Posts Tagged ‘Karim El-Gawhary’

12.05.2013 von Karim El-Gawhary
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Darf ich vorstellen: Maher, der alte Uhrmacher aus Kairo – ein wundervoller Mensch

von Karim El-Gawhary

 

 

 

 

Das ist Maher, der Uhrmacher. Er hat einen winzigen recht versteckten Laden auf der Nil-Insel Zamalek in Kairo. Ich habe letzte Woche eine Wanduhr bei ihm vorbeigebracht, um ihr ein neues Werk einzubauen. Dabei kam er ins Erzählen.

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Mahers Großvater und sein Vater waren ebenfalls Uhrmacher, ursprünglich im Nildelta. 1937 eröffnete sein Vater dann einen Laden in Kairo. Das waren noch gute Zeiten, erinnert sich Maher, als es noch um die feine Mechanik der Uhren ging. Heute würden keine Uhrmacher mehr gebraucht, mit den billigen Uhren made in China, die einfach weggeworfen werden, wenn ihre billigen Uhrwerke nicht mehr funktionieren. Es kommen kaum mehr Kunden. Wenn er seine Laden-Miete abzieht verdient er im Moment vielleicht noch 20 Ägyptische Pfund am Tag, umgerechnet etwas mehr als zwei Euro.

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Er wird seinen Laden wohl demnächst zumachen, sagt er. Er hat schon einen Plan… weiter lesen

03.05.2013 von Karim El-Gawhary
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Eine Brücke in Ost-Syrien: während meines Studiums – und was heute davon übrig ist

von Karim El-Gawhary

 

 

Im Winter 1985/86 hatte ich mehrere Monate in Damaskus studiert. Damals, im zarten Alter von 23 Jahren, habe ich mit einigen Mitstudentinnen und meinem Vater die ostsyrische Stadt Deir Ezzor besucht (das war fünf Jahre, bevor ich bei der taz als Nahost-Korrespondent anfing) . Hier stehen wir auf dem Wahrzeichen der Stadt, einer Hängebrücke mit einem wunderschönen Blick über den Euphrat

 

1927 wurde diese Fußgängerbrücke über den Euphrat zur französischen Mandatszeit von einer französischen Fima gebaut. An den Ufern neben der Brücke traf man sich immer während der  friedlichen Abendstunden zum Picknick.

 

 

Und so sieht die Brücke heute aus. Sie wurde am 2. Mai bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen zerstört.

 

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17.03.2013 von Karim El-Gawhary
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A taste of Zamalek: Wenn eine Nilinsel in Kairo gegen die Muslimbrüder feiert

von Karim El-Gawhary

Foto: El-Gawhary

 

 

Kairo, das sind nicht nur blutige Straßenschlachten, die es bis in unsere Medien schaffen  und Bärte, die dem Land ihren Stempel aufdrücken wollen. Gestern gab es ein schönes Park-Fest im Fish-Garden auf der Nilinsel Zamalek  unter dem Motto „A Taste Zamalek“  organisiert von der Bürgerinitiative der Insel.

Dort spielte auch die Band Abu wel Shabab, übersetzt ungefähr „Papa und die Jungs“ mit politisch kritischen Texten, wie etwa folgendem:

 

“Ich kann keine Lösung finden um die gegenwärtige Lösung zu ersetzen. Keine wirkliche Arbeit, keine echte Gerechtigkeit, nur eine Menge Gerede. Talkshows und Beschimpfungen, während eine Gruppe die ganze Nation zu Ungläubigen erklärt und sie selbst die Söhne des Teufels sind.

 

 

In einem anderen Lied heißt es:

 

Die Menschen sind gnadenlos, als ob das was geschehen ist nie passiert ist, als ob die Revolution ein Match ist und der Gewinner zum

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24.01.2013 von Karim El-Gawhary
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Wenn die Prinzessin zweimal foltert?

von Karim El-Gawhary

Nein das ist kein neuer Hollywood Film, sondern möglicherweise bittere Wirklichkeit. Aber bevor wir zur arabischen Prinzessin kommen, muss zunächst festgestellt werden, dass den Königshäusern offensichtlich weltweit eine Verrohung droht.

 

Es begann diese Woche mit dem britischen Prinz Harry und seinem Geständnis „Ja, ich habe Taliban getötet“, als er von seinem Soldaten-Einsatz aus Afghanistan zurückkehrte. Der 28jährige bestätigte nach seinen Apache-Kampfhubschrauber Einsätzen: “If there’s people trying to do bad stuff, then we’ll take them out of the game.”

 

 

Prinzessin Noura Bint Ebrahim al-Khalifa, Quelle: bahrainrights.org

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Ich verbinde mit Prinzessionen eigentlich eher zarte Wesen, die Frösche küssen oder schlafen, bis sie der Prinz erlöst.  Aber diese Assoziation stammt wohl eher aus der Märchenwelt. Denn jetzt macht eine echte Prinzessin aus Bahrain Schlagzeilen, nicht als Soldatin, zu deren Kriegseinsatz auch das Töten gehört, sondern als unrühmliche mögliche Folterknechtin.

 

Die britische BBC  berichtet, dass dieweiter lesen

25.12.2012 von Karim El-Gawhary
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Chinesische Weihnachtbäume im islamischen Ägypten

von Karim El-Gawhary

Oder: Warum die Ägypter schon vor den festlichen Bäumen saßen, als die Europäer noch auf ihnen kletterten 

 

 

 

Hassan Abu Daous verkauft seit einem halben Jahrhundert Weihnachtsbäume in Kairo. Ausländer sind seine Kunden, aber auch Muslime und christlichen Kopten, die ihr orthodoxes Weihnachten erst am 7. Januar feiern. Aber da Ägypter immer alles lieben, was leuchtet und glänzt, gibt es dort zahlreiche Menschen die kein religiöses, sondern eher ein Kulturweihnachten feiern und dazu gehört unbedingt ein Weihnachtsbaum.

 

Dieses Jahr ist es allerdings ziemlich flau mit dem Verkauf, erzählt der muslimische Christbaumverkäufer Hassan. „Solche Bäume kaufen die Menschen, wenn sie glücklich sind und es ihnen gut geht“, erklärt der den Käuferschwund. Kairo in der Krise, mit dem Streit um die Verfassung und den Auseinandersetzungen auf der Straße zwischen Islamisten und Opposition, da will dieses Jahr keine so rechte Weihnachtsstimmung aufkommen.

 

Was übrigens den… weiter lesen

17.12.2012 von Karim El-Gawhary
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Herr Niebel rettet die arabische Demokratie. War da nicht was?

von Karim El-Gawhary

 

Aha – dem deutschen Entwicklungsminister Dirk Niebel machen die Veränderungen in Ägypten also große Sorgen. Das sagt er in einem FR-Interview. Es bestehe die Gefahr, dass das diktatorische System des gestützten Präsidenten Mubarak wieder auflebt, nur diesmal mit anderen Personen, sagt er und kündigt an, alle Regierungskontakte nach Ägypten abzubrechen. Auch den geplanten teilweisen Schuldenerlass können die Ägypter jetzt erst einmal vergessen, meint Niebel. „Wir sind bereit, eine Transformation hin zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Ägypten zu unterstützen“, fügt er hinzu.

 

Ich glaube der ägyptische Präsident Muhammad Mursi würde sich glücklich schätzen, wenn die Bundesregierung zu ihm nur halbwegs so ausgezeichnete Kontakte aufrechterhalten würde, wie sie das einst zum Diktator Mubarak getan hat, dessen systemisches Aufleben sie jetzt befürchtet. 30 Jahre lang hatte die Bundesregierung im Namen der Stabilität die arabischen Autokraten gestützt.

 

 22.09.10 fünf Monate vor dem Sturz Mubaraks

 

Und auch mit Küsschen besiegelt

 

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02.11.2012 von Karim El-Gawhary
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Kairo: Mit Sprühfarbe gegen sexuelle Belästigung

von Karim El-Gawhary

AP via taz

 

Die Belästigung von Frauen auf der Straße ist in Kairo zu einer Epidemie geworden. Ein Sprecher der ägyptischen Präsidenten Muhammad  Mursi erklärte letzten Dienstag, dass alleine während des Bayram-Festes letzte Woche 735 Anzeigen wegen sexueller Belästigung bei der Polizei eingegangen sind. „Wir müssen alle Phänomen des moralischen Verfalls bekämpfen, ganz besonders die Belästigungen auf Ägyptens Straßen“, heißt es in der präsidialen Erklärung.

 

Darauf will die neu gegründete Gruppe „Fasst die Belästiger“ , erkennbar an ihren gelben Westen, nicht mehr warten.

 

Sie hat eine Art Bürgerwehr geschaffen nicht nur um Frauen zu schützen. Die Aggressoren werden mit Sprühfarbe markiert.

via Egypt Independent

 

Ob das hilft, dabei immer die richtigen markiert werden und die Bürgerwehr nicht selbst zu Problem wird? Und wo ist eigentlich die Polizei? Diskussion erwünscht!!!

 

24.10.2012 von Karim El-Gawhary
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In Ägypten steckt sogar im “Internationalen Währungsfonds” Musik

von Karim El-Gawhary

 

Ich liebe die ägyptische Kreativität nach dem Sturz Mubaraks. Man mag zu der Arbeit des Internationalen Währungsfond (IWF) stehen wie man will, sicher ist, es dürfte nur wenige Länder geben, in denen Lieder komponiert und Musikvideos gedreht werden, die den IWF zum Thema haben. Wie dieses hier von Yasser El-Manawahly.

Die ägyptische Regierung befindet sich derzeit in Verhandlungen über einen 4,8 Milliarden USD Kredit vom IWF.  Unklar sind die Bedingungen, die daran geknüpft sind. Manche in Ägypten befürchten, dass der IWF damit auf Jahre die ägyptische Wirtschaftspolitik mitbestimmen wird. Aber das Land braucht dringend Geld, um kurzfristig Haushaltslöcher zu stopfen und sich mittelfristig in der Nach-Mubarak-Zeit neu aufzustellen.

 

In diesem Al-Ahram Online Artikel werden einige Fragen rund um die Verhandlungen um IWF-Kredit für Ägypten diskutiert.

 

In einem interessanten Artikel auf der Webseit der Menschenrechtsorganisation “Egyptian Initiative for Personal Rights” werden die Möglichkeiten für Ägyptens neue wirtschaftspolitische Ausrichtung… weiter lesen

15.10.2012 von Karim El-Gawhary
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Strato-Sprung: Was der Österreicher Felix kann, kann der oberste ägyptische Staatsanwalt Abdel-Meguid schon lange

von Karim El-Gawhary

http://inanities.org, Sarah Carr

 

 

Der ägyptische Präsident Muhammad Muris hat es nicht geschafft, den ungeliebten Restposten des Mubarak-Regimes, den obersten Staatsanwalt Abdel-Meguid Mahmud zu feuern, weil das nicht in seiner Kompetenz liegt. Auch wenn die Staatsanwaltschaft in Kairo die Fälle gegen die Überbleibsel des alten Regimes gerne verschleppt und schlampig ermittelt: die Ägypter können den Chefankläger im Namen der Unabhängigkeit der Justiz einfach nicht loswerden.

 

 

 

Nun hat meine Kollegin Sarah Carr in ihrem Blog eine kreative Lösung gefunden, indem sie den obersten Staatsanwalt einfach ins All geschossen hat. Zwar soll er inzwischen wieder in der Arbeit erschienen sein, aber ein Sprecher der Muslimbruderschaft hat laut Informationen des Blogs bereits erklärt, dass Muslime, die aus dem All zurückkommen, aller ihrer Ämter enthoben werden müssten.

 

Oberster Staatsanwalt Abdel-Meguid Mahmud

 

 

Übrigens soll der oberste ägyptische Staatsanwalt den… weiter lesen

01.10.2012 von Karim El-Gawhary
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Ikea retuschiert im saudischen Katalog einfach die Frauen zwischen den Möbeln weg

von Karim El-Gawhary

 

Foto: rt.com

 

Photoshop macht es möglich: In vorauseilendem Gehorsam hat man Frauen und Mädchen aus dem internationalen Ikea-Katalog verschwinden lassen, der in Saudi Arabien verteilt wird. Um der lokalen Tradition Genüge zu tun, die gerne auch mal eine Hälfte der Gesellschaft vergisst.

 

Aber um Möbel auch im erzkonservativen Saudi Arabien verkaufen zu können, drückt so ein Weltkonzern schon einmal ein Auge zu und erfindet ziemlich schwache Ausreden. Beispielsweise, dass ein Subunternehmen für den Katalog zuständig sei.

 

 

Denn der Konzern habe „einen klaren Verhaltenskodex“ mit der Gleichstellung von Männern und Frauen als Bestandteil, sagt die Ikea-Sprecherin Ylva Magnusson. Für den saudiarabischen Katalog sei die Holdinggesellschaft Inter Ikea zuständig.

 

Ikea veröffentlichte eine Erklärung, in der es sich entschuldigte. “Wir hätten reagieren und verstehen sollen, dass der Ausschluss von Frauen aus der saudiarabischen Version des Katalogs in Konflikt mit den Werten… weiter lesen