Posts Tagged ‘Ägypten’

17.03.2013 von Karim El-Gawhary
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A taste of Zamalek: Wenn eine Nilinsel in Kairo gegen die Muslimbrüder feiert

von Karim El-Gawhary

Foto: El-Gawhary

 

 

Kairo, das sind nicht nur blutige Straßenschlachten, die es bis in unsere Medien schaffen  und Bärte, die dem Land ihren Stempel aufdrücken wollen. Gestern gab es ein schönes Park-Fest im Fish-Garden auf der Nilinsel Zamalek  unter dem Motto „A Taste Zamalek“  organisiert von der Bürgerinitiative der Insel.

Dort spielte auch die Band Abu wel Shabab, übersetzt ungefähr „Papa und die Jungs“ mit politisch kritischen Texten, wie etwa folgendem:

 

“Ich kann keine Lösung finden um die gegenwärtige Lösung zu ersetzen. Keine wirkliche Arbeit, keine echte Gerechtigkeit, nur eine Menge Gerede. Talkshows und Beschimpfungen, während eine Gruppe die ganze Nation zu Ungläubigen erklärt und sie selbst die Söhne des Teufels sind.

 

 

In einem anderen Lied heißt es:

 

Die Menschen sind gnadenlos, als ob das was geschehen ist nie passiert ist, als ob die Revolution ein Match ist und der Gewinner zum

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05.03.2013 von Karim El-Gawhary
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“Augen-Jäger” der ägyptischen Polizei bekommt 3 Jahre Gefängnis

von Karim El-Gawhary

Leutnant Mahmoud-Sobhi-Shinawi

 

 

In Ägypten wurde er bekannt als „Augen-Scharfschütze“ oder „Augen-Jäger“: Polizeileutnant Mahmud  Sobhi El-Shinawi. Er hatte sich darauf spezialisiert, mit einem Schrotgewehr auf die Köpfe der  Demonstranten zu zielen und ihnen die Augen auszuschießen. Jetzt wurde dafür von einem Strafgericht in Kairo  zu drei Jahren Gefängnis verurteilt

 

Bekannt wurde er durch dieses Video, das zeigt, wie andere Polizeioffiziere ihm für einen erfolgreichen Augenschuß gratulieren. “Sehr gut Bascha – der ist direkt ins Auge gegangen”

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Die Demonstranten erstellten daraufhin einen Steckbrief und haben so den Schützen identifiziert.

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Für den bekannte ägyptischen Aktivist Ahmad Harara, der durch derartige Polizeieinsätze mit Schrotmunition gleich beide Augen verloren hat, dürfte dieses Urteil wenig zufriedenstellend sein.

 

Ahmad Harara

 

Aber wie hat es Harara zusammengefasst:

 

„Es ist besser blind zu sein und aufrecht

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25.12.2012 von Karim El-Gawhary
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Chinesische Weihnachtbäume im islamischen Ägypten

von Karim El-Gawhary

Oder: Warum die Ägypter schon vor den festlichen Bäumen saßen, als die Europäer noch auf ihnen kletterten 

 

 

 

Hassan Abu Daous verkauft seit einem halben Jahrhundert Weihnachtsbäume in Kairo. Ausländer sind seine Kunden, aber auch Muslime und christlichen Kopten, die ihr orthodoxes Weihnachten erst am 7. Januar feiern. Aber da Ägypter immer alles lieben, was leuchtet und glänzt, gibt es dort zahlreiche Menschen die kein religiöses, sondern eher ein Kulturweihnachten feiern und dazu gehört unbedingt ein Weihnachtsbaum.

 

Dieses Jahr ist es allerdings ziemlich flau mit dem Verkauf, erzählt der muslimische Christbaumverkäufer Hassan. „Solche Bäume kaufen die Menschen, wenn sie glücklich sind und es ihnen gut geht“, erklärt der den Käuferschwund. Kairo in der Krise, mit dem Streit um die Verfassung und den Auseinandersetzungen auf der Straße zwischen Islamisten und Opposition, da will dieses Jahr keine so rechte Weihnachtsstimmung aufkommen.

 

Was übrigens den… weiter lesen

17.12.2012 von Karim El-Gawhary
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Herr Niebel rettet die arabische Demokratie. War da nicht was?

von Karim El-Gawhary

 

Aha – dem deutschen Entwicklungsminister Dirk Niebel machen die Veränderungen in Ägypten also große Sorgen. Das sagt er in einem FR-Interview. Es bestehe die Gefahr, dass das diktatorische System des gestützten Präsidenten Mubarak wieder auflebt, nur diesmal mit anderen Personen, sagt er und kündigt an, alle Regierungskontakte nach Ägypten abzubrechen. Auch den geplanten teilweisen Schuldenerlass können die Ägypter jetzt erst einmal vergessen, meint Niebel. „Wir sind bereit, eine Transformation hin zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Ägypten zu unterstützen“, fügt er hinzu.

 

Ich glaube der ägyptische Präsident Muhammad Mursi würde sich glücklich schätzen, wenn die Bundesregierung zu ihm nur halbwegs so ausgezeichnete Kontakte aufrechterhalten würde, wie sie das einst zum Diktator Mubarak getan hat, dessen systemisches Aufleben sie jetzt befürchtet. 30 Jahre lang hatte die Bundesregierung im Namen der Stabilität die arabischen Autokraten gestützt.

 

 22.09.10 fünf Monate vor dem Sturz Mubaraks

 

Und auch mit Küsschen besiegelt

 

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02.11.2012 von Karim El-Gawhary
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Kairo: Mit Sprühfarbe gegen sexuelle Belästigung

von Karim El-Gawhary

AP via taz

 

Die Belästigung von Frauen auf der Straße ist in Kairo zu einer Epidemie geworden. Ein Sprecher der ägyptischen Präsidenten Muhammad  Mursi erklärte letzten Dienstag, dass alleine während des Bayram-Festes letzte Woche 735 Anzeigen wegen sexueller Belästigung bei der Polizei eingegangen sind. „Wir müssen alle Phänomen des moralischen Verfalls bekämpfen, ganz besonders die Belästigungen auf Ägyptens Straßen“, heißt es in der präsidialen Erklärung.

 

Darauf will die neu gegründete Gruppe „Fasst die Belästiger“ , erkennbar an ihren gelben Westen, nicht mehr warten.

 

Sie hat eine Art Bürgerwehr geschaffen nicht nur um Frauen zu schützen. Die Aggressoren werden mit Sprühfarbe markiert.

via Egypt Independent

 

Ob das hilft, dabei immer die richtigen markiert werden und die Bürgerwehr nicht selbst zu Problem wird? Und wo ist eigentlich die Polizei? Diskussion erwünscht!!!

 

24.10.2012 von Karim El-Gawhary
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In Ägypten steckt sogar im “Internationalen Währungsfonds” Musik

von Karim El-Gawhary

 

Ich liebe die ägyptische Kreativität nach dem Sturz Mubaraks. Man mag zu der Arbeit des Internationalen Währungsfond (IWF) stehen wie man will, sicher ist, es dürfte nur wenige Länder geben, in denen Lieder komponiert und Musikvideos gedreht werden, die den IWF zum Thema haben. Wie dieses hier von Yasser El-Manawahly.

Die ägyptische Regierung befindet sich derzeit in Verhandlungen über einen 4,8 Milliarden USD Kredit vom IWF.  Unklar sind die Bedingungen, die daran geknüpft sind. Manche in Ägypten befürchten, dass der IWF damit auf Jahre die ägyptische Wirtschaftspolitik mitbestimmen wird. Aber das Land braucht dringend Geld, um kurzfristig Haushaltslöcher zu stopfen und sich mittelfristig in der Nach-Mubarak-Zeit neu aufzustellen.

 

In diesem Al-Ahram Online Artikel werden einige Fragen rund um die Verhandlungen um IWF-Kredit für Ägypten diskutiert.

 

In einem interessanten Artikel auf der Webseit der Menschenrechtsorganisation “Egyptian Initiative for Personal Rights” werden die Möglichkeiten für Ägyptens neue wirtschaftspolitische Ausrichtung… weiter lesen

15.10.2012 von Karim El-Gawhary
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Strato-Sprung: Was der Österreicher Felix kann, kann der oberste ägyptische Staatsanwalt Abdel-Meguid schon lange

von Karim El-Gawhary

http://inanities.org, Sarah Carr

 

 

Der ägyptische Präsident Muhammad Muris hat es nicht geschafft, den ungeliebten Restposten des Mubarak-Regimes, den obersten Staatsanwalt Abdel-Meguid Mahmud zu feuern, weil das nicht in seiner Kompetenz liegt. Auch wenn die Staatsanwaltschaft in Kairo die Fälle gegen die Überbleibsel des alten Regimes gerne verschleppt und schlampig ermittelt: die Ägypter können den Chefankläger im Namen der Unabhängigkeit der Justiz einfach nicht loswerden.

 

 

 

Nun hat meine Kollegin Sarah Carr in ihrem Blog eine kreative Lösung gefunden, indem sie den obersten Staatsanwalt einfach ins All geschossen hat. Zwar soll er inzwischen wieder in der Arbeit erschienen sein, aber ein Sprecher der Muslimbruderschaft hat laut Informationen des Blogs bereits erklärt, dass Muslime, die aus dem All zurückkommen, aller ihrer Ämter enthoben werden müssten.

 

Oberster Staatsanwalt Abdel-Meguid Mahmud

 

 

Übrigens soll der oberste ägyptische Staatsanwalt den… weiter lesen

01.10.2012 von Karim El-Gawhary
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Kairo: Ohne Autokennzeichen fährt es sich entspannter

von Karim El-Gawhary

Foto: El-Gawhary

 

Heute Morgen auf den Weg zur Arbeit in Kairo: Ein besonders dreister Fall eines fehlenden Fahrzeugkennzeichens.

 

Einer der Unarten, die sich in Kairos Verkehr seit dem Sturz Mubaraks eingebürgert haben, ist der Glaube mancher, dass Autonummernschilder etwas völlig Unnötiges seien, zumal sie dazu führen könnten, dass man überflüssigerweise einen Strafzettel erhält.

 

Obwohl die Verkehrs-Kontrollen nach monatelanger Absenz der Gesetzeshütter auf Kairos Straßen seit ein paar Wochen wieder zugenommen haben, scheint die Polizei das Phänomen nicht in den Griff zu bekommen.  Ich sehe jeden Tag Dutzende Fahrzeuge ohne Kennzeichen, die unbehelligt mitten durch die ägyptische Hauptstadt kreuzen.

 

Foto: El-Gawhary

29.09.2012 von Karim El-Gawhary
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“Wer anderen Autos eine Schramme zufügt”. Eine Liebeserklärung an Kairo

von Karim El-Gawhary

 

 

So etwas kann einem nur in Kairo passieren. Gestern habe ich beim Ausparken mit meinem Jeep wenig glanzvoll einem benachbarten Fahrzeug noch im morgendlichen Halbschlaf eine nicht allzu kleine Schramme in den weinrot-metallic-Lack gefahren.

 

Ich hielt erst einmal an und sah mich nach dem Besitzer um. Der kam bereits wutentbrannt schreiend im Unterhemd in Verstärkung seiner beiden Söhne aus seinem Haus gerannt. Er brüllte mich an und seine beiden Söhne stellten sich hinter mich, um sicherzustellen, dass jeder Widerstand zwecklos ist.

 

Ich versuchte ruhig zu bleiben und den Mann freundlich anzublicken. Gab meinen Fehler zu (was in Ägypten nicht üblich ist). Betonte, dass es keinen Grund gäbe zu schreien, da ich meine vollste Verantwortung für den Vorfall erkläre und dass wir eine Lösung finden könnten, die darin liegt, dass ich für den Schaden aufkomme.

 

Das allein konnte die Wut meines Gegenüber nicht bremsen, der… weiter lesen

25.06.2012 von Karim El-Gawhary
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Ein Muslimbruder als Präsident: Betrachtungen eines Kairoer Taxifahrers

von Karim El-Gawhary

 

 

Das ist Mustafa. Er hat mich heute ins Büro gefahren. Eigentlich hat er den letzten Premier Mubaraks und Wahlverlierer Ahmad Schafik gewählt. „Weil er einfach mehr Erfahrung hat und weiß, wie der Hase läuft“, sagt er.

 

Aber der Taxifahrer Mustafa ist auch ein perfektes Beispiel für den Pragmatismus der Ägypter, die vielleicht aufgrund ihrer 7000jährigen Geschichte und Gottgläubigkeit die Dinge manchmal in größeren Zeiträumen und mit Distanz betrachten.

 

„Gott hat uns jetzt den Muslimbruder Muhammad Mursi als Präsidenten gebracht“, beginnt er seine Wahlnachbetrachtung. „Vielleicht ist das besser, denn wenn Schafik gewonnen hätte, dann hätte es hier in Ägypten ein Blutbad gegeben“, meint er.

 

Wenn Mursi  nichts liefert, dann werden ihn die Ägypter in vier Jahren einfach wieder abwählen, davon ist er überzeugt. Und wenn er Gutes vollbringt, „dann umso besser“.  Außerdem habe auch Mursi sicherlich von der Erfahrung Mubaraks gelernt, dass man… weiter lesen