Archive for Juni, 2010

30.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Flughafen Kairo: Kurz vor dem Start begann es im Laderaum zu Wiehern

von Karim El-Gawhary

Selbst am Flughafen von Kairo geschieht so etwas nicht jeden Tag. Pünktlich rollte die Maschine der Fluggesellschaft Egypt Air auf dem Weg ins saudische Jeddah heute Vormittag in Richtung Startbahn, als aus dem Laderraum scharrende Hufe und ein Wiehern zu hören waren.

Quelle:Arabian Horse Guide

Die dort verladenen sechs „Araber-Pferde“ im Besitz eines saudischen Prinzen waren offensichtlich keine Jetsetter. Die Maschine mit 189 Passagieren an Bord kehrte zurück zum Terminal, nachdem der Pilot das Sicherheitsrisiko als zu hoch eingestuft hatte.
Ein eiligst herbeigerufener Flughafen-Tierarzt verpasste den nervösen Tieren eine weitere Beruhigungsspritze.  Mit einer 80minütigen Verspätung ging es dann doch weiter nach Jeddah. Die Araber im Ladenraum waren eingeschlafen.

30.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Wenn sportliche Vuvuzelas, das Elend der politischen Vuvuzelas vergessen lassen

von Karim El-Gawhary

„Nicht nur die arabischen Regime lieben Fußball, weil ihr Volk mehr an diesem Sport, als an Politik interessiert ist,“ schreibt Muhammad Salah in einem kurzen Essay in der überregionalen arabischen Tageszeitung Al-Hayat unter dem Titel „Politische Vuvuleza“.

Der Text ist es wert,ein paar Auszüge daraus frei zu übersetzen ….

Quelle: APvia taz

„Die Welt befindet sich im Fussball-WM-Fieber. Menschen aus aller Welt sind vollkommen eingenommen von dem großen globalen Sport-Event, der für im Moment ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Das erklärt, warum der franzosische Präsident Nicolas Sarkozy so irritiert ist von dem miserablen Abschneiden des französischen Teams oder warum in anderen Ländern parlamentarische Zusammenkünfte und Kabinettstreffen verlegt werden, um sie dem Spielplan der WM anzupassen. Wieviel Sorgen machen sich die Menschen derzeit um das iranische Atomprogramm? Folgen sie in den vier Ecken der zivilisierten Welt den Ereignissen im Irak, in Palästina… weiter lesen

29.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Darf man einen Staatschef auf Facebook beleidigen?

von Karim El-Gawhary

Drei Libanesen wurden am Montag im Libanon für ihre Facebook-Aktivitäten verhaftet. Sie sollten dort den libanesischen Präsidenten Michel Suleiman verunglimpft und beleidigt haben.

Michel Suleiman schreitet Präsidentengarde ab

Michel Suleiman schreitet Präsidentengarde ab

Der Generalstaatsanwalt Said Mirza hat die Verhaftung von Naim George Hanna, 27, Antoine Youssef Ramia, 29, und Shebel Rajeh Qasab, 27, angeordnet, nachdem die Behörden sie wegen Verleumdung und Diffamierung des Präsidenten verhört haben,“ berichtet die Nachrichtenagentur AFP in Berufung auf Quellen aus dem Justizministerium.

Laut dem libanesischen Gesetz muss der Staat auch ohne eine Anzeige von dritter Seite im Falle der Diffamierung des Präsidenten oder eines „befreundeten Staates“ aktiv werden.

Die ursprünglichen Facebook-Einträge sind seit Montag nicht mehr zugänglich.
Das Justizministerium in Beirut rechtfertigt seinen Schritt in einer Erklärung. Darin heißt es:

Die Pressefreiheit  erreicht im Libanon und in allen anderen zivilisierten Ländern eine Grenze, wenn es um verleumdende und diffamierende Inhalte geht,

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28.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Allah, Allah, Allah …Goooooooooool: Deutschland-England auf arabisch

von Karim El-Gawhary

Alle Höhepunkte mit arabischem Kommentar

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Der Kommentator redet noch vom  nächsten Spiel am Abend zwischen Argentinien und Mexiko, dann hält er inne. Pass zu Klose …. Ohhhhh Klose … 1:0

2:0:  Das zweite für Deutschland, Podololski (er hat Schwiergkeiten mit dessen Namen) seht die Schöne Drehung, also ehrlich, die machen sie fertig

Neuer geht raus ….. 2:1

und dann das nicht gegebene Tor, “wahdih” ganz klar über der Linie

drei deutsche Stürmer gegen drei englische Abwehrspieler.

3:1 Allah. Goooool, Seht, seht, seht diesen Müller.

Özil rückt vor. Das 4:1 “Ya Salam – Bahdala – die Engländer sind fertig gemacht.”

und noch einmal das 3:1 mit einem langgezogenen Gooooooooool, beim dem sich ein anderer arabischer Kommentator fast nicht mehr einkriegt.

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Und die bereits vorausblickende Fussballschlagzeile der ägyptischen Tageszeitung Al-Ahram

NÄCHSTEN SAMSTAG DEUTSCHLAND – ARGENTINIEN:

MASCHINE TRIFFT AUF  TANGO

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25.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Sie haben ihn totgeprügelt, aber sein Fall ist nicht totzukriegen

von Karim El-Gawhary

Mehrere tausend Menschen haben heute im ägyptischen Alexandria gegen Polizeigewalt, Folter und die seit fast 30 Jahre geltenden Notstandsgesetze protestiert.
Anlass war der Fall Khaled Said, ein junger Mann, der am 6. Juni auf offener Strasse mutmaßlich von zwei Polizisten zu Tode geprügelt worden war.

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Laut der offiziellen Version, an der nach zwei Autopsien der Leiche immer noch festgehalten wird, soll Khaled an einem Tütchen mit Drogen erstickt sein, dass er kurz vor dem Auftauchen der Polizisten heruntergeschluckt haben soll.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Human RightsWatch hat jetzt die ägyptischen Behörden aufgerufen, den Fall zu untersuchen und gegen die beiden Polizisten vorzugehen. Untersucht werden sollen auch deren Vorgesetzten und der zuständige Staatsanwalt, der in ersten Ermittlungen weder Beweise gesammelt, noch Zeugen befragt habe.

„Die Zeugenaussagen und ein Foto von Khaled Saids völlig entstellter Leiche weisen darauf hin, dass er von den Polizisten

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25.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Ölunfall bei Hurghada: könnte, sollte, würde ….

von Karim El-Gawhary

Zunächst die Fakten: Bisher hat niemand die genaue Ursache für das ausgelaufene Öl im Roten Meer festgestellt. Es gibt jetzt eine Aussage aus dem Ölministerium, dass es sich vielleicht bei dem Öl um Rückstände aus einem Tanker handeln könnte.

Der schöne deutsche Konjunktiv

Nur um die Interessenslage in diesem Fall darzustellen: Das Ölministerium ist für die Ölplattformen im Golf von Suez verantwortlich. Und es gibt Vermutungen, dass das Öl von dort stammt. Es liegt im Interesse des Ministeriums, mit dem Finger woanders hinzudeuten. Und das Ministerium macht das auch, allerdings im Konjunktiv. Hätte es einen handfesten Beweis, dass das Öl nicht von einer der Plattformen stammt, dann würde es diesen auch sicherlich präsentieren und dann sicher nicht im Konjunktiv. Zumindest journalistisch sollte man mit den Aussagen aus dem Ministerium vorsichtig umgehen. Dazu die letzte dpa-Meldung zum Fall:

Ministerium: Ölteppich bei Hurghada stammt von Tanker

Kairo (dpa) –weiter lesen

25.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Und wieder eine traurige nahöstliche Bilanz: Menschenhandel und moderne Sklaverei

von Karim El-Gawhary

Das US-Außenministerium hat einen Bericht über weltweiten Menschenhandel herausgebracht. Und wieder einmal kommt meine Region gar nicht gut weg.  Eine Kurzfassung findet sich hier.

Der Bericht teilt die Länder in drei Kategorien auf

  1. Länder, die die Bestimmungen des TVPA, also des „Trafficking Victims Protection Act“ voll erfüllen. In dieser Kategorie befindet sich kein einziges nahöstliches Land.
  2. Die „Zu Beobachten“-Kategorie
  3. Länder, denen das alles egal ist

In der letzten Kategorie findet sich Saudi Arabien wieder. Hier geht es vor allem um Hausbedienstete und angeworbene Arbeiter. Sie alle kommen freiwillig nach Saudi Arabien, sind dort aber oft damit konfrontiert, dass ihnen ihr Pass abgenommen wird, dass ihre Bewegungs- oder Kommunikationsfreiheit eingeschränkt, sie sexuell missbraucht oder geschlagen werden und dass der Job, der dort auf sie wartet ein ganz anderer ist, als der, für den sie angeworben wurden.

Der Sudan ist ebenfalls in dieser untersten Kategorie… weiter lesen

24.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Neuste Islam-Studie: Gläubige Muslime sind deutlich tor-gefährlicher

von Karim El-Gawhary
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Özils Siegerstreffer mit arabischem Kommentar

Berlin – Spätestens nach dem 1:0 Sieg der deutschen Fussballnationalmannschaft über Ghana durch das Tor von Mesut Özil, der den Einzug ins Achtelfinale ermöglichte, mögen es viele schon immer gewusst haben, aber jetzt ist es offiziell in einer Studie mit provokantem Ergebnis: Je religiöser muslimische Männer in Deutschland sind, desto tor-gefährlicher sind sie.

Der Deutsche Fussballbund (DFB) hat im Auftrag des Bundesinnenministeriums die Zahlen ermittelt .Hier die Ergebnisse.

Das ganze ist eine Parodie auf einen Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen KFN mit dem Titel “Kinder und Jugendliche in Deutschland: Gewalterfahrungen, Integration und Medienkonsum” ober besser gesagt auf die Medienberichterstattung darüber.

Beispielsweise bei Welt.de mit dem Titel “Studie — Gläubige Muslime sind deutlich gewaltbereiter”doch recht verkürzt wiedergegeben wurde.

Bildblog.de hat sich aber die Mühe gemacht, sich das genauer anzusehen (Ich danke einem Leser dieses Blogs für den Hinweis). weiter lesen

24.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Kennen Sie den Strafbestand der “Schwächung der öffentlichen Moral”?

von Karim El-Gawhary

Klingt mittelalterlich?  In Syrien wird diese Anklage gerne verwendet, um Oppositionelle oder Menschenrechtler mundtot zu machen und wegzusperren.

Muhannad Al-Hassani

Mohannad Al-Hassani

Diesmal traf es den syrischen Anwalt Mohannad al-Hassani, der jetzt zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Da half  dem 43jährigen auch nicht, dass er erst letzten Monat den Martin Ennals Preis für die Verteidigung von Menschenrechten erhalten hatte, benannt nach dem ersten Direktor von Amnesty International. Al-Hassani, der Chef der „Syrischen Organisation für Menschenrechte”, hatte den Preis für seinen Einsatz zur Verteidigung poltischer Gefangener und einen syrischen Rechtsstaat erhalten. Er hat sich immer wieder für poltische Reformer eingesetzt, bevor er letzten Juli selbst von der Geheimpolizei abgeholt wurde.

Als das Urteil verkündet wurde, gab es im Gerichtsaal stehenden Applaus für Al-Hassani. Viele im Publikum waren einst  von ihm verteidigt worden und hatten bereits selbst zuvor für die „Schwächung der öffentlichen Moral“ die syrischen Gefängnisse von Innen gesehen.

23.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Wenn Staaten nicht mehr funktionieren: Der neue “Failed State” Index

von Karim El-Gawhary

Im neuen „Failded State Index“, der diese Woche zu sechsten Mal von der Washingtoner Organisation „Fund for Peace“ herausgegeben wurde, rangieren wieder einmal einige Kadidaten aus meiner Region auf den obersten Rängen. Die Studie versucht das Risiko von Staaten zu bestimmen, als Institution zusammenzubrechen.

Die ersten 38 Länder befinden sich in der roten sogenannten „Gefahrenzone“, darunter befinden sich der er Sudan, der nach Somalia und Zimbabwe bereits auf Platz 3, rangiert, bald gefolgt vom Irak auf Platz 6, dem Jemen (18), Libanon (29) und dem Iran auf Platz 38.
Die meisten anderen befinden sich in der sogenannten „Warnzone“, beispielsweise Syrien bereits auf Platz 39 nur knapp der ersten Kategorie entgangen und Ägypten auch schon auf dem 43. Rang zu finden.

Die Untersuchung basiert auf 12 sozialen, wirtschaftlichen und politischen Indikatoren, beispielsweise dem demographischen Druck, der ungleichen Reichtumsverteilung, der Stärke bzw. Schwäche der staatlichen Institutionen, der… weiter lesen