23.10.2010 von Karim El-Gawhary

Quelle: forums.vr-zone.com
In Saudi Arabien, dem Land in dem nach allgemeiner Auffassung Öl und Honig fließen, wurden nach einem Bericht des Sozialministeriums kürzlich 3,459 Bettler festgenommen, allesamt Saudis und die meisten in der Hauptstadt Riad.
Ein großer Teil der Festgenommenen sind Frauen, aber auch 760 saudische Kinder wurden mitgenommen. Bei den meisten der verhafteten Frauen handelt es sich um Witwen oder geschiedene Frauen.
Es gibt, laut Berichten, 400.000 geschiedene Frauen in Saudi Arabien, die nicht nur damit zu kämpfen haben, dass die Gesellschaft auf sie herabblickt, sondern die eben auch oft ihre finanzielle Lebensgrundlage verloren haben. Wenn ihre ursprüngliche Familie sie nicht mehr aufnimmt, enden manche offensichtlich mit ihren Kindern als Bettler auf der Straße.
25.07.2010 von Karim El-Gawhary

Golfaraberinnen in München: dpa via taz
Im Gespräch ist ein gestriges Fatwa des populären saudischen Scheichs Aed Al-Qurani. Danach darf eine Muslimin ihren Gesichtsschleier in den Ländern ablegen, in denen er verboten ist, um dort nicht belästigt und schikaniert zu werden.
Der islamische Rechtsgelehrte antwortete damit auf eine entsprechende Frage einer französischen Muslimin.
Al-Qurani wird in der überregionalen arabischen Tageszeitung Al-Hayat in ihrer Samstagsausgabe zitiert:
„Wir sollten mit den Menschen in ihren Ländern nicht auf Konfrontationskurs gehen (…) Vor allem dann, wenn das zu negativen Reaktionen oder Belästigungen führt, oder wenn jemand dabei gar zu Schaden kommt, dann sollte die Frau ihr Gesicht zeigen”.
Das islamische Recht, argumentiert er, zeige hier Kulanz. “Wir sollten diesem Verbot mit Fexibilität begegnen, weil die Religon sich an Zeit, Ort und Dringlichkeit anpasst, sagt er.
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02.07.2010 von Karim El-Gawhary
Das von Israel erklärte Ziel der Gazablockade ist es, die dort regierende Hamas zu schwächen. Nun ist dieses Ziel erreicht, allerdings nicht im Sinne des Erfinders.
Weil sie ein mit Mädchen und Jungen gemischtes UN-Sommercamp im Gazastreifen für islamisch unsittlich hielten, schritt eine Gruppe bewaffneter Männer diese Woche zur Tat. Sie stürmte das Lager in den frühen Morgenstunden, als sich dort noch keine Kinder befanden, fesselten die Wärter, schlitzten mehrere Zelte auf oder setzten sie in Brand, auch ein Plastikswimmingpool und anderes Spielzeug wurde verwüstet. Niemand bekannte sich zu der Tat.Und so sah es danach dort aus
Es ist das zweite Mal binnen fünf Wochen, dass ein UN-Sommerlager in Gaza vonVermummten angegriffen wurde. Die Hamas hat die Angriffe auf die UN-Sommercamps für Kinder verurteilt. Das von der Hamas geleitete Innenministerium machte in einer Erklärung Gruppen für den Angriff verantwortlich, „die mit ihren fehlgeleiteten Ideen die… weiter lesen
01.07.2010 von Karim El-Gawhary
Der 1. Juli 2010 war wahrlich kein guter Tag für Raucher, und das an den verschiedensten Ecken dieser Erde. Ab heute geht es ihnen an Donau und Nil an den Kragen.
In Österreich dürfen Gastwirte mit dem heutgien Tage den Tabakkonsum nur mehr dann erlauben, wenn sie über abgetrennte Raucherzimmer verfügen. Es drohen dem Raucher Strafen bis zu 1000 Euro und dem Gastwirt ein Bussgeld bis zu 10.000 Euro.
Auch die ägyptischen Raucher reiben sich seit heute Morgen entsetzt die Augen. Wer sich nun an einem der Kioske in Kairo mit Nikotin versorgen will, der zahlt bis zum Doppelten des alten Preises. Die Steuer auf Zigaretten wurde um 40 Prozent erhöht, der in den Cafehäusern beliebte Tabak für Wasserpfeifen kostet gar das Doppelte.
Damit sollen, nach Angaben der Regierung in Kairo, mehr Leute gezwungen werden, ihre Sucht aufzugeben. Die Anzahl der Raucher ist in den letzten 30 Jahren um ein… weiter lesen
01.07.2010 von Karim El-Gawhary

Die Scheidungsrate in Ägypten liegt mit 40 Prozent auf deutschem Niveau, doch die Statistik weist eine Besonderheit auf: Viele Ehen enden schon im ersten Jahr. Sich gründlich kennenzulernen ist oft schwierig, in einem Land, in dem sogar das Küssen in der Öffentlichkeit verboten ist. Das, gekoppelt mit dem großen gesellschaftlichen Druck, „unter die Haube“ zukommen, hat oft fatale Folgen.
Eine Kairoer Eheberaterin fasst das folgendermaßen zusammen.
“Eine junge Frau trifft einen Mann, er ist sympathisch, führt sie aus, also denkt sie: Okay, den kann ich heiraten. Sie machen eine riesige Hochzeit, alle Freundinnen sind begeistert, sie ist ganz stolz auf ihren Ring – doch dann schließt sich die Tür hinter ihr und sie fragt sich: Wer ist das eigentlich?”
Meine ARD-Rundfunk-Kollegin Esther Saoub beweist mit ihrem Stück zum Thema “Scheidung in Ägypten” wieder einmal, warum das Radio ein großartiges Medium ist, um kurz einmal durch das Schlüsselloch traditioneller… weiter lesen
30.06.2010 von Karim El-Gawhary
„Nicht nur die arabischen Regime lieben Fußball, weil ihr Volk mehr an diesem Sport, als an Politik interessiert ist,“ schreibt Muhammad Salah in einem kurzen Essay in der überregionalen arabischen Tageszeitung Al-Hayat unter dem Titel „Politische Vuvuleza“.
Der Text ist es wert,ein paar Auszüge daraus frei zu übersetzen ….

Quelle: APvia taz
„Die Welt befindet sich im Fussball-WM-Fieber. Menschen aus aller Welt sind vollkommen eingenommen von dem großen globalen Sport-Event, der für im Moment ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Das erklärt, warum der franzosische Präsident Nicolas Sarkozy so irritiert ist von dem miserablen Abschneiden des französischen Teams oder warum in anderen Ländern parlamentarische Zusammenkünfte und Kabinettstreffen verlegt werden, um sie dem Spielplan der WM anzupassen. Wieviel Sorgen machen sich die Menschen derzeit um das iranische Atomprogramm? Folgen sie in den vier Ecken der zivilisierten Welt den Ereignissen im Irak, in Palästina… weiter lesen
29.06.2010 von Karim El-Gawhary
Drei Libanesen wurden am Montag im Libanon für ihre Facebook-Aktivitäten verhaftet. Sie sollten dort den libanesischen Präsidenten Michel Suleiman verunglimpft und beleidigt haben.

Michel Suleiman schreitet Präsidentengarde ab
Der Generalstaatsanwalt Said Mirza hat die Verhaftung von Naim George Hanna, 27, Antoine Youssef Ramia, 29, und Shebel Rajeh Qasab, 27, angeordnet, nachdem die Behörden sie wegen Verleumdung und Diffamierung des Präsidenten verhört haben,“ berichtet die Nachrichtenagentur AFP in Berufung auf Quellen aus dem Justizministerium.
Laut dem libanesischen Gesetz muss der Staat auch ohne eine Anzeige von dritter Seite im Falle der Diffamierung des Präsidenten oder eines „befreundeten Staates“ aktiv werden.
Die ursprünglichen Facebook-Einträge sind seit Montag nicht mehr zugänglich.
Das Justizministerium in Beirut rechtfertigt seinen Schritt in einer Erklärung. Darin heißt es:
Die Pressefreiheit erreicht im Libanon und in allen anderen zivilisierten Ländern eine Grenze, wenn es um verleumdende und diffamierende Inhalte geht,
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24.06.2010 von Karim El-Gawhary
Özils Siegerstreffer mit arabischem Kommentar
Berlin – Spätestens nach dem 1:0 Sieg der deutschen Fussballnationalmannschaft über Ghana durch das Tor von Mesut Özil, der den Einzug ins Achtelfinale ermöglichte, mögen es viele schon immer gewusst haben, aber jetzt ist es offiziell in einer Studie mit provokantem Ergebnis: Je religiöser muslimische Männer in Deutschland sind, desto tor-gefährlicher sind sie.
Der Deutsche Fussballbund (DFB) hat im Auftrag des Bundesinnenministeriums die Zahlen ermittelt .Hier die Ergebnisse.
Das ganze ist eine Parodie auf einen Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen KFN mit dem Titel “Kinder und Jugendliche in Deutschland: Gewalterfahrungen, Integration und Medienkonsum” ober besser gesagt auf die Medienberichterstattung darüber.
Beispielsweise bei Welt.de mit dem Titel “Studie — Gläubige Muslime sind deutlich gewaltbereiter”doch recht verkürzt wiedergegeben wurde.
Bildblog.de hat sich aber die Mühe gemacht, sich das genauer anzusehen (Ich danke einem Leser dieses Blogs für den Hinweis). … weiter lesen
21.06.2010 von Karim El-Gawhary

Wann warst du das letzte Mal an der Nadel? Füge mich bei Facebook als Freund hinzu
Achtung Facebook-Nutzer: Die ausgiebige Surfen in diesem sozialen Internetnetzwerk kann ungeahnte Folgen nach sich ziehen. Eine saudische Frau hat nun wegen der Facebook-Sucht ihres Mannes die Scheidung eingereicht. Das Familienleben sei zuletzt roborterartig gewesen, erklärte sie gegenüber der saudischen Tageszeitung Al-Riad.
“Selbst als ich meinen Mann während des Surfens in Facebook auf seinem Handy im Bett abgewatscht habe, hat er nicht reagiert. Er hat mit dieser Unsitte einfach weitergemacht,”
berichtete die Frau aus der westsaudischen Provinz Qatif. Weil sie es nicht mehr ausgehalten hat, will sie sich nun von ihrem Gatten trennen. Fünf Stunden am Tag Facebook und keine Zeit für die Familie – das war ihr einfach zuviel.

11.06.2010 von Karim El-Gawhary
Endlich ist es soweit: Die Fussball-WM fängt an, wenngleich am andern südlichen Ende von Afrika, aber immerhin auf dem gleichen Kontinent Die arabische Pop-Diva Nancy Ajram hat aus gegebenen Anlaß den WM Musikclip auf arabisch produziert,
Das ist ja ganz nett, wie sie alle springen, tanzen und feiern. Aber das kann man nur, wenn man die Spiele im Fernsehen auch tatsächlich zu sehen bekommt.
In den reichen europäischen Ländern kann man das Bier aus dem Kühlschrank holen, sich im Fernsehsessel zurücklehnen, die Fernbedienung zücken und sich gemütlich kostenlos alle Spiele der Fussball-WM im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ansehen.
Nicht so in der arabischen Welt, etwa in Ägypten. Dort herrscht Fussball-WM-Fernseh-Chaos. Wer bringt, wo welche Spiele? Das ist nun schon seit Tagen das Hauptthema auf Kairos Strassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, der muss sich für sein Satelliten-Empfangsgerät eine Karte des Senders “Al-Jazeeera Sport” kaufen. Die kostet umgerechnet… weiter lesen