Plädoyer zur Abschaffung des Terrorexperten. Selten waren so viele so schnell auf dem Holzweg

( Quelle des Bildes: ©Fischli/Weiss, "Ein Weg durch das Moor" )

Es ist mal wieder passiert, selten waren so viele so schnell auf dem Holzweg. Im ganz normalen Medien-Wahnsinn, der Staub und der Rauch der Anschläge in Oslo hatte sich noch nicht gelegt, da lasen alle einschlägigen Terrorexperten schon wieder in medialer Echtzeit im Kaffeesatz und sprachen von der Spur, die in die islamische Welt führt.

Mein persönlicher Liebling war in diesem Fall der ARD-Terrorexperte Rainald Becker. Er setzt in diesem bereits etwas aufbereiteten Youtube-Video von der gestrigen ARD-Sondersendung nach 2:34 Min ein. Eine wahre Wonne aus heutiger Sicht.

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Tja, was soll der arme Mann so früh auch sagen, wo die Polizei doch noch nichts gesagt hat, mit was man wirklich spekulieren kann. Außer natürlich, das mit dem verhafteten Norweger, aber das macht Herrn Becker keine Sekunde lang stutzig.

Und hier noch der Terrorexperte von N24, der einfach so einige Minuten frei von der Leber  vor sich palavert. Das ist echte Realsatire

http://www.youtube.com/watch?v=sRLDISqSR78

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„Vielen Dank für den Augenblick. Das war Berndt Georg Thamm – Terrorismusexperte“

Nächsten September haben wir den zehnten Jahrestag der Anschläge des 11. Septembers. Mein Vorschlag: An diesem Tage schaffen alle Medien feierlich den Berufstand des Terrorexperten ab. Stattdessen lassen sie ihre Polizeireporter, vielleicht auch den Verbindungsjournalisten zum Geheimdienst berichten, ob es irgendetwas Substantielles gibt, das zum Täter oder der Gruppe führt, die verantwortlich ist. Wenn es dann eine echte Spur in meine Region gibt, dann greift man zum Telefon und ruft den Nahost-Korrespondenten an.  Und wenn es erst einmal nichts zu berichten gilt: dann Mut zur Lücke, das stände dem Qualitätsjournalismus besser an. Manchmal gewinnt man mit dem einfachen Satz, „wir wissen es noch nicht“, mehr an  Glaubwürdigkeit.

Das gilt übrigens auch für meine speziellen Freunde bei Spiegel Online, die gestern wieder ihre üblichen Schnellschüsse aus der Hüfte abgegeben haben und den Trend für die Berichterstattung setzten.

Ich zitiere aus dem gestrigen Beitrag:

Sollte es sich tatsächlich um einen Terroranschlag handeln, dürfte der Verdacht auf al-Qaida oder von dem Terrornetzwerk inspirierte Täter fallen. Die norwegischen Sicherheitsbehörden sind sich seit Jahren bewusst, dass das Land zum Ziel von Terroristen werden könnte; erst vor wenigen Wochen wurde die Einschätzung erneuert, dass Anschläge im Land möglich seien.

Brynjar Lia, einer der führenden norwegischen Terrorismusexperten, sagte SPIEGEL ONLINE: „Dass die Explosion offenbar im Regierungsviertel stattfand, ist ein starker Hinweis darauf, dass es sich um einen Terroranschlag handeln könnte.“

Ein Grund für diese Einschätzung ist das Engagement des norwegischen Militärs in Afghanistan. Hinzu kommt aber ein zweiter: Al-Qaida macht in seiner Propaganda keinen großen Unterschied zwischen den einzelnen skandinavischen Staaten – seit der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Tageszeitung vor über fünf Jahren will al-Qaida in einem dieser Staaten einen Racheanschlag durchführen“.

Nett, was die sich so alles am Schreibtisch ausdenken. Und natürlich – auch hier darf der Terrorexperte nicht fehlen.

Ach ja, die Islamistischen Internet-Foren sollen über den Anschlag gejubelt haben, schreibt Spiegel Online. Aber das ist wohl auch eine dubiose Quelle für die These der nahöstlichen Spur. Die jubeln auch, wenn in den USA Tornados wüten.

Terrorexperten sind übrigens leider keine deutschsprachige Krankheit: Auf Englisch nennen sie sich Security Analyst. Hier ein nettes Beispiel auf dem Sender Jazeera International, der sich normalerweise nicht in diese Tiefen begibt.

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Manchmal wäre es auch gut, aus den Fehlern der Vergangenheit  zu lernen. Da ich schon seit zwei Jahrzehnten als Korrespondent im Nahen Osten arbeite, erinnere ich  mich noch gut an den Anschlag in Oklahoma am 19. April 1995, als ein rechtsextremistischer Amerikaner ein Gebäude der US-Bundesbehörde in die Luft gejagt hatte.

Auch damals lautet sie schnelle simple Schlussfolgerung: Autobombe = Beirut = Nahöstlicher Täter. Und auch ich wurde damals von Redaktionen angerufen, um diesen Hintergrund zu beleuchten.

Die US-Medien hatten damals massenhaft die Schlussfolgerung gezogen, dass islamistischen Extremisten dafür verantwortlich seien. Jim Naureckas in zählt sie seinem Artikel: Der Dschihad, der keiner war“, wunderbar für die US-Medien Watch-Gruppe FAIR auf. Hier ein paar von mir übersetzte Auszüge daraus.

„Wir wetten, es waren Terroristen aus dem Nahen Osten“, hatte Jim Stewart des US-Fernsehsenders CBS wenige Stunden nach dem Attentat am 19.April 1995 erklärt. „Tatsache ist, dass die Ermittlungen tödliche Parallelen zu Wurzeln im Nahen Osten zogen“, verkündete dessen Kollege John McWethy bei ABC am gleichen Tag.

Es trägt eindeutig die Handschrift eines islamistischen Autobombers (Chicago Tribune, 4/21/95).

Was immer wir versucht haben nahöstlichen Terrorismus zu zerstören, es hat nicht funktioniert., schreibt die New York Times. Die beiden letzten Beiträge in der NYT und CT, wurden geschrieben, nachdem die Polizei ein erstes Phantombild veröffentlicht hatte, in dem der Verdächtige eher einem Mann aus einer schlagenden Verbindung aus Amerikas Mittlerem Westen als einem Mudschahediyn ähnelte.

(In diesem Sinne folgte  ARD Terror-Becker einer alten Tradition, erste echte Hinweise erst einmal zu ignorieren, weil sie nicht ins Bild passen. Anmerkung El-Gawhary).

In einem Editorial der New York Post hieß es:

Wir wissen, dass eine Autobombe auf Terroristen aus dem Nahen Osten hinweist und man kann sicher davon ausgehen, dass es deren Ziel war, Angst zu schüren … und damit das amerikanische Leben durcheinanderzubringen. (…) Wir werden noch herausfinden, welche Terrororganisation am Ende dafür verantwortlich ist: die Hamas, Hisbollah oder der Islamische Dschihad – und ob die Täter spezifische Forderungen haben?“

Und selbstverständlich wurden aus all dem gleich Handlungsanweisungen gestrickt, wie z.B., dass die Einwanderung eingeschränkt werden müsse, etwas das ironischerweise genau das Gedankengut des wirklichen Täter aus der rechten US-Milizen Szene widerspiegelte.

Höhepunkte der Handlungsanweisungen:

Jeff Kamen, der sich in der New York Newsday über die große Gemeinschaft militant islamistischer Fundamentalisten in Oklahoma City beschwerte und forderte, dass Spezialtruppen gegen diese Terroristen eingesetzt werden müssten, mit der krönenden Forderung: „Erschießt sie jetzt, bevor sie und etwas antun können“.

Mike Royko schrieb in der Chicago Tribune:

“Ich hätte nichts dagegen, wenn wir uns jetzt ein Land aussuchen würden, dass am meisten unter dem Verdacht steht und dann dessen Ölfelder, Raffinerien, Brücken, ‚Autobahnen und Fabriken bombardieren. Und wenn es das falsche ist, dann sei´s drum, es hat es wahrscheinlich trotzdem verdient“.

Soweit die Auszüge aus „Der Dschihad der keiner war“.

Der Schreibtischtäter der Chicago Tribune  hatte das am 19.April 1995 geschrieben. Damals hatte der Gute nicht die leiseste Ahnung, das fast ein Jahrzehnt später Goerge W. Bush in Folge der Anschläge des 11. September genau das tun sollte: das falsche Land zu bombardieren, dass es seiner Meinung nach auf jeden Fall verdient hat.

Aber wer spricht heute noch vom Irak?

Auf meiner Facebook-Seite läuft übrigens  eine Abstimmung über die Abschaffung des Terrorexperten.

Die Frage lautet:  Würde die Abschaffun​g des Berufstand​es des Terrorexpe​rten einen Erkenntnis​verlust für die Öffentlich​keit bedeuten?

1. Ja, weil mir die Experten helfen, die Lage einzuschätzen

2. Nein, weil sie mir nur Angst machen und im Kaffeesatz leseen

Hier ist der Link zur Abstimmung

Übrigens hat es dieser Blog-Eintrag schon bis in den Tagesspiegel geschafft. Hier ist der Link.

Kommentare (35)

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  1. Über Terrorismusexperten gibt’s doch dieses schöne Lied von Nils Heinrich:
    https://www.youtube.com/watch?v=nXhcGWPInjg

  2. Pingback: 10 Jahre nach 9/11: Kollektives Gruseln bei multimedial aufbereiteten Todesschreien - literaturcafe.de

  3. Pingback: Oslo und das System des schnellen Bauchgefühls - zurPolitik.com - zurPolitik.com

  4. Pingback: Die Debatte nach „Norwegen“: Auf dem rechten Auge blind « The Dead Cat Bounce

  5. Der Artikel ist ein typischer El-Gawhary. Letztendlich genauso tendentiell wie die (zurecht) angeprangerten Beispiele, also auch nicht besser.

  6. Ach, der tolle Herr Rainald Becker mal wieder. Den kennen wir ja schon von seinem legendären Tagesthemen-Kommentar, wo er den Überwachungsstaat glorifiziert:
    http://www.youtube.com/watch?v=gor16H4PUqQ

    Man muss sich mal bewusst werden, dass der Typ nicht nur irgendein dahergelaufener Irrer ist, sondern stellvertretender Chefredakteur im ARD-Hauptstadtstudio und Ko-Moderator von „Bericht aus Bonn“! Wann der zum „Terrorexperten“ promoviert hat wüsste ich dann doch echt gerne…

    Danke für die Erwähnung von Oklahoma, Herr El-Gawhary, seit Freitag denke ich an nichts anderes und musste bis zu ihrem Artikel warten, bis das endlich mal jemand anspricht!…

  7. Das Bild ist falsch. Holzwege sind nicht Wege _aus_ Holz, sondern Wege _für_ Holz: um es nämlich aus dem Wald abzufahren – und zwar die ersten paar Hundert Meter. Es sind Sackgassen, Wege, die sich im Unterholz verlieren und keine Verbindung zu anderen Wegen darstellen.

  8. Ich frage mich, was aus „geisteskrank“ geworden ist – wahrscheinlich zu trivial für die heutige „Elite“. Kann doch gar nicht sein, dass ein Mann das alles alleine schafft, da muss ein islamistisches Netzwerk dahinter stecken. Und wenn mehr als einer durch Waffengewalt umkommt, war das auch noch ein Killerspielzocker! Wie praktisch, da kann man noch die alten CS-Videos (anno 1999) heranziehen, die wir schon zu Winnenden und die Jahre davor rund um die Uhr gesehen haben.
    So, ich will gar nicht anfangen……………………………………

  9. was mich neben den Terrorexperten am Wochenende am meisten aufgeregt hat ist die offensichtliche Unfähigkeit/die Ignoranz des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, bei solchen „breaking news“ eine vernünftige Berichterstattung hinzulegen. Während die BBC natürlich mit Sondersendungen berichtet, muss man hierzulande auf N24 schalten und sich dort vorgelesene Agenturmeldungen anhören. Warum schaffen es ARD und ZDF nicht, einen Infokanal für solche Fälle zu schaffen? Selbst auf den Spartenkanälen (ZDF Infokanal etc.) und Phoenix war nach 20 Uhr am Freitag nichts zu sehen

  10. Lasst sie sabbeln! Von Privatsendern und Zeitungen erwarte ich gar nichts anderes. Schlimm finde ich das 24h-Geblubber im ZDF zu dem Thema, sämtliche Infos ohne auch nur einen Jota Erkenntnisgewinn, dafür aber ein Foto des Täters, eine Analyse seines Facebook-Profils und die Erkenntnis, dass das ZDF nicht in der Lage ist ein Online-Rollenspiel von einem Ego-Shooter zu unterscheiden. Dafür hat es aber einen Terrorexperten, der Offenbar gar keine Ahnung vom Terrorismus hat! Es fehlt uns wahrscheinlich immer noch an genug Angst. Oder ist dafür nun auch das Sommerloch verantwortlich?

  11. Hallo, besonders beeindruckend erscheint mir die Tatsache,dass kein Rechtsextremismusexperte Stellung nimmt /nehmen darf, dass niemand den Zusammenhang zwischen Sarrazin,Broder,Le Pen oder ähnlichem Gesocks thematisiert

  12. Gefällt mir. Interessant auch, dass sich Islamisten und Islamhasser so weit annähern, dass Erstere den Anschlag eines europ. Antiislamisten bejubeln. Es wird Zeit, dass wir den Blick auf Terror erweitern und uns nicht damit zufriedengeben, dass das jetzt mal ausnahmsweise kein islamistischer Anschlag war.

  13. Errinnert mich ein wenig an die Anschläge in Madrid, damals war sich die Aznar-Regierung ganz sicher dass nur die Basken dahinter stecken könnten. Tatsächlich waren es Leute aus Marokko…

  14. Nana, nicht alle über einen Kamm scheren 😉 Der „Terrorexperte“ bei Phoenix gab nun kein sooo schlechtes Bild ab. Äußerte er doch recht schnell seine Zweifel an einem islamistischen Anschlag und vermutete – noch bevor die Herkunft des Täters bekannt war – einen innenpolitischen Grund.

  15. Bei der Gelegenheit viele Grüße an die taz und die Herren Münkler und Wandler sowie Frau Holdinghausen, die in der Ausgabe vom 12.3.2004 ziemlich zweifelsfrei die ETA für den Anschlag von Madrid verantwortlich machten.

  16. Sehr schön wie Sie die Schnellschüsse der sogenannten Experten entblößen. Ist teilweise schon unfreiwillig komisch. Unlustig ist allerdings die Rolle des deutschen Publizisten Henryk Broder als einer der Vordenker für den wahnsinnigen Breivik: http://bit.ly/q0UswG

  17. Satiere, ja?
    Es ist schon fast zum verzweifeln was die heutigen sogenannten entwickelten Länder für gestörte und kranke Gemüter hervorbringt.
    Aber, ist es denn verwunderlich bei diesen Medien in Europa, mit ihren Hetzen und Lügen?
    Besonders hervorgetreten ist wohl die Fuldaer Presse – siehe hier http://www.stefan-niggemeier.de/blog/feiges-journalistenpack/
    Solche Hetzer gehören vor Gericht und mir stellt sich die Frage, Sind solche Manfreds nicht die wahren Terroristen in Europa?

  18. Armer Ulrich van Heesen. Diese journalistische Realität kann er nicht mehr toppen. Das ist das Ende der Satire.

  19. fefe teilt mit:
    „von 249 Terroranschlägen in der EU im Jahr 2010 wurden lediglich drei von Islamisten begangen.“

  20. Sehr wahr. Es ist unerträglich, wie in allen Medien diese erschütternden Taten/Ereignisse breitgetreten werden. Ich will mit den Angehörigen, den Überlebenden mittrauen und mitfühlen. Aber ich muss nicht zig-fache Wiederholungen mit Ausschmückungen wieder und wieder sehen, um zu begreifen, dass das entsetzlich war.

  21. schön, wenn die „experten“ so ungefiltert und nachhaltig wirken…
    das spricht doch ausreichend für sich.

    in gedanken bei den opfern und deren angehörigen!

  22. Wird Zeit dass wir aufwachen und den eigenen Verstand wieder benutzen. Für jeden Sch… braucht es inzwischen Gutachten und die Meinung von selbst ernannten Experten. Die ganze deutsche Presselandschaft sollte sich mal von einem WieMacheIchGutenJournalismus-Experten beraten lassen.

  23. N-tv gestern, war wohl mit seinen ständigen unglaublich falschliegenden Analysen die Spitze ! Aber wenn man reden soll, aber „nix genaues weiß man nicht,“ da darf man doch wohl ein bisserl fantasieren.. es ist beschämend !

  24. Herr El-Gawhry, Sie haben mir aus der seele gesprochen.Vielen Dank. Übrigens der Terrorexperte der ZDF ist auch nicht besser.

  25. Ja nun werden alle Medien wieder viel zu veröffentlichen haben, die Bürger/innen werden sich empören über „den Terrorismus“. Sicher werden sie bald aus dem jetzt-noch-vermeintlich-RechtsextremistenImmer einen Islamisten machen. Wenn es im Westen passiert ist unser Interesse und Mitgefühl gro´ß – aber richten „unsere“ Nato-Bomber nicht nahezu tagtäglich das gleiche Leid in anderen Ländern (Afghansitan, Irak, Lybien u.a.m.) an? Aber wen von uns berühren schon die Tötungen, die Verletzungen und die Verstümmelungen und die seelischen Wunden von den Menschen dieser Länder? Frieden schaffen ohne Waffen – nie waren wir weiter weg von dieser Vision – Mehrheiten bei Meinungsumfragen führen nicht zu entsprechendem Wahlverhalten (sonst müssten die Linken mehr Prozente haben).

  26. sehr guter bericht! spricht mir aus der seele. dieses überzogene yellow press ähnliche und veramerikanisierte erscheinungsbild unserer news und nachrichten sender ist so peinlich und fremdbeschämend, das ich wegschalten muß!

    btw: neueste richtigstellung und experten meinung / o-ton:
    „der terror hat viele gesichter!“

    was muß ich studiert haben, um so eine qualifizierte aussage zu treffen…….

    best regards
    m.winter

  27. Das interessante/relevante finde ich im ersten (mit grauenhaftem Titel und Inserts BTW) Video die „Einleitung“ der Fragen an „Herrn Becker“ von Caren Miosga mit den Worten:

    „Die Behörden vermuten einen islamistischen Anschlag“.

    Kann man (die Tagesschau, wer auch immer), verifizieren, WELCHE (norwegischen?) Behörden ganz konkret (und wie) einen islamistischen Anschlag vermutet haben?

  28. Nicht zu vergessen, der „Allrounder“ Theveßen vom ZDF, der am Freitag Abend wieder einmal eine katastrophale Figur abgab. Und nicht das erste Mal. Der Herr versucht es immer wieder und immer wieder gehts daneben!
    Da hilft auch sein bekümmertes Dreinblicken nichts!

  29. Sie haben so recht. Es ist unerträglich, welchen Dummschwaetzern, die nur ihre Vorurteile unabhängig von den Fakten zu jeder Frage arideren , eine Plattform gegeben wird. Ich habe schon vor einiger Zeit einen Blogeintrag dazu geschrieben, der auch heute wieder passt: http://karinkoller.wordpress.com/2011/04/30/dinge-die-wir-hassen-tv-„experten“/

  30. Der Herr Becker hat mich schon immer aufgeregt. Der schwafelte ja auch schon von der unbedingten Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung, weil wir ja sonst den Terroristen hilflos ausgesetzt seinen, … so oder so ähnlich, zumindest in dem Sinne drückte er sich aus. Da war er bei mir schon unten durch! Aber ist ja auch kein Wunder, ist ja vom SWR!

    Interessant fand ich gestern vor allem dies: Ich schaute kurz vor 20h bei Phoenix vorbei und da hieß es, dass der Anschlag vermutlich keinen islamistischen Hintergrund hat. Kurz darauf die Tagesschau und ein Kommentar oder eine Einschätzung (man weiß es nicht so richtig, klar war es einem nicht) von Becker und natürlich war es für ihn islamistischer Terror. Vielleicht war die Einschätzung bei Phoenix zu diesem Zeitpunkt auch nicht richtig, aber dann wäre die richtige Aussage gewesen: „Über Hintergründe ist nichts bekannt!“

    Weiterhin interessant: Nach den oben gezeigten Sonder-Tagesthemen wurde in den regulären Tagesthemen Hr. „Terrorexperte der ARD“ Becker wieder befragt. Es stand fest, es ist ein Norweger, einer ohne Migrationshintergrund. Doch änderte das irgendetwas an Herrn Beckers Aussagen? Nein! Er brachte es fertig, die Tatsachen zu erwähnen und dann trotzdem die Kurve zum Islamismus zu bekommen. Könnte ja sein, dass er ein Konvertit ist! (Scheinbar ist er das ganze Gegenteil, ein christlicher Fundamentalist!)

    Was ich aber fast noch am erstaunlichsten fand: Ich sah gestern eine Pressekonferenz der Norwegischen Polizei. Die Anschläge waren noch nicht sehr lange her, aber die Schüsse auf der Insel waren schon bekannt. Aber die Polizei war ruhig, absolut panik- und paranoiafrei und vor allem enthielten sie sich konsequent irgendwelchen Spekulationen. Sie wussten nichts über die Hintergründe und spekulierten auch nicht darüber. Klären einfach die Bevölkerung über die Lage auf und wie sie sich verhalten sollten! Sehr angenehm zu sehen.

    Mir graust es schon, wenn in Deutschland mal was passieren würde! Terrorexperten, Innenminister und Polizei würden sich gegenseitig überbieten und anstacheln!

    Also in diesem Sinne: Unbedingt Terrorexperten abschaffen!

  31. Ach, der Rainald Becker schon wieder mit seinem unverrückbaren Weltbild! Wundert mich, dass der überhaupt noch so häufig in der Tagesschau zu sehen ist – und dann auch noch als vermeintlicher Experte. Ja, die Medien allgemein und Herr Becker im speziellen sollten sich manchmal besser zurückhalten.

  32. Dieser Artikel ist einfach nur peinlich. Und das Video: eine Zumutung mit Freimaurer-Symbolik. Sie sind das beste Beispiel dafür, dass eine Kritik der Islamfeindlichkeit quasi nur von Wahnsinnigen geäußert wird.

  33. wieso steht so ein kommentar wie der ihrige, herr gawhary nicht in einer zeitung? ich glaube der fehler liegt bei der presse, nicht bei den terroexperten, da „terrorexperte“ meiner meinung nach ein von medien geschaffener beruf ist und die eh nur noch eingeschränkt vorhandenen korrespondenten ersetzen soll. sollte ihr kommentar irgendwo publiziert werden, sagen sie bescheid. getreu dem taz-button: dafür zahl ich gerne!

  34. @workforcetrust: Wenn das ein witz sein soll, ist er sehr schlecht. Wir vertrauen der Polizei, die sicher in der lage ist, diesen wahnsinn und seine hintergründe aufzuklären. wir sind ein zivilsiertes land.

  35. Die aktuelleTäterbeschreibung (blond, blauäugig, gläubig) soll doch nur auf eine falsche Spur führen. Das Motiv der Tat bleibt bislang offen offen. Waren es die Freimaurer oder der CIA und brauchen wir eine NWO (New World Order) ?