Archive for the ‘Kaukasus’ Category
Wieder in Baku sprach Nasim mich sofort auf die Raumbildung an. Bei der Analyse unserer Gärten hatte er unser streben nach Räumen festgestellt. Er erklärte mir die Prinzipien unserer organischen Gestaltung, ohne das wir je darüber gesprochen hatten. Wir unterhielten uns über Fraktale und deren geometrische Gebilde und Strukturen, welche große Selbstähnlichkeiten aufweisen, über biologisches Design, das ähnlich Blättern aber eben doch nie gleich ist.
Wir stellten noch gemeinsam fest, dass diese Strukturen nicht symmetrisch sind und der häufig vorherrschende Symmetriezwang in der Gestaltung vollkommen willkürlich sei, als er mich mit der Frage überraschte.
Spielen in Deutschland alle im Raumsystem?
Er spielte damit auf das Thema Fußball an. Ihm war aufgefallen, dass die aserbaidschanische Fußballmannschaft neuerdings verstärkt mit einer Raumdeckung spielt und meint die Ursache auf das deutsche Trainergespann (Vogts-Stein-Janssen) zurückführen zu können. Dies wiederum konnte ich nicht bestätigen. Vielmehr sei es so, dass auch unsere Planungsprinzipien der Raumbildung… weiter lesen
Für einen der durch uns gestalteten organisch-ökologischen Gärten hatten wir etliche sehr alte Ölbäume nach Aserbaidschan bringen lassen. Ein besonders schönes Exemplar soll bereits über 200 Jahre alt sein und beeindruckt durch seine exponierte ausdrucksstarke gewundene und beschützende Form.
Bereits beim entladen ließen sich Arbeiter und Zöllner an seinem Fuß nieder und fotografieren. Als dieses Prachtexemplar mit großen Mühen, so ein Baum wiegt immerhin über 4 Tonnen, an seinen vorgesehenen Standort gebracht wurde löste er noch mehr Bestaunen aus. Der Anhang der Auftraggeber, das Sicherheitspersonal und der Gärtner ließen alles liegen und stehen und bewunderten die Olivenbaumgruppe.
Was macht gute organische Architektur aus? Kurz gesagt, wenn sie beim Betrachter intuitiv ein Wohlgefühl auslöst, eine neue, vielleicht bisher unbekannte musikalische Dimension aufstößt, ihn anhält, sich zu einer näheren Beobachtung hinreißen lässt, die Situation poetische literarische Gespräche initiiert …
Aus der Gruppe trat ein junger Mann hervor und fragte mich ob… weiter lesen
Scheki liegt im Nord-Westen-Aserbaidschans, nahe der Grenzen zu Dagestan (Russland) und Georgien. Im Mittelalter hatte die Stadt viele Namen, wie Sheke, Sheki, Shaka, Shakki, Shakne, Shaken, Shakkan und Shekin, bis 1968 Nuxa. Die Besonderheit liegt darin, daß in dieser Region viele Menschen mit leuchtend blauen Augen leben. Eigentlich ungewöhnlich für diese Region.
Mich hatte es in diese Südkaukasische Region getrieben nachdem ich mit Aysel Teymurzade, zugegeben eher unfreiwillig, am Tag nach dem Euro-Liederfestival von Moskau nach Baku flog. Aysel, ein nettes 19 jähriges Mädchen die mit allem Ehrgeiz zu einem Star aufgebaut werden soll. Wir wurden von hunderten fahnenschwingender Fans am Flughafen empfangen. Der eigentliche Star in diesem Azal-Flugzeug, der vielleicht weltbeste Landschaftsarchitekt Raimund Herms, verließ den Flughafen mit mir gemeinsam unerkannt an der sogenannten VIP-Meute vorbei, um unseren interessanten Aufgaben, der ganzheitlichen Anpflanzung von organischen Gärten nachzugehen.
Auf Einladung der azerbaidschanischen Auftraggeber durften wir für den Moskauer Projektentwickler… weiter lesen
cité free art gallery.berlin: fotografie & organicarx
Bereits in den 70er – 80er Jahren des letzten Jahrhunderts experimentierten wir mit der Schnappschussfotografie der Camera obscura, eine Art Lomografie, als diese noch gar nicht erfunden war. Als Anfang der 90er Jahre die Lomografie erschien, inzwischen für eine ganze Stilrichtung verwendet, die eine Art „lässige“ Schnappschussfotografie propagierte. Der neue Blick auf die Welt, ermöglicht durch „Hüftschüsse“ und ungeplante, experimentelle Schnappschüsse, zog bald weitere Fotografen in seinen Bann.
Darüber hinaus betrieben wir eine Filmwerkstatt in der Dokumentar- und Experimentalfilme produziert wurden, die den Blick für die politische Realität und darstellerische Ästhetik prägte.
Wir hatten damals die Tür zu einer neuen Welt geöffnet: Die Welt der Film- und Fotokunst. Sie ist schwarz-weiß und bunt, überraschend und verzaubernd, lebendig und inspirierend. In dieser Welt entdeckten wir Unbekanntes und lernten, Bekanntes neu zu entdecken.
Um diese Begeisterung weiterzugeben, haben wir cité geschaffen. Hier kann man… weiter lesen











