben überhaupt – via iPad. Ab jetzt: Das taz-blog zur Architektur von Peter Voßwinkel. Aha.Architektur!
Die Eindrücke, Erlebnisse und Hintergründe aus aerodrom.naja werden ab Ende März in der Foto-Ausstellung: “Moskauer Tagebuch” in der cité free art gallery.berlin präsentiert. Die Ausstellung wird Peter Voßwinkel gemeinsam mit Klaus-Helge Donath -Das Kreml-Syndikat- Rotbuch, dem Moskau-Korrespondenten der taz eröffnen.… weiter lesen
16.01.2010 von Peter Voßwinkel
Wie ein Messias wurde Wiktor Juschtschenko während der Orangen Revolution 2004 gefeiert: “Heute ist ein kolossaler Vorschuss auf die Zukunft der Ukraine erteilt worden!“, rief er im Herbst 2004 auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew aus. Den Vertrauensvorschuss hat er mit einer oft unausgewogenen und kontraproduktiven Politik verspielt. In der ersten Präsidentschaftswahl seit der Orangen Revolution hat er mit prognostizierten 5 Prozent der Stimmen nicht einmal den Hauch einer Chance auf Wiederwahl.

Einen kolossalen Vorschuss auf die Zukunft der Ukraine verspielt
Wie ein Messias wurde Wiktor Juschtschenko einst nach dem Triumph seiner orangefarbenen Revolution gefeiert. „Heute ist ein kolossaler Vorschuss auf die Zukunft der Ukraine erteilt worden!“, rief er im Herbst 2004 auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew aus. “Ich möchte, dass er gerechtfertigt ist.” Seine Anhänger, die friedlichen Revolutionäre, jubelten angesichts ihres Helden dort oben auf der Bühne. Die Ukraine schien sich von den Dämonen der sowjetischen Vergangenheit befreit zu… weiter lesen
14.01.2010 von Peter Voßwinkel
Neulich brannte dieses alte Moskauer Blockhaus, in dem sich früher viele russische Schriftsteller, Maler und sonstige Künstler trafen. Die Feuerwehr löschte bei -20c mit Wasser. Jetzt ist die Ruine selbst zum Kaltkunstwerk geworden.




Vielen gefällt diese Farbkomposition am besten.

07.01.2010 von Peter Voßwinkel

Diese Straße wird schon sehr lange patrouilliert. Viele Vorbeifahrende fragen sich ob die Milizionäre noch im Wagen sitzen.



28.12.2009 von Peter Voßwinkel
Ungekürzt, unkommentiert, dokumentiert. RIA Novosti stellt die zehn, nach Meinung ihrer Korrespondenten, wichtigsten außenpolitischen Ereignisse im vergangenen Jahr vor.
“1. OBAMAS ERSTES JAHR (VOM AMTSANTRITT BIS ZUM FRIEDENSNOBELPREIS)
In den ersten dunkelhäutigen US-Präsidenten, dessen Inauguration im Januar die teuerste in der Geschichte der USA wurde, setzte man sowohl im eigenen Land als auch in der Welt große Hoffnungen. In seinem ersten Jahr als Präsident versuchte Barack Obama, sie zu rechtfertigen.
Zu den Prioritäten in der Innenpolitik gehörte die Abwendung der Wirtschaftsdepression: Obama unterschrieb einen Plan zur Stimulierung der US-Wirtschaft, um aus der Finanzkrise zu gelangen. Dadurch gab er faktisch die Schuld des US-Finanzsystems an der Erschütterung der Weltwirtschaft zu. Außenpolitisch richteten sich Obamas Anstrengungen auf den Wandel des Image der USA in der Welt.
Vor allem begann er mit der Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Russland. Das gelang mit Hilfe des “Resets”, das bereits Ergebnisse gebracht hat:… weiter lesen
18.12.2009 von Peter Voßwinkel
Kirche und Staat liegen in Osteuropa traditionell nahe zusammen, sie bilden eine “Symphonia”. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion muss die Orthodoxie aber ein neues Verhältnis zur heutigen Gesellschaft entwickeln. Wo liegen die Wurzeln der “Symphonia”, wie definiert die orthodoxe Kirche ihr Verhältnis zur Gesellschaft und wie reagiert sie auf moderne Herausforderungen?
Foto: Jürg Vollmer/maiak.info Die Orthodoxie in Osteuropa pflegt die “Symphonia”, einen “Zusammenklang” von Staat und Kirche.
Ungewohnte Beziehung zwischen Orthodoxie und Politik
Die westliche Wahrnehmung der Beziehungen zwischen Orthodoxie und Politik wird von Bildern und Tönen geprägt, die uns fremd erscheinen: Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin zündet beim orthodoxen Gottesdienst Kerzen an und fordert: “Jede russische Kirchengemeinde im Ausland muss zur Repräsentanz der Russischen Föderation werden”.
Der georgische Präsident Micheil Saakaschwili erbittet den Segen des Patriarchen - Katholikos und der weissrussische Präsident Alexander Lukaschenko beschreibt die Orthodoxie als “wichtigste Ideologie des Landes”.
Wo liegen die Wurzeln der Staatsnähe… weiter lesen
11.12.2009 von Peter Voßwinkel
Die berühmte Skulptur “Arbeiter und Kolchosbäuerin” ist am 28. November 2009 auf ihrem neuen Sockel installiert worden.

Sie wurde 1937 von der sowjetischen Bildhauerin Vera Mukhina, ursprünglich für die Weltausstellung in Paris aus rostfreiem Chrom-Nickel-Stahl geschaffen. Diese 25 Meter hohe Skulptur sollte einen riesigen sowjetischen Pavillon am Seine-Ufer krönen.

Ein junger Mann, der einen Hammer und eine Dame mit einer Sichel hält, sollte die Herrscher der Sowjetunion – Arbeitsklasse und gesammte Landwirtschaft aufnehmen.
Nach Ende der Pariser Weltausstellung, wurde versucht das Denkmal, nach Moskau zu bringen, aber wegen seiner enormen Größe wurde es beschädigt. 1939 wurde es in Moskau wieder aufgebaut und am Nördlichen Eingang in die UDSSR Landwirtschaftsausstellung WDNH installiert (heute genannt; Ausstellungszentrum von Ganzrussland). 1979 wurde die Skulptur wieder renoviert.

2003 bewarb sich Moskau um die Weltausstellung für 2010, extra dafür sollte das Denkmal generalüberholt werden. Es wurde in 40 Einzelteile zerlegt. 2005 sollte es
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04.12.2009 von Peter Voßwinkel
Der Moskauer Untergrund ist vielfältig und und ereignisreich. Nächtliche Unruhen können mit einem Ausflug in die Metro verkürzt werden. Gewusst über die Zugangsmöglichkeit. Zu dieser Zeit ist es dort leer und übersichtlich.

Hier ist eine Ladekontrolleinrichtung zu sehen. Sie ist für die Kontrolle der unteren Abmessungen der Züge gedacht. Sollte irgendein herabhängendes Teil diesen Sensorbalken berühren stoppt der Zug.

Die Metro spielt in Moskau eine besondere Rolle.



Manchmal werden nachts auch die Gleise gewaschen.

Neben der Funktion als fast einziges funktionierendes Transportmittel ist sie auch ein Mythos für Moskau.









Das Ende der Sackgassen in denen Züge parken.

Die Hinweisschilder für den getesteten Bremsweg, als Orientierung für die Fahrer.


So sieht es aus zwischen Weißrussisch-radial und Majakowski.

27.11.2009 von Peter Voßwinkel
Der Chefideologe von Wladimir Putin und Dmitri Medwedew schreibt “gangsta fiction”: Wladislaw Surkow veröffentlichte unter dem Pseudonym Nathan Dubrowitzky einen aufsehenerregenden Roman mit dem Titel “Nahe Null”, der ein düsteres Bild des postkommunistischen Russland malt und dessen Missstände schonungslos beschreibt. Der neueste Coup des Mannes, der für die Imagekampagnen des Kremls verantwortlich ist?
Der erste stellvertretende Leiter der russischen Präsidialverwaltung Wladislaw Surkow gilt als Chefideologe der Regierungen Putin und Medwedew. Seinen einflussreichen Posten erhielt er nach einer höchst wechselhaften Karriere, die auf der offiziellen Website des Kremls allerdings nur bruchstückhaft wiedergegeben ist.
Wladislaw Surkow, Kreml-Chefideologe und Autor des Skandal-Romans “Nahe Null”. Foto: The Presidential Press and Information Office
Mit keinem Wort erwähnt wird etwa seine halbtschetschenische Herkunft oder seine Aktivität als Spion in Ungarn während des Militärdienstes in den 1980er-Jahren. In den 1990er-Jahren war er in führender Stellung bei der Bank “Menatep” tätig, die dem seit 2005 inhaftierten Oligarchen Michail… weiter lesen
13.11.2009 von Peter Voßwinkel
Journalistenansturm bei Jahresbotschaft des russischen Präsidenten

MOSKAU, 11. November (RIA Novosti). 387 Vertreter von Medien werden am 12. November über die Jahresbotschaft des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew an die Föderale Versammlung (russisches Parlament) berichten.
237 Journalisten vertreten russische Nachrichtenagenturen, Printmedien und TV-Kanäle. Ausländische Medien werden von 114 Journalisten, darunter aus Großbritannien, Deutschland, Italien, China, den USA, Japan und Weißrussland, vertreten.
Das ist die zweite Jahresbotschaft Medwedews an das Parlament und die 16. Ansprache der russischen Staatschefs in der gesamten Geschichte der Jahresbotschaften.
Von allen vorangegangenen Jahresbotschaften unterscheidet sich die diesjährige durch die Vorbereitungsmethode. Erstmals hat der Staatschef die Öffentlichkeit in die Erörterung des Entwurfs einbezogen, der im Grunde das Aktionsprogramm der russischen Behörden in der mittelfristigen Perspektive ist.
Vor zwei Monaten hatte Medwedew den Artikel “Russland, vorwärts!” veröffentlicht, in dem er alle Interessenten aufgerufen hatte, ihre Ansicht über die weitere Entwicklung des Landes und über die Lösung der dringendsten… weiter lesen