05.07.2010 von Karim El-Gawhary
Ein einfacher Satz, der gleichzeitig so viel in Frage stellt. Er stammt von einem der größten zeitgenössischen Islam-Reform-Denker, dem ägyptischen Linguistikprofessor Nasr Hamid Abu Zeid. Er konnte es auch noch simpler ausdrücken: „Warum hat uns Gott ein Hirn gegeben, wenn wir es nicht benutzen“, hat er einmal gesagt. Diesen Montag ist dieser großartige, lebenslustige und gleichzeitig so mutige Mann nach längerer Krankheit mit 67 Jahren in Kairo verstorben.

Abu Zeid bei Verleihung des Ibn Rushd-Preises für freies Denken 2005
Ein riesiger Verlust, nicht nur für Ägypten, sondern auch für Europa, wo er zuletzt gelehrt hatte. Denn er hatte in den 1990er Jahren etwas gewagt, was sich nur sehr wenige muslimische Gelehrte trauten: den Koran und die heiligen islamischen Texte mit den Methoden der kritischen Linguistik zu analysieren. Er wusste, dass er sich damit nicht viele Freunde schafft, aber er hat wohl nicht erwartet, wie… weiter lesen
05.07.2010 von Karim El-Gawhary

Foto: Karim El-Gawhary
Das ist ein sogenanntes Tok-Tok, eine Art Motor-Rikscha: das Taxi der Armen in Ägypten. Vor allem auf dem Land und in den Armenvierteln Kairos ist das Tok-Tok inzwischen, dank des billigen Fahrpreises, eines der beliebtesten Verkehrsmittel geworden. Den Behörden sind die meist nicht lizenzierten verkehrsgefährdenden Gefährte allerdings ein Dorn im Auge.
In der Nildeltastadt Mansoura steht das Tok-Tok nun im Zentrum eines neuen Falles von Polizeibrutalität, wie die unabhängige ägyptische Tageszeitung Al-Masry Al-Youm berichtet. Laut dem Nadim-Zentrum, einer ägyptischen Menschenrechtsorganisation zur Rehabilitierung von Folteropfern, sollen zwei Polizisten den 18jährigen Tok-Tok-Fahrer Muhammad Salah Mahmud auf die Wache mitgenommen haben. Laut dem Nadim-Zentrum sollen die Polizisten Mahmud auf der Wache gefoltert haben, bevor sie ihn vom Balkon im vierten Stock des Gebäudes geworfen haben.
Laut Polizeiangaben war Mahmud im Rahmen einer Kampagne gegen die nicht registrierten Tok-Toks festgenommen worden. Die Polizei behauptet,… weiter lesen