Archive for Februar, 2009

24.02.2009 von caretta
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Verbuddelung von deutschen Steuergeldern

von caretta

Deutsche Entwickungs- und Wiederaufbauhilfe: in vielen kaputten Ländern der Welt angewandt, bringt sie viel Gutes. Hier, im südlichen Teil des Libanon, wurden in den letzten zwei Jahren rund zehn Millionen deutsche Steuern verbuddelt, denn durch leckende Abwasserleitungen wurde das Grundwasser immerzu verschmutzt. Zudem gibt es in vielen Gebieten ein nur mangelhaftes Abwassersystem, in manchen Ecken, Palästinenserlagern, manchmal sogar gar keines. Da steht das Dreckwasser dann schon mal halbmeterhoch nach den, jetzt im Frühling, häufigen Regenfällen. Um mehrere Ecken herum gedacht, soll der Radikalisierung der Bevölkerung durch Verbesserung der Lebensumstände Einhalt geboten werden.

Wie das praktisch aussieht, bekam ich heute präsentiert. Ich war auf einer Tour, die mich an neuen Gullideckeln vorbeiführte. Im Auftrag Deutschlands musste geschaut werden, ob die hiesigen Vertragspartner und die syrischen Gastarbeiter unsere Steuergelder gut verbuddelt hatten. So fuhr ein hierarchisch gegliederter Konvoi durch einige verschlafene christliche, schiitische und christlich-schiitisch-gemischte Bergdörfchen. Kirche neben Moschee, alles friedlich, und… weiter lesen

23.02.2009 von caretta
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Fehlalarm, Glück gehabt

von caretta

Da hier im Nahen Osten ja immer “etwas” passieren kann, ist es wichtig, stets gut informiert zu sein. Mit einem kostenpflichtigen SMS-Benachrichtigungsservive der Telefonprovider bekommt man zuverlässig brandaktuelle Nachrichten aufs Mobiltelefon gesendet. Letzten Sommer, ich war gerade am Strand, kam zum Beispiel die Nachricht, dass spontane Schießereien auf der Flughafenstraße gemeldet wurden. Da denkt man natürlich immer gleich Schlimmstes, und ich hatte die Chance, die Strasse, auf der sich schiitische Familien einen kleinen Kampf lieferten, sicher zu umgehen.

Am Freitag, ich hatte Besuch von einigen Rheinländern die lokales Bier und Arrak genossen und “Viva Colonia” und all solch Zeug sangen, kam die SMS, dass ein israelischer Soldat an der Grenze, in der Nähe der UN-Headquarter, verloren gegangen sei. Da stockten die karnevalistischen Heimatgesänge, schließlich weiß die Welt seit nicht erst seit Sommer 2006, was Israel alles in Gang setzt, um seine Schäfchen sicher nach Hause zu holen. Das Knallen der… weiter lesen

20.02.2009 von caretta
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Ups! Israel noch cleverer als gedacht…

von caretta

Wer hier im Libanon etwas von der Hisbollah will, sei es auch nur journalistisch nutzbare Informationen, muss sich offizieller Anmelden als bei einem deutschen Amt.

Das Prozedere: Vorsprechen im Pressebüro in Dachiye, dem 2006 von den Israelis ziemlich stark zerstörten und nun schon wieder eifrig aufgebauten Stadtteil im südlichen Beirut. Dazu braucht es Briefe der Medien für die man arbeitet, einen Brief, dass man beim libanesischen Informationsministerium als JournalistIn registriert ist, den internationalen Journalistenausweis und zwei Passfotos. Zudem muss ein detaillierter Frageboden ausgefüllt werden. Inklusive der lokalen und der Heimatadresse, aller Telefonnummern und natürlich muss das Ziel der Recherche angegeben werden. Dann heißt es 48 Stunden warten, bis die komplett verschleierte Pressedame alle Informationen überprüft hat und sich wieder meldet.

Wird man akzeptiert, so darf man in Begleitung von Hisbollah-Sicherheitsleuten durch das Viertel spazieren und Fotos von ausgewählten Gebäuden und noch sichtbaren Kriegsschäden machen. Dazu gibt es natürlich einen großen… weiter lesen