Zu Arafats Todestag wurde ich von meinem Kumpel Abu Hassan zu einer Vernissage geladen. Nicht etwa in eine der schicken Beiruter Galerien in denen provozierende Fotos von nackten Barbies (als Jungfrau Maria gestylt) gezeigt werden, nein, diesmal ging der Kulturausflug ins Palästinenser-Camp Burj al-Barajneh. Camp, Lager, wie auch immer man diese armselige, abgeschottete Ansammlung von jahrzehntealten Betonrohbauten nennen mag, in denen die Elektrokabel so sehr durcheinanderhängen, das jährlich rund sechs Menschen sterben, weil sie den Kabeln zu nahe kommen.
Die Ausstellungseröffnung fand im Kulturzentrum der PLO statt. Ein weißgetünchter Raum in einem Haus ohne Eingangstür. Drei Mädchen, brav mit Kopftüchern verhüllt, dabei aber in krachengen quietschebunten Shirts und Jeans erklärten die liebevoll-armselige Ausstellung. Es waren Fotos, Ausdrucke von Internet-Fotos und Kinderzeichnungen von Abu Ammar (Arafat), der in den Camps wie ein Heiliger verehrt wird. Mit “Wir kämpfen für Palästina” und “Tod den Zionisten” und allerlei derartiger Parolen hatten die Kids… weiter lesen