Archive for the ‘Wilder Naher Osten’ Category

14.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Ein wehmütiger Blick zurück auf den Südsudan, ein vielleicht positiver auf Tunesien und ein negativer auf den Libanon

von Karim El-Gawhary

Ein letztes Foto aus Juba, im Südsudan. Das war unser Übertragungswagen, mit dem wir unsere Fernsehgeschichten überspielt und mit dem die Live-Schaltungen nach Wien per Satellit übertragen wurden, ein sogenanntes SNG. Andere pflanzen Maschinengewehre  auf solche Kleinlastwagen und wir unsere Satellitenschüssel.

Das folgende Video habe ich mit meinen Iphone vom Flugzeug aus gedreht. Die Maschine der Egyptair ist gerade auf dem Weg über Khartum nach Kairo in Juba gestartet und dreht eine Schleife über den ersten Zweig des Nils, dann über eine Nilinsel, bevor der zweite Teil des afrikanischen Flusses auftaucht. Für mich ist es faszinierend, dass dieser selbe Fluss viereinhalb Flugstunden weiter nördlich vor meinem Bürofenster in Kairo vorbeifließt. Noch etwas anderes ist hier auffällig. Das Flugzeug ist gerade aus Juba, der wahrscheinlich zukünftigen Hauptstadt des Südsudan gestartet und es ist bereits nur noch Buschland und keine einzige Straße mehr zusehen.

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19.12.2010 von Karim El-Gawhary
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“Äh, wir beobachten das”: Gewaltfreie Palästinenser in israelischer Haft bringen US-Regierungssprecher ins Schleudern

von Karim El-Gawhary

Was passiert wenn Palästinenser statt zur Gewalt, zu Methoden des zivilen Ungehorsams greifen? Ist das überhaupt einen Medienbericht wert? Was ist, wenn diejenigen die die Lage gewaltfrei verändern wollen, festgenommen und in israelische Gefängnisse geworfen werden? Schreit dann der Rest der Welt auf, der zuvor von den Palästinensern immer gefordert hat, die Gewalt aufzugeben?

Abdallah Abu Rahmah

Nehmen wir den Fall von Abdullah Abu Rahmah. Der 39 Jahre alte Lehrer und Vater von drei Kindern aus dem palästinensischen Dorf Bil’in ist eine Symbolfigur für den gewaltlosen Widerstand gegen den israelischen Siedlungs- und Mauerbau. Seit 2004 half er wöchentliche Demonstrationen in in Bil’in, einem Dorf im Westjordanland zu organisieren. Er wurde von einem israelischen Militärgericht für das  „Organisieren illegaler Demonstrationen“ und wegen „Anstiftung“ zu 12 Monaten Hat  verurteilt.

Anstiftung“  definiert sich in der israelischen Militärgesetzgebung Sektion 7 (a) folgendermaßen:

„Der Versuch verbal

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21.10.2010 von Karim El-Gawhary
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Mit jeder Tankfüllung ein Stück Kampfjet

von Karim El-Gawhary

Wirtschaftskreisläufe haben etwas Aufregendes. Nehmen wir zum Beispiel den neusten Waffendeal zwischen den USA und Saudi Arabien, den das Außenministerium in Washington jetzt bestätigt hat. Umfang:  60 Milliarden Dollar.

Amerikanische Waffenschmieden sollen dafür 84 F-15 Kampfjets, 70 Apache Kampfhubschrauber, 36 AH-6M Little Bird Leichthelikopter und 72 Black Hawk Hubschrauber und noch alle möglichen anderen tödlichen Kleinkram liefern.

Der amerikanische Autofahrer füllt seinen Tank mit dem Rohstoff aus Saudi Arabien, das wiederherum gibt die gewonnenen Petrodollars für amerikanische Waffen aus. Am Ende bleibt das Geld also in der Familie, nur dass es ein wenig vom Autofahrer zu den Rüstungskonzernen umgeschichtet wird, deren Arbeiter (der Deal soll 75.000 neue Arbeitsplätze schaffen) dann wieder zur Tankstelle fahren ….. Weltwirtschaft pur.

F-15 In der Wirklichkeit kein Spielzeug

Mit einem wunderbaren Nebeneffekt: Saudi Arabien wird im gleichen Atemzug für einen möglichen Waffengang gegen den Iran aufgerüstet. Der Staatsekretär… weiter lesen

07.08.2010 von Karim El-Gawhary
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Meinungsumfrage unter Arabern: Wo die Hoffnung langsam stirbt

von Karim El-Gawhary

Hoffnungslos im Nahostkonflikt, enttäuscht von Obama, begeistert von Erdogan und eine Hinwendung  zur religiösen Identität.

Das ist das Ergebnis einer Studie der Brookings-Institution in den USA,  die alle Jahre wieder versucht, die arabische Gefühlslage zu erkunden.
Zuerst die positive Meldung der Umfrage zu der 4000 Araber in Ägypten, Saudi Arabien, Marokko. Libanon, Jordanien, und den Vereinigten Arabischen Emiraten befragt wurden.

86 Prozent der Araber sind bereit Frieden mit Israel zu schließen, wenn dieses die im 67er Krieg besetzten arabischen Gebiete, einschließlich Ostjerusalem zurückgibt. Letztes Jahr lag diese Zahl noch bei 73 Prozent.

Der Rest der Umfrage die zwischen 29 Juni und dem 20 Juli stattfand, ist eigentlich ein Zeugnis darüber, wie desillusioniert die arabische Welt ist.

54 Prozent der Befragten glauben, dass es niemals einen dauerhaften Frieden mit Israel geben wird.

Der Kriegsgefangene: Quelle Quds Al-Arabi

Ernüchtert von Obama

Besonders enttäuscht sind die Araber von… weiter lesen

03.08.2010 von Karim El-Gawhary
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US-Abzug aus dem Irak: nicht triumphal sondern sang- und klanglos

von Karim El-Gawhary

US-Präsident Barack Obama hat diese Woche in einer Rede vor US-Kriegsversehrten und Veteranen bestätigt, dass alle US-Kampftruppen bis Ende dieses Monats aus dem Irak abgezogen sein werden.  Die verbleibenden 50.000 US-Soldaten sollen das Zweistromland innerhalb von 18. Monaten verlassen.

Das Ganze findet vor dem Hintergrund statt, dass es in Bagdad vier Monate nach den Parlamentswahlen immer noch keine funktionierende Regierung gibt. Eine Tatsache, die zeigt, wie weit das Land von einer poltischen Normalität entfernt ist. Doch die endlosen Streitigkeiten darum neue politische Bündnisse zu schaffen,  lassen sich auch positiv interpretieren. (siehe meine letzte Irak-Analyse).  Nach sieben Jahren Krieg und Bürgerkrieg, ausländischer Besatzung und fast täglich neuer Horrormeldungen über Anschläge im Irak ist nun ein politisches System etabliert, innerhalb dessen alle Seiten ihren Einsatz verlieren oder gewinnen können. Und keiner will zu den Zeiten des Bürgerkriegs zurück. Bündnispolitik ist eben komplizierter als Bürgerkrieg.

Der Irak-Experte Juan… weiter lesen

23.07.2010 von Karim El-Gawhary
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Ist Israel für die USA ein Guthaben oder eine strategische Last?

von Karim El-Gawhary

fragt das Nixon-Center und hat in dieser Frage eine Debatte begonnen. Für Chas Freeman liegt Israel für Washington dabei eindeutig auf der Lasten-Seite.

Chas Freeman

Chas Freeman einer der wichtigsten Berater und Übersetzer bei Richard Nixons berühmter China-Visite 1972, später Botschafter in Saudi Arabien, stand einst auch dem einflussreichen Middle East Policy Council vor. Beim Amtsantritt Barack Obamas war er für den Posten des National Intellegence Councils im Gespräch, einer Institution, die langfristige Strategien für den US-Geheimdienst erarbeiten soll und die nach dem Sturz des Schahs im Iran und dem damaligen offensichtlichen Scheitern des Geheimdienstes gegründet worden ist. Freeman wäre damit einer der wichtigsten aussenpolitischen Berater Obamas geworden.

Wegen seiner bekannten kritischen Haltung gegenüber der Politik der bedingungslosen Unterstützung Israels, wurde er damals von den Unterstützern Israels im US-Establishment scharf angegriffen und zog seine Kandidatur nach mehreren Wochen zurück.

Freemans Anmerkungen für das Nixon-Center… weiter lesen

13.07.2010 von Karim El-Gawhary
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Gaza: Ernten unter israelischem Beschuss

von Karim El-Gawhary

Stellen Sie sich vor, das Schicksal hätte ihrem Leben eine ganz andere Wendung  gegeben und Sie wären im Gazastreifen geboren, und würden heute dort als Bauer oder Bäuerin arbeiten. Die israelische Blockade und die Herrschaft der Hamas wären beileibe nicht ihr einziges Problem. Das gilt ganz besonders wenn sie das Pech hätten, dass das Stück Land, das Sie bewirtschaften in der Nähe zur Grenze zu Israel liegt und Sie Ihre Ernte einbringen müssen, die ihren miserablen Lebensunterhalt sichert.

Die israelische Armee hat am Grenzgebiet eine sogenannte Pufferzone eingerichtet. Unter welchen Umständen dort auf den Feldern gearbeitet wird, zeigt das folgende Video.  Selbst die Anwesenheit von Ausländern scheint wenig zu helfen.

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Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Laut palästinensischen Angaben wurde in den letzten 12 Monaten (bis April 2010) in 220 Fällen von israelischer Seite in die Pufferzone hineingeschossen. Innerhalb dieses Jahres wurden 116 Angriffe gezählt.

Die… weiter lesen

09.07.2010 von Karim El-Gawhary
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Mister “It is a lot of fun to fight“ übernimmt US-Zentralkommando im Mittleren- und Nahen Osten

von Karim El-Gawhary

Viel ist in den letzten Wochen über den großen Star des US-Militärs David H. Petraeus geschrieben worden, der es nach seinen „Erfolgen“ im Irak, nun in Afghanistan richten soll und dort zum obersten US-Kommandeur ernannt wurde.
Zwischen seinem Einsatz im Irak und seinem jetzigen in Afghanistan, leitete Petraeus das US-Zentralkommando Naher- und Mittlerer Osten, das sämtliche US-Truppen und deren Einsätze in der Krisenregion von den Hotsports Afghanistan und Irak, dem Fokus Iran und Pakistan, in der gesamten arabischen Welt und am östlichen Mittelmeer koordiniert.

Nun wurde anstelle von Petraeus ein Nachfolger für diesen, für das US-Militär strategisch wichtigen Posten, ernannt. Der Viersterne-General James N. Mattis, gilt laut New York Times, unter dem Militär als echter Haudegen. Er hatte die Eliteeinheit der US-Marines bei der Invasion in den Irak kommandiert und leitete später deren Counter-Insurgency Operationen Gerade die Art und Weise, wie die Marines dabei vorgingen, etwa in Felludscha,… weiter lesen

02.07.2010 von Karim El-Gawhary
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Talibanisierung im Dampfkochtopf Gaza

von Karim El-Gawhary

Das von Israel erklärte Ziel der Gazablockade ist es, die dort regierende Hamas zu schwächen. Nun ist dieses Ziel erreicht, allerdings nicht im Sinne des Erfinders.

Weil sie ein mit Mädchen und Jungen gemischtes UN-Sommercamp im Gazastreifen für islamisch unsittlich hielten, schritt eine Gruppe bewaffneter Männer diese Woche zur Tat. Sie stürmte das Lager in den frühen Morgenstunden, als sich dort noch keine Kinder befanden, fesselten die Wärter, schlitzten mehrere Zelte auf oder setzten sie in Brand, auch ein Plastikswimmingpool und anderes  Spielzeug wurde verwüstet. Niemand bekannte sich zu der Tat.Und so sah es danach dort aus

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Es ist das zweite Mal binnen fünf Wochen, dass ein UN-Sommerlager in Gaza vonVermummten angegriffen wurde. Die Hamas hat die Angriffe auf die UN-Sommercamps für Kinder verurteilt. Das von der Hamas geleitete Innenministerium machte in einer Erklärung Gruppen für den Angriff verantwortlich, „die mit ihren fehlgeleiteten Ideen die… weiter lesen

25.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Und wieder eine traurige nahöstliche Bilanz: Menschenhandel und moderne Sklaverei

von Karim El-Gawhary

Das US-Außenministerium hat einen Bericht über weltweiten Menschenhandel herausgebracht. Und wieder einmal kommt meine Region gar nicht gut weg.  Eine Kurzfassung findet sich hier.

Der Bericht teilt die Länder in drei Kategorien auf

  1. Länder, die die Bestimmungen des TVPA, also des „Trafficking Victims Protection Act“ voll erfüllen. In dieser Kategorie befindet sich kein einziges nahöstliches Land.
  2. Die „Zu Beobachten“-Kategorie
  3. Länder, denen das alles egal ist

In der letzten Kategorie findet sich Saudi Arabien wieder. Hier geht es vor allem um Hausbedienstete und angeworbene Arbeiter. Sie alle kommen freiwillig nach Saudi Arabien, sind dort aber oft damit konfrontiert, dass ihnen ihr Pass abgenommen wird, dass ihre Bewegungs- oder Kommunikationsfreiheit eingeschränkt, sie sexuell missbraucht oder geschlagen werden und dass der Job, der dort auf sie wartet ein ganz anderer ist, als der, für den sie angeworben wurden.

Der Sudan ist ebenfalls in dieser untersten Kategorie… weiter lesen