19.09.2011 von Karim El-Gawhary
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Was würden Sie im Falle der Jemeniten jetzt tun?
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AP via taz
Bis Morgen, wenn ein Teil der Schwerverletzten den Tag nicht überlebt haben wird, werden es über 50 Tote sein, prophezeien die Ärzte in Sanaa. Mehr als 300 Menschen werden in den dortigen Krankenhäusern mit Schussverletzungen behandelt. Beim Schreiben dieser Zeilen sind bereits mindestens 25 Demonstranten tot
Sie hatten am Sonntag zu Tausenden protestiert und den endgültigen Rücktritt Abdallah Salehs gefordert, als Sicherheitskräfte das Feuer auf die Demonstranten eröffneten. Warnung: Das folgende Video ist brutal.
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Er hat zugesehen, wie sein Cousin neben ihm niedergeschossen wurde, erzählt der 23jährige Taufik der Reuters Nachrichtenagentur. „Ich habe mich umgedreht und sah, wie er fiel“, erinnert er sich. Er hatte seit dem Beginn der Proteste gegen Saleh mit seinem Cousin zusammen auf dem zentralen Platz in Sanaa vor der Universität sein… weiter lesen
02.01.2011 von Karim El-Gawhary

Mit Kreuzen und Wut vor dem Fersehgebäude: Foto El-Gawhary
Plötzlich verstummte der Verkehr an der Niluferstrasse vor meinem Büro im Zentrum Kairos. Dann fuhren hektisch die LKWs der Bereitschaftspolzei vor, die sich in ihren schwarzen Uniformen auf der Strasse verteilte. Kurz darauf waren diese Rufe zu hören: “Mit meiner Seele und meinem Blut für das Kreuz”.
Die Demonstranten hatten Trauer, aber auch eine Menge Wut mitgebracht. Die meisten waren Christen, aber auch ein paar Muslime waren dabei. Sie protestierten heute Abend gegen den Anschlag auf die Kirche in Alexandria in der Silvesternacht.

Zeitweise, wie man auf den Fotos sehen kann, haben sie es immerhin bis zum staatlichen Fernsehgebäude geschafft. Es war interessant die Panik der Polizeioffiziere zu sehen, als die Demonstranten plötzlich vor einem der strategisch sensibelsten Gebäude der Stadt auftauchten.
Es dauerte eine gute Stunde bis es die Bereitschaftspolzei mit einer massiven Stärke von… weiter lesen
19.10.2010 von Karim El-Gawhary
Stellen Sie sich vor, sie protestieren, um endlich ihr monatliches Arbeitslosengeld von 25 Euro ausgezahlt zu bekommen, werden von der Polizei verprügelt und die Treppe heruntergestoßen und brechen sich dabei das Rückgrat.

Quelle: Al-Masry Al-Youm
Genau das ist in Kairo passiert. Eine Gruppe von kürzlich entlassenen Arbeitern hatte im Gebäude des staatlichen Gewerkschaftverbandes (unabhängige Gewerkschaften sind in Ägypten verboten) dagegen protestiert, dass ihnen ihre Arbeitslosenhilfe nicht ausgezahlt worden ist. Zwar hatten sie ein mündliches Versprechen erhalten, dass dies geschehen wird, einige der Arbeiter wollten das Gebäude aber nicht verlassen, bis sie das Geld in den Händen halten.
Statt dem Geld kam die Polizei und räumte das Gebäude. Der aus einer staatlichen Textilfabrik im Nildelta entlassene Arbeiter Samir Al-Qazaz wurde dabei die Treppe heruntergeschubst. Mit Verdacht auf ein gebrochenes Rückgrat, wurde er in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Dort konfiszierte die Polizei seine Krankenakte und die Röntgenbilder.
Das Gewerkschaftsebäude… weiter lesen
23.09.2010 von Karim El-Gawhary
„Wir sind kein Erbstück mehr“,
riefen die Demonstranten diese Woche auf einer Protestveranstaltung für politische Reformen und gegen eine mögliche Übergabe des Präsidentenamtes vom 82jährigen Hosni Mubarak auf dessen 46jährigen Sohn Gamal Mubarak.

Ein historischer bedeutungsschwangerer Satz, hatte ihn doch der ägyptische antikoloniale Volksheld Ahmad Urabi im 19. Jahrhundert auf einer Demonstration gegen den damaligen monarchischen Herrscher, den Khediven Tawfik und dessen englische und französische koloniale Hintermänner ausgesprochen. “Ägypten den Ägyptern”, lautete Urabi Paschas poltischer Hauptslogan.
Wir sind kein Erbstück mehr: 130 Jahre später versammelten sich am gleichen Ort, dem ehemaligen Königspalast Abdeen erneut die Demonstranten. Aber diesmal verbrannten sie Bilder Gamal Mubaraks, um ihre Gegnerschaft zu einer Mubarak Dynastie zum Ausdruck zu bringen.

brennendes Gamal Poster: Egyptian Blogs Aggregator
Selten hatte Kairo einen solchen, spezifisch gegen die Person Gamals ausgerichteten, Protest erlebt.
Die… weiter lesen
21.09.2010 von Karim El-Gawhary

Zuerst eine kurze Bemerkung in eigener Sache. Taz-KorrespondentInnen suchen Arbeit“ – so hieß die Aktion, mit der wir letzte Woche drei Tage lang keine einzige Zeile für die taz lieferten, weil wir Korrespondenten in Zukunft zu deutlich schlechteren Bedingungen arbeiten sollen. Die taz-Chefredaktion ist uns auch nach unserer Protestaktion und während einem Treffen der taz-Genossenschaftin Berlin keinen Millimeter entgegengekommen. Wir diskutieren derzeit unser weiteres Vorgehen. Vorerst schreiben wir erst einmal weiter; auch in diesem Blog. Damit die Chefredaktion zwischendrin wieder sieht, was sie an uns hat und welches Risiko sie eingeht.
Wie im letzten Blogbeitrag beschrieben, wurde letzte Woche die ägyptische Regierungszeitung Al-Ahram auf frischer Tat ertappt: mit einem manipulierten Foto vom Nahostgipfel in Washington, auf dem der ägyptische Präsident forsch vor seinem Gastgeber Barack Obama über den roten Teppich des Weißen Hauses schreitet.


Besonders apart war die Verteidigungsrede des Chefredakteurs von Al-Ahram, Ossama al-Saraya. Das… weiter lesen
17.09.2010 von Karim El-Gawhary

Einen letzten starken Mokka, dann geht es auf zum Flughafen in Kairo auf dem Weg zur Genossenschaftsversammlung der taz in Berlin. Auch mein Kollege Reiner Wandler aus Madrid und Jürgen Gottschlich aus Istanbul haben sich auf den Weg gemacht.
Dort wird die Chefredaktion versuchen, den Genossenschaftlern, den Besitzern der taz, zu erklären, warum sie uns und neun weiteren Korrespondenten gekündigt hat und wie sie es sich die neue Verträge vorstellt, bei denen sie hofft, dass wir fortan auf der ganzen Welt verstreut , meist für wesentlich weniger Geld genauso viel arbeiten sollen wie bisher. Ein kurioses Konstrukt, das sie mit Worten wie „Umstrukturierung“ und „Flexibilisierung“ verteidigen werden. Ja sogar von „Gerechtigkeit“ werden sie reden, der Fairness aus einem kleinen Topf möglichst viele Menschen für möglichst wenig Geld arbeiten zu lassen und damit auch noch die Auslandsberichterstattung verbessern zu wollen. Und wir Korrespondenten?
Wir werden uns wehren.
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14.06.2010 von Karim El-Gawhary

Gestrige Demonstration in Kairo: Quelle: Facebook "Wir sind alle Khaled Said"
Der Fall des von der ägyptischen Polizei zu Tode geprügelten Khaled Said schlägt weitere Wellen nicht nur im Internet und auf Facebook.
Mehrere hundert Menschen hatten am Sonntagnachmittag vor Kairos Justizminsterium versammelt. Sie wollten friedlich gegen die Polizeibrutalität und die seit 29 Jahren geltenden Notstandsgesetze protestieren.

Uniformierte und in zivil gekleidete Polizisten schlugen auf die Demonstranten ein. Viele wurde in den Schwitzkasten genommen, um anschließend in Handschellen zu den am Rand wartenden Polzeistransportern geführt zu werden. Es gibt keine offiziellen Zahlen, wieviele Menschen abgeführt wurden.
Ahmad Maher, einer der Organisatoren des Protestes schätzt, das 80 Demonstranten festgenommen wurden.

Anwesende Journalisten wurden von der Polzei wiederholt aufgefordert den Ort zu verlassen. Kameraleuten wurde das Filmen untersagt.