23.04.2013 von Karim El-Gawhary

Das größte Schloss der Welt wurde diesen Monat im Janadriyah Kulturfestival in der saudischen Hauptstadt Riad ausgestellt. Das fünf Meter hohe Stahlschloss ist 2,44 Meter breit und 60 Zentimeter dick und wiegt 1975 Kilo und soll nächsten Monat für das Guiness Book angemeldet werden.

Der Schlosser Anas Mohamed Ragab Sadek besitzt ein traditionelles Familienunternehmen, das seit 90 Jahren Schlüssel und Schlösser herstellt.
Damit ist Saudi Arabien nicht nur der weltweit größte Ölproduzent, sondern auch das Land, in dem die größten Schlösser hergestellt werden.
Das wiederherum entbehrt nicht einer gewissen Symbolik, in einem Land in dem die Hälfte der Bevölkerung aus vielen Bereichen ausgeschlossen ist und Frauen noch nicht einmal den Zündschlüssel eines Autos herumdrehen dürfen.
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17.12.2012 von Karim El-Gawhary

Aha – dem deutschen Entwicklungsminister Dirk Niebel machen die Veränderungen in Ägypten also große Sorgen. Das sagt er in einem FR-Interview. Es bestehe die Gefahr, dass das diktatorische System des gestützten Präsidenten Mubarak wieder auflebt, nur diesmal mit anderen Personen, sagt er und kündigt an, alle Regierungskontakte nach Ägypten abzubrechen. Auch den geplanten teilweisen Schuldenerlass können die Ägypter jetzt erst einmal vergessen, meint Niebel. „Wir sind bereit, eine Transformation hin zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Ägypten zu unterstützen“, fügt er hinzu.
Ich glaube der ägyptische Präsident Muhammad Mursi würde sich glücklich schätzen, wenn die Bundesregierung zu ihm nur halbwegs so ausgezeichnete Kontakte aufrechterhalten würde, wie sie das einst zum Diktator Mubarak getan hat, dessen systemisches Aufleben sie jetzt befürchtet. 30 Jahre lang hatte die Bundesregierung im Namen der Stabilität die arabischen Autokraten gestützt.

Und auch mit Küsschen besiegelt

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01.10.2012 von Karim El-Gawhary

Foto: rt.com
Photoshop macht es möglich: In vorauseilendem Gehorsam hat man Frauen und Mädchen aus dem internationalen Ikea-Katalog verschwinden lassen, der in Saudi Arabien verteilt wird. Um der lokalen Tradition Genüge zu tun, die gerne auch mal eine Hälfte der Gesellschaft vergisst.
Aber um Möbel auch im erzkonservativen Saudi Arabien verkaufen zu können, drückt so ein Weltkonzern schon einmal ein Auge zu und erfindet ziemlich schwache Ausreden. Beispielsweise, dass ein Subunternehmen für den Katalog zuständig sei.

Denn der Konzern habe „einen klaren Verhaltenskodex“ mit der Gleichstellung von Männern und Frauen als Bestandteil, sagt die Ikea-Sprecherin Ylva Magnusson. Für den saudiarabischen Katalog sei die Holdinggesellschaft Inter Ikea zuständig.
Ikea veröffentlichte eine Erklärung, in der es sich entschuldigte. “Wir hätten reagieren und verstehen sollen, dass der Ausschluss von Frauen aus der saudiarabischen Version des Katalogs in Konflikt mit den Werten… weiter lesen
28.07.2011 von Karim El-Gawhary

Quelle: .globalarabnetwork.com
Man vergisst ihn leicht, den Jemen, weit weg ganz unten im Süden der Arabischen Halbinsel. Seit 120 Tagen halten die meist jugendlichen Revolutionäre dort auf dem „Platz der Veränderung“ in der Hauptstadt Sanaa und auf anderen Plätzen des Landes ihre Stellung, gegen große mächtige Gegner: gegen das alte Regime Abdallah Saleh, der nach einem Anschlag in Saudi Arabien im Krankenhaus liegt und ein politisches Vakuum hinterlassen hat, gegen den Nachbarn Saudi Arabien, der alles daran setzt, dass sich im Jemen keine Revolution durchsetzt, gegen ein altes verkrustetes Stammessystem und gegen die USA, die aus Furcht vor Al-Kaida keine revolutionäres Experimente im Jemen zulassen will.

Wasim Alqershi
Wasim Alqershi ist ein Mitglied des Organisationskomitees der „Volksrevolution der Jugend“ und ehemaliger Vorsitzender der jemenitischen Studenten Union.
Es folgen von mir übersetzte Auszüge eines Artikels, den er jetzt in der jemenitischen Presse veröffentlicht hat.… weiter lesen
01.07.2011 von Karim El-Gawhary
Kein Verkauf deutscher Luxuskarossen nach Saudi Arabien, bis dort auch die Frauen auf Gas drücken dürfen.
Das wäre doch mal eine nette Kampagne. Kann sich mal jemand darum kümmern?

Auftakt: Gemeinsam zum Stern-Kampage
Ein bekannter deutscher Autohersteller hat sich in seiner Kampagne „Gemeinsam zum Stern“ auf das Sponsoring von Frauenfußball verlegt. Das ist natürlich eine gute Sache. Ich liebe Frauenfußball, habe mir bereits in Kairo einige WM-Spiele angesehen und finde es ist großartig, dass der Frauenfußball auch große Sponsoren gefunden hat.
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Aber hier meine bescheidene Frage: kann man sich als Firma den Frauenfußball ans Revers stecken und gleichzeitig Autos nach Saudi Arabien verkaufen, wo Frauen nicht das Recht haben hinter dem Steuer zu sitzen? Ich nehme doch an, mit Saudi Arabien macht man gute Geschäfte.

www.change.org/petitions/subaru-stop-selling-cars-where-women-cant-drive
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Einige saudische Frauen haben übrigens schon die Firma Subaru auf Korn… weiter lesen
17.06.2011 von Karim El-Gawhary

Es ist 15:40
“Der Regen beginnt mit einem einzigen Tropfen”,
haben sich die saudischen Frauen gesagt. Bisher haben sich mindestens 20 von Ihnen ans Steuer gesetzt und sind in ihrer heutigen Kampagne #women2drive einfach losgefahren.
Wir fahren auf diesem Blog jetzt auch los. Ich werde versuchen, ihn in den nächsten Stunden immer wieder zu aktualisieren.
Hier ist eine Liste, der Fahrerinnen, die man auf dem Internet.Kurnachrichtendienst Twitter verfolgen kann.
@LailaSindi @Noarh3 @TheSaudiLady @abofeeras @azizayousef @Maha1410 #Women2Drive /@shadihamid
Die Frauen posten auch Fotos, wie dieses im saudischen Khobar, mit dem Titel: “Ich hab´s getan”

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Bisher gab es keine Verhaftungen. Einige Frauen berichten, sie seien direkt an der Polzei vorbeigefahren, ohne dass diese eingegriffen hat.
nächste update auf diesem selben Blog-Eintrag folgt in Kürze
15:50
ein Video eine saudische Frau fährt in den arabischen Frühling
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17:00
@Maialshareef schreibt… weiter lesen
16.06.2011 von Karim El-Gawhary

Morgen, am 17. Juni, planen die saudischen Frauen mit ihrer Autofahr-Kampagne zu beginnen, für die sie nun seit Wochen unter dem Titel “women2drive” mobilisieren, etwa auf dieser Facebook-Seite. Sie werden nicht für das Recht aufs Autofahren demonstrieren, sondern sich einfach hinters Steuer setzen und losfahren.

Hier ist der Leitfaden, fürs richtige weibliche Autofahr-Verhalten, der über Internet verbreitet wird.
1. Zieht euch islamisch angemessen an.
2. Es soll keine Zusammenkünfte geben. Macht eure Erledigungen, besucht jemanden im Krankenhaus, bringt die Kinder zur Schule usw.
3. Wenn es geht, filmt das Ganze und ladet es auf Youtube hoch.
4. Fahrt nur innerhalb der Stadtgrenzen
5. Um deinen Patriotismus zu zeigen, lasst eine saudische Fahne wehen und platziert ein Bild des Königs.
6. Habt keine Angst, wenn ihr verhaftet werdet, müsst ihr die Verhaftung nur schriftlich bestätigen.
7. Es ist besser, dass diejenigen die fahren im Besitz eines… weiter lesen
18.05.2011 von Karim El-Gawhary

Azhar-Park-Luftaufnahme: Quelle Affordable Housing Institute
Gestern die bizarren Verbotsschilder im City-Stars Einkaufszentrum, heute dieses Video aus dem schönsten Kairoer Stadtpark. Ich werde das Gefühl nicht los, dass manche versuchen, im Schatten der Revolution ihre persönlichen Moralvorstellungen durchzusetzen, um eine wenig Saudi Arabien in Ägypten einzuführen.
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Der bekannte ägyptische Blogger kareemamer wird von einem privaten Sicherheitsdienst im Al-Azhar- Stadtpark in Kairo angehalten und zusammen mit seiner Freundin in das Büro des Sicherheitschefs des Parks gebracht. Sein Vergehen: er hatte es gewagt, im Park seinen Arm um die Schulter seiner Freundin zulegen.
Laut einem vom Sicherheitschef zitierten Gesetz, sei das im öffentlichen Raum verboten.
Kareem hat die ganze gespenstische Szene gefilmt, obwohl ihn die Sicherheitsleute mehrmals aufgefordert haben, das sein zulassen.
Bemerkenswert ist, wie sehr die selbsternannten Moralwächter des Azhar-Parks die ganze Szene genießen, als sie Kareem mit einer Anzeige drohen.
17.05.2011 von Karim El-Gawhary

Foto: AUC-Studenten-Zeitung Caravan
Ich war noch nie ein Fan von großen Einkaufszentren. Sie stellen für mich eine Kosumreizüberflutung dar, die eindeutig meine Aufnahmefähigkeiten übersteigt. In Kairo existiert mit City Stars eines der größten Einkaufszentren der Region. Für mich persönlich der pure Horror.
Obwohl die Sharbatly Familie, die saudischen Besitzer des ägyptischen Konsumtempels das mit der Reizüberflutung ein wenig anders verstehen. Denn bei City Stars probiert man gerade aus, wie weit man im Chaos der ägyptischen Revolution ein wenig saudischen Geschlechtertrennungs-Flair im Land am Nil einführen kann. So wurde dieses Schild am Eingang des Zentrums aufgenommen.
Aufmerksam auf den Skandal hat uns heute die Studenten-Zeitung der Amerikanischen Universität gemacht (Vielen Dank liebe AUC-Studenten).
Wie gesagt: ich meide City Stars und dessen Konsum-Sterilität schon immer. Aber ich würde allen meinen Kairoer Freunden und Bekannten vorschlagen, das Gleiche zu tun, bis es sich geklärt hat, ob Männlein und Weiblein… weiter lesen
31.12.2010 von Karim El-Gawhary

Das Foto zeigt die Festnahme eines jungen Mannes in der tunesischen Stadt Hamma. Er hat versucht den Ort der dortigen Protestveranstaltung gegen Präsidenten Ben Ali zu erreichen,
Es war nicht einfach, die tunesischen Protest zu Beginn einzuschätzen, aber inzwischen darf man das Ganze nicht unterschätzen.
In einem lesenswerten Kommentar im Guardian heißt es dazu:
Was wir in Tunesien heute erleben, ist die Geburt einer authentischen, nationalen, einheimischen Volksbewegung, nicht gegen Kolonisatoren und ausländische Besatzer, sondern gegen das eigene repressive Regime (…). Jahrelang haben sich Schreiber über die “arabische Krankheit” beschwert, über die Art und Weise, wie sich die Araber daran gewöhnt haben, die Rolle des Opfers zu spielen und sich gegenüber ihren Tyrannen Hause passiv zu verhalten“.
Gestern kam erneut ein junger Mann in Sfax um. Er war während der Proteste von den Sicherheitskräften in den Rücken geschossen worden und verstarb im Krankenhaus.
Das folgende Video zeigt das… weiter lesen