Archive for September, 2010

30.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Die Macht des Facebook: Prügelnde syrische Lehrerinnen gefeuert, nachdem sie in einem Video geoutet wurden

von Karim El-Gawhary

Das soziale Internet-Netzwerk Facebook macht es möglich. Zwei syrische Lehrerinnen wurden entlassen, nachdem dort folgendes Video gepostet wurde.

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Zu sehen sind Kinder in einer Grundschule, die vor Schmerzen weinen, während ihnen zwei Lehrerinnen mit einem Tafellineal auf Hände und Füße schlagen.

Die kurze Aufnahme hat in Syrien zu einem Aufschrei geführt. Das syrische Erziehungsministerium begann nach der Veröffentlichung der Facebookseite durch Unbekannte mit dem Titel: „Helfen Sie uns die Identität der Lehrer aufzudecken, die unsere Kinder foltern“, mit einer Untersuchung des Falles. Die beiden Lehrerinnen waren einer Dorfschule in der Provinz Aleppo im Norden des Landes angestellt. Das Ministerium sei fest entschlossen, derartige Fälle in Zukunft zu stoppen, heißt es in einer Erklärung.

Körperliche Züchtigung ist offiziell in syrischen Schulen untersagt, kommt aber dennoch vor. Bassam Alkadi, der Direktorweiter lesen

28.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Kairo: Tea Time auf der Stoßstange

von Karim El-Gawhary

Heute bin ich als Blogger fremdgegangen. Als neues Mitglied bei Weltreporter.net, dem bekannten Netzwerk freier Auslandskorrespondenten, das mich freudlicherweise in seinen Reihen aufgenommen hat.

Hier mein erster dortiger Blogeintrag, von Kaiorer Verkehrspolizisten, die einem freundlicherweise helfen in der zweiten Reihe zu parken und von merkwürdigen Dingen, die sich auf meiner Stoßstange wiederfanden.

27.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Chaotischer Gerichtstermin in Alexandria im Falle des mutmasslich von der Polizei erschlagenen Khaled Said

von Karim El-Gawhary
Angeklagte Polizisten



Der Prozess im Fall des junge Ägypters Khaled Said, der laut Augenzeugen von diesen zwei Polizisten in Alexandria auf offener Strasse totgeschlagen wurde, wurde am Wochenende erneut verschoben. In diesem Blog war bereit ausführlich über den Fall und den Prozess berichtet worden.

Im Zentrum des Gerichtstermins am Wochenende stand ein Streit, wessen die beiden Zivilpolizisten Mahmud Salah Mahmud und Awad Ismail Suliman genau angeklagt sind. Augenzeugenberichten zufolge sollen sie so lange auf das Opfer eingeschlagen haben, bis dieser tot war. Vertreter der Familie Khaled Saids fordern daher eine Anklage auf Totschlag.

Laut zweier offizieller Autopsieberichte soll Khaled dagegen an einem Tütchen Marihuana erstickt sein, das er bei seiner Festnahme heruntergeschluckt haben soll. Die Verteidiger der Polizisten fordern daher lediglich eine Anklage aufweiter lesen

24.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Saudi Arabien: Lieber Blogger haben Sie überhaupt eine Lizenz?

von Karim El-Gawhary

In dem verzweifelten Versuch arabischer Regime das Internet und die neuen Medien unter Kontrolle zu bekommen, hat sich die saudische Regierung etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Der Sprecher des Informationsministeriums in Riad, Abdul Rahman Al-Hazza  kündigte gestern an, dass Blogger im Internet in Zukunft eine Lizenz der Regierung benötigen.

Das bedarf eigentlich keines Kommentars.

Schön aber dennoch en paar der Reaktionen, die in Saudi Arabien daraufhin über Twitter verbreitet wurden. Wie etwa der folgende Einwurf:


“Beim Informationsministerium eine Lizenz zum Bloggen einholen zu müssen, das wäre wie beim Wasserministerium um die Erlaubnis zu fragen, einen Schluck Wasser trinken zu dürfen”.

Da fällt mir wieder die Antwort eines ägyptischen Software-Ingenierus ein, den ich vor über zehn Jahren, also weit vor der Zeit der Blogger, gefragt habe, ob er glaube, dass die arabischen Regime es schaffen werden das Internet zu kontrollieren. Seine einfache und einprägsame Antwort:weiter lesen

23.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Ägypten streitet um Mubarak Nachfolge: Demonstranten werden mutiger – die Polizei brutaler

von Karim El-Gawhary

„Wir sind kein Erbstück mehr“,

riefen die Demonstranten diese Woche auf einer Protestveranstaltung für politische Reformen und gegen  eine mögliche Übergabe des Präsidentenamtes vom 82jährigen Hosni Mubarak auf dessen 46jährigen Sohn Gamal Mubarak.


Ein historischer bedeutungsschwangerer Satz, hatte ihn doch der ägyptische antikoloniale Volksheld Ahmad Urabi im 19. Jahrhundert auf einer Demonstration gegen den damaligen monarchischen Herrscher, den Khediven Tawfik und dessen englische und französische koloniale Hintermänner ausgesprochen. “Ägypten den Ägyptern”, lautete  Urabi Paschas poltischer Hauptslogan.

Wir sind kein Erbstück mehr: 130 Jahre später versammelten sich am gleichen Ort, dem ehemaligen Königspalast Abdeen erneut die Demonstranten. Aber diesmal verbrannten sie Bilder Gamal Mubaraks, um ihre Gegnerschaft zu einer Mubarak Dynastie zum Ausdruck zu bringen.

brennendes Gamal Poster: Egyptian Blogs Aggregator

Selten hatte Kairo einen solchen, spezifisch gegen die Person Gamals ausgerichteten, Protest erlebt.

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21.09.2010 von Karim El-Gawhary
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NEUES VOM ARABISCHEN FOTO-DOKTOR

von Karim El-Gawhary

Zuerst eine kurze Bemerkung in eigener Sache. Taz-KorrespondentInnen suchen Arbeit“ – so hieß die Aktion, mit der wir letzte Woche drei Tage lang keine einzige Zeile für die taz lieferten, weil  wir Korrespondenten in Zukunft zu deutlich schlechteren Bedingungen arbeiten sollen. Die taz-Chefredaktion ist uns auch nach unserer Protestaktion und während einem Treffen der taz-Genossenschaftin Berlin keinen Millimeter entgegengekommen. Wir diskutieren derzeit unser weiteres Vorgehen. Vorerst schreiben wir erst einmal weiter; auch in diesem Blog. Damit die Chefredaktion zwischendrin wieder sieht, was sie an uns hat und welches Risiko sie eingeht.

Wie im letzten Blogbeitrag beschrieben, wurde letzte Woche die ägyptische Regierungszeitung Al-Ahram auf frischer Tat ertappt: mit einem manipulierten Foto vom Nahostgipfel in Washington, auf dem der ägyptische Präsident forsch vor seinem Gastgeber Barack Obama über den roten Teppich des Weißen Hauses schreitet.

Besonders apart war die Verteidigungsrede des Chefredakteurs von Al-Ahram, Ossama al-Saraya. Das… weiter lesen

17.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Korrespondenten wehren sich: Auf geht´s von Kairo nach Berlin zur Genossenschaftsversammlung

von Karim El-Gawhary

Einen letzten starken Mokka, dann geht es auf zum Flughafen in Kairo auf dem Weg zur Genossenschaftsversammlung der taz in Berlin. Auch mein Kollege Reiner Wandler aus Madrid und Jürgen Gottschlich aus Istanbul haben sich auf den Weg gemacht.

Dort wird die Chefredaktion versuchen, den Genossenschaftlern, den Besitzern der taz, zu erklären, warum sie uns und neun weiteren Korrespondenten gekündigt hat und wie sie es sich die neue Verträge vorstellt, bei denen sie hofft, dass wir fortan auf der ganzen Welt verstreut , meist für wesentlich weniger Geld genauso viel arbeiten sollen wie bisher. Ein kurioses Konstrukt, das sie mit Worten wie „Umstrukturierung“ und „Flexibilisierung“ verteidigen werden. Ja sogar von „Gerechtigkeit“ werden sie reden, der Fairness aus einem kleinen Topf möglichst viele Menschen für möglichst wenig Geld arbeiten zu lassen und damit auch noch die Auslandsberichterstattung verbessern zu wollen. Und wir Korrespondenten?

Wir werden uns wehren.
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16.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Was heute aufgrund des Protests der Auslandskorrespondenten nicht in der taz steht:

von Karim El-Gawhary

Heute ist der erste Tag, an dem sich unsere Aktion als Auslandskorrespondeten: “Keine Zeile für die taz” auf das Blatt niederschlägt. Berichte der Korrespondeten, deren Pauschalvertrag kollektiv von der taz gekündigt wurde, sucht man heute vergeblich in der Zeitung.

Ich hätte heute eine wunderschöne Geschichte aus Ägypten angeboten, mit zwei Fotos, die die Auslandseite sicherlich geschmückt hätten.

Die ägyptische Regierungszeitung Al-Ahram hatte bei dem Nahostgipfel in Washington vor wenigen Tagen mit folgendem Bild aufgemacht. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak schreitet allen forsch voran, Obama kann hinter dem 83jährigen kaum mithalten.

Nun haben die unabhängigen ägyptischen Tageszeitung aber die Mühe gemacht das mit dem Bild uz vergleichen,  das von den Fotoagenturen verschickt wurde und das sieht so aus.

Photoshop macht es möglich, den eigenen Präsidenten etwas in den Vordergrund zu rücken.

Ein schönes Spiel mit den beiden Fotos findet sich auch in der unabhängigen ägyptischen Tageszeitung Al-Masryweiter lesen

15.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Orientalische Märchen aus der Chefetage

von Karim El-Gawhary

Liebe Blog-Leser,

es tut mir leid, dass ich diesen Blog in den letzten Tagen etwas vernachlässigt habe. Ich hatte mit der Prostest-Aktion der taz-Korrespondenten und den Nahostgesprächen in Scharm El-Scheich zu viel um die Ohren.

Ab heute gibt es im Rahmen unserer Aktion “Taz-KorrespondentInnen suchen Arbeit” drei Tage lang keine Zeile für die taz von den Korrespondenten, die mit einem Pauschalvertrag an die taz gebunden und kollektiv gekündigt worden sind. Wir sollen neue Verträge zu wesentlich schlechteren Bedingungen bekommen.

Wer es noch nicht mitbekommen hat, sicherheitshalber hier noch einmal unser Protest Video:

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Wir haben eine Facebook-Gruppe “Bei der taz sitzt man im Ausland bald in der zweiten Reihe”. Dort gibt es immer Neuigkeiten zu unserer Protestaktion zu finden und zu verbreiten.

Hier gehts lang zu unserer Facebook-Seite
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12.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Versteckte-Kamera-Show auf irakisch: Bombenattrappe unter dem Autositz

von Karim El-Gawhary

Eine neue irakische Comedy-Show testet die Nerven von lokalen Stars und  Prominenten. Der bisherige Höhepunkt der neuen Sendung:  Eine Bombenattrappe wird unter einem Fahrzeug befestigt . Das Opfer wird von falschen Soldaten angehalten, hat Angst um Leib und Leben und wird dann auch noch beschuldigt, mit der Bombe selbst eine Fernsehstation in die Luft jagen zu wollen. Seine sichtlich geschockte Reaktion wird von der versteckten Kamera aufgezeichnet, um später damit irakische Fernsehzuschauer zu unterhalten.

Humor oder schlechter Geschmack? Al-Jazeera-International berichtet über den Fall.

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Die Sendung wird inzwischen selbst von vielen hartgesottenen Irakern kritisiert, denen das Ganze zu nahe an ihrer blutigen Realität liegt, um noch witzig zu sein. Der Sender Al-Bagdadiya wurde von der irakischen Medienaufsichtsbehörde aufgefordert, die Sendung abzusetzen.

Die Produzenten der Sendung verteidigen die Show mit dem Argument, dass sie auf humorvolle Weise mit den täglichen Problemen der Iraker umgehen, auch um ihnen die… weiter lesen