Posts Tagged ‘Revolution’

06.06.2012 von Karim El-Gawhary
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Ägypten: Wo Polizisten Taxi fahren, statt Verbrecher zu jagen

von Karim El-Gawhary

 

 

Es ist ein mieses Spiel des ägyptischen Innenministeriums. Der Taxifahrer, mit dem ich gerade ins Büro gefahren bin, hat mir von seinem Bruder erzählt. Der Polizeibeamte geht seit dem Sturz Mubaraks jeden Tag auf die Polizeiwache, trägt seine Anwesenheit ein und geht wieder nach Hause. Was soll er tun, hat er seinem Bruder gesagt, das sei die Anweisung der höheren Offiziere. Stattdessen fährt der Polizist jetzt selbst Taxi.

 

Nur ein paar Mal hätte er in den letzten Monaten nachts an Straßensperren Einsatz gehabt. Da hätten sie eine Menge Waffen und Drogen gefunden. Aber dann wurde er doch wieder nach Hause geschickt.

 

„Ich wette, wenn der Mubarak-Mann Schafik gewählt wird, muss mein Bruder wieder arbeiten“, grinste der Taxifahrer. Das ist schon irre, wie man die Polizei absichtlich aus dem Verkehr zieht, bis die Menschen wieder nach dem alten System rufen.

 

28.05.2012 von Karim El-Gawhary
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Ahmads 16stündiger Kairoer Arbeitstag als Journalist, Taxifahrer und Revolutionär

von Karim El-Gawhary

Foto: El-Gawhary

 

 

Ich war mit meiner Live-Schaltung nach Wien über die offizielle Verkündung des Ergebnisses der ersten Runde fertig, als ich vor dem Kairoer Studio ein Taxi anhielt.

 

Drinnen saß Ahmad, ein eher stiller und zurückhaltender junger Fahrer. Irgendwann kam das Gespräch auf meine Arbeit. Als ich ihm sagte, was ich in Kairo mache, strahlte er und zückte seinen ägyptischen Journalistenausweis.  Auch er sei Journalist, erzählte er stolz. Er arbeitet bei einer der neuen Zeitungen namens „Stimme der Revolution“.

 

Auf die Frage, warum er dann hier nachts Taxi fahre, lächelte er verlegen. Bei der Zeitung, erzählte er, verdiene er gerade einmal umgerechnet 80 Euro im Monat. Auf meinen Einwand, dass das nicht gerade ein revolutionäres Gehalt sei, meinte er nur: Die Zeitung und ich müssen noch wachsen“.

 

Damit er über die Runden kommt, quält er sich fast jeden Tag mit dem… weiter lesen

23.12.2011 von Karim El-Gawhary
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Ägypten: “Das Lachen der Gefangenen” ist stärker als das Blut auf den Plätzen

von Karim El-Gawhary

Für mich gibt es kleine Anzeichen, dass die Tage des Militärs in der Politik und der Vertreter des alten Regimes an den Schaltstellen in Ägypten angezählt sind. Eines davon ist dieses neue ägyptische Musikvideo mit dem Titel „Das Lachen der Gefangenen“, gesungen von Ali El-Haggar und geschrieben von Abdel Rahman El-Abnoudy. Ein ägyptischer Sänger, nicht von den Tahrir-Aktivisten, sondern aus dem Mainstream kommend, geht mit so einem Musikvideo an die Öffentlichkeit.

Auf Arabisch ist das ein sehr emotionaler, wunderschön geschriebener Text. Das ist mein bescheidenen Versuch ihn zu übersetzen und dabei verliert er natürlich viel und es sind sicher einige Fehler drin. Vielleicht kann sich ein professioneller Übersetzer die Mühe machen, die Feinheiten rüberzubringen. Ich würde die Übersetzung dann hier posten.

Das Lachen der Gefangen (mindestens 12.000 von Militärgerichten Verurteilte seit Mubaraks Sturz) ist stärker, als das Blut auf den Plätzen und die Regeln, die sie aufstellen. Auch wenn die… weiter lesen

06.09.2011 von Karim El-Gawhary
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Mein “Tagebuch der Arabischen Revolution” ist jetzt erhältlich

von Karim El-Gawhary

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Seit dieser Woche gibt es mein neues  Buch im Laden oder  Online. Ich habe ein kleines Video dazu erstellt:

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Auf diesem L;ink kann man einen Blick in einen Auszug werfen.

Hier geht es zum Feedback.

Das sind die ersten Online-Rezensionen:

Auf www.humanrightsaustria.at

Auf: http://neuwal.com

28.07.2011 von Karim El-Gawhary
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Schutzlos für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Die vergessene Revolution im Jemen

von Karim El-Gawhary

Quelle: .globalarabnetwork.com

Man vergisst ihn leicht, den Jemen, weit weg ganz unten im Süden der Arabischen Halbinsel. Seit 120 Tagen halten die meist jugendlichen Revolutionäre dort auf dem „Platz der Veränderung“  in der Hauptstadt Sanaa und auf anderen Plätzen des Landes ihre Stellung, gegen große mächtige Gegner: gegen das alte Regime Abdallah Saleh, der nach einem Anschlag in Saudi Arabien im Krankenhaus liegt und ein politisches Vakuum hinterlassen hat, gegen den Nachbarn Saudi Arabien, der alles daran setzt, dass sich im Jemen keine Revolution durchsetzt, gegen ein altes verkrustetes Stammessystem und gegen die USA, die aus Furcht vor Al-Kaida keine revolutionäres Experimente im Jemen zulassen will.

Wasim Alqershi

Wasim Alqershi ist ein Mitglied des Organisationskomitees der „Volksrevolution der Jugend“ und ehemaliger Vorsitzender der jemenitischen Studenten Union.

Es folgen von mir übersetzte Auszüge eines Artikels, den er jetzt in der jemenitischen Presse veröffentlicht hat.… weiter lesen

09.07.2011 von Karim El-Gawhary
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Sie sind wieder zurück auf dem Tahrir-Platz, um ihre Revolution zu retten,

von Karim El-Gawhary

Foto: Karim El-Gawhary

und die Revolution macht durstig, vor allem wenn die Menschen bei über 50 Grad in der Sonne auf einem schattenlosen Platz stehen. Da ist ein gekühlter Mango-Saft, wie ihn dieser Straßenhändler auf dem Tahrir anbietet, genau das Richtige.

Zu einem Tag der Beharrlichkeit hatten die Demonstranten am Freitag aufgerufen. Doch es sollte nicht bei einem Tag bleiben. Sie haben auf dem Tahrir wieder ihre Zelte aufgebaut und wollen bleiben, bis ihrer Forderungen erfüllt sind. Vor allem geht es darum, dass die Justiz schneller und eindeutiger die Vertreter des alten Regime zur Rechenschaft zieht. Außerdem fordern sie eine Grunderneuerung des Sicherheitsapparates und des Innenministeriums.

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Auch am Abend war der Platz noch voll, wie dieses kurze Video zeigt, das ich von einem Balkon im 9. Stock eines Hauses am Tahrir-Platz gestern um 21:00 Uhr aufgenommen habe. Kurz davor hatte ich… weiter lesen

26.05.2011 von Karim El-Gawhary
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Last Minute Ägypten – Revolutionäres Preis-Dumping

von Karim El-Gawhary

Gestern auf dem Flughafen Tegel in Berlin hatte ich Vulkanasche-bedingt viel Zeit. Hier ein Selektion der Last-Minute-Ägypten-Angebote.

Preis-Dumping als Revolutionskonsequenz: Ich frage mich, wie die Ägypter bei diesen Preisen noch irgend einen Cent verdienen.

Laut Schätzungen hat Ägypten im Moment im Tourismus täglich Verluste von 40 Millionen Dollar. Eine unglaubliche und katastrophale Zahl, in einem Land, in dem jeder zehnte Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Tourismus abhängt.

Also, wenn ihr noch nicht euren nächsten Urlaub gebucht habt -  die beste Möglichkeit die Umwälzungen in der Arabischen Welt zu unterstützen ist es, jetzt nach Ägypten oder Tunsesien zu reisen.

Denn mit dem Erfolg oder Mißerfolg dieser beiden Länder steht und fällt die gesamte arabische Welt.

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Und eines kann ich garantieren: Spannender war es dort noch nie und die Menschen werden den Touristen mit Freude und Stolz ihre neuen Länder präsentieren, in die man jetzt… weiter lesen

17.05.2011 von Karim El-Gawhary
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Saudische Zustände in ägyptischen Einkaufszentren

von Karim El-Gawhary

Foto: AUC-Studenten-Zeitung Caravan

Ich war noch nie ein Fan von großen Einkaufszentren. Sie stellen für mich eine Kosumreizüberflutung dar, die eindeutig meine Aufnahmefähigkeiten übersteigt. In Kairo existiert mit City Stars eines der größten Einkaufszentren der Region. Für mich persönlich der pure Horror.

Obwohl die Sharbatly Familie, die saudischen Besitzer des ägyptischen Konsumtempels das mit der Reizüberflutung ein wenig anders verstehen. Denn bei City Stars probiert man gerade aus, wie weit man im Chaos der ägyptischen Revolution ein wenig saudischen Geschlechtertrennungs-Flair im Land am Nil einführen kann. So wurde dieses Schild am Eingang des Zentrums aufgenommen.

Aufmerksam auf den Skandal hat uns heute die Studenten-Zeitung der Amerikanischen Universität gemacht (Vielen Dank liebe AUC-Studenten).

Wie gesagt: ich meide City Stars und dessen Konsum-Sterilität schon immer. Aber ich würde allen meinen Kairoer Freunden und Bekannten vorschlagen, das Gleiche zu tun, bis es sich geklärt hat, ob Männlein und Weiblein… weiter lesen

04.04.2011 von Karim El-Gawhary
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Was muss dieses libysche Kind aus Adjdabiya erlebt haben, um so etwas zu zeichnen?

von Karim El-Gawhary

Foto: Karim El-Gawhary

Das ist ein Bild, das ich in einem Lager in Bengasi für Flüchtlinge aus den umkämpften Gebieten im Osten Libyens an einer Wand gefunden habe. Es stammt von einem Kind aus Adjdabiya, einer Stadt, die vor über zwei Wochen von Gaddafis Truppen erobert und dann vor einer Woche von den Rebellen zurückerobert wurde.

Was hat dieses Kind erlebt, dass es so ein Bild zeichnet, mit Vögeln, Blut, Kampfjets, Panzern und Granatwerfern? Die Flüchtlinge haben Horrorgeschichten erzählt, von Gaddafi-Truppen, die wild auf ihre Häuser geschossen haben, von Frauen die vergewaltigt wurden, von Gaddafis-Schergen, die mit Listen über Oppositionelle die Orte durchkämmt haben. Viele wissen nicht, wo ihre Familienmitglieder abgekommen sind, ob sie tot, verhaftet oder ebenfalls geflüchtet sind.

Mit einem Fest haben die Rebellen in Bengasi versucht, die Flüchtlinge und die Kinder auf andere Gedanken zu bringen.

Foto: Karim El-Gawhary

Dort kommt… weiter lesen

18.02.2011 von Karim El-Gawhary
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Arabische Welt im Aufstand: Hilfe, mir wird schwindelig. Ich weiß gar nicht wohin ich zuerst blicken soll

von Karim El-Gawhary

Es geht Alles so rasend schnell. Soll man heute nach Bahrain blicken, wo die Toten von gestern begraben werden und sich die Begräbnisfeiern wahrscheinlich zu einem neuen Höhepunkt der Demonstrationen gegen den König entwickeln werden. Schon gestern nachdem der Lulu Platz, der Platz der Perle, brutal geräumt worden war, wanderte der Protest einfach in die Krankenhäuser weiter, wie dieses Video zeigt.

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Oder soll man nach Libyen schauen, wo Gaddafi versucht den Aufstand unter Ausschluss der Öffentlichkeit niederzuschlagen, indem er Polizei, bezahlte Schläger und eine SMS aussendet, die die Menschen warnt gegen das Regime auf die Straße zu gehen, weil scharf geschossen wird. Auch hier werden die heutigen Freitagsgebete ein wichtiger Indikator sein, wie es weitergeht.

Ägyptische Blogger versuchen eine Landkarte des Aufstandes in Libyen zu erstellen

Die Antwort der Regime ist überall gleich: sie setzten ihren Sicherheitsapparat als einzige Antwort ein und versuchen die Menschen einzuschüchtern.… weiter lesen