Russischer Ehefrauen-Report
von Peter VoßwinkelDer gut betuchte Gatte der Moskauer “Femme fatale” Olga Rodionowa ließ jetzt seine Ehefrau in erotischen Szenen fotografieren. Das findet sicher auch in manch anderen Ehehaushalten statt, nur werden solche Fantasien nicht unbedingt veröffentlicht.
Das Resultat soll gleichermaßen eine Liebeserklärung wie ein künstlerisches Statement sein. Wahrscheinlich ist es eine Studie des Exhibitionismus.
Schriftstellerin und neureichen Eheberaterin Tatjana Ogorodnikowa meint denn auch: “Der hatte sicher etwas gut zu machen. Aus Liebe macht das kein russischer Ehemann. Normaler Weise haben wir solche Ehefrauen bei unserem Psychologen sitzen.” Also ein aufwendiger Therapieversuch?
Immerhin nahm das für 350 Euro vertriebene Werk nicht irgendein Fotoamateur auf. Die französische Erotikfotografin Bettina Rheims wurde angeheuert. Als Lohnkünstlerin für den Neureichen Rodionow inszenierte Rheims dessen Herzdame als Lust-Objekt, denn Objekte wie Luxusvillen, Privat-Jets und Yachten, davon hat Sergej bereits genug. Nun wollte er aber etwas ganz besonderes, die Schönheit seiner Frau mit der Welt teilen.
Die limitierte Auflage wird vom Taschen Verlag herausgegeben und die nummerierten 1000 Exemplare sind zusätzlich von der Fotografin Bettina Rheims signiert. Von teilen mit der Welt kann also keine Rede sein. Wie im post-sowjetischen kapitalistischen Realismus üblich, bleiben die besonders schönen Dinge den oberen 1000 vorbehalten – und so auch der ausführliche Blick auf die nackte Olga.

