22.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Rami ist tot. Tribut an einen syrischen Youtube-Helden

von Karim El-Gawhary

Es ist schwer bis unmöglich sich ein Bild zu machen, was in Syrien derzeit los ist. Ausländische Journalisten können sich nicht frei im Land bewegen. Die Berichterstattung hängt zum großen Teil davon ab, was die Aufständischen selbst filmen und nach Draußen schmuggeln.

Es gibt viele kaum bekannte Helden dieser gefährlichen Dokumentationsarbeit. Einer von ihnen war Rami al-Sayed, der sein Leben dafür riskiert hat, auf seinem Youtube-Kanal Syriapioneer der Welt zu zeigen, was in Syrien und in seiner Heimatstadt Homs passiert.  Seine Videos wurden immer wieder von großen Fernsehsendern wie BBC oder Al-Jazeeera ausgestrahlt

 

Am Dienstag kam er bei einem Granatbeschuss der syrischen Armee selbst ums Leben. Er hat dieses Ende vorausgesehen. In diesem Video spricht er während der ersten Angriffe auf Homs und erklärt, dass er jederzeit erwartet selbst zu sterben.

 

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Hier eines seiner mutigen Videos in dem er die Angriffe dokumentiert hat.… weiter lesen

08.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Von Gebetsrufen, parlamentarischen Tagesordnungen und der Frage, welcher Abgeordnete der bessere Muslim ist

von Karim El-Gawhary

 

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Es ist ein kurioser Wettbewerb, von dem wir in den nächsten Monaten noch einiges, mitunter auch recht Unterhaltsames hören werden. Wer sind die islamischeren Politiker im ägyptischen Parlament und wer ist frömmer: die Muslimbrüder (47 Prozent der Sitze)  oder die Salafisten (24 Prozent)?

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Diese Woche bekamen wir einen ersten Vorgeschmack bei einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Parlamentspräsidenten, dem Muslimbruder Saad al-Katatny und dem schillernden salafistischen Abgeordneten Mamdouh Ismail.

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Ismail, der gerne seine Frömmigkeit nicht nur durch seinen Bart zur Schau stellt, stand mitten in der Debatte über die Straßenschlachten rund um das Innenministerium auf und  lies, zum Erststaunen der anderen Abgeordneten, seinen persönlichen Gebetsruf im Saal erklingen. Schließlich war es Zeit für eines der fünf Gebete am Tag.

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Katatny, der ohnehin schon die ganzen letzten Tage seine liebe Mühe hatte, im Parlament mit 80 Prozent Erst-Parlamentarier eine geordnete Diskussion zu gewährleisten, flippte aus,… weiter lesen

07.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Video von Schrotgewehr-Einsatz der ägyptischen Polizei. Gegenbeweis II

von Karim El-Gawhary

Vor zwei Tagen hatte ich hier Fotos der  Aktivistin Salama Said im Krankenhaus mit  ihrem Gesicht und Bein voller Schrot durch den Einsatz von Schrotgewehren seitens der Polizei gepostet. Gedacht war das als Gegenbeweis für die Behauptung des ägyptischen  Innenministers, dass die Polizei keine Schrotgewehre bei den Straßenschlachten vor dem Innenministerium benutzt.

Einigen Lesern war das Foto Salmas nicht Beweis  genug.

 

Well ….

hier ist nun ein neues Video, das den massiven Einsatz von Schrotgewehren seitens der Polizei zeigt.  Zu sehen der Einsatz ganz am Anfang und dann in einer längeren Frequenz in der Mitte des Videos.

 

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Salma wurde übrigens angeschossen, genau als sie eine solche Szene mit ihrer Kamera dokumentieren wollte.

 

Zum Fall des Schrottgewehr-Einsatzes gab es auch eine wilde Debatte im Parlament. Interessant ist dabei, dass sich ein guter Teil der Muslimbrüder und Salafisten hinter das Innenministerium… weiter lesen

06.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Ägyptischer Innenminister: Unsere Polizei setzt keine Schrotgewehre ein. Der Gegenbeweis

von Karim El-Gawhary

Der ägyptische Innenminister hat öffentlich erklärt, dass die Sicherheitskräfte bei den letzten Zusammenstößen vor dem Innenministerium keine Schrotgewehre einsetzen. Es sei nur Tränengas im Einsatz, erklärte General Muhammad Ibrahim. In einem Interview, sagte Ibrahim, er fordere jeden heraus, der behauptet, dass die Sicherheitskräfte Schrotgewehre benutzen. Er fügte hinzu, dass die Staatsanwaltschaft dies beaufsichtige.

 

 

 

Well ……
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Die ägyptischen Tahrir-Aktivisten haben die Herausforderung angenommen. Das sind Fotos der bekannten Aktivistin Salma Said, eine der Gründerinnen der Gruppe “Nein zu Militärgerichtsprozessen”. Sie wurde gestern in der Nacht zum Montag vor dem Innenministerium mit Schrot beschossen und liegt im Krankenhaus.

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03.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Der Fall der Kairoer Mauer

von Karim El-Gawhary

Das war die Antwort des  ägyptischen Militärs Ende letzten Jahres auf die Proteste vor dem Kairoer Innenministerium. Die Zentrale der Sicherheitsapparate sollte geschützt und weitere Straßenschlachten in der Muhammad Mahmoud Str., die vom Tahrir-Platz zum Ministerium führt, sollten so verhindert werden.  Statt eine politischen Antwort auf die Proteste zu geben, oder wenigstens das Innenministerium zu reformieren und von alten Kräften zu säubern, ließ der Militärrat einfach mitten in der Stadt diese Mauer errichten.  Nach dem Motto: Mauern statt Reform und Wandel.

 

 

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Und das war jetzt die Antwort der Demonstranten und Fußballfans. Hatte das Militär das Ganze mit Kränen aufgebaut, haben die Demonstranten mit reiner Muskelkraft das Mauerwerk letzte Nacht wieder zum Einsturz gebracht. Gibt es ein schöneres Symbol, dass auch Mauern den Wandel und Bruch mit den alten Zeiten nicht aufhalten können?

 

 

Foto: @salmasaid

 

 

 

 

Und… weiter lesen

03.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Ägyptens Fussballkrieg geht in die Verlängerung

von Karim El-Gawhary

vor dem Innenministerium.

Auf diesem Link befindet sich mein letzter Fernsehbericht dazu,

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Absolut faszinierend ist dieses Video von gestern Abend. Ein LKW der Polizei, der neue Rekruten zum belagerten Innenministerium bringen soll, wird selbst von Demonstranten und Fußballfans umlagert. Der Fahrer und der das Fahrzeug kommandierende Offizier fliehen und überlassen die jungen Polzisten im Laderaum ihrem Schicksal. Einige der Demonstranten beschützen daraufhin das Fahrzeug vor wütenden Demonstranten und sorgen dafür, dass die jungen Polizisten in Krankenwagen abtransportiert werden.
Wenige hundert Meter davon entfernt tobt der Straßenkampf mit inzwischen über 400 Verletzten. Wäre die Demonstranten nur ihrem berechtigten Ärger gefolgt, wäre diese Geschichte für die jungen Polizisten im LKW nicht so glimpflich ausgegangen.

18.01.2012 von Karim El-Gawhary
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Volle Kirchen in Bregenz, Revolutionäre Jahrestage in Kairo

von Karim El-Gawhary

Würden sie auch in einer Kirche über den Arabischen Frühling sprechen, lautete die Anfrage aus Bregenz, nachdem sich der ursprüngliche Veranstaltungsort das Theater Kosmos als zu klein erwiesen hatte.  Das Ergebnis in der Pfarrkirche Mariahilf mit 500 Besuchern ist hier zu sehen. Wie es bei der Einführung hieß: „Selten ist die Kirche so voll“. Und nicht nur das. Es wurde ein langer Abend mit einem interessierten und einem interessanten Publikum.

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Auch die anschließende Veranstaltung an der Uni in Zürich war gut besucht. Genauso wie die vorherige in Stuttgart.

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Im Ö1-Radio lief diese Woche in der Sendung Matrix – Computer und Neue Medien ein langer Beitrag unter dem Titel „Von 9/11 zur “Facebook-Revolution”. Das mediale Bild der arabischen Länder im Wandel“, zu dem ich auch befragt wurde und danach ein interessanter Beitrag über „Die Macht digitaler Bildimpulse. Handybilder und Videostreaming im Revolutionsgeschehen“.
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09.01.2012 von Karim El-Gawhary
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Vom Tahrir nach Stuttgart 21

von Karim El-Gawhary

 

Von der Revolutionären des Tahrir zu den Volksbürgern hinter dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Das passt ganz gut, denn Stuttgart ist die Partner-Stadt Kairos. Vor dem gelb-roten Indianer-Zelt kann man “Stuttgart 21″ sogar auf arabisch lesen.

Ich spreche dagegen heute in Stuttgart über den Arabischen Frühling und dessen Folgen

beim “Treffpunkt Kairo” bei den Stuttgarter Nachrichten

um 19.30 Uhr. Ort: Studio S, Pressehaus Stuttgart, Plieninger Straße 150, Stuttgart-Möhringen.

Hier ist der Link zur Ankündigung

Am Dienstag habe ich dann eine Veranstaltung in Bregenz

Am Mittwoch in Zürich

30.12.2011 von Karim El-Gawhary
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Adieu 2011, Jahr des arabischen Aufbruchs und der fliegenden Kameras. Auf ein turbulentes 2012

von Karim El-Gawhary

 

Mein Jeep ist  gepackt. Ich werde mich jetzt  für ein paar Tage in die Wüste absetzen und in der dortigen Stille und Entlegenheit, im kostenlosen Eine-Million-Sterne-Hotel, das neue Jahr beginnen.

Also wünsche ich schon jetzt allen Leserinnen, Lesern, Zuhörern, Zuhörerinnen, Zuschauern und Zuschauerinnen ein gutes neues Jahr.

 

Vielleicht fliegen Ihnen/Euch im nächsten Jahr genauso Sachen entgegen, wie mir in diesem z.B Kameras, hier festgehalten vom Wiener unabhängigen Videofilmer Georg Schütz, der mit kaputten Stativ angereist war.

 

Das journalistisch ereignisreichste Jahr meines Lebens liegt hinter und ein sicherlich turbulentes vor mir. Viele offene Fragen liegen vor uns. Was bedeutet der Wahlsieg der Islamisten in Ägypten? Lässt sich das Militär in einer Revolution 2.0 doch noch dort aus der Politik drängen?

 

Wie geht es in Syrien weiter? Wann fällt das Regime Assad? Wie wird sich das Militär dort auf Dauer verhalten? Zündet das… weiter lesen

23.12.2011 von Karim El-Gawhary
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Ägyptische Antwort auf Militärgewalt gegen Frauen: Diesmal die Schläger in blauen Unterhosen

von Karim El-Gawhary

Ich komme gerade vom Tahrir. Das ist dort heute die  typisch humorvolle ägyptische Antwort auf das brutale Vorgehen der Armee gegen Frauen: Diesmal die Soldaten in Unterhosen und das Opfer in den ägyptischen Nationalfarben gekleidet. Die Ägypter lieben die Möglichkeiten von Potoshop für ironische Gegendarstellungen.

 

Heute auf dem Tahrir: Foto: El-Gawhary

 

 

Und für alle, die es noch nicht gesehen habe: So sah, die Original-Vorlage aus, als die Armee vor ein paar Tagen eine Protest-Veranstaltung auf dem Tahrir-Platz aufgelöst hatte.