24.02.2012 von Karim El-Gawhary
Channel 4 News hat ein kurzes aber sehr bemerkenswertes Portrait des täglichen Lebens in der umkämpften syrischen Stadt Homs gezeichnet. Es zeigt die Kämpfe, der ganz offensichtlich nicht militärisch geschulten, aber zu allem entschlossenen Aufständischen auf der einen, und den unsichtbaren Scharfschützen auf der anderen Seite. Es zeigt das tägliche Sterben, die wenige Zeit für wütende Trauer, die unglaublichen Zustände in den Feldlazaretten und das Anstehen nach Brot. Es zeigt auch die beängstigende Aufteilung der Stadt in verschiedene Religionsgruppen, die an irakische Verhältnisse erinnert. Aber vor allem zeigt es, warum das Regime Baschar Assad die Aufständischen nie wieder unter seine Knute bekommen wird.
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Die Bilder stammen von einem französischen Fotografen, mit dem Tarnnamen Mani. Statt den wackeligen, verschwommen Handyaufnahmen, die die Aufständischen mutig filmen und hochladen, ermöglicht Mani uns einen scharfen Blick nach Homs.
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22.02.2012 von Karim El-Gawhary
Es ist schwer bis unmöglich sich ein Bild zu machen, was in Syrien derzeit los ist. Ausländische Journalisten können sich nicht frei im Land bewegen. Die Berichterstattung hängt zum großen Teil davon ab, was die Aufständischen selbst filmen und nach Draußen schmuggeln.
Es gibt viele kaum bekannte Helden dieser gefährlichen Dokumentationsarbeit. Einer von ihnen war Rami al-Sayed, der sein Leben dafür riskiert hat, auf seinem Youtube-Kanal Syriapioneer der Welt zu zeigen, was in Syrien und in seiner Heimatstadt Homs passiert. Seine Videos wurden immer wieder von großen Fernsehsendern wie BBC oder Al-Jazeeera ausgestrahlt
Am Dienstag kam er bei einem Granatbeschuss der syrischen Armee selbst ums Leben. Er hat dieses Ende vorausgesehen. In diesem Video spricht er während der ersten Angriffe auf Homs und erklärt, dass er jederzeit erwartet selbst zu sterben.
Hier eines seiner mutigen Videos in dem er die Angriffe dokumentiert hat.… weiter lesen
08.02.2012 von Karim El-Gawhary

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Es ist ein kurioser Wettbewerb, von dem wir in den nächsten Monaten noch einiges, mitunter auch recht Unterhaltsames hören werden. Wer sind die islamischeren Politiker im ägyptischen Parlament und wer ist frömmer: die Muslimbrüder (47 Prozent der Sitze) oder die Salafisten (24 Prozent)?
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Diese Woche bekamen wir einen ersten Vorgeschmack bei einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Parlamentspräsidenten, dem Muslimbruder Saad al-Katatny und dem schillernden salafistischen Abgeordneten Mamdouh Ismail.
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Ismail, der gerne seine Frömmigkeit nicht nur durch seinen Bart zur Schau stellt, stand mitten in der Debatte über die Straßenschlachten rund um das Innenministerium auf und lies, zum Erststaunen der anderen Abgeordneten, seinen persönlichen Gebetsruf im Saal erklingen. Schließlich war es Zeit für eines der fünf Gebete am Tag.
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Katatny, der ohnehin schon die ganzen letzten Tage seine liebe Mühe hatte, im Parlament mit 80 Prozent Erst-Parlamentarier eine geordnete Diskussion zu gewährleisten, flippte aus,… weiter lesen
07.02.2012 von Karim El-Gawhary
Vor zwei Tagen hatte ich hier Fotos der Aktivistin Salama Said im Krankenhaus mit ihrem Gesicht und Bein voller Schrot durch den Einsatz von Schrotgewehren seitens der Polizei gepostet. Gedacht war das als Gegenbeweis für die Behauptung des ägyptischen Innenministers, dass die Polizei keine Schrotgewehre bei den Straßenschlachten vor dem Innenministerium benutzt.
Einigen Lesern war das Foto Salmas nicht Beweis genug.
Well ….
hier ist nun ein neues Video, das den massiven Einsatz von Schrotgewehren seitens der Polizei zeigt. Zu sehen der Einsatz ganz am Anfang und dann in einer längeren Frequenz in der Mitte des Videos.
Salma wurde übrigens angeschossen, genau als sie eine solche Szene mit ihrer Kamera dokumentieren wollte.


Zum Fall des Schrottgewehr-Einsatzes gab es auch eine wilde Debatte im Parlament. Interessant ist dabei, dass sich ein guter Teil der Muslimbrüder und Salafisten hinter das Innenministerium… weiter lesen
06.02.2012 von Karim El-Gawhary
Der ägyptische Innenminister hat öffentlich erklärt, dass die Sicherheitskräfte bei den letzten Zusammenstößen vor dem Innenministerium keine Schrotgewehre einsetzen. Es sei nur Tränengas im Einsatz, erklärte General Muhammad Ibrahim. In einem Interview, sagte Ibrahim, er fordere jeden heraus, der behauptet, dass die Sicherheitskräfte Schrotgewehre benutzen. Er fügte hinzu, dass die Staatsanwaltschaft dies beaufsichtige.
Well ……
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Die ägyptischen Tahrir-Aktivisten haben die Herausforderung angenommen. Das sind Fotos der bekannten Aktivistin Salma Said, eine der Gründerinnen der Gruppe “Nein zu Militärgerichtsprozessen”. Sie wurde gestern in der Nacht zum Montag vor dem Innenministerium mit Schrot beschossen und liegt im Krankenhaus.
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03.02.2012 von Karim El-Gawhary
Das war die Antwort des ägyptischen Militärs Ende letzten Jahres auf die Proteste vor dem Kairoer Innenministerium. Die Zentrale der Sicherheitsapparate sollte geschützt und weitere Straßenschlachten in der Muhammad Mahmoud Str., die vom Tahrir-Platz zum Ministerium führt, sollten so verhindert werden. Statt eine politischen Antwort auf die Proteste zu geben, oder wenigstens das Innenministerium zu reformieren und von alten Kräften zu säubern, ließ der Militärrat einfach mitten in der Stadt diese Mauer errichten. Nach dem Motto: Mauern statt Reform und Wandel.

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Und das war jetzt die Antwort der Demonstranten und Fußballfans. Hatte das Militär das Ganze mit Kränen aufgebaut, haben die Demonstranten mit reiner Muskelkraft das Mauerwerk letzte Nacht wieder zum Einsturz gebracht. Gibt es ein schöneres Symbol, dass auch Mauern den Wandel und Bruch mit den alten Zeiten nicht aufhalten können?

Foto: @salmasaid
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03.02.2012 von Karim El-Gawhary
vor dem Innenministerium.
Auf diesem Link befindet sich mein letzter Fernsehbericht dazu,
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Absolut faszinierend ist dieses Video von gestern Abend. Ein LKW der Polizei, der neue Rekruten zum belagerten Innenministerium bringen soll, wird selbst von Demonstranten und Fußballfans umlagert. Der Fahrer und der das Fahrzeug kommandierende Offizier fliehen und überlassen die jungen Polzisten im Laderaum ihrem Schicksal. Einige der Demonstranten beschützen daraufhin das Fahrzeug vor wütenden Demonstranten und sorgen dafür, dass die jungen Polizisten in Krankenwagen abtransportiert werden.
Wenige hundert Meter davon entfernt tobt der Straßenkampf mit inzwischen über 400 Verletzten. Wäre die Demonstranten nur ihrem berechtigten Ärger gefolgt, wäre diese Geschichte für die jungen Polizisten im LKW nicht so glimpflich ausgegangen.