Archive for Januar, 2011

31.01.2011 von Blogwart
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Hier geht es weiter, sobald das ägyptische Internet wieder läuft.

von Blogwart

Kurze Durchsage des Blogwarts für besorgte LeserInnen dieses Blogs:
Wegen der Ausfälle des Internets in Kairo und Ägypten kann Karim zur Zeit nicht bloggen.  Es geht weiter, sobald das Netz wieder läuft.

27.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Kairo ist ruhig, die Suezkanal-Zone brennt und Alles wartet auf morgen

von Karim El-Gawhary

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In den Städten Suez und Ismailia gab es heute den ganzen Tag schwere Auseinandersetzungen. Einer der Kameramänner mit denen wir zusammenarbeiten, ist heute nach Suez gefahren und verprügelt worden. Seine Kamera liegt auf der Polizeistation. Wir dürfen nicht vergessen: diese Szenen spielen sich in unmittelbarer Nachbarschaft einer der wichtigsten internationalen Schiffwege statt.

In Kairo gibt es derzeit kein anderes Gesprächsthema als die morgigen Demonstrationen nach dem Freitagsgebet, die übrigens nicht nur von den Moscheen, sondern zu gleichen Zeit auch von einigen Kirchen starten sollen.

Ich war gerade in einem Elektronik- Fachgeschäft und die vier jungen Verkäufer erzählten mir, dass sie alle bei den letzten Demonstrationen dabei waren. „Wir werde solange weitermachen, bis ER geht“, sagten sie.

Einer erzählte die Geschichte, dass er gestern fast verhaftet worden wäre. Aber ein Polizeioffizier hat die Gruppe schließlich in eine kleine Nebengasse geführtund nur gesagt, „haut einfach ab“. Eine schöne Anekdote… weiter lesen

26.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Wie geht es weiter in Ägypten?

von Karim El-Gawhary

Werden wir in Ägypten das tunesische oder das iranische Szenario erleben? Wird der Diktator bald den Abgang a la Tunesien machen oder wird die Jugendbewegung ähnlich wie im Iran unterdrückt? Ich glaube ersteres, da ich mir sicher bin, dass die Amerikaner und das von ihnen ausgebildete ägyptische Militär schon längst an einer Lösung basteln, während Mubarak in den letzten Tagen ganz still geworden ist. Was soll er denn auch noch sagen? Wenn er eine Rede hält, in der er umfassende Reformen verspricht, ist das wahrscheinlich seine letzte. Hatte doch sein Kollege Ben Ali in Tunesien eine ähnliche letzte Rede gehalten.

Noch muss die Situation ein wenig kochen, damit das Militär einschreitet und seine Lösung präsentiert, und die wird sicherlich nicht den Namen Mubarak beinhalten.  Aber wie gesagt: das sind nur meine bescheidenen Gedanken ……

Hier noch die Früchte meiner heutigen Arbeit:

Ein Gespräch mit dem Schweizer Fernsehen um 13:00weiter lesen

26.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Eine Strassenschlacht tobt nur wenige hundert Meter von meinem Büro entfernt

von Karim El-Gawhary

Seit den Morgenstunden haben die Jugendlichen für den zweiten Tag ihres Protestes über Facebook mobilisiert. Die Polizei hat mit einem massiven Aufgebot versucht, jegliche Versammlung zu unterdrücken und Leute von der Straße wegzuverhaften.

Aber es scheint die Polizei hat auch an diesem zweiten Tag verloren. Wie wenige hundert Meter von mir entfernt auf diesem Video toben im Moment viele Straßenschlachten in Kairo. Die Polizei ist total überfordert und wirft wie in diesem Video, das ich gemacht habe mit Steinen auf Demonstranten

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26.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Der ägyptische Tag des Zorns in Bildern und Videos

von Karim El-Gawhary

Für die ägyptische Protest-Bewegung gegen das Regime des ägyptischen Präsidenten Honsi Mubarak gibt es eine neue Zeitrechnung: die Zeit vor und nach dem 25. Januar 2011. Die Organisatoren der von Tunesien inspirierten Proteste, hätten sich wohl nie träumen lassen, dass ihre Aufrufe im Internet via Facebook, Twitter und Blog ein derartiges Echo finden werden. Überall im Land wurde gestern demonstriert, nicht nur in Kairo, sondern auch in Alexandria, den Nildeltastädten Mansura. Tanta, und der dortigen Textilarbeiterstadt Mahalla Kubra. Aber auch in Ismailia am Suezkanal und selbst in Oberägypten in Assiut zogen die Menschen durch die Straßen und riefen, „Stürzt Mubarak“.

Die Sicherheitskräfte, die sich tagsüber zurückgehalten hatten oder, wie man in meinem gestrigen kurzen ZIB -Nachrichtenbericht sehen kann,  die bei den Versuchen einzuschreiten von den Demonstranten zurückgeschlagen wurden, nutzen schließlich die Gunst der Nacht und die Tatsache, dass viele Demonstranten zu später Stunde nach Hause gegangen waren.

Bei… weiter lesen

25.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Der absolute Wahnsinn in Kairo

von Karim El-Gawhary

Das war zweifelsohne einer der aufregensten Tage meines Lebens. Ich komme gerade vom Tahrir-Platz im Zentrum Kairos. Es ist 22:00 Kairoer-Zeit. Tausende haben sich dort versammelt. Es herrscht eine Volksfeststimmung. Nachbarn bringen Kartons mit Wasser vorbei und Essen und verteilen das an die Demonstranten.  Läden haben geöffnet und stellen ihre Toiletten zur Verfügung. Viele der Jugendlichen sagen, sie wollen heute auf diesem Platz übernachten.

Ich bin dort dem ägyptischen Schriftsteller Alaa Al-Aswani begegnet, dessen Bücher auch ins Deutsche übersetzt wurden und der vor zwei Jahren mit dem Bruno Kreisky Preis ausgezeichnet worden war. Ich habe ihn gefragt, wie er sich heute fühlt. Seine Antwort:

„Das ist ein historischer Tag, ab heute gibt es kein zurück mehr“.

Und auf meine Frage, ob Mubarak auch bald in ein Flugzeug steigt, hat er gelacht und gesagt:

„Ich hoffe, dass das so bald wie möglich geschieht“.

Interessant war das Verhalten der Polizei heute. Als… weiter lesen

24.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Adieu Aufstand in Tunis und Hallo “Tag des Zorns” in Kairo

von Karim El-Gawhary

Noch eine letzte Impression aus Tunesien wenige Stunden vor meiner Abreise. Auch die Feuerwehr demonstriert.

Foto: Karim El-Gawhary

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Hier noch als ganz kurzer Video-Clip von der gleichen Szene

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Im Internet kursiert ein nettes Video von Ben Alis letztem Flug

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Morgen den 25. Januar wurde in Ägypten nach tunesischem Vorbild via Facebook, Twitter und Blogs zum Tag des Zorn gegen das Regime aufgerufen.   Es sollen eine Menge dezentraler Aktionen stattfinden gegen das seit drei Jahrzehnten herrschende Regime Honsi Mubarak.

Karikatur: Carlos Latuff

In dem Aufruf heißt es:

„Nachdem die tunesische Revolution dazu geführt hat, dass die Menschen ihre Hoffnung zurückbekommen haben, ihren eigenen Willen und ihre Rechte durchzusetzen, werden die Ägypter an diesem Tag ihre Meinung gegen die herrschende Macht zum Ausdruck bringen, die seit 30 Jahren eine Politik anführt, die nur der herrschenden

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21.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Tunesien: Anklopfen an der Tür des Diktators, aber die Damen und Herren sind ausgeflogen

von Karim El-Gawhary

An den tunesischen Stränden herrscht derzeit gähnende Leere. Beispielsweise in Hammamet, eine Autostunde von Tunis entfernt.

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Unweit  des Strandes  sticht eine besonders große und vornehme Villa ins Auge. Sie gehörte dem Diktator Ben Ali und seiner Frau Leila Trabelsi. . Hinter den hohen weißen Mauern in kein Laut zu vernehmen. Das Wächterhäuschen an der eisernen Eingangspforte ist verlassen.  Dort kann man mit einem Knopf spielen, die die Schranke zu Einfahr auf und zu machen. Ich habe mal angeklopft. vergeblich.

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Hier finden sich meine beiden gestrigen Fernsehbeiträge aus Hammamet

Ein kurzer in der ZIB

Ein längerer in der ZIB 24

Heute ziehe ich los, um das Thema „tunesische Islamisten“ zu recherchieren. Denn in Europa wird immer wieder die Furcht, laut, dass sie das poltische Vakuum füllen könnten. Aber wer sind sie überhaupt? Sind sie stark ,radikal, moderat? Demnächst  gibt es hier… weiter lesen

20.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Das Zitat des Tages aus Tunis

von Karim El-Gawhary

Mit Muhsen beim Mittagessen

Das Zitat des Tages über das Leben in einem Diktator-freien Tunesien kommt von unserem dortigen Produzenten, dem Journalisten Muhsen Abdel Rahman:

“Ich glaube ich bin in einem Science Fiction Film”

Muhsen hat uns auch geholfen, den gestrigen Beitrag für die ZIB 2 über den korrupten Tarabelsi-Clan zu drehen, der Familie von der Frau des geflohenen Diktators Ben Ali, Leila Tarabelsi. Von den Tunesiern wird dieser Clan schlichtweg “Al-Aila” – “die Familie” genannt, in Anpielung an deren mafiöses Geschäftsgebaren.  Die einstigen First Lady,  einst eine Friseuse (was im offiziellen Tunesien früher nie erwähnt werden durfte) hat ihre  Familie von bescheidenem Hintergrund, nach ihrer Heirat mit dem mächtigsten Mann des Landes,  schnell zur „First Familiy“ und zum reichsten Clan Tunesiens gemacht. Hier ist der Link zur ZIB 2 Geschichte.

Heute fahren wir in den Badeort Hammamat, um eine kleine Reportage… weiter lesen

19.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Journalistischer Alltag in Tunis: Wo sich Proteste und wiederkehrende Normalität die Hand geben

von Karim El-Gawhary
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Gestern habe ich den halben Tag auf der Avenue Bourgiba im Zentrum von Tunis verbracht. Diese Flanierstraße muss man als Journalist eigentlich nur immer auf und ab gehen und warten, was passiert. Genauso machen es viele Tunesier, die scheinbar unschuldig spazieren gehen und herumstehen, und sich dann wenige Minuten später zu kleinen Demonstrationszügen formieren, um gegen die neue Übergansregierung zu demonstrieren, in der nach ihrem Geschmack zu viele Köpfe des alten Regimes sitzen.  Manchmal kommen sie auch schon als Protestzug formiert aus einer der Seitenstraßen.

Das ist der Grund, warum es sich auch die Polizisten inzwischen auf dieser Straße häuslich eingerichtet haben. Auch sie stehen in Kampfmontur an den Straßenecken und warten auf ihre Einsatzbefehle. Meist fängt das Katz- und Mausspiel am späten Vormittag an. Gegen Mittag liegen dann die ersten Tränengasschwaden in der Luft. Ein paar Mal bin ich gestern mit den Demonstranten mitgezogen… weiter lesen