30.12.2011 von Karim El-Gawhary

Mein Jeep ist gepackt. Ich werde mich jetzt für ein paar Tage in die Wüste absetzen und in der dortigen Stille und Entlegenheit, im kostenlosen Eine-Million-Sterne-Hotel, das neue Jahr beginnen.
Also wünsche ich schon jetzt allen Leserinnen, Lesern, Zuhörern, Zuhörerinnen, Zuschauern und Zuschauerinnen ein gutes neues Jahr.
Vielleicht fliegen Ihnen/Euch im nächsten Jahr genauso Sachen entgegen, wie mir in diesem z.B Kameras, hier festgehalten vom Wiener unabhängigen Videofilmer Georg Schütz, der mit kaputten Stativ angereist war.
Das journalistisch ereignisreichste Jahr meines Lebens liegt hinter und ein sicherlich turbulentes vor mir. Viele offene Fragen liegen vor uns. Was bedeutet der Wahlsieg der Islamisten in Ägypten? Lässt sich das Militär in einer Revolution 2.0 doch noch dort aus der Politik drängen?
Wie geht es in Syrien weiter? Wann fällt das Regime Assad? Wie wird sich das Militär dort auf Dauer verhalten? Zündet das… weiter lesen
19.09.2011 von Karim El-Gawhary
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Was würden Sie im Falle der Jemeniten jetzt tun?
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AP via taz
Bis Morgen, wenn ein Teil der Schwerverletzten den Tag nicht überlebt haben wird, werden es über 50 Tote sein, prophezeien die Ärzte in Sanaa. Mehr als 300 Menschen werden in den dortigen Krankenhäusern mit Schussverletzungen behandelt. Beim Schreiben dieser Zeilen sind bereits mindestens 25 Demonstranten tot
Sie hatten am Sonntag zu Tausenden protestiert und den endgültigen Rücktritt Abdallah Salehs gefordert, als Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten eröffneten. Warnung: Das folgende Video ist brutal.
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Er hat zugesehen, wie sein Cousin neben ihm niedergeschossen wurde, erzählt der 23jährige Taufik der Reuters Nachrichtenagentur. „Ich habe mich umgedreht und sah, wie er fiel“, erinnert er sich. Er hatte seit dem Beginn der Proteste gegen Saleh mit seinem Cousin zusammen auf dem zentralen Platz in Sanaa vor der Universität sein… weiter lesen
28.07.2011 von Karim El-Gawhary

Quelle: .globalarabnetwork.com
Man vergisst ihn leicht, den Jemen, weit weg ganz unten im Süden der Arabischen Halbinsel. Seit 120 Tagen halten die meist jugendlichen Revolutionäre dort auf dem „Platz der Veränderung“ in der Hauptstadt Sanaa und auf anderen Plätzen des Landes ihre Stellung, gegen große mächtige Gegner: gegen das alte Regime Abdallah Saleh, der nach einem Anschlag in Saudi Arabien im Krankenhaus liegt und ein politisches Vakuum hinterlassen hat, gegen den Nachbarn Saudi Arabien, der alles daran setzt, dass sich im Jemen keine Revolution durchsetzt, gegen ein altes verkrustetes Stammessystem und gegen die USA, die aus Furcht vor Al-Kaida keine revolutionäres Experimente im Jemen zulassen will.

Wasim Alqershi
Wasim Alqershi ist ein Mitglied des Organisationskomitees der „Volksrevolution der Jugend“ und ehemaliger Vorsitzender der jemenitischen Studenten Union.
Es folgen von mir übersetzte Auszüge eines Artikels, den er jetzt in der jemenitischen Presse veröffentlicht hat.… weiter lesen
08.06.2011 von Karim El-Gawhary
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Eine Wahnsinns-Aktion: Demonstranten sprühen mit Hilfe einer Schablone Khaled Saids Gesicht an den Eingang des Innenministeriums in Kairo. Der junge Ägypter war vor einem Jahr auf offener Straße in Alexandria von zwei Polizisten zu Tode geprügelt worden. Jetzt prangt das Wahrzeichen für Polizeiwillkür und Brutalität an der Hauptpforte der Zentrale für Innere Sicherheit.
Am Jahrestag des Todes Khaled Saids protestierten die meist jungen Ägypter auch, weil ihnen die Veränderungen im Innenministerium infolge der Revolution nicht weit genug gehen, wie in diesem Artikel kurz beschrieben.
Apropos Khaled Said als Graffiti. Die Street Art in Kairo wird immer besser. Hier ein Wandgemälde auf der Nilinsel Zamalek, fotografiert vom bekannten ägyptischen Blogger 3arabawy

Foto: 3arabawy
In Syrien ist es leider noch längst nicht so weit. Hier meine Analyse über die dortige Lage.
Immerhin scheint das Regime erstmals von Innen ein… weiter lesen
04.06.2011 von Karim El-Gawhary

Quelle: https://marisacat.wordpress.com
Mein Gott, müssen die Herrscher am Golf die Hosen gestrichen voll haben. Anders lässt sich die Meldung nicht erklären, dass ein zehnjähriger Ägypter von einer kuwaitischen Schule geflogen ist, weil er den Lehrer unschuldig gefragt hat, warum die Kuwaiter nicht auch eine Revolution machen, wie die Ägypter? Das Kind steht nun auf einer schwarzen Liste und wird an keiner kuwaitischen Schule mehr aufgenommen. Die Geschichte kommentiert sich selbst.
Unterdessen gehen die Aufstände in anderen arabischen Ländern weiter. Völlig entgleitet die Situation derzeit im Jemen. Gestern wurde Präsident Abdallah Saleh bei einem Beschuss des Präsidentenpalastes angeblich nur leicht verletzt. Das merkwürdige dabei: seitdem haben wir ihn nur im Fernsehen in einer erschöpft wirkenden Audiobotschaft gehört und ganz Jemen fragt sich, warum ein Präsident, der angeblich nur ein paar Schrammen abbekommen hat, nicht im Bild im Fernsehen auftaucht.
Saleh hat es jedenfalls geschafft den friedlichen… weiter lesen
21.11.2010 von Karim El-Gawhary
Das zumindest behauptet die neuste Ausgabe des Online-Magazins „Inspire“. Herausgegeben wird das Werk mutmasslich von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel. Die dritte und neuste Ausgabe befasst sich mit den aus dem Jemen abgeschickten Paketbomben, die vor kurzen einen weltweiten Terroralarm ausgelöst hatten. In dem Magazin zu sehen sind angeblich Fotos der mit Sprengstoff gefüllten Druckerpatronen, bevor sie aus dem Jemen abgeschickt wurden. Zu finden sind die Fotos auf dem Blog „Views from the Occident“.

Quelle: http://occident.blogspot.com
Die ganze Operation habe Al-Kaida nur 4200 Dollar gekostet, wird dort behauptet.

Quelle: http://occident.blogspot.com
Außerdem wird in dieser Ausgabe behauptet, dass Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel am 3. September 2010 mit einer ähnlichen Paketbombe ein Frachtflugzeug der Firma UPS in der Nähe von Dubai zum Absturz gebracht habe.

Quelle: http://occident.blogspot.com
Zumindest die Fotos der Druckerpatronen könnten, wenn sie authentisch sind, beweisen, wie sehr der… weiter lesen
30.10.2010 von Karim El-Gawhary

Komplexe Welt: Mc Escher - Relativity
“Saudi Arabien rettet jüdische Einrichtungen in den USA”.
Eine Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Stunden, rund um die gefundenen Sprengstoffpakete. Ein Satz, der die Komplexität der Wirklichkeit widerspiegelt.
Die Al-Kaida Sprengstoffpakete, im Jemen aufgegeben, waren für zwei jüdische Einrichtungen in Chicago bestimmt. Der entscheidende Tipp für die Aufdeckung des Ganzen kam vom saudischen Geheimdienst.
Juan Cole fasst das in seinem Blog “Informed Comment” schön zusammen.
Mein heutiger Hörfunk-Beitrag zu Al-Kaida im Jemen im ORF-Mittagsjournal findet sich hier
23.06.2010 von Karim El-Gawhary
Im neuen „Failded State Index“, der diese Woche zu sechsten Mal von der Washingtoner Organisation „Fund for Peace“ herausgegeben wurde, rangieren wieder einmal einige Kadidaten aus meiner Region auf den obersten Rängen. Die Studie versucht das Risiko von Staaten zu bestimmen, als Institution zusammenzubrechen.

Die ersten 38 Länder befinden sich in der roten sogenannten „Gefahrenzone“, darunter befinden sich der er Sudan, der nach Somalia und Zimbabwe bereits auf Platz 3, rangiert, bald gefolgt vom Irak auf Platz 6, dem Jemen (18), Libanon (29) und dem Iran auf Platz 38.
Die meisten anderen befinden sich in der sogenannten „Warnzone“, beispielsweise Syrien bereits auf Platz 39 nur knapp der ersten Kategorie entgangen und Ägypten auch schon auf dem 43. Rang zu finden.
Die Untersuchung basiert auf 12 sozialen, wirtschaftlichen und politischen Indikatoren, beispielsweise dem demographischen Druck, der ungleichen Reichtumsverteilung, der Stärke bzw. Schwäche der staatlichen Institutionen, der… weiter lesen