Das ist Maher, der Uhrmacher. Er hat einen winzigen recht versteckten Laden auf der Nil-Insel Zamalek in Kairo. Ich habe letzte Woche eine Wanduhr bei ihm vorbeigebracht, um ihr ein neues Werk einzubauen. Dabei kam er ins Erzählen.
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Mahers Großvater und sein Vater waren ebenfalls Uhrmacher, ursprünglich im Nildelta. 1937 eröffnete sein Vater dann einen Laden in Kairo. Das waren noch gute Zeiten, erinnert sich Maher, als es noch um die feine Mechanik der Uhren ging. Heute würden keine Uhrmacher mehr gebraucht, mit den billigen Uhren made in China, die einfach weggeworfen werden, wenn ihre billigen Uhrwerke nicht mehr funktionieren. Es kommen kaum mehr Kunden. Wenn er seine Laden-Miete abzieht verdient er im Moment vielleicht noch 20 Ägyptische Pfund am Tag, umgerechnet etwas mehr als zwei Euro.
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Er wird seinen Laden wohl demnächst zumachen, sagt er. Er hat schon einen Plan… weiter lesen
Im Winter 1985/86 hatte ich mehrere Monate in Damaskus studiert. Damals, im zarten Alter von 23 Jahren, habe ich mit einigen Mitstudentinnen und meinem Vater die ostsyrische Stadt Deir Ezzor besucht (das war fünf Jahre, bevor ich bei der taz als Nahost-Korrespondent anfing) . Hier stehen wir auf dem Wahrzeichen der Stadt, einer Hängebrücke mit einem wunderschönen Blick über den Euphrat
1927 wurde diese Fußgängerbrücke über den Euphrat zur französischen Mandatszeit von einer französischen Fima gebaut. An den Ufern neben der Brücke traf man sich immer während der friedlichen Abendstunden zum Picknick.
Und so sieht die Brücke heute aus. Sie wurde am 2. Mai bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen zerstört.
Kairo, das sind nicht nur blutige Straßenschlachten, die es bis in unsere Medien schaffen und Bärte, die dem Land ihren Stempel aufdrücken wollen. Gestern gab es ein schönes Park-Fest im Fish-Garden auf der Nilinsel Zamalek unter dem Motto „A Taste Zamalek“organisiert von der Bürgerinitiative der Insel.
Dort spielte auch die Band Abu wel Shabab, übersetzt ungefähr „Papa und die Jungs“ mit politisch kritischen Texten, wie etwa folgendem:
“Ich kann keine Lösung finden um die gegenwärtige Lösung zu ersetzen. Keine wirkliche Arbeit, keine echte Gerechtigkeit, nur eine Menge Gerede. Talkshows und Beschimpfungen, während eine Gruppe die ganze Nation zu Ungläubigen erklärt und sie selbst die Söhne des Teufels sind.
In einem anderen Lied heißt es:
Die Menschen sind gnadenlos, als ob das was geschehen ist nie passiert ist, als ob die Revolution ein Match ist und der Gewinner zum
Nein das ist kein neuer Hollywood Film, sondern möglicherweise bittere Wirklichkeit. Aber bevor wir zur arabischen Prinzessin kommen, muss zunächst festgestellt werden, dass den Königshäusern offensichtlich weltweit eine Verrohung droht.
Es begann diese Woche mit dem britischen Prinz Harry und seinem Geständnis „Ja, ich habe Taliban getötet“, als er von seinem Soldaten-Einsatz aus Afghanistan zurückkehrte. Der 28jährige bestätigte nach seinen Apache-Kampfhubschrauber Einsätzen: “If there’s people trying to do bad stuff, then we’ll take them out of the game.”
Ich verbinde mit Prinzessionen eigentlich eher zarte Wesen, die Frösche küssen oder schlafen, bis sie der Prinz erlöst. Aber diese Assoziation stammt wohl eher aus der Märchenwelt. Denn jetzt macht eine echte Prinzessin aus Bahrain Schlagzeilen, nicht als Soldatin, zu deren Kriegseinsatz auch das Töten gehört, sondern als unrühmliche mögliche Folterknechtin.
Oder: Warum die Ägypter schon vor den festlichen Bäumen saßen, als die Europäer noch auf ihnen kletterten
Hassan Abu Daous verkauft seit einem halben Jahrhundert Weihnachtsbäume in Kairo. Ausländer sind seine Kunden, aber auch Muslime und christlichen Kopten, die ihr orthodoxes Weihnachten erst am 7. Januar feiern. Aber da Ägypter immer alles lieben, was leuchtet und glänzt, gibt es dort zahlreiche Menschen die kein religiöses, sondern eher ein Kulturweihnachten feiern und dazu gehört unbedingt ein Weihnachtsbaum.
Dieses Jahr ist es allerdings ziemlich flau mit dem Verkauf, erzählt der muslimische Christbaumverkäufer Hassan. „Solche Bäume kaufen die Menschen, wenn sie glücklich sind und es ihnen gut geht“, erklärt der den Käuferschwund. Kairo in der Krise, mit dem Streit um die Verfassung und den Auseinandersetzungen auf der Straße zwischen Islamisten und Opposition, da will dieses Jahr keine so rechte Weihnachtsstimmung aufkommen.
Aha – dem deutschen Entwicklungsminister Dirk Niebel machen die Veränderungen in Ägypten also große Sorgen. Das sagt er in einem FR-Interview. Es bestehe die Gefahr, dass das diktatorische System des gestützten Präsidenten Mubarak wieder auflebt, nur diesmal mit anderen Personen, sagt er und kündigt an, alle Regierungskontakte nach Ägypten abzubrechen. Auch den geplanten teilweisen Schuldenerlass können die Ägypter jetzt erst einmal vergessen, meint Niebel. „Wir sind bereit, eine Transformation hin zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Ägypten zu unterstützen“, fügt er hinzu.
Ich glaube der ägyptische Präsident Muhammad Mursi würde sich glücklich schätzen, wenn die Bundesregierung zu ihm nur halbwegs so ausgezeichnete Kontakte aufrechterhalten würde, wie sie das einst zum Diktator Mubarak getan hat, dessen systemisches Aufleben sie jetzt befürchtet. 30 Jahre lang hatte die Bundesregierung im Namen der Stabilität die arabischen Autokraten gestützt.
Die Belästigung von Frauen auf der Straße ist in Kairo zu einer Epidemie geworden. Ein Sprecher der ägyptischen Präsidenten Muhammad Mursi erklärte letzten Dienstag, dass alleine während des Bayram-Festes letzte Woche 735 Anzeigen wegen sexueller Belästigung bei der Polizei eingegangen sind. „Wir müssen alle Phänomen des moralischen Verfalls bekämpfen, ganz besonders die Belästigungen auf Ägyptens Straßen“, heißt es in der präsidialen Erklärung.
Ob das hilft, dabei immer die richtigen markiert werden und die Bürgerwehr nicht selbst zu Problem wird? Und wo ist eigentlich die Polizei? Diskussion erwünscht!!!
Ich liebe die ägyptische Kreativität nach dem Sturz Mubaraks. Man mag zu der Arbeit des Internationalen Währungsfond (IWF) stehen wie man will, sicher ist, es dürfte nur wenige Länder geben, in denen Lieder komponiert und Musikvideos gedreht werden, die den IWF zum Thema haben. Wie dieses hier von Yasser El-Manawahly.
Aber um Möbel auch im erzkonservativen Saudi Arabien verkaufen zu können, drückt so ein Weltkonzern schon einmal ein Auge zu und erfindet ziemlich schwache Ausreden. Beispielsweise, dass ein Subunternehmen für den Katalog zuständig sei.
Denn der Konzern habe „einen klaren Verhaltenskodex“ mit der Gleichstellung von Männern und Frauen als Bestandteil, sagt die Ikea-Sprecherin Ylva Magnusson. Für den saudiarabischen Katalog sei die Holdinggesellschaft Inter Ikea zuständig.
Ikea veröffentlichte eine Erklärung, in der es sich entschuldigte. “Wir hätten reagieren und verstehen sollen, dass der Ausschluss von Frauen aus der saudiarabischen Version des Katalogs in Konflikt mit den Werten… weiter lesen