Archive for the ‘Presspourri’ Category

29.11.2008 von Peter Voßwinkel
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Es ist unanständig unpolitisch zu bleiben

von Peter Voßwinkel

Esquire-Russland veröffentlichte ein viel beachtetes, folgenreiches Gespräch zwischen dem Schriftsteller Boris Akunin und dem Gefangenen Michail Chodorkowski. Boris Akunin spricht über seinen Einsatz für den inhaftierten Ölmagnaten Michail Chodorkowski, das Selbstverständnis der russischen Intelligenzija und den Boom des Kriminalromans in der postsowjetischen Ära. Seine Schlussfolgerung: In Russland ist eine Zeit angebrochen, in der es unanständig ist, unpolitisch zu bleiben.

Herr Akunin, als Meister des Krimis werden Sie der unpolitischen Unterhaltungsliteratur zugerechnet. Ihretwegen aber hat kürzlich ein prominenter Russe Haftverschärfung aufgebrummt bekommen – der seit fünf Jahren einsitzende Magnat Michail Chodorkowski. Und das, weil Sie ein ausführliches Gespräch mit ihm geführt und veröffentlicht haben. Hat Russlands Regierung wieder Angst vor dem gedruckten Wort?

Akunin: Ich fürchte, ja. Sie wollte ein Zeichen setzen. Weniger gegenüber Chodorkowski, weil sie versteht, dass sie ihn auch nach fünf Jahren Haft nicht brechen kann. Sondern vielmehr, um andere Schriftsteller davor zu warnen, dieses öffentliche Gespräch überweiter lesen

26.11.2008 von Peter Voßwinkel
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Lesen Sie ´mal woanders

von Peter Voßwinkel

Zum Beispiel in Esquire, ein eigentlich unpolitisches, gesellschaftskritikloses, glamour Magazin, auch in Russland.

Trotzdem lohnt es sich manchmal. Für alle die, die die Möglichkeit haben: Esquire, Nr. 37/08, gedruckte Ausgabe

16.11.2008 von Peter Voßwinkel
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Joschka Fischer über Russlands Weltmacht-Sehnsucht

von Peter Voßwinkel

Der ehemalige deutsche Aussenminister Joschka Fischer referierte am Dienstag im schweizerischen Fribourg unter anderem über Russlands heutige Rolle auf der Weltbühne. Ruhig im Ton, aber bestimmt in der Sache sprach Fischer auch über das Verhältnis Europas zu Russland.

“Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass es die Sowjetunion in meiner Generation nicht mehr geben wird”, erklärte Joschka Fischer zu Beginn seiner Keynote. “Seit deren Zusammenbruch 1991 haben sich die 290 Millionen Bewohner der ehemaligen Sowjetunion auf den Weg gemacht, unseren Lebensstandard zu erreichen. Diesen Prozess in Russland und den anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion wird niemand mehr aufhalten können!”

Der grosse Wille zur Veränderung sei da, hingegen ortet der deutsche Ex-Aussenminister Joschka Fischer in der Russischen Föderation ein ebenso grosses Defizit: “Russland schwankt heute zwischen seiner Weltmacht-Sehnsucht und einer effektiv sehr schwachen Position im Weltgefüge, die es mit starken Worten kompensiert.”

Joschka Fischer: Russland hat eine düstere Perspektiveweiter lesen

04.10.2008 von Peter Voßwinkel
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Das russische Modell funktioniert nicht

von Peter Voßwinkel

Banken: nur Geldwäscheanlagen. Justizreform: Kann man vergessen. Parlament: Gibt es nicht. Milliardär Lebedew rechnet mit seiner Heimat ab.

Ein bescheidenes Anwesen in der Nähe des Außenministeriums in Moskau. Innen: Viel Platz, große Spiegel, schwere Polstermöbel. Alexander Lebedew trägt ein knappes Sakko und Lackschuhe. Sein Vermögen soll umgerechnet zwei Milliarden Euro betragen, aber den Zuschlag für die deutsche Mittelstandsbank IKB hat er trotzdem nicht bekommen. Lebedew ist nur noch selten in Moskau. Er drängt auf den deutschen Markt, auf den amerikanischen – Hauptsache, raus aus Russland.

Herr Lebedew, Ihr Angebot für die IKB wurde abgelehnt. Zum Zuge kam der US-Investor Lone Star. Woran lag’s?

Alexander Lebedew: Das war eine rein geschäftliche Angelegenheit, keine Diskriminierung. Die Verantwortlichen haben mir gesagt, wir seien zu spät gewesen. Die Ausschreibung war im Januar und dauerte nur drei Wochen. Damals ging es um 43 Prozent der IKB-Anteile. Erst später wurde auf 90 Prozent erhöht. Uns… weiter lesen

19.09.2008 von Peter Voßwinkel
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Putins Interview für „Le Figaro“ im Wortlaut

von Peter Voßwinkel

PARIS-MOSKAU. Wladimir Putin kritisiert in einem Interview mit der liberalkonservativen französischen Tageszeitung Le Figaro, dass über den Verursacher des Kaukasus-Konfliktes “die gesamte freie Presse unserer westlichen Partner geschlossen wie auf Kommando geschwiegen hat. Genauso geschlossen und wie auf Kommando beschuldigten alle Russland der unverhältnismässigen Gewaltanwendung”.

Russlands Premier Wladimir Putin hat der französischen Zeitung „Le Figaro“ am vergangenen Samstag folgendes Interview gegeben.

Eine überaus aktuelle Frage. Am Montag wurde in Moskau ein Vertrag unterzeichnet, der einen Abzug der russischen Truppen aus Georgien in einem Zeitraum von einem Monat vorsieht. Könnte es nach Ihrer Ansicht möglicherweise zu Ereignissen kommen, die den Abzug der russischen Truppen aus Georgien erschweren oder verhindern könnten?

Putin: Russland erfüllt seine Verpflichtungen immer. Wir haben vor, das auch in Zukunft zu tun. In erster Linie möchte ich sagen, dass die jetzige Situation nicht durch Verschulden der Russischen Föderation entstanden ist, sondern durch Verschulden der jetzigen georgischen Staatsführung,… weiter lesen

19.08.2008 von Peter Voßwinkel
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Südossetien und Abchasien: Welche Zukunft?

von Peter Voßwinkel

Zchinwali, Gori und Suchumi, Georgien und Saakaschwili sind nicht der Stoff, der einen länger anhaltenden Kalten Krieg provozieren sollte. Guten Willen vorausgesetzt gibt es auch Lösungswege.

Einmal angenommen, die russische Armee bekommt jetzt endgültig die Kurve und zieht ihre Truppen (also ihre angeblich friedlichen Späher, Ordnungshüter und Waffenlager-Sortierer) wie angekündigt aus dem georgischen Kernland nach Südossetien und Abchasien zurück: Territorial wäre dann der Status quo wieder einigermaßen hergestellt. Aber weder die beiden abtrünnigen Provinzen noch Georgien selbst sind nach dem einwöchigen Krieg wie vorher.

Russland erlaubt sich US-Methoden

Genauso wenig wie das Verhältnis zwischen Russland und seinen Nachbarn von Tallinn über Warschau bis Kiew: Die Tatsache, dass die wiedererwachte Supermacht erstmals seit Afghanistan 1979 ungefragt im Ausland intervenierte, hat sie mächtig erschreckt. Dabei machte Moskau nur, was sich Israel und die USA in der Zwischenzeit schon einige Male herausgenommen hatten. Das fuchst Washington und beunruhigt zu Recht… weiter lesen

13.08.2008 von Peter Voßwinkel
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Frieden im Kaukasus? Dossier 2

von Peter Voßwinkel

Sechs-Punkte-Plan für Waffenruhe: Russland und Frankreich haben einen Sechs-Punkte-Plan für die Beilegung von Konflikten in der Kaukasusrepublik Georgien abgestimmt.

Erstens. Verzicht auf Gewaltanwendung.

Zweitens. Endgültige Einstellung aller Kampfhandlungen.

Drittens. Gewährleistung von ungehindertem Zugang zu humanitären Hilfsgütern.

Viertens. Rückkehr der georgischen Streitkräfte an Orte ihrer ständigen Stationierung.
Fünftens. Russische Streitkräfte werden an die Linie abgezogen, hinter der sie sich vor Beginn der Kampfhandlungen befunden haben. Bis zur Bildung internationaler Mechanismen haben die russischen Friedenskräfte zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu ergreifen.
Sechstens. Beginn einer internationalen Diskussion über den künftigen Status von Südossetien und Abchasien sowie über Möglichkeiten der Gewährleistung ihrer stabilen Sicherheit”, sagte der russische Präsident.

Saakaschwili stimmt Kaukasus-Friedensplan zu Das Ende der Kaukasus-Krise rückt ein Stück näher: Georgiens Staatschef Saakaschwili akzeptiert den von Nicolas Sarkozy nach Gesprächen mit Russlands Präsident Medwedew vorgestellten Friedensplan. Das strittige Thema über die Zukunft der abtrünnigen Regionen soll auf Wunsch Georgiens… weiter lesen

11.08.2008 von Peter Voßwinkel
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Dossier Kaukasus

von Peter Voßwinkel

Anläßlich der Gewaltsamen Auseinandersetzungen in Südossetien, die hoffentlich bald beendet sein werden, hier eine Sammlung von Dokumenten zu diesem Konflikt aus der jüngsten Berichterstattung.

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    10.08.2008 von Peter Voßwinkel
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    Kämpfe in und um Zchinwali

    von Peter Voßwinkel

    In und um die südossetische Hauptstadt Zchinwali ist es zu neuen heftigen Kämpfen zwischen georgischen und südossetischen sowie russischen Einheiten gekommen.

    Einige georgische Panzer sollen heute die Frontlinie durchbrochen haben und nach Zchinwali eingedrungen sein, berichtet Itar-Tass. Hinter den Panzern sei Infanterie nachgerückt.

    Der südossetische Präsident Eduard Kokoity bestätigte im russischen Fernsehen, dass es zu einem georgischen Gegenangriff gekommen sei. Er sei aber zurückgeschlagen worden. Zehn Panzer der Georgier seien vernichtet worden, hieß es.

    Bewohner der Stadt berichteten, dass der Beschuss fast dauernd anhalte. Am Stadtrand sei wenig davon zu spüren, dass die Stadt angeblich unter Kontrolle der Osseten und Russen stünde.

    Flüchtlinge berichten, dass georgische Soldaten auf Flüchtlinge geschossen und Handgranaten in Keller geworfen hätten, in denen sich Zivilisten mit Kindern versteckt hätten. Viele Menschen können die Stadt wegen der anhaltenden Kämpfe aber nicht verlassen. Besonders schlimm sei der Mangel an Wasser und Lebensmitteln.

    Der russische Botschafter… weiter lesen

    10.08.2008 von Peter Voßwinkel
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    Saakaschwili spielt im Pulverfass

    von Peter Voßwinkel

    Wieder einmal ist es nichts mit dem olympischen Frieden: Während in Peking das größte Sportfest aller Zeiten eingeläutet wird, sterben am Rande Europas Menschen durch Raketen und Luftangriffe.

    Georgien hat seinen südossetischen Feldzug offensichtlich mit dem IOC-Kalender abgestimmt – damit die Weltöffentlichkeit schön abgelenkt ist.

    Saakaschwili verkündet Waffenstillstand und befiehlt Angriff

    Und Michail Saakaschwili bewies sich als hinterhältiger Politiker: Wenige Stunden vor dem erfolgreichen (das heißt gut vorbereiteten) Großangriff verkündete er noch eine einseitige Waffenruhe. Er verfügte, nicht zurückzuschießen, selbst wenn man angegriffen werde. Vier Stunden später rasten erste Raketensalven auf Zchinwali.

    Scheinheilig ist aber auch die russische Position: Nach außen mimt man den Blauhelm, der den Frieden wahren will. Parallel fliegt offenbar die russische Luftwaffe – denn die Südosseten haben keine – Angriffe auf georgische Städte. Und über Jahre päppelte Moskau die wie ein Dorn im Fleisch Georgiens sitzende Pseudo-Republik mit russischen Pässen, Renten und Waffen auf… weiter lesen