Archive for the ‘Zensur und Neue Medien’ Category

05.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Tunesien: Wie man mit Menschen “Freiheit” buchstabiert, trotz Internet-Zensur

von Karim El-Gawhary

Dieses Foto bringt mich um. Es zeigt den unglaublichen Einfallsreichtum der jungen Tunesier und es bricht mir auch irgendwie das Herz, zu sehen, wie sie auf Protestformen ausweichen, die den Polizeiapparat Ben Ali umgehen.

Das Bild stammt vom Institut für Ingenieurwesen in Tunis. Die Menschen haben sich aufgestellt, um die Wort “Tunis hurra” also “Freies Tunesien”  darzustellen. Das ist mindestens so gut wie die Aktion an der Straßenbahnhaltestelle vor ein paar Tagen.


Auch die gewalttätigen Auseinandersetzungen gehen weiter, zuletzt in Thala, 250 Kilometer von der Hauptstadt entfernt.

Die Regierung versucht sich in allerlei Spielchen der Internet-Zensur, um zu verhindern, dass Informationen nach Außen dringen. Individuelle Facebook-Konten werden beispielsweise blockiert. Darunter die arabische Facebook-Gruppe “Mr. Präsident, die Tunesier zünden sich selbst und das Land an”, die mehr als 12.000 Teilnehmer hat. Außerdem scheint es schwer bis unmöglich zu sein, Videos und Fotos auf Facebook hochzuladen.

Ebenso sind… weiter lesen

26.11.2010 von Karim El-Gawhary
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Facebook stellt ägyptische Antifolter- und El-Baradei-Seite wieder ins Netz

von Karim El-Gawhary

Im letzten Beitrag wurde davon berichtet, dass Facebook gestern mehrere Seiten ägyptischer politischer Reformer und Menschenrechtler gelöst hatte und diese nicht mehr einsehbar waren. Das war noch der Fall, bis ich gestern ins Bett gegangen bin. Heute Morgen gab es dann aber ein nettes Erwachen.

Offensichtlich haben eine Menge Leute in den letzten Stunden Facebook kontaktiert und sich beschwert

Denn sie ist wieder da, die Facebook-Seite von Muhammed El-Baradei, dem ehemaligen Chef der Atomenergiebehörde, Friedensnobelpreisträger und Gegner des Mubarak-Regimes.

Auch die Anti-Folter Seite ägyptischer Aktivisten “Wie sind alle Khaled Said” ist wieder restauriert.

Damit das heutige Aufwachen aber nicht zu nett verläuft, hier noch ein neues Video von Amnesty International zu den Parlamentswahlen in Ägypten, die am Sontag stattfinden.

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Heute hat El-Baradei und die “Es reicht Bewegung” übrigens zu einem “Tag des Ärgers” aufgerufen.

In dem Aufruf heisst es:

“Am Freitag werden

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25.11.2010 von Karim El-Gawhary
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Facebook löscht Seite ägyptischer Anti-Folter Aktivisten

von Karim El-Gawhary

In diesem Blog wurde ausführlich über den Fall Khaled Said berichtet, dem jungen Ägypter,  der im Sommer laut Augenzeugenberichten in Alexandria auf offener Straße von zwei Polizisten zu Tode geprügelt wurde.

Auf Facebook , Twitter,  auf den ägyptischen Blogs und auf Youtube wurde rund um den Fall mobilisiert, bis er am Ende so hohe Wellen schlug, dass die beiden Polzisten vor Gericht gestellt wurden. Auch darüber findet sich bei Arabesken ein Eintrag.

Die Facebook-Seite “Wir alle sind Khaled Said ist nun gelöscht worden.

Auch die Facebook-Seite von Muhammad El-Baradei, dem ehemaligen Chef der Atomenergie-Behörde, Friedensnobelpreisträger und Mubarak Herausforderer, wurde geöscht.  Twittern tut er aber noch.

Sein letzter Twitter-Eintrag lautet:

“Efforts to silence our voices will only strengthen our resolve to regain our freedom . Anger is on the rise.”

14.11.2010 von Karim El-Gawhary
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Die Todes-Polizeiwache von Alexandria

von Karim El-Gawhary

Erinnern Sie sich an den Fall des jungen Ägypters Khaled Said, der laut Augenzeugen auf offener Straße von zwei Polizisten in Alexandria zu Tode geprügelt wurde? Die beiden Polizisten, die dank der Berichte auf Facebook, bei Twitter und in den ägyptischen Blogs und später auch der offiziellen Medien heute vor Gericht stehen, haben in der Sidi Gabr Polizeistation im Zentrum der ägyptischen Mittelmeermetropole gearbeitet.

Wie es scheint,  hat man in der Sidr Gabr Polizeistation daraus keine Konsequenzen gezogen.  Denn jetzt wurde in den Blogs und auf Twitter erneut ein Fall bekannt, in dem ein junger Ägypter auf der gleichen Wache zu Tode gefoltert wurde.

Ahmad Schaaban ID-Foto

Es handelt sich um den 19jährigen Ahmed Schaaban, der nach Aussagen seiner Familie und seiner Freunde auf der Wache gefoltert wurde, bis er starb. Ahmad war bei einem Routinecheck der Polizei aufgegriffen worden, da er sich nicht ausweisen… weiter lesen

13.10.2010 von Karim El-Gawhary
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Ägyptische Regierung schränkt vor den Wahlen SMS-Nutzung ein

von Karim El-Gawhary

Tausend Handys für 1000 Aktivisten. Quelle: www.digiactive.org

Wer in Ägypten eine SMS en gros verschicken will, der benötigt in Zukunft eine Erlaubnis der Behörden. Für die Nutzung sogenannter SMS Aggregatoren, die gleichzeitig hunderte von SMS-Botschaften verschicken können, benötigt man fortan eine Lizenz.

Für die Opposition stellt das den neusten Schritt der Regierung dar, der wachsenden Bewegung gegen den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und dessen Sohn und möglichen Nachfolger Gamal Mubarak das Leben schwer zu machen. Der Zeitpunkt der Verkündung der Restriktionen, einen guten Monat vor den Parlamentswahlen, dürfte kein Zufall sein.

Ägyptens junge Reformbewegung gehört zu den eifrigsten Nutzern der SMS-Dienste und mobilisiert damit für ihre Demonstrationen und andere Protestveranstaltungen. Auch der ehemalige Chef der Atomenergiebehörde und Friedensnobelpreisträger Muhammad El-Baradei nutzt immer wieder SMS-Botschaften, um seinen Ruf nach politischer Reform zu verbreiten.

Zwar nutzt die Reformbewegung auch Internetblogs und den Internet-Message-Service Twitter, aber während nur 22 Prozent… weiter lesen

05.10.2010 von Karim El-Gawhary
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Ist es gut Fernsehkanäle radikaler Islamisten zu verbieten?

von Karim El-Gawhary

Genau das haben die ägyptischen Behörden getan, als sie das Signal des Badr-Kanals auf dem staatseigenen Satelliten Nilssat blockiert haben. Der Kanal, der erzkonservative islamistische Inhalte verbreitet, habe den Hass auf Christen geschürt, rechtfertigt die Regierung diesen Schritt. So weit so gut.

Wie aber geht es weiter?

Der Informationsminister Anas al-Fiqqi hat nun angeordnet, dass die Fernsehbehörden die Inhalte der Fernsehprogramme prüfen sollen.

Nun befürchten Oppositionelle im Vorfeld der Parlamentswahlen Ende November und in der angespannten Atmosphäre wegen der ungeklärten Frage, um die Nachfolge des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, dass die Regierung in Kairo zu einem Rundumschlag gegen regimekritische Fernsehprogramme ausholen könnte.

Begonnen hatte der letzten Monat, als die Büros der privaten Produktionsfirma Orbit geschlossen wurden, weil sie angeblich ihre Rechnungen nicht bezahlt haben. Orbit ist für die Produktion der prominenten Show „Al-Qahira al-Youm“ – zu deutsch  „Kairo Heute“ verantwortlich, die sich immer wieder kritisch mit den ägyptischen Verhältnissen… weiter lesen

30.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Die Macht des Facebook: Prügelnde syrische Lehrerinnen gefeuert, nachdem sie in einem Video geoutet wurden

von Karim El-Gawhary

Das soziale Internet-Netzwerk Facebook macht es möglich. Zwei syrische Lehrerinnen wurden entlassen, nachdem dort folgendes Video gepostet wurde.

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Zu sehen sind Kinder in einer Grundschule, die vor Schmerzen weinen, während ihnen zwei Lehrerinnen mit einem Tafellineal auf Hände und Füße schlagen.

Die kurze Aufnahme hat in Syrien zu einem Aufschrei geführt. Das syrische Erziehungsministerium begann nach der Veröffentlichung der Facebookseite durch Unbekannte mit dem Titel: „Helfen Sie uns die Identität der Lehrer aufzudecken, die unsere Kinder foltern“, mit einer Untersuchung des Falles. Die beiden Lehrerinnen waren einer Dorfschule in der Provinz Aleppo im Norden des Landes angestellt. Das Ministerium sei fest entschlossen, derartige Fälle in Zukunft zu stoppen, heißt es in einer Erklärung.

Körperliche Züchtigung ist offiziell in syrischen Schulen untersagt, kommt aber dennoch vor. Bassam Alkadi, der Direktorweiter lesen

24.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Saudi Arabien: Lieber Blogger haben Sie überhaupt eine Lizenz?

von Karim El-Gawhary

In dem verzweifelten Versuch arabischer Regime das Internet und die neuen Medien unter Kontrolle zu bekommen, hat sich die saudische Regierung etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Der Sprecher des Informationsministeriums in Riad, Abdul Rahman Al-Hazza  kündigte gestern an, dass Blogger im Internet in Zukunft eine Lizenz der Regierung benötigen.

Das bedarf eigentlich keines Kommentars.

Schön aber dennoch en paar der Reaktionen, die in Saudi Arabien daraufhin über Twitter verbreitet wurden. Wie etwa der folgende Einwurf:


“Beim Informationsministerium eine Lizenz zum Bloggen einholen zu müssen, das wäre wie beim Wasserministerium um die Erlaubnis zu fragen, einen Schluck Wasser trinken zu dürfen”.

Da fällt mir wieder die Antwort eines ägyptischen Software-Ingenierus ein, den ich vor über zehn Jahren, also weit vor der Zeit der Blogger, gefragt habe, ob er glaube, dass die arabischen Regime es schaffen werden das Internet zu kontrollieren. Seine einfache und einprägsame Antwort:weiter lesen

21.09.2010 von Karim El-Gawhary
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NEUES VOM ARABISCHEN FOTO-DOKTOR

von Karim El-Gawhary

Zuerst eine kurze Bemerkung in eigener Sache. Taz-KorrespondentInnen suchen Arbeit“ – so hieß die Aktion, mit der wir letzte Woche drei Tage lang keine einzige Zeile für die taz lieferten, weil  wir Korrespondenten in Zukunft zu deutlich schlechteren Bedingungen arbeiten sollen. Die taz-Chefredaktion ist uns auch nach unserer Protestaktion und während einem Treffen der taz-Genossenschaftin Berlin keinen Millimeter entgegengekommen. Wir diskutieren derzeit unser weiteres Vorgehen. Vorerst schreiben wir erst einmal weiter; auch in diesem Blog. Damit die Chefredaktion zwischendrin wieder sieht, was sie an uns hat und welches Risiko sie eingeht.

Wie im letzten Blogbeitrag beschrieben, wurde letzte Woche die ägyptische Regierungszeitung Al-Ahram auf frischer Tat ertappt: mit einem manipulierten Foto vom Nahostgipfel in Washington, auf dem der ägyptische Präsident forsch vor seinem Gastgeber Barack Obama über den roten Teppich des Weißen Hauses schreitet.

Besonders apart war die Verteidigungsrede des Chefredakteurs von Al-Ahram, Ossama al-Saraya. Das… weiter lesen

10.09.2010 von Karim El-Gawhary
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Nirgends sterben mehr Journalisten

von Karim El-Gawhary

Nach dem Abzug der US-Kampftruppen aus dem Irak ist es Zeit, eine andere traurige Bilanz zu ziehen  Laut einem  jetzt veröffentlichten Bericht von „Reporter ohne Grenzen“ sind seit dem Einmarsch der US-Truppen im März 2003 im Irak 230 Medienmitarbeiter getötet worden. Das übersteigt die Zahl der getöteten Reporter während des Vietnamkrieges.” Während des Vietnam-Kriegs von 1955 bis 1975 kamen 63 Journalisten ums Leben.

(Zaki Shaqfeh, Al-Ra'i, 5/24/04).

Rund 70 Prozent der Journalisten starben bei gezielten Anschlägen und Attacken – eine weitaus höhere Rate als bei vorangegangenen Kriegen. In mehr als 80 Prozent der Fälle kamen die Täter aus den Reihen bewaffneter Gruppen, die im Widerstand zur US-Koalition und der irakischen Regierung stehen. Für rund zehn Prozent der Todesfälle waren die internationalen Besatzungstruppen verantwortlich. .Die meisten Todesopfer, fast 90 Prozent, waren irakische Medienvertreter.

Damit es nicht in Vergessenheit gerät. Hier noch einmal das bekannte Wikileaks-Video, in dem… weiter lesen