08.06.2011 von Karim El-Gawhary
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Eine Wahnsinns-Aktion: Demonstranten sprühen mit Hilfe einer Schablone Khaled Saids Gesicht an den Eingang des Innenministeriums in Kairo. Der junge Ägypter war vor einem Jahr auf offener Straße in Alexandria von zwei Polizisten zu Tode geprügelt worden. Jetzt prangt das Wahrzeichen für Polizeiwillkür und Brutalität an der Hauptpforte der Zentrale für Innere Sicherheit.
Am Jahrestag des Todes Khaled Saids protestierten die meist jungen Ägypter auch, weil ihnen die Veränderungen im Innenministerium infolge der Revolution nicht weit genug gehen, wie in diesem Artikel kurz beschrieben.
Apropos Khaled Said als Graffiti. Die Street Art in Kairo wird immer besser. Hier ein Wandgemälde auf der Nilinsel Zamalek, fotografiert vom bekannten ägyptischen Blogger 3arabawy

Foto: 3arabawy
In Syrien ist es leider noch längst nicht so weit. Hier meine Analyse über die dortige Lage.
Immerhin scheint das Regime erstmals von Innen ein… weiter lesen
24.03.2011 von Karim El-Gawhary
Letzten Freitag hatten die Proteste gegen das Regime Baschar Assads in Deraa, einer Provinzstadt im Süden Syriens begonnen und um die Omrani-Moschee im Zentrum der Stadt und die umliegenden Gebiete konzentriert. In den gestrigen frühen Morgenstunden haben die Sicherheitskräfte den Ort gestürmt. Laut Regierungsangaben, soll es vier Tote gegeben haben. Syrische Menschenrechtsaktivisten sprechen von Dutzenden Todesopfern.
Die Handy-Videos, die uns aus Deraa erreichen, sind absolut schockierend
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Menschen laufen vor den Schüssen davon
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Dieser Mann wurde im Kopf getroffen: Achtung sehr graphisch
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Das ist das schlimmeste Video. Die Szene nach dem Angriff der Sicherheitskräfte. Achtung sehr sehr graphisch
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Es folgen Verhaftungen
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Baschar Al-Assad hat laut Berichten inzwischen den dortigen Provinzgouverneur Faisal Kalthoum gefeuert. Andererseits behauptet die syrische Regierung, dass sich eine bewaffnete Bande in der Moschee verschanzt gewesen sein… weiter lesen
25.11.2010 von Karim El-Gawhary

In diesem Blog wurde ausführlich über den Fall Khaled Said berichtet, dem jungen Ägypter, der im Sommer laut Augenzeugenberichten in Alexandria auf offener Straße von zwei Polizisten zu Tode geprügelt wurde.
Auf Facebook , Twitter, auf den ägyptischen Blogs und auf Youtube wurde rund um den Fall mobilisiert, bis er am Ende so hohe Wellen schlug, dass die beiden Polzisten vor Gericht gestellt wurden. Auch darüber findet sich bei Arabesken ein Eintrag.
Die Facebook-Seite “Wir alle sind Khaled Said ist nun gelöscht worden.
Auch die Facebook-Seite von Muhammad El-Baradei, dem ehemaligen Chef der Atomenergie-Behörde, Friedensnobelpreisträger und Mubarak Herausforderer, wurde geöscht. Twittern tut er aber noch.
Sein letzter Twitter-Eintrag lautet:
“Efforts to silence our voices will only strengthen our resolve to regain our freedom . Anger is on the rise.”
20.11.2010 von Karim El-Gawhary
Wenn das die Vorboten auf die ägyptischen Parlamentswahlen sind, dann „Gute Nacht“. Zumindest die Einwohner Alexandrias hatten keine ruhige Nacht. Und das liegt nicht an dem neusten ägyptischen Folterskandal, mit dem die Mittelmeer-Hafenstadt in den letzten Tagen in die Schlagzeilen geraten ist.
Es begann gestern Nachmittag, wie man in diesem Video sehen kann:
Und zog sich durch die Nacht: die Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Anhängern der ägyptischen Muslimbrüder. Hunderte Muslimbruder wurden verhaftet , nachdem sich die Islamisten angesichts der bevorstehen Wahlen am 28. November versammeln wollten, an denen sie teilnehmen. Einer deren Kandidaten führte den Demonstrationszug, bei dem seine Anhänger mit den Rufen, „Nein zum Wahlbetrug“, „Ja zum Wandel“ und „der Islam ist die Lösung“ durch die Straßen zogen.
Die Polizei sperrte ganze Straßenzüge im Mena al-Bussal-Viertel ab und ging mit Tränengas, Knüppeln und Messern gegen die Demonstranten vor. Wie viele… weiter lesen
15.11.2010 von Karim El-Gawhary
Die Todespolizeiwache in Alexandria Teil II
Aktualisierung zum Fall Ahmad Schaaban, über den in diesem Blog bereits berichtet wurde.
Die Familie des mutmaßlich auf der Polizeiwache zu Tode gefolterten 19jährigen Ägypters Ahmad Schaaban wird von der ägyptischen Polizei offensichtlich enorm unter Druck gesetzt, den Fall nicht zur Anzeige zu bringen Das berichtet der ägyptische Internet-Journalist Muhmmad Abdel Fatah, der gestern das Video zu dem Fall veröffentlicht hat und mit der Familie in ständigem Kontakt steht (Das Video wurde inzwischen 33.000 mal angeklickt). Er hat auch dieses Bild gemacht, dass Familie und Freunde zeigt, als sie das Video zum ersten Mal sehen.

www.anegyptianjournalist.com - Muhammad Abdel Fattah
Bereits gestern ist rund um das Haus der Familie Polizei aufgezogen, wie dieses folgende, offensichtlich von einer nervösen Hand aufgezeichnete Video zeigt.
Aschraf, der besonders mutige Onkel des Opfers, der in dem gestrigen Video… weiter lesen
27.09.2010 von Karim El-Gawhary

- Angeklagte Polizisten
Der Prozess im Fall des junge Ägypters Khaled Said, der laut Augenzeugen von diesen zwei Polizisten in Alexandria auf offener Strasse totgeschlagen wurde, wurde am Wochenende erneut verschoben. In diesem Blog war bereit ausführlich über den Fall und den Prozess berichtet worden.
Im Zentrum des Gerichtstermins am Wochenende stand ein Streit, wessen die beiden Zivilpolizisten Mahmud Salah Mahmud und Awad Ismail Suliman genau angeklagt sind. Augenzeugenberichten zufolge sollen sie so lange auf das Opfer eingeschlagen haben, bis dieser tot war. Vertreter der Familie Khaled Saids fordern daher eine Anklage auf Totschlag.
Laut zweier offizieller Autopsieberichte soll Khaled dagegen an einem Tütchen Marihuana erstickt sein, das er bei seiner Festnahme heruntergeschluckt haben soll. Die Verteidiger der Polizisten fordern daher lediglich eine Anklage auf… weiter lesen
06.08.2010 von Karim El-Gawhary

Dieses Interview im ägyptischen Fernsehen ist sensationell. Die Frau in Schwarz erzählt öffentlich von ihrer Vergewaltigung und das auch noch durch die Polizei. Sie sagt in diesem Video, das einen Beitrag des privaten ägyptischen Fernsehsenders Modern Misr zeigt:
„Ich habe beschlossen dieses Risiko einzugehen, um den Verantwortlichen des Landes zu zeigen, was die ägyptische Polizei mit den Menschen macht“,
Die Geschichte der Frau, die dort mit verschleiertem Gesicht erscheint, wurde in den letzten Tagen zum Gesprächsstoff Nummer Eins in Ägypten. Sie erzählt, dass sie an einer Straßensperre auf einer Landstraße im Nildelta von Polizisten nach ihren Papieren gefragt, anschließend in einen Polizeikleintransporter gezerrt und dort von den Polizisten vergewaltigt wurde. An einem Punkt in ihrer Erzählung bricht ihre Stimme und man kann nur ahnen, dass hinter dem Schleier die Tränen fliessen, während sie ihr Taschentuch fester umgreift.
„Ich… weiter lesen
27.07.2010 von Karim El-Gawhary

Angeklagte Polizisten
Die Beantwortung dieser Frage wurde erst einmal beim heutigen Prozessauftakt vertagt.
Heute hat in Alexandria das Verfahren gegen zwei ägyptische Polizisten begonnen, die den jungen Ägypter Khaled Said auf offner Strasse zu Tode geprügelt haben sollen. Nach einer kurzen Beratung wurde der Prozess auf den 25. September vertagt. Die beiden Angeklagten bleiben in Haft.
Ein Team von Anwälten, das die Familie des toten 28jährigen Khaled Said vertritt, verlangte zuvor für das Verfahren mehrerer Zeugen einzuberufen, darunter den Chef der Sidi Gabr Polizeistation, in der die beiden Angeklagten arbeiteten. Ihm wird öffentlich vorgeworfen, den Vorfall vertuscht haben zu wollen. Geladen werden sollen auch die Gerichtsmediziner, die in zwei Obduktionen bestätigt haben, dass der Tote nicht an den Prügeln der Polizisten, sondern an den einem Tütchen mit Haschsich gestorben sein soll, das er beim Eintreffen der Polizisten heruntergeschluckt haben soll. Geladen werden soll auch ein anderer… weiter lesen
27.07.2010 von Karim El-Gawhary

Ein Foto der Mutter und Schwester Khaled Saids. Sie klagen zwei Polizisten, Muhammed Salah und Muhammed Sherif an, ihren Sohn und Bruder am 8. Juni vor einem Internetcafé in der ägyptischen Mittelmeer-Hafenstadt zu Tode geprügelt zu haben. Heute beginnt in Alexandria der Prozess im Fall Khaled Said.
Über den Fall wurde in diesem Blog bereits ausführlich berichtet. Er hat in Ägypten hohe Wellen geschlagen.
In Erwartung möglicher Auseinandersetzungen in und vor dem Gerichtsgebäude, hat die Polizei scharfe Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Sympathisanten der Familie haben 3000 Poster drucken lassen, die das Foto der völlig entstellten Leiche Saids zeigen, das auch auf diesem Blog veröffentlicht wurde.
Lokale und internationale Menschenrechtsorganisationen haben angekündigt, Beobachter zu dem Prozess zu entsenden.
Saids Anwalt hat unterdessen erklärt, dass er zu Prozessauftakt die Anklage von „verprügelt“, auf „zu Tode geprügelt“ abändern möchte.
Laut offiziellen Berichten der Gerichtsmedizin, soll Khaled an einem Tütchen… weiter lesen
05.07.2010 von Karim El-Gawhary

Foto: Karim El-Gawhary
Das ist ein sogenanntes Tok-Tok, eine Art Motor-Rikscha: das Taxi der Armen in Ägypten. Vor allem auf dem Land und in den Armenvierteln Kairos ist das Tok-Tok inzwischen, dank des billigen Fahrpreises, eines der beliebtesten Verkehrsmittel geworden. Den Behörden sind die meist nicht lizenzierten verkehrsgefährdenden Gefährte allerdings ein Dorn im Auge.
In der Nildeltastadt Mansoura steht das Tok-Tok nun im Zentrum eines neuen Falles von Polizeibrutalität, wie die unabhängige ägyptische Tageszeitung Al-Masry Al-Youm berichtet. Laut dem Nadim-Zentrum, einer ägyptischen Menschenrechtsorganisation zur Rehabilitierung von Folteropfern, sollen zwei Polizisten den 18jährigen Tok-Tok-Fahrer Muhammad Salah Mahmud auf die Wache mitgenommen haben. Laut dem Nadim-Zentrum sollen die Polizisten Mahmud auf der Wache gefoltert haben, bevor sie ihn vom Balkon im vierten Stock des Gebäudes geworfen haben.
Laut Polizeiangaben war Mahmud im Rahmen einer Kampagne gegen die nicht registrierten Tok-Toks festgenommen worden. Die Polizei behauptet,… weiter lesen