Stell dir vor, du bist ein syrischer Pianist und komponierst ein Lied über die Freiheit

So ein Lied zu schreiben, kann für einen syrischen Komponisten und Pianisten verheerende Folgen haben:

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Das Lied von Malek Jandali mit dem Refrain “Ich bin die Heimat, die Heimat bin ich. Das Feuer in meinem Herzen brennt für dich. Meine Heimat, wann werde ich den Tag sehen, an dem du frei bist?”, war dem syrischen Regime offensichtlich ein Dorn im Auge.

Malek Jandali, der in Deutschland geboren ist und in den USA lebt, war ausserhalb der Reichweite des  Regimes. Seine Eltern Dr. Mamoun Jandali, 73, and Linah Droubi 66 lebten dagegen noch in der syrischen Stadt Homs. Sie wurden im Juli von syrischen Sicherheitskräften angegriffen und verprügelt.

Mamoun Jandali kam gerade vom Einkaufen zurück, als ein Auto vor der Tür der Eltern hielt. Ein Mann stieg aus, und erklärte, er hätte einen Verletzten und bräuchte einen Arzt. Als der Chirurg in Rente zustimme, rief der Mann per Handy den vermeintlichen Patienten an. Stattdessen erschienen zwei weitere Männer. Zu dritt überwältigten sie den alten Mann, klebten seinen Mund mit Klebeband zu und brachten in oben ins Haus, wo seine Frau Linah schlief. Die Männer verprügelten die beiden alten Menschen und ließen sie verletzt zurück.

Inzwischen sind beide sicher in den USA. Nach der Veröffentlichung dieser Bilder wurde übrigens die Wohnung der beiden Eltern erneut verwüstet. Die Mutter ist noch bei einem Bruder in Behandlung.

Das ist der syrische Pianist Malek Jandali heute mit seinem Vater, beide in Atlanta, in den USA.

Der Kommentar des Vaters:

“Gott sei Dank haben sie uns nicht umgebracht. Sie haben gesagt, dass ist eine Lektion, um euch zu zeigen, wie man seinen Sohn erziehen sollte”.

Hier nun noch einmal das ursprüngliche harmlose Musikvideo mit der einfachen Frage: “Wann kommt der Tag an dem meine Heimat frei ist?”

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Nicht nur CNN, auch der arabische Satellitensender Al-Arabiya hat sich der Geschichte angenommen.

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Ich ziehe jeden Tag den Hut vor den mutigen Syrern.

Kommentare (3)

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  1. assad wird sicher getötet wie gaddafi, oder er wird dann sein ganzes leben im gefängnis in den haag verbringen..diese hunde shabiha die sind alle krank im kopf..free syria down with this dictator assad!

  2. Ich freue mich schon darauf, wenn Assad in Den Haag sitzt, und wie Saddam Hussein seine letzten freien Sekunden zählt. Der Kerker ist ihm gewiss.

  3. Danke Karim, für den Artikel und für Deine Solidarität. Leider genießen wir Syrer nicht die volle Solidarität der Weltgemeinschaft, wie es bei dem ägyptischen Volk der Fall war. Wir sind auf solche Artikel angewiesen, um die Weltöffentlichkeit darüber aufzuklären, was in unserem Land für Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen tag täglich an der Tagesordnung sind. Damit die Menschen außerhalb Syriens auch verstehen lernen, warum die Syrer zum Teil noch Angst haben, ihre Meinung kund zu tun und sich der Forderung nach Demokratie und Freiheit anzuschließen, denn sie unterschreiben damit eventuell ihr Todesurteil. Und wie man gerade am Fall der Jandalis sieht, reicht der verbrecherische Arm des syrischen Regimes weit über die syrischen Grenzen hinaus. Während ein Großteil der Syrer in Syrien die Angst verloren hat, trauen sich immer noch viele Exilsyrer nicht, im Ausland für die Forderungen ihrer Landsleute aktiv einzutreten aus Angst um ihre Angehörigen in Syrien.
    Alia El Atassi
    Deutschland/ Exilsyrerin aus Homs