06.09.2011 von Karim El-Gawhary

———————
Seit dieser Woche gibt es mein neues Buch im Laden oder Online. Ich habe ein kleines Video dazu erstellt:
—-
Auf diesem L;ink kann man einen Blick in einen Auszug werfen.
Hier geht es zum Feedback.
Das sind die ersten Online-Rezensionen:
Auf www.humanrightsaustria.at
Auf: http://neuwal.com
23.04.2011 von Karim El-Gawhary
Es läuft mir heiß und kalt den Rücken herunter, wenn ich mir die folgenden Szenen ansehe. Einerseits ist es schockierend, wie das syrische Regime für seinen Machterhalt über Leichen geht. Andererseits ziehe ich meinen Hut über den unglaublichen Mut und diese wüste Entschlossenheit, mit der die Demonstranten unter dem Einsatz ihres Lebens versuchen, ihre Würde zurückzuerobern, gegen ein Regime, das sie ihnen ein halbes Jahrhundert lang abgenommen hat.
Die Proteste in der syrischen Stadt Homs begannen am Freitag friedlich
——————
Und so gingen die Proteste in Homs weiter. Die Sicherheitskräfte schießen auf die Demonstraten. Achtung: dieses Video ist nichts für schwache Nerven.
—————–
Dieses Video ist für mich ein Symbol, dass die Menschen jegliche Angst vor den 17 verschiedenen Staatssicherheitsdiensten des Regimes verloren haben. Sie suchen Cover vor den Schüssen und rufen gleichzeitig zum Sturz des Regimes auf.

… weiter lesen
16.02.2011 von Karim El-Gawhary

Als Omar Suliman letzten Freitag im ägyptischen Staatsfernsehen endlich den Rücktritt Hosni Mubaraks verkündete, stand ein streng blickender Mann hinter ihm. Seitdem explodieren die Witze über die Identität und die Funktion des Mannes, der offensichtlich sicherstellen sollte, das Suliman diesmal die richtigen und ausgemachten Worte ausspricht.
Es gibt auch schon den ersten Musikvideo zum Mann hinter Omar Suliman
Der Text:
„Alle fragen mich, was ich machen will, wenn ich erwachsen bin. Mein Vater sagt, du solltest Ingenieur werden, meine Mutter hofft, dass ich Künstler werde, mein Onkel schlägt Lehrer oder Verkäufer vor. Aber ich bin kein Feigling. Ich fürchte mich nicht vor Spider- oder Superman. Ich will kein Ingenieur oder Verkäufer sein, ich möchte so werden, wie der Mann hinter Omar Suliman.“
Und jede Menge Twitter-Witze
z.B
“Das ägyptische Staatsfernsehen streitet ab, dass jemand hinter Omar Suliman stand und ruft alle ägyptische Bürger auf, nicht… weiter lesen
11.02.2011 von Karim El-Gawhary
———-
Es ist 15:30 in Kairo. Das ist die Szene aufgenommen mit meinem Handy vor meinem Büro in Kairo. Zehntausende sind vor das staatliche Fernsehgebäude geströmt, das von der Präsidialgarde bewacht wird. Ich stehe an meinem Fenster und reibe mir die Augen.
Vor ein paar Minuten gab es eine etwas brenzlige Szene. Die Demonstranten haben versucht den Stacheldraht niederzureissen der sie vom Fernsehgebäude und der Präsidialgarde trennt. Es gab ein regelrechtes Tauziehen mit dem Stacheldraht, zwischen den Soldaten und der Armee. Einige der Demonstranten haben die gefährliche Situation erkannt und haben eine Menschenkette vor dem Stacheldraht gebildet.
Die Präsidialgarde hat Kisten mit scharfer Munition an die gepanzerten Fahrzeuge verteilt. Die Hüllen auf den aufgepflanzten Maschinengewehren wurden abgezogen.
Wir haben sicherheitshalber unsere Schreibtische vom Fenster weggestellt und jeder hat einen Platz zugeteilt bekommen , an dem er untertauchen kann.
Im Moment ist es wieder einigermassen ruhig. Im… weiter lesen
11.02.2011 von Karim El-Gawhary
Ich habe heute in meinem Büro übernachtet, das neben dem staatlichen Fernsehen liegt. Dort sind die Menschen gestern unmittelbar nach der Rede Mubaraks zusammengeströmt. Die ganze Nacht standen ein bis zwei Tausend Menschen hier und riefen, „Mubarak hau ab“ und „stürzt das Regime“. Dazwischen riefen sie immer wieder Richtung Fernsehen: „Lügner, Lügner, Lügner“.
Hier meine kurze Einschätzung unmittelbar nach der Rede.
Das ging bis fünf Uhr morgens. Im Moment sind es weniger. Viele sind Richtung Tahrir gezogen um ihre Morgentoilette zu erledigen, denn dort gibt es inzwischen eine richtige revolutionäre Infrastruktur (auf alle Toilettenhäuschen hat übrigens jemand „Sitz der Regierungspartei“ gepinselt).
Aber es sieht so aus, als wollten die Demonstranten vor dem Fernsehgebäude neben dem Tahrir ein zweites Lager aufbauen. Sie haben sich mit Decken vor die Panzer der Leibgarde Mubaraks gelegt, die das strategische Fernsehgebäude bewacht.Hier ein Foto von heute Morgen aus meinem Bürofenster.

Campieren vor… weiter lesen
25.11.2010 von Karim El-Gawhary

???!!!!
Ich liebe diese Schlagezeile in der unabhängigen Tageszeitung Al-Masry- Al-Youm. Sie geht auf ein Interview zurück, das der Generalsekretär der ägyptischen Regierungspartei Safwat El-Scherif der Nachrichtenagentur Reuters gegeben hat.
Das ist offizielle ägyptische Politik wie sie leibt und lebt. Im gleichen Interview verwirft El-Scharif übrigens auch den von der Oppostion erhobenen Vorwurf, dass die bereits am Sonntag anstehenden Parlamentswahlen manipuliert sind.
Dazu ein kleiner Fernsehbericht von mir
Oder wer es lieber im Radio hört, der klicke hier.
11.10.2010 von Karim El-Gawhary
Endlich: Immer wieder hat das Land am Nil in den letzten Monaten Demonstrationen gegen das Regime erlebt, etwa im Fall des jungen von der Polizei in Alexandria auf offener Straße erschlagenen Ägypters Khaled Said.

off. Foto der 4. Mai FB-Seite
Mit dieser Einseitigkeit soll jetzt Schluss sein. Ägyptens aufmüpfige Oppositionelle und Dissidenten bekommen auf der Straße Konkurrenz.
Eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Die 4. Mai-Bewegung“ ruft zu einer Demonstration zur Unterstützung des seit fast drei Jahrzehnten regierenden Präsidenten Hosni Mubarak auf. Marschiert werden soll am 14. Oktober, quer durch die Kairoer Innenstadt.
#
Der Name der neuen Gruppe, die sich selbst als „unabhängig und patriotisch“ bezeichnet, bezieht sich übrigens phantasievoll auf Mubaraks Geburtstag. Deren Unterstützung wird übrigens gleich auf die ganze Familie ausgeweitet. Denn im Falle, dass der 82jährige Honsi Mubarak nächstes Jahr nicht zu den Wahlen antritt, will die neue Gruppe, mit ihren 918 Mitglieder,… weiter lesen
23.09.2010 von Karim El-Gawhary
„Wir sind kein Erbstück mehr“,
riefen die Demonstranten diese Woche auf einer Protestveranstaltung für politische Reformen und gegen eine mögliche Übergabe des Präsidentenamtes vom 82jährigen Hosni Mubarak auf dessen 46jährigen Sohn Gamal Mubarak.

Ein historischer bedeutungsschwangerer Satz, hatte ihn doch der ägyptische antikoloniale Volksheld Ahmad Urabi im 19. Jahrhundert auf einer Demonstration gegen den damaligen monarchischen Herrscher, den Khediven Tawfik und dessen englische und französische koloniale Hintermänner ausgesprochen. “Ägypten den Ägyptern”, lautete Urabi Paschas poltischer Hauptslogan.
Wir sind kein Erbstück mehr: 130 Jahre später versammelten sich am gleichen Ort, dem ehemaligen Königspalast Abdeen erneut die Demonstranten. Aber diesmal verbrannten sie Bilder Gamal Mubaraks, um ihre Gegnerschaft zu einer Mubarak Dynastie zum Ausdruck zu bringen.

brennendes Gamal Poster: Egyptian Blogs Aggregator
Selten hatte Kairo einen solchen, spezifisch gegen die Person Gamals ausgerichteten, Protest erlebt.
Die… weiter lesen
21.09.2010 von Karim El-Gawhary

Zuerst eine kurze Bemerkung in eigener Sache. Taz-KorrespondentInnen suchen Arbeit“ – so hieß die Aktion, mit der wir letzte Woche drei Tage lang keine einzige Zeile für die taz lieferten, weil wir Korrespondenten in Zukunft zu deutlich schlechteren Bedingungen arbeiten sollen. Die taz-Chefredaktion ist uns auch nach unserer Protestaktion und während einem Treffen der taz-Genossenschaftin Berlin keinen Millimeter entgegengekommen. Wir diskutieren derzeit unser weiteres Vorgehen. Vorerst schreiben wir erst einmal weiter; auch in diesem Blog. Damit die Chefredaktion zwischendrin wieder sieht, was sie an uns hat und welches Risiko sie eingeht.
Wie im letzten Blogbeitrag beschrieben, wurde letzte Woche die ägyptische Regierungszeitung Al-Ahram auf frischer Tat ertappt: mit einem manipulierten Foto vom Nahostgipfel in Washington, auf dem der ägyptische Präsident forsch vor seinem Gastgeber Barack Obama über den roten Teppich des Weißen Hauses schreitet.


Besonders apart war die Verteidigungsrede des Chefredakteurs von Al-Ahram, Ossama al-Saraya. Das… weiter lesen
16.09.2010 von Karim El-Gawhary
Heute ist der erste Tag, an dem sich unsere Aktion als Auslandskorrespondeten: “Keine Zeile für die taz” auf das Blatt niederschlägt. Berichte der Korrespondeten, deren Pauschalvertrag kollektiv von der taz gekündigt wurde, sucht man heute vergeblich in der Zeitung.
Ich hätte heute eine wunderschöne Geschichte aus Ägypten angeboten, mit zwei Fotos, die die Auslandseite sicherlich geschmückt hätten.
Die ägyptische Regierungszeitung Al-Ahram hatte bei dem Nahostgipfel in Washington vor wenigen Tagen mit folgendem Bild aufgemacht. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak schreitet allen forsch voran, Obama kann hinter dem 83jährigen kaum mithalten.

Nun haben die unabhängigen ägyptischen Tageszeitung aber die Mühe gemacht das mit dem Bild uz vergleichen, das von den Fotoagenturen verschickt wurde und das sieht so aus.

Photoshop macht es möglich, den eigenen Präsidenten etwas in den Vordergrund zu rücken.
Ein schönes Spiel mit den beiden Fotos findet sich auch in der unabhängigen ägyptischen Tageszeitung Al-Masry… weiter lesen