Dank Facebook, Youtube und den ägyptischen Bloggern, wird der Fall Khaled Said nun doch auch von offizieller Seite aufgerollt. Der ägyptische Oberstaatsanwalt Abdel-Meguid Mahmoudhat hat nun eine zweite Autopsie der Leiche von Khaled Said angeordnet.
Khaled Said
Dessen Familie, der Besitzer des Internetcafes in dem Khaled verhaftet wurde und ägyptische Menschenrechtler klagen zwei Polzisten an, Khaled in Alexandria auf offener Strasse totgeprügelt zu haben. Die Polizei behauptet der junge Mann sei gestorben, nachdem er vor seiner Verhaftung seine Drogen heruntergeschluckt habe. Machen Sie sich selbst ein Bild, ob die Leiche eines Menschen der Drogen heruntergeschluckt hat, so aussieht (Vorsicht sehr brutales graphisches Bild)
Khaleds Familie behauptet, die Polzei habe es auf Khaled abgesehen, weil er im Besitz eines Videos war, das mutmasslich die Polzei dabei zeigen soll, wie sie konfiszierte Drogen untereinander aufteilt. Auch dieses Video, das Khaled angeblich zum Verhängnis geworden sein soll, kursiert inzwischen bei Youtube
Das ist schon faszinierend. Man versucht sich Gedanken über strategische Verschiebungen im Nahen Osten und die neue Rolle der Türkei zu machen und versucht das in einem Debattenbeitrag in der taz durchzuargumentieren.
Man erntet in den kommentierenden Postings unsagbare Polemiken, die fast schon einen Kampagnencharakter haben und nicht selten auch den Autoren beleidigen. Die gesammte Sammlung findet sich hier. Eine Auswahl der Schönsten:
der mit der gepflegen Sprache:
von Am Israel chai:
“Unglaublich was die taz für eine gehirnamputierte scheiße veröffentlicht. Ihr seid der größte Abschaum der deutschen Presselandschaft”
oder der ganz persönliche
von Mal:
“Ich krieg’das Brechen. Könnt Ihr auch noch mal jemand Anders, als immer nur hemmungslose Claqeure und Islamisten-Schönredner, wie KARIM EL-GAWHARY, über Nahost Themen schreiben lassen? Wäre nicht mal ein kritischerer Blick, als dieses besinnungslose,völlig realitätsferne, rein interessengeleitete Gefasel angebracht? Wer bezahlt El-Gawhary eigentlich dafür sowas in der taz unterzubringen?