Wenn die Prinzessin zweimal foltert?

Prinzessin Noura Bint Ebrahim al-Khalifa, Quelle: bahrainrights.org

Nein das ist kein neuer Hollywood Film, sondern möglicherweise bittere Wirklichkeit. Aber bevor wir zur arabischen Prinzessin kommen, muss zunächst festgestellt werden, dass den Königshäusern offensichtlich weltweit eine Verrohung droht.

 

Es begann diese Woche mit dem britischen Prinz Harry und seinem Geständnis „Ja, ich habe Taliban getötet“, als er von seinem Soldaten-Einsatz aus Afghanistan zurückkehrte. Der 28jährige bestätigte nach seinen Apache-Kampfhubschrauber Einsätzen: “If there’s people trying to do bad stuff, then we’ll take them out of the game.”

 

 

Prinzessin Noura Bint Ebrahim al-Khalifa, Quelle: bahrainrights.org

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Ich verbinde mit Prinzessionen eigentlich eher zarte Wesen, die Frösche küssen oder schlafen, bis sie der Prinz erlöst.  Aber diese Assoziation stammt wohl eher aus der Märchenwelt. Denn jetzt macht eine echte Prinzessin aus Bahrain Schlagzeilen, nicht als Soldatin, zu deren Kriegseinsatz auch das Töten gehört, sondern als unrühmliche mögliche Folterknechtin.

 

Die britische BBC  berichtet, dass die 29jährige Noura Bint Ebrahim al-Khalifa sich vor einem Gericht dem Vorwurf stellen muss, persönlich gefoltert zu haben. Sie ist u.a angeklagt, die zwei Ärzte und Brüder Ghassan and Bassem Daif gefoltert zu haben, die während des Aufstandes in Bahrain im Februar 2011 im Salmaniya Krankenhaus gearbeitet haben. Jenem Ort, zu dem die damaligen Demonstranten nach den brutalen Einsätzen der Sicherheitskräfte ihre Verletzten gebracht hatten. In den folgenden Monaten wurden zahlreiche Ärzte und Pfleger aus dem Krankenhaus verhaftet, unter dem Vorwurf, mit den Aufständischen kooperiert zu haben.

 

Die Prinzessin muss sich auch für die Folter an der 21jährigen Ayat Al-Qurmazi verantworten, die im März 2011 verhaftet wurde, weil sie es gewagt hatte, kritische Gedichte gegen das Königshaus in Bahrain zu verfassen. Al-Qurmazi war neun Tage in Haft und wurde mit verbunden Augen mit Kabeln geschlagen und mit Vergewaltigung bedroht.

 

Al Qurmazi’s Anwältin Reem Khalaf erklärte gegenüber der BBC, dass die Augenbinde einmal verrutschte, als ihre Mandantin auf den Kopf geschlagen wurde, und dass die Geschlagene die Prinzessin als ihre Folterin erkannt hatte.

 

Die streitet bisher alle Vorwürfe ab. Offiziell dient die Prinzessin übrigens in Drogenfahndung der kleinen Golfinsel Bahrain.

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