22.12.2010 von Karim El-Gawhary

Illegales Badminton-Team
Neue Nachrichten von einem entfernten Planten namens Saudi Arabien.
Das dortige Erziehungsministerium hat eine Untersuchung eingeleitet, um einen „illegalen Mädchensportwettbewerb“ unter die Lupe zu nehmen. Ja, richtig gelesen „Mädchen“, „Sport“ „Wettbewerb“, illegal“. Dafür habe es nämlich vom Ministerium keine Erlaubnis gegeben.
Stattgefunden hat der verwegene weibliche Wettkampf am 8. Dezember, als 200 Mädchen aus sechs Gymnasien auf den Sportplätzen der Effat-Universität in Jeddah, es gewagt hatten, in den Disziplinen Basketball, Badminton, Leichtathletik und Schwimmen gegeneinander anzutreten. Es war das erste Mal, dass derartiges in Saudi Arabien stattfand, erklärten die Organisatoren damals stolz, nicht ahnend, dass sie kurz darauf in die Schusslinie konservativer saudischer Scheichs geraten würden.

Eine der Organisatorinnen, Farida Farsi, die Direktorin der Al-Hamra Schulen wird in der englischsprachigen saudischen Tageszeitung Arab News zitiert:
„Ich war überrascht einen Brief vom Erziehungsministerium zu erhalten, in dem ich gefragt wurde, unter welchen Bedingungen und
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01.11.2010 von Karim El-Gawhary

Demnächst ein Bild der Vegangenheit? Quelle AP via taz
Reformen in Saudi Arabien: ein Schritt vor, zwei zurück. Im Moment befindet sich das Königreich gerade wieder im Rückwärtsgang. Laut einem gestern veröffentlichten Fatwa, ist es Frauen verboten als Kassiererinnen in Supermärkten zu arbeiten. In dem vom Hohen Fatwa-Rat herausgegebenen islamischen Rechtsgutachten heißt es:
„Frauen ist es nicht erlaubt an Plätzen zu arbeiten, an den sie mit Männern zusammenkommen… Sie sollte eine Anstellung finden, die sie nicht in Versuchung führt und in der sie nicht zur Versuchung wird“
Die saudische Panda Supermarktkette hatte im Juni begonnen, Kassiererinnen anzustellen. Geplant war, dass in der nächsten Zeit 2500 Frauen dort Arbeit finden.
Erzkonservative Prediger hatten das Projekt von Anfang an auf dem Kicker und hatten dazu aufgerufen, die Supermarktkette zu boykottieren. “Das Ganze gehört verboten. Es ist ein westliches Projekt, das unserer Gesellschaft aufgezwungen wird,“ erklärte beispielsweise dazu Scheich… weiter lesen
23.10.2010 von Karim El-Gawhary

Quelle: forums.vr-zone.com
In Saudi Arabien, dem Land in dem nach allgemeiner Auffassung Öl und Honig fließen, wurden nach einem Bericht des Sozialministeriums kürzlich 3,459 Bettler festgenommen, allesamt Saudis und die meisten in der Hauptstadt Riad.
Ein großer Teil der Festgenommenen sind Frauen, aber auch 760 saudische Kinder wurden mitgenommen. Bei den meisten der verhafteten Frauen handelt es sich um Witwen oder geschiedene Frauen.
Es gibt, laut Berichten, 400.000 geschiedene Frauen in Saudi Arabien, die nicht nur damit zu kämpfen haben, dass die Gesellschaft auf sie herabblickt, sondern die eben auch oft ihre finanzielle Lebensgrundlage verloren haben. Wenn ihre ursprüngliche Familie sie nicht mehr aufnimmt, enden manche offensichtlich mit ihren Kindern als Bettler auf der Straße.
08.10.2010 von Karim El-Gawhary
Die Forbes-Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt ist draußen. Die Gattin des US-Präsidenten hat dort die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel entthront, die bisher als Nummer eins unter den mächtigsten Frauen rund um den Globus galt.
Das Magazin Forbes behauptet, dass die Frauen nicht aufgrund ihres ViP-Status gewählt wurden, sondern aufgrund ihres Einflusses, ihrer Kreativität und ihres Unternehmergeistes.
Auf der Liste finden sich auch drei arabische und muslimische Politikerinnen und eine Unternehmerin.

Scheicha Lubna Al Qasimi
Auf Platz 70 hat es die Ministerin für Außenhandel der Vereinigten Arabischen Emirate geschafft, Scheischa Lubna Al Qasimi. Sie wurde 2004 als erste Frau im dortigen Kabinett bestellt.
Kurz dahinter auf Auf Platz 74 steht Sheikha Moozah Al Missned, die First-Lady die Golfemirates Katar. … weiter lesen
07.10.2010 von Karim El-Gawhary

Der Niqab, der volle Gesichtsschleier, entspringt einer Tradition auf der Arabischen Halbinsel und ist keine religiöse Pflicht, die sich aus dem Islam ableiten lässt, argumentiert Badria Al Bishr, in einem interessanten Beitrag, der gestern in der überregionalen arabischen Tageszeitung al-Hayat erschienen ist. Er macht deutlich, dass die Niqab-Debatte auch innerhalb der islamischen Welt fortdauert. In dem Artikel plädiert sie dafür Frauenrechte nicht als Schlachtfeld zwischen Islamisten und dem Westen zu missbrauchen. Auf dem Saudiwoman’s Weblog findet sich auch eine englische Übersetzung. Hier ein Auszug.
“Es scheint, als ob Muslime und besonders Araber den Niqab (die Burka) zu einem Fall machen wollen, ähnlich der Frauenbeschneidung oder Kinderehen. Mit diesem Vergleich meine ich, sie wollen kulturelle Traditionen in einen Akt des Glaubens verwandeln. So werden Frauenrechte zum Schlachtfeld zwischen den Islamisten und beispielsweise der britischen Regierung. Einige Araber lassen mit Hilfe nicht registrierter Hebammen
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06.08.2010 von Karim El-Gawhary

Dieses Interview im ägyptischen Fernsehen ist sensationell. Die Frau in Schwarz erzählt öffentlich von ihrer Vergewaltigung und das auch noch durch die Polizei. Sie sagt in diesem Video, das einen Beitrag des privaten ägyptischen Fernsehsenders Modern Misr zeigt:
„Ich habe beschlossen dieses Risiko einzugehen, um den Verantwortlichen des Landes zu zeigen, was die ägyptische Polizei mit den Menschen macht“,
Die Geschichte der Frau, die dort mit verschleiertem Gesicht erscheint, wurde in den letzten Tagen zum Gesprächsstoff Nummer Eins in Ägypten. Sie erzählt, dass sie an einer Straßensperre auf einer Landstraße im Nildelta von Polizisten nach ihren Papieren gefragt, anschließend in einen Polizeikleintransporter gezerrt und dort von den Polizisten vergewaltigt wurde. An einem Punkt in ihrer Erzählung bricht ihre Stimme und man kann nur ahnen, dass hinter dem Schleier die Tränen fliessen, während sie ihr Taschentuch fester umgreift.
„Ich… weiter lesen
02.08.2010 von Karim El-Gawhary

Unter dem schönen von Bob Marleys Song abgewandelten Titel „NO WOMEN NO PLAY “ startete in Washington letztes Wochenende eine Kampagne, Saudi Arabien dazu zu bringen, auch Frauen zu den olympischen Spielen zu schicken. Saudi Arabien ist derzeit das einzige Land, das die Teilnahme von Frauen an den Spielen, aus angeblich religiösen Gründen, verweigert.
Ziel der Kampagne ist es auch, Druck auf das Internationale Olympische Komitee OIC auszuüben. In dessen Charter heißt es unter dem Punkt “Grundlegende Prinzipien des Olympismus“
“Jede Form von Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse,Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Gründen ist mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung unvereinbar”.
Die Kampage wird von dem saudischen Dissidenten Ali al-Ahmed organisiert, der das Institute for Gulf Affairs in Washington leitet. „Wir hoffen, dass die Kampagne auf dieses Problem aufmerksam machen wird und die olympischen Träume von vielen… weiter lesen
25.07.2010 von Karim El-Gawhary

Golfaraberinnen in München: dpa via taz
Im Gespräch ist ein gestriges Fatwa des populären saudischen Scheichs Aed Al-Qurani. Danach darf eine Muslimin ihren Gesichtsschleier in den Ländern ablegen, in denen er verboten ist, um dort nicht belästigt und schikaniert zu werden.
Der islamische Rechtsgelehrte antwortete damit auf eine entsprechende Frage einer französischen Muslimin.
Al-Qurani wird in der überregionalen arabischen Tageszeitung Al-Hayat in ihrer Samstagsausgabe zitiert:
„Wir sollten mit den Menschen in ihren Ländern nicht auf Konfrontationskurs gehen (…) Vor allem dann, wenn das zu negativen Reaktionen oder Belästigungen führt, oder wenn jemand dabei gar zu Schaden kommt, dann sollte die Frau ihr Gesicht zeigen”.
Das islamische Recht, argumentiert er, zeige hier Kulanz. “Wir sollten diesem Verbot mit Fexibilität begegnen, weil die Religon sich an Zeit, Ort und Dringlichkeit anpasst, sagt er.
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18.07.2010 von Karim El-Gawhary
Weil es im von ihr propagierten Kampf gegen die israelische Besatzung nicht so recht weitergeht, wandelt sich die palästinensische Hamas im Gazastreifen immer mehr zum selbsternannten islamischen Sittenwächter. Die neuste Tat: Am Wochenende wurden die von der Hamas kontrollierten Polizeikräfte angewiesen, zu unterbinden, dass Frauen in der Öffentlichkeit Wasserpfeife rauchen.

Im Café in Kairo kein Problem
Das Rauchen in der Öffentlichkeit widerspreche den Sitten und führe zudem zu Scheidungen, erklärte ein Polizeisprecher zur Begründung. Häufig ließen sich Ehemänner von ihren Frauen scheiden, wenn die rauchend gesehen würden, sagte er.
Polizisten in Zivil kontrollierten die Caféhäuser am Ufer des Mittelmeers. Dabei herrschte zunächst Verwirrung, ob das Rauchverbot für Frauen und für Männer gilt (sozusagen bayerische Verältnisse im Gazastreifen). Sicherheitshalber bieten die meisten Cafes überhaupt keine Schischas mehr an
Als am Freitagabend ein mit einer Pistole bewaffneter Mann in Zivil im Al-Schera Café nach dem… weiter lesen
16.07.2010 von Karim El-Gawhary

An einem Zeitungstand in Paris: Quelle:Djav McKenzie/IPS
Das diese Woche vom französischen Parlament beschlossene Burka-Verbot erhitzt die Gemüter. Hier zwei bedenkenswerte höchst unterschiedliche Positionen dazu.
Pro
Die saudische Bloggerin Eman Al Nafjan kritisiert in ihrem Saudiwoman’s Weblog den Fokus auf den Gesichtsschleier. „Die Frage ist neben dem Glaubensbekenntnis, dem Gebet, der Pilgerfahrt nach Mekka, dem Fasten im Ramadan und der Almosensteuer zur sechste Säule des Islam geworden“, schreibt sie. „Der Gesichtsschleier wurde zum falschen Banner unser Frömmigkeit“, ärgert sie sich. Es sei egal ob du stiehlst oder deine Freunde verleumdest, solange das Gesicht bedeckt ist, werde man von der Gesellschaft als gottesfürchtige Person angesehen.
Sie begrüßt die Entscheidung des französischen Parlaments. Frauen sollen in dieser Frage keine Wahl haben, fordert sie. „Für jede Frau, die tatsächlich aus freien Stücken den Gesichtsschleier wählt, gibt es hunderte, wenn nicht sogar tausende, die vom religiösen Establishment, der Familie und… weiter lesen