03.02.2012 von Karim El-Gawhary
Das war die Antwort des ägyptischen Militärs Ende letzten Jahres auf die Proteste vor dem Kairoer Innenministerium. Die Zentrale der Sicherheitsapparate sollte geschützt und weitere Straßenschlachten in der Muhammad Mahmoud Str., die vom Tahrir-Platz zum Ministerium führt, sollten so verhindert werden. Statt eine politischen Antwort auf die Proteste zu geben, oder wenigstens das Innenministerium zu reformieren und von alten Kräften zu säubern, ließ der Militärrat einfach mitten in der Stadt diese Mauer errichten. Nach dem Motto: Mauern statt Reform und Wandel.

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Und das war jetzt die Antwort der Demonstranten und Fußballfans. Hatte das Militär das Ganze mit Kränen aufgebaut, haben die Demonstranten mit reiner Muskelkraft das Mauerwerk letzte Nacht wieder zum Einsturz gebracht. Gibt es ein schöneres Symbol, dass auch Mauern den Wandel und Bruch mit den alten Zeiten nicht aufhalten können?

Foto: @salmasaid
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16.05.2011 von Karim El-Gawhary

Vor der israelischen Botschaft in Kairo: Foto: 3arabawy- Blog
Der arabische Frühling ist in Israel angekommen, wie wir bei den Demonstrationen zum Nakba-Tag erlebt haben. Dieses Video zeigt die gestrigen Auseinandersetzungen vor der israelischen Botschaft in Kairo.
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Über 350 Demonstranten wurden verletzt, als Polizei und Armee mit Trännegas und scharfer Munition einschritten, nachdem einige der Demonstranten versucht hatten, in das Gebäude einzudringen. Ich frage mich, ob es weise von den Demonstranten ist, das Thema Israel jetzt aufzubringen, wo noch so viel vor der eigene Türe gekehrt werden muss. Das ein versuchtes Eindringen in eine Botschaft zu einer harten Reaktion der Sicherheitskräft führt, hätte man sich sicherlich vorher überlegen sollen. Das kann kein Land der Welt akzeptieren.
Wie auch immer: die Prosteste am Nakba-Tag zeigen, dass Israel in Zukunft mit einem neuen Faktor kakulieren muss: der arabischen öffentlichen Meinung. Es reicht nicht mehr,… weiter lesen
24.03.2011 von Karim El-Gawhary
Letzten Freitag hatten die Proteste gegen das Regime Baschar Assads in Deraa, einer Provinzstadt im Süden Syriens begonnen und um die Omrani-Moschee im Zentrum der Stadt und die umliegenden Gebiete konzentriert. In den gestrigen frühen Morgenstunden haben die Sicherheitskräfte den Ort gestürmt. Laut Regierungsangaben, soll es vier Tote gegeben haben. Syrische Menschenrechtsaktivisten sprechen von Dutzenden Todesopfern.
Die Handy-Videos, die uns aus Deraa erreichen, sind absolut schockierend
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Menschen laufen vor den Schüssen davon
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Dieser Mann wurde im Kopf getroffen: Achtung sehr graphisch
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Das ist das schlimmeste Video. Die Szene nach dem Angriff der Sicherheitskräfte. Achtung sehr sehr graphisch
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Es folgen Verhaftungen
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Baschar Al-Assad hat laut Berichten inzwischen den dortigen Provinzgouverneur Faisal Kalthoum gefeuert. Andererseits behauptet die syrische Regierung, dass sich eine bewaffnete Bande in der Moschee verschanzt gewesen sein… weiter lesen
18.02.2011 von Karim El-Gawhary
Es geht Alles so rasend schnell. Soll man heute nach Bahrain blicken, wo die Toten von gestern begraben werden und sich die Begräbnisfeiern wahrscheinlich zu einem neuen Höhepunkt der Demonstrationen gegen den König entwickeln werden. Schon gestern nachdem der Lulu Platz, der Platz der Perle, brutal geräumt worden war, wanderte der Protest einfach in die Krankenhäuser weiter, wie dieses Video zeigt.
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Oder soll man nach Libyen schauen, wo Gaddafi versucht den Aufstand unter Ausschluss der Öffentlichkeit niederzuschlagen, indem er Polizei, bezahlte Schläger und eine SMS aussendet, die die Menschen warnt gegen das Regime auf die Straße zu gehen, weil scharf geschossen wird. Auch hier werden die heutigen Freitagsgebete ein wichtiger Indikator sein, wie es weitergeht.
Ägyptische Blogger versuchen eine Landkarte des Aufstandes in Libyen zu erstellen
Die Antwort der Regime ist überall gleich: sie setzten ihren Sicherheitsapparat als einzige Antwort ein und versuchen die Menschen einzuschüchtern.… weiter lesen
26.01.2011 von Karim El-Gawhary

Für die ägyptische Protest-Bewegung gegen das Regime des ägyptischen Präsidenten Honsi Mubarak gibt es eine neue Zeitrechnung: die Zeit vor und nach dem 25. Januar 2011. Die Organisatoren der von Tunesien inspirierten Proteste, hätten sich wohl nie träumen lassen, dass ihre Aufrufe im Internet via Facebook, Twitter und Blog ein derartiges Echo finden werden. Überall im Land wurde gestern demonstriert, nicht nur in Kairo, sondern auch in Alexandria, den Nildeltastädten Mansura. Tanta, und der dortigen Textilarbeiterstadt Mahalla Kubra. Aber auch in Ismailia am Suezkanal und selbst in Oberägypten in Assiut zogen die Menschen durch die Straßen und riefen, „Stürzt Mubarak“.
Die Sicherheitskräfte, die sich tagsüber zurückgehalten hatten oder, wie man in meinem gestrigen kurzen ZIB -Nachrichtenbericht sehen kann, die bei den Versuchen einzuschreiten von den Demonstranten zurückgeschlagen wurden, nutzen schließlich die Gunst der Nacht und die Tatsache, dass viele Demonstranten zu später Stunde nach Hause gegangen waren.
Bei… weiter lesen
25.01.2011 von Karim El-Gawhary
Das war zweifelsohne einer der aufregensten Tage meines Lebens. Ich komme gerade vom Tahrir-Platz im Zentrum Kairos. Es ist 22:00 Kairoer-Zeit. Tausende haben sich dort versammelt. Es herrscht eine Volksfeststimmung. Nachbarn bringen Kartons mit Wasser vorbei und Essen und verteilen das an die Demonstranten. Läden haben geöffnet und stellen ihre Toiletten zur Verfügung. Viele der Jugendlichen sagen, sie wollen heute auf diesem Platz übernachten.
Ich bin dort dem ägyptischen Schriftsteller Alaa Al-Aswani begegnet, dessen Bücher auch ins Deutsche übersetzt wurden und der vor zwei Jahren mit dem Bruno Kreisky Preis ausgezeichnet worden war. Ich habe ihn gefragt, wie er sich heute fühlt. Seine Antwort:
„Das ist ein historischer Tag, ab heute gibt es kein zurück mehr“.
Und auf meine Frage, ob Mubarak auch bald in ein Flugzeug steigt, hat er gelacht und gesagt:
„Ich hoffe, dass das so bald wie möglich geschieht“.
Interessant war das Verhalten der Polizei heute. Als… weiter lesen
19.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Gestern habe ich den halben Tag auf der Avenue Bourgiba im Zentrum von Tunis verbracht. Diese Flanierstraße muss man als Journalist eigentlich nur immer auf und ab gehen und warten, was passiert. Genauso machen es viele Tunesier, die scheinbar unschuldig spazieren gehen und herumstehen, und sich dann wenige Minuten später zu kleinen Demonstrationszügen formieren, um gegen die neue Übergansregierung zu demonstrieren, in der nach ihrem Geschmack zu viele Köpfe des alten Regimes sitzen. Manchmal kommen sie auch schon als Protestzug formiert aus einer der Seitenstraßen.
Das ist der Grund, warum es sich auch die Polizisten inzwischen auf dieser Straße häuslich eingerichtet haben. Auch sie stehen in Kampfmontur an den Straßenecken und warten auf ihre Einsatzbefehle. Meist fängt das Katz- und Mausspiel am späten Vormittag an. Gegen Mittag liegen dann die ersten Tränengasschwaden in der Luft. Ein paar Mal bin ich gestern mit den Demonstranten mitgezogen… weiter lesen
03.01.2011 von Karim El-Gawhary
Mit dem tragischen Attentat auf ägyptische Christen und dessen dramatischen Folgen, sollten wir die andauernden Proteste gegen das Ben Ali Regime in Tunesien nicht vergessen, die nun seit über zwei Wochen andauern. Dort kam gestern erneut ein junger Mann bei Auseinandersetzungen mit der Polizei um. Die Protestaktionen finden immer noch zahlreich in vielen Teilen des Landes statt.
Darunter gibt es auch sehr phantasiereiche Aktionen, wie in dem folgenden Video zusehen. Gedreht ist das Ganze an der Bab El-Assal Straßenbahn-Station in einem Vorort von Tunis. Am Dienstag versammelte sich dort eine Gruppe junger Menschen zu einem stillen Protest. Sie alle halten eine Hand vor den Mund und den anderen Arm auf den Rücken gedreht. Als die Straßenbahn kommt, bewegt sich einer der Demonstranten nicht vom Gleis, bis die Bahn nur wenige Zentimeter vor ihm zum Stehen kommt. Kurz darauf lassen die Demonstranten die Straßenbahn weiterfahren und verstreuen sich in alle… weiter lesen
22.06.2010 von Karim El-Gawhary
Ich kann mich noch sehr gut an ein paar Tage im Sommer im südirakischen Basra erinnern. Es war in den ersten Wochen nach dem Einmarsch der Amerikaner. Wir Journalisten konnten damals erstmals seit Saddams Zeiten frei im Land umherreisen. Basra im Sommer war die Hölle. Temperaturen um die 50 Grad und fast den ganzen Tag kein Strom, keine Klimaanlage, noch nicht einmal ein Ventilator. Wir saßen im Hotelzimmer abends als schließlich für wenige Stunden der Strom kam. Die dortige Air Condition hatte einen digitalen Temperaturmesser. Wir waren in Feierstimmung, als der Kompressor mit einigen Rumpeln schließlich begann zu arbeiten. Laut der Anzeige hatte es im Zimmer 47 Grad. Jedes Grad, dass das Gerät den Raum herunterkühlte, begrüßten wir mit einem Jubeln. Bei 37 Grad war der Zauber vorbei. Der Strom war wieder ausgefallen.
Warum ich das alles erzähle?

Iraker protestieren gegen Stromausfälle:AP via taz
Das war vor… weiter lesen