19.09.2011 von Karim El-Gawhary
-
Was würden Sie im Falle der Jemeniten jetzt tun?
-

AP via taz
Bis Morgen, wenn ein Teil der Schwerverletzten den Tag nicht überlebt haben wird, werden es über 50 Tote sein, prophezeien die Ärzte in Sanaa. Mehr als 300 Menschen werden in den dortigen Krankenhäusern mit Schussverletzungen behandelt. Beim Schreiben dieser Zeilen sind bereits mindestens 25 Demonstranten tot
Sie hatten am Sonntag zu Tausenden protestiert und den endgültigen Rücktritt Abdallah Salehs gefordert, als Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten eröffneten. Warnung: Das folgende Video ist brutal.
————
Er hat zugesehen, wie sein Cousin neben ihm niedergeschossen wurde, erzählt der 23jährige Taufik der Reuters Nachrichtenagentur. „Ich habe mich umgedreht und sah, wie er fiel“, erinnert er sich. Er hatte seit dem Beginn der Proteste gegen Saleh mit seinem Cousin zusammen auf dem zentralen Platz in Sanaa vor der Universität sein… weiter lesen
09.07.2011 von Karim El-Gawhary


Foto: Karim El-Gawhary
und die Revolution macht durstig, vor allem wenn die Menschen bei über 50 Grad in der Sonne auf einem schattenlosen Platz stehen. Da ist ein gekühlter Mango-Saft, wie ihn dieser Straßenhändler auf dem Tahrir anbietet, genau das Richtige.
Zu einem Tag der Beharrlichkeit hatten die Demonstranten am Freitag aufgerufen. Doch es sollte nicht bei einem Tag bleiben. Sie haben auf dem Tahrir wieder ihre Zelte aufgebaut und wollen bleiben, bis ihrer Forderungen erfüllt sind. Vor allem geht es darum, dass die Justiz schneller und eindeutiger die Vertreter des alten Regime zur Rechenschaft zieht. Außerdem fordern sie eine Grunderneuerung des Sicherheitsapparates und des Innenministeriums.
—————–
Auch am Abend war der Platz noch voll, wie dieses kurze Video zeigt, das ich von einem Balkon im 9. Stock eines Hauses am Tahrir-Platz gestern um 21:00 Uhr aufgenommen habe. Kurz davor hatte ich… weiter lesen
02.01.2011 von Karim El-Gawhary

Mit Kreuzen und Wut vor dem Fersehgebäude: Foto El-Gawhary
Plötzlich verstummte der Verkehr an der Niluferstrasse vor meinem Büro im Zentrum Kairos. Dann fuhren hektisch die LKWs der Bereitschaftspolzei vor, die sich in ihren schwarzen Uniformen auf der Strasse verteilte. Kurz darauf waren diese Rufe zu hören: “Mit meiner Seele und meinem Blut für das Kreuz”.
Die Demonstranten hatten Trauer, aber auch eine Menge Wut mitgebracht. Die meisten waren Christen, aber auch ein paar Muslime waren dabei. Sie protestierten heute Abend gegen den Anschlag auf die Kirche in Alexandria in der Silvesternacht.

Zeitweise, wie man auf den Fotos sehen kann, haben sie es immerhin bis zum staatlichen Fernsehgebäude geschafft. Es war interessant die Panik der Polizeioffiziere zu sehen, als die Demonstranten plötzlich vor einem der strategisch sensibelsten Gebäude der Stadt auftauchten.
Es dauerte eine gute Stunde bis es die Bereitschaftspolzei mit einer massiven Stärke von… weiter lesen
23.09.2010 von Karim El-Gawhary
„Wir sind kein Erbstück mehr“,
riefen die Demonstranten diese Woche auf einer Protestveranstaltung für politische Reformen und gegen eine mögliche Übergabe des Präsidentenamtes vom 82jährigen Hosni Mubarak auf dessen 46jährigen Sohn Gamal Mubarak.

Ein historischer bedeutungsschwangerer Satz, hatte ihn doch der ägyptische antikoloniale Volksheld Ahmad Urabi im 19. Jahrhundert auf einer Demonstration gegen den damaligen monarchischen Herrscher, den Khediven Tawfik und dessen englische und französische koloniale Hintermänner ausgesprochen. “Ägypten den Ägyptern”, lautete Urabi Paschas poltischer Hauptslogan.
Wir sind kein Erbstück mehr: 130 Jahre später versammelten sich am gleichen Ort, dem ehemaligen Königspalast Abdeen erneut die Demonstranten. Aber diesmal verbrannten sie Bilder Gamal Mubaraks, um ihre Gegnerschaft zu einer Mubarak Dynastie zum Ausdruck zu bringen.

brennendes Gamal Poster: Egyptian Blogs Aggregator
Selten hatte Kairo einen solchen, spezifisch gegen die Person Gamals ausgerichteten, Protest erlebt.
Die… weiter lesen
25.06.2010 von Karim El-Gawhary

Mehrere tausend Menschen haben heute im ägyptischen Alexandria gegen Polizeigewalt, Folter und die seit fast 30 Jahre geltenden Notstandsgesetze protestiert.
Anlass war der Fall Khaled Said, ein junger Mann, der am 6. Juni auf offener Strasse mutmaßlich von zwei Polizisten zu Tode geprügelt worden war.
Laut der offiziellen Version, an der nach zwei Autopsien der Leiche immer noch festgehalten wird, soll Khaled an einem Tütchen mit Drogen erstickt sein, dass er kurz vor dem Auftauchen der Polizisten heruntergeschluckt haben soll.
Die internationale Menschenrechtsorganisation Human RightsWatch hat jetzt die ägyptischen Behörden aufgerufen, den Fall zu untersuchen und gegen die beiden Polizisten vorzugehen. Untersucht werden sollen auch deren Vorgesetzten und der zuständige Staatsanwalt, der in ersten Ermittlungen weder Beweise gesammelt, noch Zeugen befragt habe.
„Die Zeugenaussagen und ein Foto von Khaled Saids völlig entstellter Leiche weisen darauf hin, dass er von den Polizisten
… weiter lesen
14.06.2010 von Karim El-Gawhary

Gestrige Demonstration in Kairo: Quelle: Facebook "Wir sind alle Khaled Said"
Der Fall des von der ägyptischen Polizei zu Tode geprügelten Khaled Said schlägt weitere Wellen nicht nur im Internet und auf Facebook.
Mehrere hundert Menschen hatten am Sonntagnachmittag vor Kairos Justizminsterium versammelt. Sie wollten friedlich gegen die Polizeibrutalität und die seit 29 Jahren geltenden Notstandsgesetze protestieren.

Uniformierte und in zivil gekleidete Polizisten schlugen auf die Demonstranten ein. Viele wurde in den Schwitzkasten genommen, um anschließend in Handschellen zu den am Rand wartenden Polzeistransportern geführt zu werden. Es gibt keine offiziellen Zahlen, wieviele Menschen abgeführt wurden.
Ahmad Maher, einer der Organisatoren des Protestes schätzt, das 80 Demonstranten festgenommen wurden.

Anwesende Journalisten wurden von der Polzei wiederholt aufgefordert den Ort zu verlassen. Kameraleuten wurde das Filmen untersagt.