30.12.2011 von Karim El-Gawhary

Mein Jeep ist gepackt. Ich werde mich jetzt für ein paar Tage in die Wüste absetzen und in der dortigen Stille und Entlegenheit, im kostenlosen Eine-Million-Sterne-Hotel, das neue Jahr beginnen.
Also wünsche ich schon jetzt allen Leserinnen, Lesern, Zuhörern, Zuhörerinnen, Zuschauern und Zuschauerinnen ein gutes neues Jahr.
Vielleicht fliegen Ihnen/Euch im nächsten Jahr genauso Sachen entgegen, wie mir in diesem z.B Kameras, hier festgehalten vom Wiener unabhängigen Videofilmer Georg Schütz, der mit kaputten Stativ angereist war.
Das journalistisch ereignisreichste Jahr meines Lebens liegt hinter und ein sicherlich turbulentes vor mir. Viele offene Fragen liegen vor uns. Was bedeutet der Wahlsieg der Islamisten in Ägypten? Lässt sich das Militär in einer Revolution 2.0 doch noch dort aus der Politik drängen?
Wie geht es in Syrien weiter? Wann fällt das Regime Assad? Wie wird sich das Militär dort auf Dauer verhalten? Zündet das… weiter lesen
06.09.2011 von Karim El-Gawhary

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Seit dieser Woche gibt es mein neues Buch im Laden oder Online. Ich habe ein kleines Video dazu erstellt:
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Auf diesem L;ink kann man einen Blick in einen Auszug werfen.
Hier geht es zum Feedback.
Das sind die ersten Online-Rezensionen:
Auf www.humanrightsaustria.at
Auf: http://neuwal.com
26.05.2011 von Karim El-Gawhary

Gestern auf dem Flughafen Tegel in Berlin hatte ich Vulkanasche-bedingt viel Zeit. Hier ein Selektion der Last-Minute-Ägypten-Angebote.

Preis-Dumping als Revolutionskonsequenz: Ich frage mich, wie die Ägypter bei diesen Preisen noch irgend einen Cent verdienen.
Laut Schätzungen hat Ägypten im Moment im Tourismus täglich Verluste von 40 Millionen Dollar. Eine unglaubliche und katastrophale Zahl, in einem Land, in dem jeder zehnte Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Tourismus abhängt.

Also, wenn ihr noch nicht euren nächsten Urlaub gebucht habt - die beste Möglichkeit die Umwälzungen in der Arabischen Welt zu unterstützen ist es, jetzt nach Ägypten oder Tunsesien zu reisen.
Denn mit dem Erfolg oder Mißerfolg dieser beiden Länder steht und fällt die gesamte arabische Welt.
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Und eines kann ich garantieren: Spannender war es dort noch nie und die Menschen werden den Touristen mit Freude und Stolz ihre neuen Länder präsentieren, in die man jetzt… weiter lesen
23.03.2011 von Karim El-Gawhary
Seit Tagen hatten sie in der Kleinstadt Deraa im Süden Syriens, unweit der jordanischen Grenze gegen das Regime protestiert. Bei Angriffen der Sicherheitskräfte waren bereits in den letzten Tagen mindestens fünf Menschen umgekommen. Das Zentrum dieses Aufstandes ist die alte Omrani-Moschee im Zentrum der Stadt, in der auch die Verletzten behandelt werden.
Zunächst wurde der Strom abgeschaltet, dann wurde die Moschee heute in den frühen Morgenstunden gestürmt. Es ist noch unklar, wie viele Menschen umgekommen sind und verhaftet wurden. In dem folgenden Video von der letzten Nacht in Deraa ist leider nicht viel zu sehen, trotzdem vermittelt es eine Atmosphäre, bei der man sofort eine Gänsehaut bekommt.
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“Ihr Verräter wagt es auf euer eigenes Volk zu schießen. Ihr seid unsere Brüder”, ruft ein Mann, als die ersten Schüsse fallen.
Laut Twitter-Tweeds sind die Sicherheitskräfte um 2:13 in die Moschee eingedrungen. Zehn Minuten später kamen die… weiter lesen
26.01.2011 von Karim El-Gawhary

Werden wir in Ägypten das tunesische oder das iranische Szenario erleben? Wird der Diktator bald den Abgang a la Tunesien machen oder wird die Jugendbewegung ähnlich wie im Iran unterdrückt? Ich glaube ersteres, da ich mir sicher bin, dass die Amerikaner und das von ihnen ausgebildete ägyptische Militär schon längst an einer Lösung basteln, während Mubarak in den letzten Tagen ganz still geworden ist. Was soll er denn auch noch sagen? Wenn er eine Rede hält, in der er umfassende Reformen verspricht, ist das wahrscheinlich seine letzte. Hatte doch sein Kollege Ben Ali in Tunesien eine ähnliche letzte Rede gehalten.
Noch muss die Situation ein wenig kochen, damit das Militär einschreitet und seine Lösung präsentiert, und die wird sicherlich nicht den Namen Mubarak beinhalten. Aber wie gesagt: das sind nur meine bescheidenen Gedanken ……
Hier noch die Früchte meiner heutigen Arbeit:
Ein Gespräch mit dem Schweizer Fernsehen um 13:00… weiter lesen
26.01.2011 von Karim El-Gawhary

Für die ägyptische Protest-Bewegung gegen das Regime des ägyptischen Präsidenten Honsi Mubarak gibt es eine neue Zeitrechnung: die Zeit vor und nach dem 25. Januar 2011. Die Organisatoren der von Tunesien inspirierten Proteste, hätten sich wohl nie träumen lassen, dass ihre Aufrufe im Internet via Facebook, Twitter und Blog ein derartiges Echo finden werden. Überall im Land wurde gestern demonstriert, nicht nur in Kairo, sondern auch in Alexandria, den Nildeltastädten Mansura. Tanta, und der dortigen Textilarbeiterstadt Mahalla Kubra. Aber auch in Ismailia am Suezkanal und selbst in Oberägypten in Assiut zogen die Menschen durch die Straßen und riefen, „Stürzt Mubarak“.
Die Sicherheitskräfte, die sich tagsüber zurückgehalten hatten oder, wie man in meinem gestrigen kurzen ZIB -Nachrichtenbericht sehen kann, die bei den Versuchen einzuschreiten von den Demonstranten zurückgeschlagen wurden, nutzen schließlich die Gunst der Nacht und die Tatsache, dass viele Demonstranten zu später Stunde nach Hause gegangen waren.
Bei… weiter lesen
24.01.2011 von Karim El-Gawhary
Noch eine letzte Impression aus Tunesien wenige Stunden vor meiner Abreise. Auch die Feuerwehr demonstriert.

Foto: Karim El-Gawhary
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Hier noch als ganz kurzer Video-Clip von der gleichen Szene
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Im Internet kursiert ein nettes Video von Ben Alis letztem Flug
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Morgen den 25. Januar wurde in Ägypten nach tunesischem Vorbild via Facebook, Twitter und Blogs zum Tag des Zorn gegen das Regime aufgerufen. Es sollen eine Menge dezentraler Aktionen stattfinden gegen das seit drei Jahrzehnten herrschende Regime Honsi Mubarak.

Karikatur: Carlos Latuff
In dem Aufruf heißt es:
„Nachdem die tunesische Revolution dazu geführt hat, dass die Menschen ihre Hoffnung zurückbekommen haben, ihren eigenen Willen und ihre Rechte durchzusetzen, werden die Ägypter an diesem Tag ihre Meinung gegen die herrschende Macht zum Ausdruck bringen, die seit 30 Jahren eine Politik anführt, die nur der herrschenden
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21.01.2011 von Karim El-Gawhary
An den tunesischen Stränden herrscht derzeit gähnende Leere. Beispielsweise in Hammamet, eine Autostunde von Tunis entfernt.
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Unweit des Strandes sticht eine besonders große und vornehme Villa ins Auge. Sie gehörte dem Diktator Ben Ali und seiner Frau Leila Trabelsi. . Hinter den hohen weißen Mauern in kein Laut zu vernehmen. Das Wächterhäuschen an der eisernen Eingangspforte ist verlassen. Dort kann man mit einem Knopf spielen, die die Schranke zu Einfahr auf und zu machen. Ich habe mal angeklopft. vergeblich.
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Hier finden sich meine beiden gestrigen Fernsehbeiträge aus Hammamet
Ein kurzer in der ZIB
Ein längerer in der ZIB 24
Heute ziehe ich los, um das Thema „tunesische Islamisten“ zu recherchieren. Denn in Europa wird immer wieder die Furcht, laut, dass sie das poltische Vakuum füllen könnten. Aber wer sind sie überhaupt? Sind sie stark ,radikal, moderat? Demnächst gibt es hier… weiter lesen
20.01.2011 von Karim El-Gawhary

Mit Muhsen beim Mittagessen
Das Zitat des Tages über das Leben in einem Diktator-freien Tunesien kommt von unserem dortigen Produzenten, dem Journalisten Muhsen Abdel Rahman:
“Ich glaube ich bin in einem Science Fiction Film”
Muhsen hat uns auch geholfen, den gestrigen Beitrag für die ZIB 2 über den korrupten Tarabelsi-Clan zu drehen, der Familie von der Frau des geflohenen Diktators Ben Ali, Leila Tarabelsi. Von den Tunesiern wird dieser Clan schlichtweg “Al-Aila” – “die Familie” genannt, in Anpielung an deren mafiöses Geschäftsgebaren. Die einstigen First Lady, einst eine Friseuse (was im offiziellen Tunesien früher nie erwähnt werden durfte) hat ihre Familie von bescheidenem Hintergrund, nach ihrer Heirat mit dem mächtigsten Mann des Landes, schnell zur „First Familiy“ und zum reichsten Clan Tunesiens gemacht. Hier ist der Link zur ZIB 2 Geschichte.
Heute fahren wir in den Badeort Hammamat, um eine kleine Reportage… weiter lesen
18.01.2011 von Karim El-Gawhary
Die Gretchenfrage lautet: werden die Tunesier die jetzt geformte Übergangsregierung anerkennen, in der mehr alte als neue Gesichter sitzen und das besonders in den strategisch wichtigen Ministerien? Haben sich die Tunesier in ihrem Aufstand noch in der Zielgeraden über den Tisch ziehen lassen? Ist das neue Tunesien nur ein Abklatsch des Alten, nur ohne Ben Ali und der verhassten Familie seiner Frau, die es anscheinend noch geschafft hat, sich an der Staatskasse zu vergreifen und mit 1,5 Tonnen Gold auszureisen, um sich das Leben im Exil zu versüßen.
Andererseits: Die Tunesier stecken in einem Dilemma, die Opposition ist schwach und in Staatsgeschäften unerfahren und die alte Machtelite ist diskreditiert. Wie formt man da eine akzeptable und funktionstüchtige Regierung bis zu den Wahlen?
Diese Demonstranten, die ich am Montagmittag im Zentrum von Tunis mit meiner Handykamera gefilmt habe, meinen jedenfalls, dass der Wandel in Tunesien bisher nicht weitgenug gegangen ist.
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