01.10.2012 von Karim El-Gawhary

Foto: El-Gawhary
Heute Morgen auf den Weg zur Arbeit in Kairo: Ein besonders dreister Fall eines fehlenden Fahrzeugkennzeichens.
Einer der Unarten, die sich in Kairos Verkehr seit dem Sturz Mubaraks eingebürgert haben, ist der Glaube mancher, dass Autonummernschilder etwas völlig Unnötiges seien, zumal sie dazu führen könnten, dass man überflüssigerweise einen Strafzettel erhält.
Obwohl die Verkehrs-Kontrollen nach monatelanger Absenz der Gesetzeshütter auf Kairos Straßen seit ein paar Wochen wieder zugenommen haben, scheint die Polizei das Phänomen nicht in den Griff zu bekommen. Ich sehe jeden Tag Dutzende Fahrzeuge ohne Kennzeichen, die unbehelligt mitten durch die ägyptische Hauptstadt kreuzen.

Foto: El-Gawhary
29.09.2012 von Karim El-Gawhary

So etwas kann einem nur in Kairo passieren. Gestern habe ich beim Ausparken mit meinem Jeep wenig glanzvoll einem benachbarten Fahrzeug noch im morgendlichen Halbschlaf eine nicht allzu kleine Schramme in den weinrot-metallic-Lack gefahren.
Ich hielt erst einmal an und sah mich nach dem Besitzer um. Der kam bereits wutentbrannt schreiend im Unterhemd in Verstärkung seiner beiden Söhne aus seinem Haus gerannt. Er brüllte mich an und seine beiden Söhne stellten sich hinter mich, um sicherzustellen, dass jeder Widerstand zwecklos ist.
Ich versuchte ruhig zu bleiben und den Mann freundlich anzublicken. Gab meinen Fehler zu (was in Ägypten nicht üblich ist). Betonte, dass es keinen Grund gäbe zu schreien, da ich meine vollste Verantwortung für den Vorfall erkläre und dass wir eine Lösung finden könnten, die darin liegt, dass ich für den Schaden aufkomme.
Das allein konnte die Wut meines Gegenüber nicht bremsen, der… weiter lesen
02.11.2010 von Karim El-Gawhary

Aus der Serie: Verkehr in Kairo
Heute in Kairo aufgenommen, auf dem Weg vom Büro nach Hause

28.09.2010 von Karim El-Gawhary
Heute bin ich als Blogger fremdgegangen. Als neues Mitglied bei Weltreporter.net, dem bekannten Netzwerk freier Auslandskorrespondenten, das mich freudlicherweise in seinen Reihen aufgenommen hat.
Hier mein erster dortiger Blogeintrag, von Kaiorer Verkehrspolizisten, die einem freundlicherweise helfen in der zweiten Reihe zu parken und von merkwürdigen Dingen, die sich auf meiner Stoßstange wiederfanden.

07.06.2010 von Karim El-Gawhary

Als besonders erbarmungslos gelten in Kairo die Chauffeure der sogenannten Mikrobusse. Das sind Kleinbusse, die als private Unternehmen inzwischen das Rückrad des Personentransportes in der 18 Millionen-Stadt ausmachen. Meistens brettern sie ohne Rücksicht auf Verluste durch den Verkehr, denn Zeit ist Geld und die Fahrer müssen in den meisten Fällen erst noch den Kredit für ihr Fahrzeug abstottern. Das ist also ein ganz eigener hartgesottener Menschenschlag, dem auch gute Beziehungen zur Kairoer Unterwelt nachgesagt werden.

Kurzum: man will ihnen nicht unbedingt in die Quere kommen und schon gar nicht in einen Unfall mit ihnen verwickelt werden. Dann hält meist sofort ein halbes dutzend dieser Mikrobusse an, um ihrem Kollegen tatkräftig zur Hilfe zu eilen. In diesen Fällen hält sich die Verkehrspolizei gerne dezent zurück.
Warum ich das alles erzähle? Gestern hatte ich auf dem Weg ins Büro eine Begegnung der dritten Art. Dass mir der Mikrobus… weiter lesen
17.05.2010 von Karim El-Gawhary
Karim El-Gawhary liest aus seinem Buch:
Alltag auf Arabisch
Nahaufnahmen von Kairo bis Bagdad
die Geschichte:
Ist das Auto ruiniert, fährt es sich ganz ungeniert:
Mit dem Neuwagen durch Kairo


Verlag: Kremayr & Scheriau , Wien 2008
Preis 19,80 Euro
06.05.2010 von Karim El-Gawhary
Ein kurzer Video-Ausschnitt aus der Sendung “Planet Wissen“, in der ich im Februar zusammen mit meinem Vater als Studiogast geladen war. Es geht dabei um die Frage: wie überquere ich lebend in Kairo eine Straße.

Hier ein paar Tipps
1. nicht auf die Lücke im Verkehr warten. Die wird nie kommen.
2. Langsam auf die Straße gehen, immer das Weiß im Auge des nächsten Fahrers im Blick haben.
3. Sich stetig nach vorne bewegen, keine hektischen Bewegungen
4. Und das wichtigste von Allem: auf keinen Fall wieder rückwärts gehen, wenn einem am Mittelstreifen der mut verläßt
Außerdem handelt der Ausschnitt aus der Sendung darüber, wie auf das Dach meines Nachbarhauses plötzlich ein paar Hühner und ein Hahn eingezogen sind. Letzterer konkurrierte morgens mit dem Muezzin darum, wer mich zuerst aufweckt. Das hat sich aber inzwischen erledigt