01.10.2009 von Peter Voßwinkel
Knapp drei Jahre ist es her, dass Alexander Donskoj von der Polizei halbnackt aus seinem Haus geschleift wurde. Dem damaligen Bürgermeister von Archangelsk, der lange im Vorfeld seine Kandidatur bei den russischen Präsidentschaftswahlen 2008 angekündigt hatte, warf man unter anderem vor, sein Hochschuldiplom gefälscht zu haben. Tage vor der Verhaftung will er am Telefon bedroht und aufgefordert worden sein, seine Kandidaturpläne fallen zu lassen. Schließlich saß Alexander Donskoj für mehrere Monate in Untersuchungshaft und trat Anfang vergangenen Jahres nach der Verurteilung wegen des gefälschten Diploms von seinem Bürgermeisteramt zurück. Jetzt arbeitet der 39-Jährige als Coach in Moskau und kümmert sich um das Berufs- und Privatleben seiner gut betuchten Kundschaft.
Herr Donskoj, Sie haben innerhalb kürzester Zeit alles verloren: Freunde, Geld und Ihr Amt als Bürgermeister. Wie haben Sie sich wieder aufgerappelt?
Als ich aus dem Gefängnis entlassen wurde, blieb ich erstmal zwei Monate zu Hause. Ich brauchte Zeit, um… weiter lesen
27.09.2009 von Peter Voßwinkel

200 km östlich von Moskau ist bereits der Herbst eingekehrt.

Auch politisch ist für diesen Herrn bereits lange Herbst. In Kolomna offensichtlich noch nicht.

Zur Überraschung der Nonnenklosterbesucher steht mitten im Obstgarten ein Dromedar.
16.09.2009 von Peter Voßwinkel
Der frühere Chef des russischen Yukos-Konzerns, Michail Chodorkowski, macht sich darauf gefasst, bis an sein Lebensende in Haft zu bleiben. Boris Reitschuster, Moskau Korrespondent des Focus führte dieses Interview schriftlich über die Anwälte des Gefangenen, das wir hier dokumentieren.
Wie stichhaltig sind die neuen Vorwürfe gegen Sie? Sie sollen laut Staatsanwaltschaft Öl gestohlen haben, als Sie bereits im Gefängnis saßen. Wie fair ist dieser Prozess?
Chodorkowskij: Ich habe die Staatsanwälte im Gericht gefragt: “Wie bitte soll ich Ihrer Ansicht nach 350 Millionen Tonnen Öl ,heimlich geklaut’ haben, wie Sie mir vorwerfen, wenn der Kaufpreis für dieses Öl vollständig an die Verkäufer bezahlt worden ist und das Öl beim Kunden ankam?” Ich bat die Ankläger, mir das zu erklären. Auch das Gericht hat ihnen vorgeschlagen, sie mögen das erläutern. Aber die Staatsanwälte weigerten sich, dies vor den Augen der Öffentlichkeit zu erklären. Und das Gericht sagte, es könne sie dazu nicht zwingen. Das… weiter lesen
03.09.2009 von Peter Voßwinkel

Die Polizei hat nichts dagegen.

29.08.2009 von Peter Voßwinkel
Mit Airbus Berlin in DOMODEDOVO AIRPORT gelandet, dem Aero-Express nach MOSCOW-PAVELETSKAYA gebummelt, durchbrach der wartende Chauffeur die ursprüngliche Absicht die Fahrt mit der angeschlossenen Metro zu vollenden. Die Limousine tastete sich durch die Straßen der Metropole.

Nach Ring, Tangentiale und Durchstich, entgegen der Einbahnstraße, lange Panoramaansichten.

Leider ist der Rote Platz für den Durchgangsverkehr gesperrt. Es wäre eine schöne Abkürzung gewesen.

Manche waren auf dem Weg nach Portugal?

Andere zu Fuß!

Auch große Fahrzeuge kamen nicht durch.

Fünf Spuren bündelten sich zu zweien, ohne Reißverschlusssystem.

Fragen warfen sich auf. Aus welchem Material bestehen eigentlich die Türme der Kathedrale Basilius des Seligen?

In der Kurve ging es an den mit bemalten Gerüstplanen verhüllten Unteren Handelsreihen vorbei. Angeblich werden diese derzeit in ein fünfsterneplus Hotel umgebaut.

In drei Jahren wird man es genau wissen.

Die Sehnsucht nach Portugal wuchs. Wollen die… weiter lesen
15.08.2009 von Peter Voßwinkel

Nachdem das Sortiment im taz-shop wächst und wächst, wurden jetzt offensichtlich ganz neue Geschäftsfelder erschlossen.

Derzeit noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich, scheint vor allem hinter dieser Sorte das Geheimnis der taz-power zu stecken.
02.08.2009 von Peter Voßwinkel
Auf vielfache Nachfragen, bezugnehmend auf die hier zuletzt beschriebenen Tätigkeiten in Russland und Aserbeidschan, gibt das Berliner Architekturlabel cité hier einen Einblick in die theoretischen Geheimnisse organischer Garten- und Landschaftsgestaltung.
Am Anfang steht die Frage: Wie finden wir Gesetzmäßigkeit und Angemessenheit in der Gestaltung unseres Lebensraumes?
In allem was hier dargestellt wird steht die Gesetzmäßigkeit im Vordergrund. Ein Anfang kann sein, auf dem zu gestaltenden Grundstück nach Raumbildung zu streben. Das Einfachste ist es , den erfassbaren Raum dort zu begrenzen, wo das Grundstück begrenzt ist.

Raum bilden
Ein anderes Prinzip kann sein, den erlebbaren Raum so groß wie möglich zu machen, so weit wie weite Landschaften. Das heißt aber nicht, keine Abgrenzung zu bilden, sondern z.B. den persönlich nutzbaren Raum nur so hoch zu begrenzen, dass er Unerwünschtes draußen hält, z.B. die Hunde, die Blicke der Nachbarn, neidische Einbruch-Versucher u.a. Ein weiteres Mittel, beides zu verbinden, ist das… weiter lesen
25.07.2009 von Peter Voßwinkel
Für einen der durch uns gestalteten organisch-ökologischen Gärten hatten wir etliche sehr alte Ölbäume nach Aserbaidschan bringen lassen. Ein besonders schönes Exemplar soll bereits über 200 Jahre alt sein und beeindruckt durch seine exponierte ausdrucksstarke gewundene und beschützende Form.

Bereits beim entladen ließen sich Arbeiter und Zöllner an seinem Fuß nieder und fotografieren. Als dieses Prachtexemplar mit großen Mühen, so ein Baum wiegt immerhin über 4 Tonnen, an seinen vorgesehenen Standort gebracht wurde löste er noch mehr Bestaunen aus. Der Anhang der Auftraggeber, das Sicherheitspersonal und der Gärtner ließen alles liegen und stehen und bewunderten die Olivenbaumgruppe.
Was macht gute organische Architektur aus? Kurz gesagt, wenn sie beim Betrachter intuitiv ein Wohlgefühl auslöst, eine neue, vielleicht bisher unbekannte musikalische Dimension aufstößt, ihn anhält, sich zu einer näheren Beobachtung hinreißen lässt, die Situation poetische literarische Gespräche initiiert …
Aus der Gruppe trat ein junger Mann hervor und fragte mich ob… weiter lesen
16.07.2009 von Peter Voßwinkel
Scheki liegt im Nord-Westen-Aserbaidschans, nahe der Grenzen zu Dagestan (Russland) und Georgien. Im Mittelalter hatte die Stadt viele Namen, wie Sheke, Sheki, Shaka, Shakki, Shakne, Shaken, Shakkan und Shekin, bis 1968 Nuxa. Die Besonderheit liegt darin, daß in dieser Region viele Menschen mit leuchtend blauen Augen leben. Eigentlich ungewöhnlich für diese Region.

Mich hatte es in diese Südkaukasische Region getrieben nachdem ich mit Aysel Teymurzade, zugegeben eher unfreiwillig, am Tag nach dem Euro-Liederfestival von Moskau nach Baku flog. Aysel, ein nettes 19 jähriges Mädchen die mit allem Ehrgeiz zu einem Star aufgebaut werden soll. Wir wurden von hunderten fahnenschwingender Fans am Flughafen empfangen. Der eigentliche Star in diesem Azal-Flugzeug, der vielleicht weltbeste Landschaftsarchitekt Raimund Herms, verließ den Flughafen mit mir gemeinsam unerkannt an der sogenannten VIP-Meute vorbei, um unseren interessanten Aufgaben, der ganzheitlichen Anpflanzung von organischen Gärten nachzugehen.
Auf Einladung der azerbaidschanischen Auftraggeber durften wir für den Moskauer Projektentwickler… weiter lesen
15.05.2009 von Peter Voßwinkel
Ein eigenartiges Fieber grassiert seit einigen Tagen in der Moskauer Innenstadt. An allen Ecken und Enden wird der Flaneur auf eine Veranstaltung, das Liederfestival “Eurovision Song Contest” hingewiesen.

Fahnen mit dem Eurovisions-Logo wehen an jedem Straßenmast, große Plakate werben für das Event, das natürlich in Moskaus größter Halle, der Olympia-Arena, stattfinden wird. Man hört, die russische Regierung habe angeblich 30 Millionen Euro für die Organisation des Wettbewerbs zusätzlich zu den Geldern der europäischen Rundfunkanstalten bereitgestellt. Es soll ein denkwürdiges Ereignis für die Welt werden.
Die russische Staats- und die Moskauer Stadtregierung nutzt die eigentlich unpolitische Veranstaltung hemmungslos für Präsentations- und Propaganda-Zwecke aus. Die wahrscheinlich über 100 Millionen TV-Zuschauer sollen am Samstag ein Singfestival der Superlative zu sehen bekommen. Der Welt soll die Leistungsfähigkeit Russlands bewiesen werden. In mehr als 50 Ländern wird das Finale übertragen. Eine Größenordnung die sonst nur Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele erreichen.
Das Konzept scheint aufzugehen.… weiter lesen