Archive for the ‘architektura – architektur’ Category

29.06.2008 von Peter Voßwinkel
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Ach, Арх Москва?

von Peter Voßwinkel

Moskau. Vom 28. Mai – bis 1. Juni fand im Zentralen Haus der Kunst die XIII. Internationale Architekturausstellung “Арх Москва” statt. Laut Veranstalter sollte das Hauptziel, “… hohe Qualitätsarchitektur und hohes Qualitätsdesign in einer Ausstellungsfläche zusammenzubringen.” Die soziale Frage in der Architektur wurde leider nicht entdeckt. Stattdessen entdeckten wir nachfolgende Einschätzung der Veranstaltung in der MDZ – Moskauer Deutsche Zeitung von Alexander Heinrich.

Turmbau zu Moskau
Drinnen beflügeln Glastürme die Phantasie, draußen bröckelt der Putz und nebenan ziehen Baukräne Apartmentblöcke mit ihrer gesichtslosen Allerweltsarchitektur in die Höhe. Bei der Arch Moskwa im Zentralen Haus des Künstlers findet der Zustand der russischen Stadtentwicklung einen sinnfälligen Ausdruck. Auf dem Wohnmarkt regiert das freie Spiel von Angebot und Nachfrage, die Preise steigen ins Astronomische. Macht eine Vorzeigearchitektur wie Moskaus Federation Tower die Stadt bereits zu einem lebenswerten Ort?

Eine Tagebuchnotiz des Russland­reisenden Walter Benjamin konfrontiert mit einer überraschenden Erfahrung: „Schneller als Moskau… weiter lesen

25.05.2008 von Peter Voßwinkel
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Арх Москва 2008: КАК ЖИТЬ – WIE LEBEN?

von Peter Voßwinkel

Moskau. Vom 28. Mai – bis 1. Juni findet im Zentralen Haus der Kunst die XIII. Internationale Architekturausstellung “Арх Москва” statt.

Laut Veranstalter ist das Hauptziel, “… hohe Qualitätsarchitektur und hohes Qualitätsdesign in einer Ausstellungsfläche zusammenzubringen, um eine kumulative Wirkung zu schaffen, die fähig ist, die Meinung der Gesellschaft von der Architektur zu beeinflussen.”

Erstmals findet ein großes architektonisches Forum mit zahlreichen auswärtigen Diskutanten statt. Dem Forum ist ein Manifest an die Hand gegeben, in dem nun endlich, möchte man meinen: Die Frage der Massenunterkunft als eines der dringendsten Probleme für Russland thematisiert wird. Obwohl der reiche Teil von Russlands Bevölkerung jetzt seine Wohnungsnot auf einer privaten Skala lösen kann, sind die Lebensbedingungen der Mehrheit der Bevölkerung noch alles andere als bequem. Zur Zeit steigen die Unterkunftspreise sprunghaft an, aber diese Nachfrage wird nicht von einem Qualitätsanstieg begleitet.

Vielmehr hat der aufmerksame Betrachter den Eindruck einer… weiter lesen

21.04.2008 von Peter Voßwinkel
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Neueste Kultur Früchte

von Peter Voßwinkel

“Apfelsine” heißt der neueste Bauentwurf aus dem Hause Inteko. Die Firma der Moskauer Bürgermeistersfrau präsentierte jetzt das Konzept des englischen Vielentwerfers Foster. Das Projekt heißt nicht nur so, es soll auch so aussehen.

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Nachdem die Präsidentin und Eigentümerin der Gesellschaft Inteko, Elena Baturina, bisher vor allem für die Errichtung postmoderner-neostalinistischer Baukonzepte („Triumph-Palast“, das höchste Wohnhaus Europas) bekannt ist, bedient sie sich nunmehr verstärkt der internationalen “Architektenelite”. Bekannte Namen sollen besser verkaufen helfen.

Fosters Architekturfirma entwirft inzwischen für Russland Konzepte am Fließband. So entsteht bald das noch höhere Hochhaus als Europas bisher höchstes, genannt “Rossija” mit über 620m, erfolgreich mit Baturinas Ehemann, Jurij Luschkow, dem Bürgermeister, ausgehandelt.

An der Stelle des inzwischen abgerissenen Hotels Rossija hat Foster eine fade Hotel und Pentagon Ladenlandschaft entworfen, einen multifunktionalen Gebäudekomplex, der aus vier neuen Hotels, 45.000 Quadratmetern Geschäftsflächen, Einkaufsstraßen, einer Veranstaltungshalle mit 2.500 Sitzen sowie… weiter lesen

19.11.2007 von Peter Voßwinkel
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Oben ´rum wird´s jetzt richtig schön

von Peter Voßwinkel

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Nach Aussage von Stadtbauarchitekt Kusmin sollte schon ab 2006 alles besser werden, bisher ist davon noch nicht besonders viel wahrnehmbar, doch jetzt wird’s richtig schön. Hat sich das Stadtbild in den letzten Jahren bereits auffallend verändert, wird Moskau bis zum Jahr 2015 einen noch größeren Wandel erfahren.

Die Hauptstadt soll um 200 Hochhäuser aufgestockt werden. Mit dem ehrgeizigen Projekt, genannt “Der neue Ring von Moskau” wurde bereits begonnen. Die über 30 bis 60 Stockwerke hohen Wolkenkratzer sollen das Defizit an Immobilien beheben. Neben Wohnungen sollen Bürokomplexe und Hotels gebaut werden. Die große Nachfrage nach Wohn- und Büroräumen, die hohen Preise für Grund und Boden und das Interesse zahlreicher Investoren waren die wichtigsten Argumente zugunsten dieser Entscheidung.

Das Stadtzentrum ist bereits geprägt von den sieben Monumentalbauten aus der Stalinzeit, deshalb werden die neuen Hochhäuser hauptsächlich an der Peripherie errichtet. Hochgezogen… weiter lesen

10.11.2007 von Peter Voßwinkel
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Darf ein Architekt alles bauen?

von Peter Voßwinkel

Moskau, Sankt Petersburg, Peking, Dubai: Die Stars der internationalen Architektur arbeiten begeistert für Tyrannen und Autokraten.

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Für den politisch korrekten Architekten tun sich derzeit zum Beispiel folgende Fragen auf: Kann ich für die neue Zentrale des russischen Energie-Leviathans Gazprom guten Gewissens monumentale Türme einglasen? Muss ich die Baustellen in Thailand verlassen, weil das Militär geputscht hat? Wie steht es mit Bauten für an sich blitzsaubere West-Demokratien, die sich auf Kuba ein exterritoriales Folter-Areal leisten? Es gibt, man sieht es, gute Gründe für Architekten, die Politik bisweilen zu verdrängen.

Das Bauen unter dem Aspekt der Moral zu verhandeln, mutet in Zeiten der Globalisierung wie ein Treppenwitz an. Ist es etwa anstößig, in Dubai Luxushotels zu bauen, in Sankt Petersburg eine Konzernzentrale oder in Peking ein Olympiastadion?

Fünfzehn der zwanzig größten Architekturfirmen weltweit haben Projekte in China. Fast alle Stars sind am Werk… weiter lesen

30.10.2007 von Peter Voßwinkel
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Keine Angst vor Anschlägen: Federazija-Turm

von Peter Voßwinkel

Moskau-Berlin. Europas höchster Wolkenkratzer in Moskau wird weiter gebaut. Herzstück des neuen Verwaltungsbezirks „Moskwa-City“, wird der Federazija-Turm, mit 345 m Höhe (mit Antenne sind es 420 m) und 82 Stockwerken wird er das höchste Gebäude Europas sein. Das Haus der Superlative sollte in Rekordbauzeit (drei Etagen pro Monat) im Jahre 2007 fertiggestellt werden, nun wird sich die Bauzeit etwas verlängern.

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Über die Besonderheiten des „Federazija-Turms“ und wie er gegen potentielle Anschläge gesichert werden soll, sprachen die Architekten Sergeij Tchoban und Peter Voßwinkel miteinander.

Peter Voßwinkel: Bevor wir zu Ihrer persönlichen Geschichte kommen, möchte ich über den Federazija-Turm in Moskau sprechen. Wie ist es zu dem Auftrag gekommen?

Sergeij Tchoban: Es begann mit der Ausschreibung Anfang 2003. Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis wir sicher waren, dass unser Vorschlag auch umgesetzt wird. Bis… weiter lesen

23.10.2007 von Peter Voßwinkel
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“Papierachitektur ist Scheiße !”*

von Peter Voßwinkel

Nicht grundsätzlich, doch unter monetären Aspekten schon. Einige westeuropäische Architekten erleiden diese Art der russischen Verbannung derzeit.

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Der angestrebte Anschluss der russischen Architektur an den internationalen Stil (was ist das eigentlich?) findet in Moskau nicht statt, oder wird von den städtischen Entscheidungsträgern verschoben. Die bekannten Architekturfirmen: Hadid (Paris), BRT- Bothe-Richter-Teherani (Hamburg), Foster (London), Libeskind (New York), gmp- Gerkan, Marg & Partner (Hamburg), van Eggerat (Rotterdam) können in Moskau nicht reüssieren.

Möglicherweise wird die Architektursprache der Freiheit ohne Sozialismus hier in Moskau (noch) nicht verstanden. Der zelebrierte fröhlich-virile Habitus einer offenen factory-architecture kommt in Russland noch nicht an.

Hipp-Hopp Architektur

Ähnlich wie beim bereits vereinzelt aufgetauchten Hipp-Hopp fällt es langsam auch schwer zu erkennen, wer von wem abgekupfert hat. (Äh, … sorry, Architekten würden wohl eher sagen: inspiriert wurde.) Plötzlich fangen alle Häuser auf… weiter lesen

26.09.2007 von Peter Voßwinkel
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Erbarmen! Zu spät! Die Russen bauen. (1)

von Peter Voßwinkel

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In Russland feiert sich die Energie-Branche, in Petersburg wurde kürzlich der Sieger eines Architektur-Wettbewerbs bekanntgegeben, in dem so etwas wie eine “kühne Hochhauskomposition mit beliebigem Abschluss” gefordert wurde.

Schon einmal hat ein Architektur-Wettbewerb auf russischem Boden Furore gemacht.

Das war in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als in Moskau der Palast der Sowjets geplant wurde: in Form einer gigantischen Steintorte, die Schicht um Schicht in den Himmel wächst, um dort von einer 100 Meter hohen Lenin-Statue gekrönt zu werden. Dieser Entwurf, der vom Backblech eines irre gewordenen Zuckerbäckers zu stammen schien, blieb Utopie. Die Bauarbeiten, 1937 begonnen, wurden vom Krieg unterbrochen und im Jahr 1941 eingestellt. In dem Buch “Tyrannei des Schönen” (Prestel Verlag) heißt es: “Es hat etwas Symbolisches, dass die Idee, den Mythos von der lichten kommunistischen Zukunft in der Architektur zu realisieren, in dem Augenblick… weiter lesen