Oben ´rum wird´s jetzt richtig schön
von Peter Voßwinkel
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Nach Aussage von Stadtbauarchitekt Kusmin sollte schon ab 2006 alles besser werden, bisher ist davon noch nicht besonders viel wahrnehmbar, doch jetzt wird’s richtig schön. Hat sich das Stadtbild in den letzten Jahren bereits auffallend verändert, wird Moskau bis zum Jahr 2015 einen noch größeren Wandel erfahren.
Die Hauptstadt soll um 200 Hochhäuser aufgestockt werden. Mit dem ehrgeizigen Projekt, genannt “Der neue Ring von Moskau” wurde bereits begonnen. Die über 30 bis 60 Stockwerke hohen Wolkenkratzer sollen das Defizit an Immobilien beheben. Neben Wohnungen sollen Bürokomplexe und Hotels gebaut werden. Die große Nachfrage nach Wohn- und Büroräumen, die hohen Preise für Grund und Boden und das Interesse zahlreicher Investoren waren die wichtigsten Argumente zugunsten dieser Entscheidung.
Das Stadtzentrum ist bereits geprägt von den sieben Monumentalbauten aus der Stalinzeit, deshalb werden die neuen Hochhäuser hauptsächlich an der Peripherie errichtet. Hochgezogen werden die Wolkenkratzer entlang der Moskauer Ringautobahn, dem geplanten vierten Autobahnring und den Hauptverkehrsachsen der Stadt. Das betrifft insbesondere den Süden und den Norden Moskaus.
Hochhäuser für Moskau unvermeidlich
Nach Auffassung der Stadtbauentscheider sind Hochhäuser für Moskau unvermeidlich, da sie für die einzige Möglichkeit der Problemlösung des akuten Raumdefizits seien. Kenner der Moskauer Bauszenerie stehen dieser Entwicklung ausgesprochen skeptisch gegenüber, da der russische Hochhausbau sich heute derselben Methoden wie in den 40er und 50er Jahren bedient. Das nötige Wissen vermittelt das Ausland. Moskauer Architekten reisen derzeit verstärkt nach Japan, Amerika und Deutschland um ihre Kenntnisse im Hochhausbau aufzubessern.
Nachdem zunächst mit deutschen Hochschulinsitituten diverse Seminare und Workshops über das Thema Baunormen durchgeführt wurde, entschied man sich am Ende doch für eine grundsätzliche Zusammenarbeit mit amerikanischen Bauinstituten. Ungewöhnlich, da in Amerika im wesentlichen Hochhäuser auf Stahlkonstruktionsbasis gebaut werden, dagegen in Russland als Tragkonstruktion eine Stahlbetonbauweise bevorzugt wird.
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Wolkenkratzer-Boom in Moskau
Ästhetisch kommen die Entwürfe eher eindimensional und monoton daher. Trotzdem erfreuen sich solche Häuser einer Nachfrage. In Moskau gibt es sehr viele Firmen, die Wolkenkratzer bauen wollen, sowie etliche Leute, die in solchen Häusern wohnen möchten. Sie stören sich nicht daran, dass ein Quadratmeter in den eher banalen Wohnungen einige tausend Dollar kostet. Ganz im Gegenteil, die Nachfrage nach Hochbauten zieht weiter an. Immobilienspezialisten sprechen sogar von einem “Wolkenkratzer-Boom” in Moskau.
Moskau wird also unumgänglich weiter in die Höhe wachsen. Gegner der jetzigen Baupolitik werden mit den Versprechungen getröstet, dass keine Hochhäuser an historischen Orten errichtet werden. Ein Gang durch das Moskauer Zentrum könnte Zweifel daran aufkommen lassen.