Archive for Mai, 2012

28.05.2012 von Karim El-Gawhary
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Ahmads 16stündiger Kairoer Arbeitstag als Journalist, Taxifahrer und Revolutionär

von Karim El-Gawhary

Foto: El-Gawhary

 

 

Ich war mit meiner Live-Schaltung nach Wien über die offizielle Verkündung des Ergebnisses der ersten Runde fertig, als ich vor dem Kairoer Studio ein Taxi anhielt.

 

Drinnen saß Ahmad, ein eher stiller und zurückhaltender junger Fahrer. Irgendwann kam das Gespräch auf meine Arbeit. Als ich ihm sagte, was ich in Kairo mache, strahlte er und zückte seinen ägyptischen Journalistenausweis.  Auch er sei Journalist, erzählte er stolz. Er arbeitet bei einer der neuen Zeitungen namens „Stimme der Revolution“.

 

Auf die Frage, warum er dann hier nachts Taxi fahre, lächelte er verlegen. Bei der Zeitung, erzählte er, verdiene er gerade einmal umgerechnet 80 Euro im Monat. Auf meinen Einwand, dass das nicht gerade ein revolutionäres Gehalt sei, meinte er nur: Die Zeitung und ich müssen noch wachsen“.

 

Damit er über die Runden kommt, quält er sich fast jeden Tag mit dem… weiter lesen

18.05.2012 von Karim El-Gawhary
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Fernsehnachrichten als Seniorenveranstaltung. Lässt sich das ändern? Diskutiert mit!

von Karim El-Gawhary

 

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Die Zahl haut mich jedes Mal wieder um. Das Durchschnittsalter der Zuschauer der österreichischen Hauptnachrichten ZIB 1 beträgt über 60 Jahre. Das ist allerdings kein österreichisches Problem.

ZDF  „heute“ arbeitet an dem gleichen Problem und die ARD „tagesschau“ haben ebenfalls einen hohen Altersschnitt. Auch in der Schweiz wird das Problem der “Tageschau als Seniorenclub” diskutiert.

Ich empfinde das als eine große Katastrophe, dass jüngere Menschen offensichtlich kaum Nachrichten im Fernsehen anschauen. Die einfachste Antwort darauf, die ich immer wieder zu hören bekomme ist, dass sich junge Menschen nicht für Politik interessieren. Meine Erfahrung ist, dass das so nicht stimmt.

 

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Wenn ich mir bespielsweise die Statistik meines Facebook-Accounts mit etwas mehr als 13.700 Fans ansehe:  Dort geht es nicht nur um Politik, sondern auch noch um Auslandsberichterstattung, die nach Meinung viele Chefredakteure ein Muss, aber doch eher nebensächlich ist.

 

Ich… weiter lesen

15.05.2012 von Karim El-Gawhary
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Von den Schwierigkeiten ein Hörbuch zu lesen

von Karim El-Gawhary

Beim Hörbuch-Lesen im Studio in Wien

Zugegeben ich habe das etwas unterschätzt. So schwer kann das doch nicht sein, sein eigenes Buch als Hörbuch zu lesen, hatte ich mir gedacht.  Ich kam in das kleine Studio in Wien und bat zunächst um einen Kaffee, um aufzuwachen. Kaffee sei schlecht, ob ich wegen der Stimme nicht lieber einen Kräutertee trinken wolle, kam als Einwand vom Toningenieur.

Meine Antwort mit leicht überheblichem Unterton:

“Kein Problem: Ich bin schließlich kein Anfänger, schließlich lese ich doch regelmäßig meine Fernseh- und Radiobeiträge und außerdem bin ich dreifacher Vater und schon allein deswegen im Vorlesen von Büchern äußerst geübt”.

und so bekam meinen heiss ersehnten Kaffee.

Um es kurz zu machen: nach zwei Stunden Lesen versagte mir die Stimme und ich war als Hörbuch-Leser auf meine Anfängergröße zurechtgestutzt. Mit einem langen Spaziergang und einigen Salbeibonbons ging es dann wieder.

 

 

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13.05.2012 von Karim El-Gawhary
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Westliche Doppelstandards: Warum amerikanische Waffen an Bahrain etwas ganz anderes sind als russische an Syrien

von Karim El-Gawhary


 

 

 Die USA haben ihre Waffenverkäufe an Bahrain wieder aufgenommen. Aber natürlich werden korrekt nur Schiffe und Flugzeugmotoren geliefert, also Dinge, mit denen man nicht auf Demonstranten schießt, wie das US-Außenministerium betont, wengleich man sich über die genauen Details der Lieferung natürlich nicht auslassen möchte.  Schäbig ist es dennoch und eigentlich viel schlimmer als das Abhalten eines Formel 1 Rennens in Bahrain, über das sich alles aufgeregt hat. Die Waffenkäufe kann die Bürgerbewegung in Bahrain, anders als das Autorennen nicht für sich nutzen, um auf die miserable Lage in Bahrain aufmerksam zu machen.

 

Und dann ist da wieder diese miese westliche Messen mit zweierlei Maß. Ende Februar rege man sich allerorten zu Recht über die russischen Waffenlieferungen nach Syrien auf. Eine Reuters Agenturgeschichte am 21.2. wurde von der österreichischen Zeitschrift Format übertitelt mit:

 

Russlands schmutzige Geschäfte mit Syrien

Reuters untertitelte die Geschichte mit:… weiter lesen