Posts Tagged ‘Sudan’

14.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Ein wehmütiger Blick zurück auf den Südsudan, ein vielleicht positiver auf Tunesien und ein negativer auf den Libanon

von Karim El-Gawhary

Ein letztes Foto aus Juba, im Südsudan. Das war unser Übertragungswagen, mit dem wir unsere Fernsehgeschichten überspielt und mit dem die Live-Schaltungen nach Wien per Satellit übertragen wurden, ein sogenanntes SNG. Andere pflanzen Maschinengewehre  auf solche Kleinlastwagen und wir unsere Satellitenschüssel.

Das folgende Video habe ich mit meinen Iphone vom Flugzeug aus gedreht. Die Maschine der Egyptair ist gerade auf dem Weg über Khartum nach Kairo in Juba gestartet und dreht eine Schleife über den ersten Zweig des Nils, dann über eine Nilinsel, bevor der zweite Teil des afrikanischen Flusses auftaucht. Für mich ist es faszinierend, dass dieser selbe Fluss viereinhalb Flugstunden weiter nördlich vor meinem Bürofenster in Kairo vorbeifließt. Noch etwas anderes ist hier auffällig. Das Flugzeug ist gerade aus Juba, der wahrscheinlich zukünftigen Hauptstadt des Südsudan gestartet und es ist bereits nur noch Buschland und keine einzige Straße mehr zusehen.

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12.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Der exotischste Trupp Menschen, dem ich jemals begegnet bin

von Karim El-Gawhary

Erst läuft mir Hollywood-Star George Clonney in Juba während dem Unabhängigkeits-Referendum über den Weg und dann das. Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich heute die für mich exotischsten Menschen in meinem 47jährigem Leben getroffen habe. Die Begegnung der Dritten Art (und das gilt sicherlich für beide Seiten) ereignete sich eine gute Autostunde Nil-aufwärts von der südsudanesischen Stadt Juba entfernt, in der Provinz Zentral-Äquatoria. Bevor ich weitererzähle, hier ein ganz kurzes Video.

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Wir waren gerade zurück von einem kleinen, bescheidenen Projekt zu Wiederbelebung der seit dem Bürgerkrieg völlig darniederliegenden Landwirtschaft im Südsudan, das von Bruna Siricio Iro geleitet wurde. Das war an sich schon sehr interessant, sowohl das Projekt in einem Dorf namens Luri Dijeri, das in einer wunderschönen Landschaft am  westlichen Ufer des Nils gelegenen ist, als auch die Projektleiterin Bruna, eine ehemalige Bankerin, die dann irgendwann beschlossen hat, sie muss etwas für ihr… weiter lesen

10.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Eine leibhaftige Hollywood-Erscheinung in Juba. Mein Interview mit George Clooney

von Karim El-Gawhary

Foto. Hatem Reffaee

Plötzlich hatte ich inmitten der langen Schlangen, die sich beim Unabhängigkeitsreferendum mit Südsudanesen gebildet haben, um ihre Stimmen abzugeben, eine leibhafte Hollywood-Erscheinung. Da stand er unvermittelt  vor mir. Hier ist das komplette kurze Interview mit George Clooney, der als Wahlbeobachter nach Juba gekommen ist.

Sie engagieren sich seit längerem im Sudan. Was bedeutet dieser erste Tag des Unabhängigkeitsreferendums für Sie?

„Schau dir diese Schlagen an, diese Menschen haben Generationen, 55 Jahre lang, für ihre Unabhängigkeit gekämpft und heute werden sie darüber abstimmen. Ich fühle mich geehrt, hier ein  Zeuge zu sein.“

Bisher verläuft alles ruhig. Glauben Sie, dass es so weitergehen wird?

Das wird wahrscheinlich nicht so reibungslos weitergehen. Es gibt eine Menge Hindernisse auf dem Weg. Der größte Stolperstein in der nahen Zukunft ist die Kontroverse um die Grenzregion Abyei, die beide Seiten für sich beanspruchen. Aber man kann alle Hindernisse aus dem

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08.01.2011 von Karim El-Gawhary
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Der Südsudan zählt die Stunden bis zum Unabhängkeitsreferendum

von Karim El-Gawhary

Foto: Karim El-Gawhary

Ein letztes Fußballspiel im alten Sudan. Über Juba im Südsudan ging heute Abend ein letztes Mal die Sonne unter, bevor Morgen die Südsudanesen in einem Referendum aller Vorrausicht nach für eine Abspaltung vom Norden und die Unabhängigkeit des Südsudan stimmen werden.

Die ganze Stadt ist in Hochstimmung.

„Ich kann dir meine Freude nicht beschreiben. Das ist für mich Geschichte. Ich zähle die Stunden. Morgen stehe ich früh auf und stimme für die Trennung. Ich glaube heute werde ich nicht schlafen können.“,

Das erzählte mir Robert Samuel, ein Wähler, der vor der Uhr der Unabhängigkeit im Zentrum Jubas stand, die nur noch etwas mehr als sechs Stunden bis zum Tag x, dem Tag des Referendums anzeigte.

Foto: Karim El-Gawhary

Meine bisherigen Berichte aus Juba:


TV-Vorbericht zum Referendum Fr.7.1.2011

TV-Bericht am Vorabend des Referendums Sa. 8.1.2011

Schalte am Vortrag des Referendumsweiter lesen

31.12.2010 von Karim El-Gawhary
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Ohne die Silvesterfeiern stören zu wollen: Tag 14 des Aufstands in Tunesien

von Karim El-Gawhary

Das Foto zeigt die Festnahme eines jungen Mannes in der tunesischen Stadt Hamma. Er hat versucht den Ort der dortigen Protestveranstaltung gegen Präsidenten Ben Ali zu erreichen,

Es war nicht einfach, die tunesischen Protest zu Beginn einzuschätzen, aber inzwischen darf man das Ganze nicht unterschätzen.

In einem lesenswerten Kommentar im Guardian heißt es dazu:

Was wir in Tunesien heute erleben, ist die Geburt einer authentischen, nationalen, einheimischen Volksbewegung, nicht gegen Kolonisatoren und ausländische Besatzer, sondern gegen das eigene repressive Regime (…). Jahrelang haben sich Schreiber über die “arabische Krankheit” beschwert, über die Art und Weise, wie sich die Araber daran gewöhnt haben, die Rolle des Opfers zu spielen und sich gegenüber ihren Tyrannen Hause passiv zu verhalten“.

Gestern kam erneut ein junger Mann in Sfax um. Er war während der Proteste von den Sicherheitskräften in den Rücken geschossen worden und verstarb im Krankenhaus.

Das folgende Video zeigt das… weiter lesen

30.12.2010 von Karim El-Gawhary
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Abschied von 2010 aus Tunesien und aus Dubai, wo die Springbrunnen im Winter nie einfrieren

von Karim El-Gawhary

Das Jahr endet mit einem Aufstand in Tunesien. Hier sind die letzten Videos. Diesmal aus der Kleistadt Feriana in der Provinz Kasserine. Das Video endet damit, dass die Protestierenden vor Schüssen flüchten.

Dieser Mann in Sidi Bouzid, dem Ort in dem alles vor 13 Tagen begonnen hat,  erzählt, wie die Polizei nachts seinem Laden einen Besuch abgestattet hat, mit dem offenichtlichen Ergebnis, dass alles verwüstet wurde

Das Regime antwortet auf solche Videos auch mit Zensur in der Nutzung des Internets. Die zwei Millionen Nutzer des sozialen Internetnetzwerkes Facebook in Tunesien können keine Videos mehr hochladen. Zu den in Tunesien blockierten Webseiten zählt die Videoplattform Vimeo, aus der die obrigen Videos stammen, ebenso wie Youtube, Flickr, ,Blip.TV, dailymotion , appspot, Posterous, googlelabs,wordpress https and Facebook https.

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Soweit zu aktuellen Ereignissen.

Ich wollte mich aber eigentlich mit etwas… weiter lesen

11.12.2010 von Karim El-Gawhary
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Scheidung auf Sudanesisch: Eindrücke von einer Reise in den Nord- und Südsudan

von Karim El-Gawhary

Am Nil in Juba, Südsudan

Ich bin wieder zurück von einer Kurzreise in den Sudan. Dort wollte ich die Stimmung einen Monat vor dem Referendum am 9. Januar ausloten, dem Tag, an dem die Südsudanesen  voraussichtlich für die Trennung vom Nordsudan und die Unabhängigkeit stimmen werden.

Registrierung für das Referendum in Juba: Foto: El-Gawhary

Begleitet habe ich den österreichischen Außenminister Michael Spindelegger auf seiner Sudan-Visite. Österreich versucht als Mitglied des UN-Sicherheitsrates und EU-Mitglied zwischen dem Nord- und Südsudan zu vermitteln. Hier ein kurzer Fernsehbericht zur Visite des Außenministers).

Im Fernsehbericht läuft sie noch: Die Uhr im Zentrum Jubas, die die Tage bis zum Referendum zählt.Am nächsten Morgen war sie allerdings stehengeblieben, oder besser gesagt, hat sich auf Null geschaltet. So für alle, die auf dieses Fernsehbild am 9. Januar warten: hier ist es schon heute.

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Es herrscht große Sorge,… weiter lesen

25.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Und wieder eine traurige nahöstliche Bilanz: Menschenhandel und moderne Sklaverei

von Karim El-Gawhary

Das US-Außenministerium hat einen Bericht über weltweiten Menschenhandel herausgebracht. Und wieder einmal kommt meine Region gar nicht gut weg.  Eine Kurzfassung findet sich hier.

Der Bericht teilt die Länder in drei Kategorien auf

  1. Länder, die die Bestimmungen des TVPA, also des „Trafficking Victims Protection Act“ voll erfüllen. In dieser Kategorie befindet sich kein einziges nahöstliches Land.
  2. Die „Zu Beobachten“-Kategorie
  3. Länder, denen das alles egal ist

In der letzten Kategorie findet sich Saudi Arabien wieder. Hier geht es vor allem um Hausbedienstete und angeworbene Arbeiter. Sie alle kommen freiwillig nach Saudi Arabien, sind dort aber oft damit konfrontiert, dass ihnen ihr Pass abgenommen wird, dass ihre Bewegungs- oder Kommunikationsfreiheit eingeschränkt, sie sexuell missbraucht oder geschlagen werden und dass der Job, der dort auf sie wartet ein ganz anderer ist, als der, für den sie angeworben wurden.

Der Sudan ist ebenfalls in dieser untersten Kategorie… weiter lesen

23.06.2010 von Karim El-Gawhary
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Wenn Staaten nicht mehr funktionieren: Der neue “Failed State” Index

von Karim El-Gawhary

Im neuen „Failded State Index“, der diese Woche zu sechsten Mal von der Washingtoner Organisation „Fund for Peace“ herausgegeben wurde, rangieren wieder einmal einige Kadidaten aus meiner Region auf den obersten Rängen. Die Studie versucht das Risiko von Staaten zu bestimmen, als Institution zusammenzubrechen.

Die ersten 38 Länder befinden sich in der roten sogenannten „Gefahrenzone“, darunter befinden sich der er Sudan, der nach Somalia und Zimbabwe bereits auf Platz 3, rangiert, bald gefolgt vom Irak auf Platz 6, dem Jemen (18), Libanon (29) und dem Iran auf Platz 38.
Die meisten anderen befinden sich in der sogenannten „Warnzone“, beispielsweise Syrien bereits auf Platz 39 nur knapp der ersten Kategorie entgangen und Ägypten auch schon auf dem 43. Rang zu finden.

Die Untersuchung basiert auf 12 sozialen, wirtschaftlichen und politischen Indikatoren, beispielsweise dem demographischen Druck, der ungleichen Reichtumsverteilung, der Stärke bzw. Schwäche der staatlichen Institutionen, der… weiter lesen