24.10.2010 von Karim El-Gawhary

Quelle: saudigirlslife.com
Das ist der typische Stundenplan einer 8. Klasse in einer staatlichen Mädchenschule in Saudi Arabien. Der Tag beginnt um 6:45 und endet um 12:30
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15.10.2010 von Karim El-Gawhary

In der New York Times findet sich eine bizarre Geschichte, eines irakischen Kulturfestivals, das zum Opfer der Kräfte der neuen Demokratie im Irak wurde. Es handelt sich um das Babel Festival, das früher, zu Saddams Zeiten, jedes Jahr in den Ruinen Hammurabis und Nebuchadnezzar abgehalten wurde.
Nun hatte das heutige Kulturministerium in Bagdad, die Idee, dieses Musik- und Tanzfestival wiederzubeleben und vom alten Saddam-Image zu entstauben. Eigentlich keine schlechte Idee, wieder ein wenig künstlerische Normalität in den Irak zu bringen.
Die Künstler u.a. aus Ägypten, Algerien, Aserbaidschan, Dänemark, Finnland, Iran und Russland waren bereits vor Ort, ein gute Autostunde südlich von Bagdad, als sie von der chaotischen irakischen Realität eingeholt wurden.
Der Vizegouverneur der Provinz Sadiq Al-Muhanna untersagte die Veranstaltung kurzerhand, mit der Begründung, dass sie mit dem Geburtstag des sechsten schiitischen Imams Jaafar Ibn Muhammad Al-Sadiq zusammenfalle und Tanz und Musik in dieser Zeit nicht moralisch geboten… weiter lesen
21.09.2010 von Karim El-Gawhary

Zuerst eine kurze Bemerkung in eigener Sache. Taz-KorrespondentInnen suchen Arbeit“ – so hieß die Aktion, mit der wir letzte Woche drei Tage lang keine einzige Zeile für die taz lieferten, weil wir Korrespondenten in Zukunft zu deutlich schlechteren Bedingungen arbeiten sollen. Die taz-Chefredaktion ist uns auch nach unserer Protestaktion und während einem Treffen der taz-Genossenschaftin Berlin keinen Millimeter entgegengekommen. Wir diskutieren derzeit unser weiteres Vorgehen. Vorerst schreiben wir erst einmal weiter; auch in diesem Blog. Damit die Chefredaktion zwischendrin wieder sieht, was sie an uns hat und welches Risiko sie eingeht.
Wie im letzten Blogbeitrag beschrieben, wurde letzte Woche die ägyptische Regierungszeitung Al-Ahram auf frischer Tat ertappt: mit einem manipulierten Foto vom Nahostgipfel in Washington, auf dem der ägyptische Präsident forsch vor seinem Gastgeber Barack Obama über den roten Teppich des Weißen Hauses schreitet.


Besonders apart war die Verteidigungsrede des Chefredakteurs von Al-Ahram, Ossama al-Saraya. Das… weiter lesen
12.09.2010 von Karim El-Gawhary
Eine neue irakische Comedy-Show testet die Nerven von lokalen Stars und Prominenten. Der bisherige Höhepunkt der neuen Sendung: Eine Bombenattrappe wird unter einem Fahrzeug befestigt . Das Opfer wird von falschen Soldaten angehalten, hat Angst um Leib und Leben und wird dann auch noch beschuldigt, mit der Bombe selbst eine Fernsehstation in die Luft jagen zu wollen. Seine sichtlich geschockte Reaktion wird von der versteckten Kamera aufgezeichnet, um später damit irakische Fernsehzuschauer zu unterhalten.
Humor oder schlechter Geschmack? Al-Jazeera-International berichtet über den Fall.
Die Sendung wird inzwischen selbst von vielen hartgesottenen Irakern kritisiert, denen das Ganze zu nahe an ihrer blutigen Realität liegt, um noch witzig zu sein. Der Sender Al-Bagdadiya wurde von der irakischen Medienaufsichtsbehörde aufgefordert, die Sendung abzusetzen.
Die Produzenten der Sendung verteidigen die Show mit dem Argument, dass sie auf humorvolle Weise mit den täglichen Problemen der Iraker umgehen, auch um ihnen die… weiter lesen
10.09.2010 von Karim El-Gawhary
Nach dem Abzug der US-Kampftruppen aus dem Irak ist es Zeit, eine andere traurige Bilanz zu ziehen Laut einem jetzt veröffentlichten Bericht von „Reporter ohne Grenzen“ sind seit dem Einmarsch der US-Truppen im März 2003 im Irak 230 Medienmitarbeiter getötet worden. Das übersteigt die Zahl der getöteten Reporter während des Vietnamkrieges.” Während des Vietnam-Kriegs von 1955 bis 1975 kamen 63 Journalisten ums Leben.

(Zaki Shaqfeh, Al-Ra'i, 5/24/04).
Rund 70 Prozent der Journalisten starben bei gezielten Anschlägen und Attacken – eine weitaus höhere Rate als bei vorangegangenen Kriegen. In mehr als 80 Prozent der Fälle kamen die Täter aus den Reihen bewaffneter Gruppen, die im Widerstand zur US-Koalition und der irakischen Regierung stehen. Für rund zehn Prozent der Todesfälle waren die internationalen Besatzungstruppen verantwortlich. .Die meisten Todesopfer, fast 90 Prozent, waren irakische Medienvertreter.
Damit es nicht in Vergessenheit gerät. Hier noch einmal das bekannte Wikileaks-Video, in dem… weiter lesen
30.08.2010 von Karim El-Gawhary
Aus der Serie: Andere Länder andere Sitten
Wieder zurück aus dem Urlaub und erneut online, möchte ich den ersten Blogeintrag meinem beliebtesten Fortbewegungsmittel widmen. Ich bin begeisterter Bahnfahrer, nicht nur in Ägypten, sondern auch bei meinen kurzen Besuchen in Deutschland oder Österreich. Mal lasse ich entspannt die Palmenhaine an mir vorüberziehen, mal die Voralpenlandschaft.
In Deutschland betreibe ich dabei immer gerne ethnoligische Feldstudien. Verwundert höre ich aufgeregten Gesprächen auf dem Bahnsteig zu, die sich meist darum drehen, dass der ICE wieder einmal ein paar Minuten zu spät kommt.
Kulturell noch faszinierender finde ich die Durchsagen des sogennannten Serviceteams, das sich dafür entschuldigt, dass der Zug etwa mit der unglaublichen Verspätung von sechs Minuten am Zielbahnhof ankommt. Wenn es noch länger dauert, werden gar kalte Getränke gereicht (wenn ich das in Ägypten erzähle, glaubt mir das kein Mensch).… weiter lesen
27.07.2010 von Karim El-Gawhary

Angeklagte Polizisten
Die Beantwortung dieser Frage wurde erst einmal beim heutigen Prozessauftakt vertagt.
Heute hat in Alexandria das Verfahren gegen zwei ägyptische Polizisten begonnen, die den jungen Ägypter Khaled Said auf offner Strasse zu Tode geprügelt haben sollen. Nach einer kurzen Beratung wurde der Prozess auf den 25. September vertagt. Die beiden Angeklagten bleiben in Haft.
Ein Team von Anwälten, das die Familie des toten 28jährigen Khaled Said vertritt, verlangte zuvor für das Verfahren mehrerer Zeugen einzuberufen, darunter den Chef der Sidi Gabr Polizeistation, in der die beiden Angeklagten arbeiteten. Ihm wird öffentlich vorgeworfen, den Vorfall vertuscht haben zu wollen. Geladen werden sollen auch die Gerichtsmediziner, die in zwei Obduktionen bestätigt haben, dass der Tote nicht an den Prügeln der Polizisten, sondern an den einem Tütchen mit Haschsich gestorben sein soll, das er beim Eintreffen der Polizisten heruntergeschluckt haben soll. Geladen werden soll auch ein anderer… weiter lesen
27.07.2010 von Karim El-Gawhary

Ein Foto der Mutter und Schwester Khaled Saids. Sie klagen zwei Polizisten, Muhammed Salah und Muhammed Sherif an, ihren Sohn und Bruder am 8. Juni vor einem Internetcafé in der ägyptischen Mittelmeer-Hafenstadt zu Tode geprügelt zu haben. Heute beginnt in Alexandria der Prozess im Fall Khaled Said.
Über den Fall wurde in diesem Blog bereits ausführlich berichtet. Er hat in Ägypten hohe Wellen geschlagen.
In Erwartung möglicher Auseinandersetzungen in und vor dem Gerichtsgebäude, hat die Polizei scharfe Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Sympathisanten der Familie haben 3000 Poster drucken lassen, die das Foto der völlig entstellten Leiche Saids zeigen, das auch auf diesem Blog veröffentlicht wurde.
Lokale und internationale Menschenrechtsorganisationen haben angekündigt, Beobachter zu dem Prozess zu entsenden.
Saids Anwalt hat unterdessen erklärt, dass er zu Prozessauftakt die Anklage von „verprügelt“, auf „zu Tode geprügelt“ abändern möchte.
Laut offiziellen Berichten der Gerichtsmedizin, soll Khaled an einem Tütchen… weiter lesen
25.07.2010 von Karim El-Gawhary

Golfaraberinnen in München: dpa via taz
Im Gespräch ist ein gestriges Fatwa des populären saudischen Scheichs Aed Al-Qurani. Danach darf eine Muslimin ihren Gesichtsschleier in den Ländern ablegen, in denen er verboten ist, um dort nicht belästigt und schikaniert zu werden.
Der islamische Rechtsgelehrte antwortete damit auf eine entsprechende Frage einer französischen Muslimin.
Al-Qurani wird in der überregionalen arabischen Tageszeitung Al-Hayat in ihrer Samstagsausgabe zitiert:
„Wir sollten mit den Menschen in ihren Ländern nicht auf Konfrontationskurs gehen (…) Vor allem dann, wenn das zu negativen Reaktionen oder Belästigungen führt, oder wenn jemand dabei gar zu Schaden kommt, dann sollte die Frau ihr Gesicht zeigen”.
Das islamische Recht, argumentiert er, zeige hier Kulanz. “Wir sollten diesem Verbot mit Fexibilität begegnen, weil die Religon sich an Zeit, Ort und Dringlichkeit anpasst, sagt er.
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30.06.2010 von Karim El-Gawhary
Selbst am Flughafen von Kairo geschieht so etwas nicht jeden Tag. Pünktlich rollte die Maschine der Fluggesellschaft Egypt Air auf dem Weg ins saudische Jeddah heute Vormittag in Richtung Startbahn, als aus dem Laderraum scharrende Hufe und ein Wiehern zu hören waren.

Quelle:Arabian Horse Guide
Die dort verladenen sechs „Araber-Pferde“ im Besitz eines saudischen Prinzen waren offensichtlich keine Jetsetter. Die Maschine mit 189 Passagieren an Bord kehrte zurück zum Terminal, nachdem der Pilot das Sicherheitsrisiko als zu hoch eingestuft hatte.
Ein eiligst herbeigerufener Flughafen-Tierarzt verpasste den nervösen Tieren eine weitere Beruhigungsspritze. Mit einer 80minütigen Verspätung ging es dann doch weiter nach Jeddah. Die Araber im Ladenraum waren eingeschlafen.