18.02.2011 von Karim El-Gawhary
Es geht Alles so rasend schnell. Soll man heute nach Bahrain blicken, wo die Toten von gestern begraben werden und sich die Begräbnisfeiern wahrscheinlich zu einem neuen Höhepunkt der Demonstrationen gegen den König entwickeln werden. Schon gestern nachdem der Lulu Platz, der Platz der Perle, brutal geräumt worden war, wanderte der Protest einfach in die Krankenhäuser weiter, wie dieses Video zeigt.
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Oder soll man nach Libyen schauen, wo Gaddafi versucht den Aufstand unter Ausschluss der Öffentlichkeit niederzuschlagen, indem er Polizei, bezahlte Schläger und eine SMS aussendet, die die Menschen warnt gegen das Regime auf die Straße zu gehen, weil scharf geschossen wird. Auch hier werden die heutigen Freitagsgebete ein wichtiger Indikator sein, wie es weitergeht.
Ägyptische Blogger versuchen eine Landkarte des Aufstandes in Libyen zu erstellen
Die Antwort der Regime ist überall gleich: sie setzten ihren Sicherheitsapparat als einzige Antwort ein und versuchen die Menschen einzuschüchtern.… weiter lesen
17.02.2011 von Karim El-Gawhary

die ägyptischen Witze über “den Mann hinter Omar Suliman” treiben immer neue Blüten
17.02.2011 von Karim El-Gawhary
Die Szenen erinnern sehr an den Tahrir-Platz in Kairo. Um drei Uhr morgens griff die Polizei den Platz der Perle in Manama, der Hauptstadt von Bahrain an, auf dem sich die Demonstranten gestern mit Zelten eingerichtet hatten. Nach Angaben der Demonstranten soll es mindestens zwei Tote gegeben haben. Hier ein Video, das den Beginn des Angriffs zeigt.

Hajj Ali, einer der Toten
Ein Sprecher des Innenministeriums in Bahrain lies verlauten:
Die Versammlung auf dem Platz der Perle war nicht legal, führte zu Verkehrsproblemen und schadete dem Interesse der Menschen”
Wie in Ägypten scheinen die arabischen Führungen nur eine Antwort auf die Proteste zu kennen und wie in Ägypten wird es ihnen am Ende nichts helfen.
Heute muss man auch die Lage in Libyen genau beobachten. Dort ist ein Tag des Zorn ausgerufen.
16.02.2011 von Karim El-Gawhary

Als Omar Suliman letzten Freitag im ägyptischen Staatsfernsehen endlich den Rücktritt Hosni Mubaraks verkündete, stand ein streng blickender Mann hinter ihm. Seitdem explodieren die Witze über die Identität und die Funktion des Mannes, der offensichtlich sicherstellen sollte, das Suliman diesmal die richtigen und ausgemachten Worte ausspricht.
Es gibt auch schon den ersten Musikvideo zum Mann hinter Omar Suliman
Der Text:
„Alle fragen mich, was ich machen will, wenn ich erwachsen bin. Mein Vater sagt, du solltest Ingenieur werden, meine Mutter hofft, dass ich Künstler werde, mein Onkel schlägt Lehrer oder Verkäufer vor. Aber ich bin kein Feigling. Ich fürchte mich nicht vor Spider- oder Superman. Ich will kein Ingenieur oder Verkäufer sein, ich möchte so werden, wie der Mann hinter Omar Suliman.“
Und jede Menge Twitter-Witze
z.B
“Das ägyptische Staatsfernsehen streitet ab, dass jemand hinter Omar Suliman stand und ruft alle ägyptische Bürger auf, nicht… weiter lesen
11.02.2011 von Karim El-Gawhary
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Es ist 15:30 in Kairo. Das ist die Szene aufgenommen mit meinem Handy vor meinem Büro in Kairo. Zehntausende sind vor das staatliche Fernsehgebäude geströmt, das von der Präsidialgarde bewacht wird. Ich stehe an meinem Fenster und reibe mir die Augen.
Vor ein paar Minuten gab es eine etwas brenzlige Szene. Die Demonstranten haben versucht den Stacheldraht niederzureissen der sie vom Fernsehgebäude und der Präsidialgarde trennt. Es gab ein regelrechtes Tauziehen mit dem Stacheldraht, zwischen den Soldaten und der Armee. Einige der Demonstranten haben die gefährliche Situation erkannt und haben eine Menschenkette vor dem Stacheldraht gebildet.
Die Präsidialgarde hat Kisten mit scharfer Munition an die gepanzerten Fahrzeuge verteilt. Die Hüllen auf den aufgepflanzten Maschinengewehren wurden abgezogen.
Wir haben sicherheitshalber unsere Schreibtische vom Fenster weggestellt und jeder hat einen Platz zugeteilt bekommen , an dem er untertauchen kann.
Im Moment ist es wieder einigermassen ruhig. Im… weiter lesen
11.02.2011 von Karim El-Gawhary
Ich habe heute in meinem Büro übernachtet, das neben dem staatlichen Fernsehen liegt. Dort sind die Menschen gestern unmittelbar nach der Rede Mubaraks zusammengeströmt. Die ganze Nacht standen ein bis zwei Tausend Menschen hier und riefen, „Mubarak hau ab“ und „stürzt das Regime“. Dazwischen riefen sie immer wieder Richtung Fernsehen: „Lügner, Lügner, Lügner“.
Hier meine kurze Einschätzung unmittelbar nach der Rede.
Das ging bis fünf Uhr morgens. Im Moment sind es weniger. Viele sind Richtung Tahrir gezogen um ihre Morgentoilette zu erledigen, denn dort gibt es inzwischen eine richtige revolutionäre Infrastruktur (auf alle Toilettenhäuschen hat übrigens jemand „Sitz der Regierungspartei“ gepinselt).
Aber es sieht so aus, als wollten die Demonstranten vor dem Fernsehgebäude neben dem Tahrir ein zweites Lager aufbauen. Sie haben sich mit Decken vor die Panzer der Leibgarde Mubaraks gelegt, die das strategische Fernsehgebäude bewacht.Hier ein Foto von heute Morgen aus meinem Bürofenster.

Campieren vor… weiter lesen
10.02.2011 von Karim El-Gawhary
Dieser Tage macht eine Anekdote in Kairo die Runde, die von Muhammad Hassanein Heikal, dem Altmeister des arabischen und ägyptischen Journalismus überliefertert ist. Die Berater des Präsidenten wollten Husni Mubarak einen neuen Minister schmackhaft machen und erklärten dem Präsidenten welche hervorragenden akademischen Auszeichnungen der Mann habe und welche Doktortitel ihn besonders für das Ministeramt qualifizieren. Mubarak wollte den Mann aber nicht im Kabinett haben und soll laut Heikal geantwortet haben:
„Mir ist egal, welche akademischen Titel der Mann trägt, ich habe auch promoviert und bin Dr. Stur“.
Das stellt er jetzt wieder unter Beweis.
Ich war heute Vormittag wieder auf dem Tahrir-Platz. Die Stimmung ist immer noch sehr gut. Dort habe ich auch dieses Foto gemacht. Ein Sattel wurde ausgestellt, der an dem Tag erbeutet wurde, an dem die Schläger Mubaraks letzte Woche den Platz mit Pferden und Kamelen attackiert hatten.

Einer der Demonstranten erklärte mir stolz, wie sie… weiter lesen
07.02.2011 von Karim El-Gawhary

Ein Paar, das am Sonntag auf dem Tahrir-Platz geheiratet hat
Liebe Blog –Leser- und Leserinnen
Ich möchte mich inständig dafür entschuldigen, dass hier in den letzten Wochen nichts Neues erschienen ist. Ich hatte schlichtweg keine Zeit, nachdem mein Telefon seit fast zwei Wochen im Zehnminuten-Takt klingelt. Ich musste zunächst meine Medien bedienen und konnte mich nach einem 16-Stunden Arbeitstag entscheiden, ob ich noch ein paar Stunden schlafe oder für diesen Blog schreibe. Ich habe mich aus Überlebensgründen für den Schlaf entschieden.
Die letzten zwei Wochen zählten sicherlich zu den aufregensten meines Lebens. Der Freitag als ich im Tränengasnebel der Polizei stand und mit andern Demonstranten vor den Steinen der Polizei davongelaufen bin, nur um dann zu sehen, wie die Jugendlichen dann einfach auf die Polizeiketten zugestützt sind und sie verjagt haben, scheint Lichtjahre von heute entfernt.
Dann kam die Zeit der Plünderungen, nachdem das Regime die… weiter lesen