Archive for November, 2008

22.11.2008 von caretta
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Ortsbesuch zu Arafats Todestag am 11.11.

von caretta

Zu Arafats Todestag wurde ich von meinem Kumpel Abu Hassan zu einer Vernissage geladen. Nicht etwa in eine der schicken Beiruter Galerien in denen provozierende Fotos von nackten Barbies (als Jungfrau Maria gestylt) gezeigt werden, nein, diesmal ging der Kulturausflug ins Palästinenser-Camp Burj al-Barajneh. Camp, Lager, wie auch immer man diese armselige, abgeschottete Ansammlung von jahrzehntealten Betonrohbauten nennen mag, in denen die Elektrokabel so sehr durcheinanderhängen, das jährlich rund sechs Menschen sterben, weil sie den Kabeln zu nahe kommen.

Die Ausstellungseröffnung fand im Kulturzentrum der PLO statt. Ein weißgetünchter Raum in einem Haus ohne Eingangstür. Drei Mädchen, brav mit Kopftüchern verhüllt, dabei aber in krachengen quietschebunten Shirts und Jeans erklärten die liebevoll-armselige Ausstellung. Es waren Fotos, Ausdrucke von Internet-Fotos und Kinderzeichnungen von Abu Ammar (Arafat), der in den Camps wie ein Heiliger verehrt wird. Mit “Wir kämpfen für Palästina” und “Tod den Zionisten” und allerlei derartiger Parolen hatten die Kids… weiter lesen

22.11.2008 von caretta
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65 Jahre Unabhängigkeit Phöniziens

von caretta

Heute war ein historischer Tag für den Libanon und vor allem seine Luftwaffe. Auch wenn viele meiner christlichen Freunde (“Phönizier”) sich wünschen, dass Frankreich nie abgezogen wäre. All die Kriege, so meinen sie, hätten verhindert werden können und die “Araber” hätte man auch noch “zivilisiert” bekommen. Wir werden es nie erfahren. Der 65. Tag der Unabhängigkeit von Frankreich wurde trotzdem mit einer großen Militärparade gefeiert, und auch die Hisbollah marschierte autonom im Süden, schließlich ist sie ja die zweite, dabei wohl stärkste – weil motivierteste – Armee im kleinen Zedernstaat.

Fast vergessen hatte man hier, dass die Armee mehr als die ständig über Beirut ratternden Helikopter zu bieten hat. 1958 kaufte man von Großbritannien nämlich zwei Hawker Hunter Jet Fighter, und pünktlich zu deren 50. Geburtstag machte man sie wieder flugtüchtig. Ich bin natürlich, wie alle, längst daran gewöhnt, dass nachts die israelischen F16-Fighter über die libanesische Hauptstadt düsen, aber… weiter lesen

09.11.2008 von caretta
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Auf Kosten der anderen

von caretta

Der Beauty-Salon ums Eck ersetzt hier die Eckkneipe und ist die Austauschbörse für Neuigkeiten. Da es nur circa zwei Euro kostet, sich die Nägel lackieren zu lassen, kommen viele der Madames fast täglich, um sich die Finger passend zum Kleid bemalen zu lassen. Sonst haben sie ja auch nicht allzuviel zu tun, den Haushalt erledigen die philippinischen oder äthiopischen, natürlich christlichen, Hausangestellten.

Human Rights Watch hat unlängst eine Studie über die oftmals unwürdigen Zustände veröffentlicht, in denen die “Maids” im Libanon und auch in Jordanien gehalten werden. Nachdem die Herrschaften sich für rund 2000 Dollar ein Mädchen aus dem Katalog ausgesucht haben, kommt es in den Libanon und muss für 100 – 125 Dollar pro Monat den Haushalt erledigen, und wenn die Madames im Beauty Salon sitzen, kommen manchmal die Kinder auf dem Weg von der Schule vorbei, um die Maman zu küssen. Das Hausmädchen, oft nicht kräftiger als… weiter lesen

04.11.2008 von caretta
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Back in Bikini!

von caretta

Endlich wieder zurück in Beirut, nach anstrengenden Konferenzen in noch kaputteren Ländern als dem Libanon – selbst internationale Stiftungsmitarbeiter bekommen nicht mehr so recht zusammen, warum Rumänien die Aufnahme in die EU geschafft hat.

Jemand einer CDU-nahen Vereinigung plauderte aus dem Nähkästchen und erklärte, dass der NATO-strategisch wichtige Schwarzmeerzugang und die neuen Absatzmärkte wichtiger als die Erfüllung der staatshaushaltlichen und demokratischen Erfordernisse gewesen seinen und einige Augen zugedrückt wurden…


Anyway, ich zelebrierte meine Heimkehr in den wilden Libanon mit einigen Freunden auf einer heissen Party in der “White Bar”, einer der angesagtesten Locations des hier gerade ausgehenden Sommers. Und das war lustig:
Ich tanzte so vor mich hin, am Eingang zu dem Separée, das meine Freunde für den Abend gebucht hatten (macht Mann hier so).

Plötzlich schoss mir ein kahlgeschorener Typ, durchtrainiert, in engem Hemd entgegen:

“You are so beautiful! You must be German!!” Ich antwortete erstmal “Heard… weiter lesen