14.03.2009 von Peter Voßwinkel
Der Liederwettbewerb der Eurovision der seit 1956 jährlich von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) im Rahmen der Eurovision veranstaltet wird hat im Vorfeld der diesjährigen Austragung in Moskau seinen Skandal.
Die georgische Popgruppe “Stephane and 3G”, die ihren Song auf Englisch präsentieren wollte, erregte mit dem Lied “We don´t wanna put in” die Gemüter der Putin-Anhänger. Grund der Erregung ist ein Wortspiel in den Textzeilen
“We don’t wanna put in,
Cuz negative move, It’s killin’ the groove,
I’m gonna try to shoot in,
Some disco tonight, Boogie with you.”
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Diese harmlosen Zeilen erregten Kreml-Sprecher Dimitri Peskow, er warf den Georgiern “musikalisches Rowdytum” vor. Sein Gegenspieler Chanturia erklärte, der Georgische Rundfunk habe gegen das Verbot des Liedes bei der EBU Protest erhoben.
Kritiker werfen der EBU vorauseilenden Gehorsam gegenüber Russlands Regierung vor. Die Geschichte des Song Contests, der immer wieder für politische Äußerungen genutzt wurde, spricht für… weiter lesen
11.03.2009 von Peter Voßwinkel
Miss atomic übersetzt der online-übersetzer mit atomares Fräulein.

Auch in Russland ist die Atomenergie nicht mehr unumstritten. Im Gegensatz zu den westeuropäischen Atomkonzernen, die gerne mal plump mit sauberer Energie, wegen Klimaschutz argumentieren, liebt es die russische Kernindustrie verschiedene “Fräuleins” in den bildlichen Zusammenhang mit der vermeintlich so sauberen Energieerzeugung zu stellen. Nach dem Motto: Strom macht schön.

Gewonnen hat den Wettbewerb um das schönste Atomfräulein nachfolgendes Bild. Jekaterina Bulgakowa heißt die Siegerin, die sich nun ein Jahr lang die russische “Miss Atom” nennen darf. In einem knappen Bikini und mit sympathischem Lächeln posiert die 25-jährige Angestellte eines Forschungsreaktors am Strand der Schwarzmeerküste.

“Ich bin energiegeladen”, schreibt sie zweideutig in ihrer sportlichen Präsentation und wirbt damit, wie die anderen Schönheiten, für ein entspanntes Verhältnis zur Atomkraft.
Hinweis taz artikel: Störfall Frau
08.03.2009 von Peter Voßwinkel
Bei meinem Spaziergang kam ich um 15:46 Uhr an dem sich im Bau befindlichen Stadtviertel Moskau Citi (Москва-Сити) vorbei. Der jugendliche Investor des Federazija Hochhauses benutzt die gläserne Fassade für weit lesbare Mitteilungen, wie auch der Uhrzeit.

Am Moskwaufer gehe ich manchmal spazieren wenn ich auf jemanden warte, dem, oder mir selbst, die Haare bei Irina Baranowa geschnitten werden. Sie hat im Tower 2000, dem 34-stöckigen Bürogebäude, das sich am rechten Flussufer befindet einen Frisörsalon. Dieser Tower 2000 wurde bereits Ende 2001 fertiggestellt. Seit 2005 kann man den Komplex über einen direkten Metro-Anschluss (Delowoi Zentr) erreichen, auch wenn der Weg über die sogenannte Bagrationbrücke bis zum anderen Ufer recht lang erscheint.
Bei der Bagrationbrücke über den Moskwa-Fluss handelt es sich um eine zweigeschossige, überdachte Fußgängerbrücke aus Beton und Glas. Die durchgehend verglaste untere Ebene dient zugleich als Einkaufspassage und beherbergt mehrere Dutzend kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants; die teilweise… weiter lesen
05.03.2009 von Peter Voßwinkel
No Dogs, No Smoking, No Alcohol: so steht es auf dem Gebotsschild.

Die Realität sieht ein wenig anders aus. Hungrige Hunderudel streunen durch die Straßen und durchsuchen den Müll. Bisher liefern die Rudel in fünfer Formation, jetzt haben sie bereits auf neun und elf Teilnehmer aufgestockt.

Geraucht wird auch an allen Ecken und Enden. An Bürohäusern, Läden und Verwaltungen stehen ständig Rauchgruppen, meist in dreier Gruppen, häufig sind es aber auch bis zu sieben qualmende Personen. Bei betreten dieser Häuser muß jeder Besucher diese Rauchspaliere durchwinden, passivrauchen unvermeidlich.
Auch mit dem Alkoholverbot sieht es schlecht aus. Nach Krisenbeginn sieht man jetzt wieder häufiger orientierungslose Trinker und müde Alkoholiker in den Straßen oder der Metro liegen.

Der Normalbürger ist an alles gewöhnt und wirkt nicht beunruhigt. Moskaus Katastrophenschutzministerium hat die Folgen der Wirtschaftskrise für Russland analysiert – und eine landesweite “Tendenz zur Eskalation” festgestellt. Das vertrauliche Papier beruft… weiter lesen