05.06.2012 von Karim El-Gawhary

Morgen am 6. Juni ist der zweite Jahrestag des Todes Khaled Saids. Oft war auf diesem Blog von ihm die Rede, jenem ägyptischen jungen Mann, der im Sommer 2010 von zwei Polizisten in Alexandria auf offener Straße erschlagen wurde. Khaled war eine der Internet-Ikonen und auch einer der Auslöser des Aufstandes gegen Mubarak, der ein halbes Jahr später beginnen sollte.

Khaled Saids Straße in Aelxandria . Foto: Amro Ali
Doch der Revolutions-Märtyrer war kein Heiliger und doch war er symptomatisch für eine ganze Generation junger Ägypter, die zwischen Drogenkonsum und radikalem Islamismus vor dem Sturz Mubaraks ein Leben suchten und vollkommen von den politischen Entscheidungen des Landes ausgeschlossen waren.

Das Internet-Cafe in dem Khaled verprügelt wurde. Foto Amro Ali
Ich empfehle jedem, zu Khaleds Todestag dieses Stück des jungen Amru Ali mti dem… weiter lesen
08.06.2011 von Karim El-Gawhary
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Eine Wahnsinns-Aktion: Demonstranten sprühen mit Hilfe einer Schablone Khaled Saids Gesicht an den Eingang des Innenministeriums in Kairo. Der junge Ägypter war vor einem Jahr auf offener Straße in Alexandria von zwei Polizisten zu Tode geprügelt worden. Jetzt prangt das Wahrzeichen für Polizeiwillkür und Brutalität an der Hauptpforte der Zentrale für Innere Sicherheit.
Am Jahrestag des Todes Khaled Saids protestierten die meist jungen Ägypter auch, weil ihnen die Veränderungen im Innenministerium infolge der Revolution nicht weit genug gehen, wie in diesem Artikel kurz beschrieben.
Apropos Khaled Said als Graffiti. Die Street Art in Kairo wird immer besser. Hier ein Wandgemälde auf der Nilinsel Zamalek, fotografiert vom bekannten ägyptischen Blogger 3arabawy

Foto: 3arabawy
In Syrien ist es leider noch längst nicht so weit. Hier meine Analyse über die dortige Lage.
Immerhin scheint das Regime erstmals von Innen ein… weiter lesen
05.01.2011 von Karim El-Gawhary

“Die Ägypter sind wie eine Hand, es lebe der Halbmond und das Kreuz”, heißt auf diesem Microbus, wie die örtlichen Sammeltaxis in Ägypten genannt werden. Eine tolle Geste des Fahrers nach dem Anschlag auf eine Kirche in Alexandria in der Silversternacht.
Nur einen kleinen Makel hat das Ganze. Wie man auf der Rückscheibe links sehen kann, steht das Taxi der Nationalen Einheit zum Verkauf.
getwittert wurde das Foto von dem bekannten ägyptischen Blogger Wael Abbas.
02.01.2011 von Karim El-Gawhary

Mit Kreuzen und Wut vor dem Fersehgebäude: Foto El-Gawhary
Plötzlich verstummte der Verkehr an der Niluferstrasse vor meinem Büro im Zentrum Kairos. Dann fuhren hektisch die LKWs der Bereitschaftspolzei vor, die sich in ihren schwarzen Uniformen auf der Strasse verteilte. Kurz darauf waren diese Rufe zu hören: “Mit meiner Seele und meinem Blut für das Kreuz”.
Die Demonstranten hatten Trauer, aber auch eine Menge Wut mitgebracht. Die meisten waren Christen, aber auch ein paar Muslime waren dabei. Sie protestierten heute Abend gegen den Anschlag auf die Kirche in Alexandria in der Silvesternacht.

Zeitweise, wie man auf den Fotos sehen kann, haben sie es immerhin bis zum staatlichen Fernsehgebäude geschafft. Es war interessant die Panik der Polizeioffiziere zu sehen, als die Demonstranten plötzlich vor einem der strategisch sensibelsten Gebäude der Stadt auftauchten.
Es dauerte eine gute Stunde bis es die Bereitschaftspolzei mit einer massiven Stärke von… weiter lesen
01.01.2011 von Karim El-Gawhary
Das war ein katastrophaler Beginn des Jahres. Mit dem Anschlag auf die Kirche in Alexandria ist ein wenig Irak in Ägypten eingezogen. 21 Menschen wurden getötet und fast 80 verletzt, als ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz vor der Kirche im Zentrum der ägyptischen Mittelmeermetropole zündete. Hier ist der Link zu einem Radiobeitrag, den ich heute gemacht habe.
Im folgenden Video ist Mitternachtsmesse zu sehen und der Zeitpunkt, als der Sprengsatz vor der Kirche hochgeht und Panik im Inneren ausbricht.
Die folgenden beiden Videos zeigen die Szene vor der Kirche nach dem Anschlag. Achtung das sind sehr graphische Bilder. Wer so etwas schwer vertragen kann, sollte diese Videos überspringen.
Es ist noch nicht eindeutig, wer hinter dem Anschlag steckt. Aber militante Islamisten vom Schlage Al-Kaidas haben nun seit Wochen ein solches Attentat gegen die Kopten angekündigt, als Rache für… weiter lesen
13.12.2010 von Karim El-Gawhary

Quelle: akhbarak.net
„Mir ist kalt“, ist derzeit wohl die meist getwitterte Botschaft im Nahen Osten. Eine Kalt- und eine Sturmfront hat das östliche Mittelmeer fest im Griff und nimmt aller Orten höchst unterschiedliche Formen an – vom Sandsturm bis zum Schneesturm.
Den Küstenstädten machte am Wochenende vor allem der hohe Wellengang und der Regen zu schaffen. Bei einer Windgeschwindigkeit bis zu 100 Stundenkilometern, schlugen bis zu zehn Meter hohe Wellen über die Küstenpromenade im ägyptischen Alexandria und im libanesischen Beirut. Die Straßen beider Städte waren auch vom Regen überflutet.
So sah es am Sonntag in der Alexandria aus
Und so an der Uferpromenade:
Der Hafen von Alexandria wurde vorübergehend geschlossen. Vor dem israelischen Hafen Aschod sank ein moldawischer Frachter. Alle elf Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.
Am Suezkanal kam es zu erheblichen Verzögerungen im Schiffsverkehr, nicht… weiter lesen
20.11.2010 von Karim El-Gawhary
Wenn das die Vorboten auf die ägyptischen Parlamentswahlen sind, dann „Gute Nacht“. Zumindest die Einwohner Alexandrias hatten keine ruhige Nacht. Und das liegt nicht an dem neusten ägyptischen Folterskandal, mit dem die Mittelmeer-Hafenstadt in den letzten Tagen in die Schlagzeilen geraten ist.
Es begann gestern Nachmittag, wie man in diesem Video sehen kann:
Und zog sich durch die Nacht: die Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Anhängern der ägyptischen Muslimbrüder. Hunderte Muslimbruder wurden verhaftet , nachdem sich die Islamisten angesichts der bevorstehen Wahlen am 28. November versammeln wollten, an denen sie teilnehmen. Einer deren Kandidaten führte den Demonstrationszug, bei dem seine Anhänger mit den Rufen, „Nein zum Wahlbetrug“, „Ja zum Wandel“ und „der Islam ist die Lösung“ durch die Straßen zogen.
Die Polizei sperrte ganze Straßenzüge im Mena al-Bussal-Viertel ab und ging mit Tränengas, Knüppeln und Messern gegen die Demonstranten vor. Wie viele… weiter lesen
15.11.2010 von Karim El-Gawhary
Die Todespolizeiwache in Alexandria Teil II
Aktualisierung zum Fall Ahmad Schaaban, über den in diesem Blog bereits berichtet wurde.
Die Familie des mutmaßlich auf der Polizeiwache zu Tode gefolterten 19jährigen Ägypters Ahmad Schaaban wird von der ägyptischen Polizei offensichtlich enorm unter Druck gesetzt, den Fall nicht zur Anzeige zu bringen Das berichtet der ägyptische Internet-Journalist Muhmmad Abdel Fatah, der gestern das Video zu dem Fall veröffentlicht hat und mit der Familie in ständigem Kontakt steht (Das Video wurde inzwischen 33.000 mal angeklickt). Er hat auch dieses Bild gemacht, dass Familie und Freunde zeigt, als sie das Video zum ersten Mal sehen.

www.anegyptianjournalist.com - Muhammad Abdel Fattah
Bereits gestern ist rund um das Haus der Familie Polizei aufgezogen, wie dieses folgende, offensichtlich von einer nervösen Hand aufgezeichnete Video zeigt.
Aschraf, der besonders mutige Onkel des Opfers, der in dem gestrigen Video… weiter lesen
14.11.2010 von Karim El-Gawhary
Erinnern Sie sich an den Fall des jungen Ägypters Khaled Said, der laut Augenzeugen auf offener Straße von zwei Polizisten in Alexandria zu Tode geprügelt wurde? Die beiden Polizisten, die dank der Berichte auf Facebook, bei Twitter und in den ägyptischen Blogs und später auch der offiziellen Medien heute vor Gericht stehen, haben in der Sidi Gabr Polizeistation im Zentrum der ägyptischen Mittelmeermetropole gearbeitet.
Wie es scheint, hat man in der Sidr Gabr Polizeistation daraus keine Konsequenzen gezogen. Denn jetzt wurde in den Blogs und auf Twitter erneut ein Fall bekannt, in dem ein junger Ägypter auf der gleichen Wache zu Tode gefoltert wurde.

Ahmad Schaaban ID-Foto
Es handelt sich um den 19jährigen Ahmed Schaaban, der nach Aussagen seiner Familie und seiner Freunde auf der Wache gefoltert wurde, bis er starb. Ahmad war bei einem Routinecheck der Polizei aufgegriffen worden, da er sich nicht ausweisen… weiter lesen
27.09.2010 von Karim El-Gawhary

- Angeklagte Polizisten
Der Prozess im Fall des junge Ägypters Khaled Said, der laut Augenzeugen von diesen zwei Polizisten in Alexandria auf offener Strasse totgeschlagen wurde, wurde am Wochenende erneut verschoben. In diesem Blog war bereit ausführlich über den Fall und den Prozess berichtet worden.
Im Zentrum des Gerichtstermins am Wochenende stand ein Streit, wessen die beiden Zivilpolizisten Mahmud Salah Mahmud und Awad Ismail Suliman genau angeklagt sind. Augenzeugenberichten zufolge sollen sie so lange auf das Opfer eingeschlagen haben, bis dieser tot war. Vertreter der Familie Khaled Saids fordern daher eine Anklage auf Totschlag.
Laut zweier offizieller Autopsieberichte soll Khaled dagegen an einem Tütchen Marihuana erstickt sein, das er bei seiner Festnahme heruntergeschluckt haben soll. Die Verteidiger der Polizisten fordern daher lediglich eine Anklage auf… weiter lesen