06.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Ägyptischer Innenminister: Unsere Polizei setzt keine Schrotgewehre ein. Der Gegenbeweis

von Karim El-Gawhary

Der ägyptische Innenminister hat öffentlich erklärt, dass die Sicherheitskräfte bei den letzten Zusammenstößen vor dem Innenministerium keine Schrotgewehre einsetzen. Es sei nur Tränengas im Einsatz, erklärte General Muhammad Ibrahim. In einem Interview, sagte Ibrahim, er fordere jeden heraus, der behauptet, dass die Sicherheitskräfte Schrotgewehre benutzen. Er fügte hinzu, dass die Staatsanwaltschaft dies beaufsichtige.

 

 

 

Well ……
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Die ägyptischen Tahrir-Aktivisten haben die Herausforderung angenommen. Das sind Fotos der bekannten Aktivistin Salma Said, eine der Gründerinnen der Gruppe “Nein zu Militärgerichtsprozessen”. Sie wurde gestern in der Nacht zum Montag vor dem Innenministerium mit Schrot beschossen und liegt im Krankenhaus.

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03.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Der Fall der Kairoer Mauer

von Karim El-Gawhary

Das war die Antwort des  ägyptischen Militärs Ende letzten Jahres auf die Proteste vor dem Kairoer Innenministerium. Die Zentrale der Sicherheitsapparate sollte geschützt und weitere Straßenschlachten in der Muhammad Mahmoud Str., die vom Tahrir-Platz zum Ministerium führt, sollten so verhindert werden.  Statt eine politischen Antwort auf die Proteste zu geben, oder wenigstens das Innenministerium zu reformieren und von alten Kräften zu säubern, ließ der Militärrat einfach mitten in der Stadt diese Mauer errichten.  Nach dem Motto: Mauern statt Reform und Wandel.

 

 

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Und das war jetzt die Antwort der Demonstranten und Fußballfans. Hatte das Militär das Ganze mit Kränen aufgebaut, haben die Demonstranten mit reiner Muskelkraft das Mauerwerk letzte Nacht wieder zum Einsturz gebracht. Gibt es ein schöneres Symbol, dass auch Mauern den Wandel und Bruch mit den alten Zeiten nicht aufhalten können?

 

 

Foto: @salmasaid

 

 

 

 

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03.02.2012 von Karim El-Gawhary
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Ägyptens Fussballkrieg geht in die Verlängerung

von Karim El-Gawhary

vor dem Innenministerium.

Auf diesem Link befindet sich mein letzter Fernsehbericht dazu,

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YouTube Preview Image

 

Absolut faszinierend ist dieses Video von gestern Abend. Ein LKW der Polizei, der neue Rekruten zum belagerten Innenministerium bringen soll, wird selbst von Demonstranten und Fußballfans umlagert. Der Fahrer und der das Fahrzeug kommandierende Offizier fliehen und überlassen die jungen Polzisten im Laderaum ihrem Schicksal. Einige der Demonstranten beschützen daraufhin das Fahrzeug vor wütenden Demonstranten und sorgen dafür, dass die jungen Polizisten in Krankenwagen abtransportiert werden.
Wenige hundert Meter davon entfernt tobt der Straßenkampf mit inzwischen über 400 Verletzten. Wäre die Demonstranten nur ihrem berechtigten Ärger gefolgt, wäre diese Geschichte für die jungen Polizisten im LKW nicht so glimpflich ausgegangen.

18.01.2012 von Karim El-Gawhary
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Volle Kirchen in Bregenz, Revolutionäre Jahrestage in Kairo

von Karim El-Gawhary

Würden sie auch in einer Kirche über den Arabischen Frühling sprechen, lautete die Anfrage aus Bregenz, nachdem sich der ursprüngliche Veranstaltungsort das Theater Kosmos als zu klein erwiesen hatte.  Das Ergebnis in der Pfarrkirche Mariahilf mit 500 Besuchern ist hier zu sehen. Wie es bei der Einführung hieß: „Selten ist die Kirche so voll“. Und nicht nur das. Es wurde ein langer Abend mit einem interessierten und einem interessanten Publikum.

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Auch die anschließende Veranstaltung an der Uni in Zürich war gut besucht. Genauso wie die vorherige in Stuttgart.

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Im Ö1-Radio lief diese Woche in der Sendung Matrix – Computer und Neue Medien ein langer Beitrag unter dem Titel „Von 9/11 zur “Facebook-Revolution”. Das mediale Bild der arabischen Länder im Wandel“, zu dem ich auch befragt wurde und danach ein interessanter Beitrag über „Die Macht digitaler Bildimpulse. Handybilder und Videostreaming im Revolutionsgeschehen“.
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09.01.2012 von Karim El-Gawhary
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Vom Tahrir nach Stuttgart 21

von Karim El-Gawhary

 

Von der Revolutionären des Tahrir zu den Volksbürgern hinter dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Das passt ganz gut, denn Stuttgart ist die Partner-Stadt Kairos. Vor dem gelb-roten Indianer-Zelt kann man “Stuttgart 21″ sogar auf arabisch lesen.

Ich spreche dagegen heute in Stuttgart über den Arabischen Frühling und dessen Folgen

beim “Treffpunkt Kairo” bei den Stuttgarter Nachrichten

um 19.30 Uhr. Ort: Studio S, Pressehaus Stuttgart, Plieninger Straße 150, Stuttgart-Möhringen.

Hier ist der Link zur Ankündigung

Am Dienstag habe ich dann eine Veranstaltung in Bregenz

Am Mittwoch in Zürich

30.12.2011 von Karim El-Gawhary
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Adieu 2011, Jahr des arabischen Aufbruchs und der fliegenden Kameras. Auf ein turbulentes 2012

von Karim El-Gawhary

 

Mein Jeep ist  gepackt. Ich werde mich jetzt  für ein paar Tage in die Wüste absetzen und in der dortigen Stille und Entlegenheit, im kostenlosen Eine-Million-Sterne-Hotel, das neue Jahr beginnen.

Also wünsche ich schon jetzt allen Leserinnen, Lesern, Zuhörern, Zuhörerinnen, Zuschauern und Zuschauerinnen ein gutes neues Jahr.

 

Vielleicht fliegen Ihnen/Euch im nächsten Jahr genauso Sachen entgegen, wie mir in diesem z.B Kameras, hier festgehalten vom Wiener unabhängigen Videofilmer Georg Schütz, der mit kaputten Stativ angereist war.

 

Das journalistisch ereignisreichste Jahr meines Lebens liegt hinter und ein sicherlich turbulentes vor mir. Viele offene Fragen liegen vor uns. Was bedeutet der Wahlsieg der Islamisten in Ägypten? Lässt sich das Militär in einer Revolution 2.0 doch noch dort aus der Politik drängen?

 

Wie geht es in Syrien weiter? Wann fällt das Regime Assad? Wie wird sich das Militär dort auf Dauer verhalten? Zündet das… weiter lesen

23.12.2011 von Karim El-Gawhary
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Ägyptische Antwort auf Militärgewalt gegen Frauen: Diesmal die Schläger in blauen Unterhosen

von Karim El-Gawhary

Ich komme gerade vom Tahrir. Das ist dort heute die  typisch humorvolle ägyptische Antwort auf das brutale Vorgehen der Armee gegen Frauen: Diesmal die Soldaten in Unterhosen und das Opfer in den ägyptischen Nationalfarben gekleidet. Die Ägypter lieben die Möglichkeiten von Potoshop für ironische Gegendarstellungen.

 

Heute auf dem Tahrir: Foto: El-Gawhary

 

 

Und für alle, die es noch nicht gesehen habe: So sah, die Original-Vorlage aus, als die Armee vor ein paar Tagen eine Protest-Veranstaltung auf dem Tahrir-Platz aufgelöst hatte.

 

 

 

 

23.12.2011 von Karim El-Gawhary
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Ägypten: “Das Lachen der Gefangenen” ist stärker als das Blut auf den Plätzen

von Karim El-Gawhary

Für mich gibt es kleine Anzeichen, dass die Tage des Militärs in der Politik und der Vertreter des alten Regimes an den Schaltstellen in Ägypten angezählt sind. Eines davon ist dieses neue ägyptische Musikvideo mit dem Titel „Das Lachen der Gefangenen“, gesungen von Ali El-Haggar und geschrieben von Abdel Rahman El-Abnoudy. Ein ägyptischer Sänger, nicht von den Tahrir-Aktivisten, sondern aus dem Mainstream kommend, geht mit so einem Musikvideo an die Öffentlichkeit.

Auf Arabisch ist das ein sehr emotionaler, wunderschön geschriebener Text. Das ist mein bescheidenen Versuch ihn zu übersetzen und dabei verliert er natürlich viel und es sind sicher einige Fehler drin. Vielleicht kann sich ein professioneller Übersetzer die Mühe machen, die Feinheiten rüberzubringen. Ich würde die Übersetzung dann hier posten.

Das Lachen der Gefangen (mindestens 12.000 von Militärgerichten Verurteilte seit Mubaraks Sturz) ist stärker, als das Blut auf den Plätzen und die Regeln, die sie aufstellen. Auch wenn die… weiter lesen

20.12.2011 von Karim El-Gawhary
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Von den Widrigkeiten des Fernseh-Machens auf dem Tahrir-Platz

von Karim El-Gawhary

Was macht man, wenn man über Frauen berichten will, man sich dauernd verspricht und ständig Männer ins Bild rennen?

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Heute auf dem Tahrir-Platz war es einfach zum Mäusemelken. Ich musste einen kurzen Beitrag für die ORF ZIB-Nachrichten über eine Frauendemonstration in Kairo machen. Die Demonstrantinnen haben gegen die Gewalt des Militärs gegen Frauen protestiert. Auslöser war ein brutales Video, in dem zu sehen ist, wie einige Soldaten auf dem Tahrir eine Demonstrantin zu Boden werfen, ihr die Kleider vom Leib reißen und auf sie treten. Ein ernster Anlass, der sich aber zum meiner persönlichen Fernsehkomödie entwickelte.

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Denn auf ging es zum Tahrir-Platz, um über die Frauen-Demo zu berichten. Hintergrund des Aufsagers der Geschichte sollten natürlich die Demonstrantinnen sein. So weit so gut. Aber irgendwie ging alles schief.  Ich habe entweder einen wunderschönen gewollten Hintergrund mit ägyptischen Demonstrantinnen und verspreche mich. Oder ich schaffe ein paar gerade Sätze und… weiter lesen

20.12.2011 von Karim El-Gawhary
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“Lieber Westen” …. eine bewegende Rede einer ägyptischen Demokratie-Aktivistin

von Karim El-Gawhary

Es ist eine sehr bewegende Rede, die die junge ägyptische Regisseurin Laila Soliman, anlässlich der der Verleihung des 1. Internationalen Willy-Brandt-Preises gehalten hat. Mit dem Preis werden Personen oder Organisationen für besondere Verdienste und großes Engagement für die internationale Verständigung ausgezeichnet. Laila Soliman erhielt einen Sonderpreis für besonderen politischen Mut. Ihre Rede findet sich auf dem lesenswerten „Blog “Transit – Die Arabische Welt im Wandel, ein Webjournal des Goetheinstitutes“, in dem junge Menschen beschreiben, wie sie die Zeit des arabischen Umbruchs erleben.

 Aufmerksam auf Lailas Rede hat mich mein Kollege Jürgen Stryjak gemacht.  Die Rede ist schon letzten Monat gehalten worden.  Aber die letzten Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und dem Militär in Kairo, bei denen heute Morgen erneut auch scharf geschossen wurde und es weitere Todesopfer gab, zeigen, dass Lailas Ausführungen nichts an Aktualität verloren haben.

Quelle: spd.de… weiter lesen