Archive for the ‘Allgemein’ Category

13.03.2009 von caretta
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Waltzing, not understanding

von caretta

Pamela Anderson hostet heute eine Party in Beirut, das Schicki-Großereignis, bei dem die V-V.I.P-Tickets, mit denen man ihr ganz nahe sein darf, nur 200 $ kosten.
Vorgestern wurde „Taxi Banat“, „Mädchen Taxi“ eingeführt, eine rosafarbene Taxiflotte, bei der nur Frauen am Steuer sitzen und in der nur Frauen transportiert werden. Wobei „Banat“ neben „Mädchen“ auch alle anderen unverheirateten Frauen, egal welchen Alters, bezeichnet. Als Kundenkreis will man sich an die konservativeren Damen aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten wenden, dabei nehmen diese ihre Schleier oft schon im Flugzeug nach Libanon ab und glänzen im frühlingshaften Beirut durch knallenge teure Designerkleidung und unglaublich hohe Schuhe, also eher nicht zurückhaltend.

Ein Bekannter hat gerade umgeschult und ist nun nicht mehr nur Skipper auf Miet-Yachten, sondern bietet auch „Romantic Services“ für ältere, wohlsituierte Damen aus eben diesen Arabischen Ländern an. Als Skipper hatte er die Liebesdienste noch kostenlos geleistet, da nun einige seiner… weiter lesen

08.03.2009 von caretta
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Beirut betet für Frauen Papua-Neuguineas

von caretta

Endlich geht geht es wieder los mit den sommerlichen Temperaturen hier im Libanon, und langsam kommt die kurze Zeit des Jahres, in der man tatsächlich morgens Skifahren und nachmittags im Mittelmeer baden kann.

Das kulturelle Leben kommt auch wieder ein wenig in Schwung: gestern Nacht bis gestern mittag lief die erste S/M-Party des Landes, aber da ging es eher um Lack- und Leder-Styling denn um tatsächliche Aktionen á la Berliner Kitkat Club (öffentlicher Mehrfachsex etc.).

Im Skiresort Faraya wurde dann heute ab 12 h mittags Familienväter-Programm geboten, eine Dessous-Modenschau eines lokalen Untwäschefabrikanten im Schnee, genau das, was man in den Bergen bei Sonnenschein braucht, wenn man’s denn braucht…

Unbeirrt all dessen trieb es mich am heutigen Weltgebetstag der Frauen in die Deutsche Protestantische Gemeinde zu Beirut, nicht unbedingt, weil ich mich an diesem Event beteiligen wollte, sondern weil ein befreundeter deutscher Student mich nach einem Job gefragt hatte. Ich erinnerte… weiter lesen

24.02.2009 von caretta
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Verbuddelung von deutschen Steuergeldern

von caretta

Deutsche Entwickungs- und Wiederaufbauhilfe: in vielen kaputten Ländern der Welt angewandt, bringt sie viel Gutes. Hier, im südlichen Teil des Libanon, wurden in den letzten zwei Jahren rund zehn Millionen deutsche Steuern verbuddelt, denn durch leckende Abwasserleitungen wurde das Grundwasser immerzu verschmutzt. Zudem gibt es in vielen Gebieten ein nur mangelhaftes Abwassersystem, in manchen Ecken, Palästinenserlagern, manchmal sogar gar keines. Da steht das Dreckwasser dann schon mal halbmeterhoch nach den, jetzt im Frühling, häufigen Regenfällen. Um mehrere Ecken herum gedacht, soll der Radikalisierung der Bevölkerung durch Verbesserung der Lebensumstände Einhalt geboten werden.

Wie das praktisch aussieht, bekam ich heute präsentiert. Ich war auf einer Tour, die mich an neuen Gullideckeln vorbeiführte. Im Auftrag Deutschlands musste geschaut werden, ob die hiesigen Vertragspartner und die syrischen Gastarbeiter unsere Steuergelder gut verbuddelt hatten. So fuhr ein hierarchisch gegliederter Konvoi durch einige verschlafene christliche, schiitische und christlich-schiitisch-gemischte Bergdörfchen. Kirche neben Moschee, alles friedlich, und… weiter lesen

23.02.2009 von caretta
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Fehlalarm, Glück gehabt

von caretta

Da hier im Nahen Osten ja immer “etwas” passieren kann, ist es wichtig, stets gut informiert zu sein. Mit einem kostenpflichtigen SMS-Benachrichtigungsservive der Telefonprovider bekommt man zuverlässig brandaktuelle Nachrichten aufs Mobiltelefon gesendet. Letzten Sommer, ich war gerade am Strand, kam zum Beispiel die Nachricht, dass spontane Schießereien auf der Flughafenstraße gemeldet wurden. Da denkt man natürlich immer gleich Schlimmstes, und ich hatte die Chance, die Strasse, auf der sich schiitische Familien einen kleinen Kampf lieferten, sicher zu umgehen.

Am Freitag, ich hatte Besuch von einigen Rheinländern die lokales Bier und Arrak genossen und “Viva Colonia” und all solch Zeug sangen, kam die SMS, dass ein israelischer Soldat an der Grenze, in der Nähe der UN-Headquarter, verloren gegangen sei. Da stockten die karnevalistischen Heimatgesänge, schließlich weiß die Welt seit nicht erst seit Sommer 2006, was Israel alles in Gang setzt, um seine Schäfchen sicher nach Hause zu holen. Das Knallen der… weiter lesen

20.02.2009 von caretta
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Ups! Israel noch cleverer als gedacht…

von caretta

Wer hier im Libanon etwas von der Hisbollah will, sei es auch nur journalistisch nutzbare Informationen, muss sich offizieller Anmelden als bei einem deutschen Amt.

Das Prozedere: Vorsprechen im Pressebüro in Dachiye, dem 2006 von den Israelis ziemlich stark zerstörten und nun schon wieder eifrig aufgebauten Stadtteil im südlichen Beirut. Dazu braucht es Briefe der Medien für die man arbeitet, einen Brief, dass man beim libanesischen Informationsministerium als JournalistIn registriert ist, den internationalen Journalistenausweis und zwei Passfotos. Zudem muss ein detaillierter Frageboden ausgefüllt werden. Inklusive der lokalen und der Heimatadresse, aller Telefonnummern und natürlich muss das Ziel der Recherche angegeben werden. Dann heißt es 48 Stunden warten, bis die komplett verschleierte Pressedame alle Informationen überprüft hat und sich wieder meldet.

Wird man akzeptiert, so darf man in Begleitung von Hisbollah-Sicherheitsleuten durch das Viertel spazieren und Fotos von ausgewählten Gebäuden und noch sichtbaren Kriegsschäden machen. Dazu gibt es natürlich einen großen… weiter lesen

22.11.2008 von caretta
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Ortsbesuch zu Arafats Todestag am 11.11.

von caretta

Zu Arafats Todestag wurde ich von meinem Kumpel Abu Hassan zu einer Vernissage geladen. Nicht etwa in eine der schicken Beiruter Galerien in denen provozierende Fotos von nackten Barbies (als Jungfrau Maria gestylt) gezeigt werden, nein, diesmal ging der Kulturausflug ins Palästinenser-Camp Burj al-Barajneh. Camp, Lager, wie auch immer man diese armselige, abgeschottete Ansammlung von jahrzehntealten Betonrohbauten nennen mag, in denen die Elektrokabel so sehr durcheinanderhängen, das jährlich rund sechs Menschen sterben, weil sie den Kabeln zu nahe kommen.

Die Ausstellungseröffnung fand im Kulturzentrum der PLO statt. Ein weißgetünchter Raum in einem Haus ohne Eingangstür. Drei Mädchen, brav mit Kopftüchern verhüllt, dabei aber in krachengen quietschebunten Shirts und Jeans erklärten die liebevoll-armselige Ausstellung. Es waren Fotos, Ausdrucke von Internet-Fotos und Kinderzeichnungen von Abu Ammar (Arafat), der in den Camps wie ein Heiliger verehrt wird. Mit “Wir kämpfen für Palästina” und “Tod den Zionisten” und allerlei derartiger Parolen hatten die Kids… weiter lesen

22.11.2008 von caretta
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65 Jahre Unabhängigkeit Phöniziens

von caretta

Heute war ein historischer Tag für den Libanon und vor allem seine Luftwaffe. Auch wenn viele meiner christlichen Freunde (“Phönizier”) sich wünschen, dass Frankreich nie abgezogen wäre. All die Kriege, so meinen sie, hätten verhindert werden können und die “Araber” hätte man auch noch “zivilisiert” bekommen. Wir werden es nie erfahren. Der 65. Tag der Unabhängigkeit von Frankreich wurde trotzdem mit einer großen Militärparade gefeiert, und auch die Hisbollah marschierte autonom im Süden, schließlich ist sie ja die zweite, dabei wohl stärkste – weil motivierteste – Armee im kleinen Zedernstaat.

Fast vergessen hatte man hier, dass die Armee mehr als die ständig über Beirut ratternden Helikopter zu bieten hat. 1958 kaufte man von Großbritannien nämlich zwei Hawker Hunter Jet Fighter, und pünktlich zu deren 50. Geburtstag machte man sie wieder flugtüchtig. Ich bin natürlich, wie alle, längst daran gewöhnt, dass nachts die israelischen F16-Fighter über die libanesische Hauptstadt düsen, aber… weiter lesen

09.11.2008 von caretta
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Auf Kosten der anderen

von caretta

Der Beauty-Salon ums Eck ersetzt hier die Eckkneipe und ist die Austauschbörse für Neuigkeiten. Da es nur circa zwei Euro kostet, sich die Nägel lackieren zu lassen, kommen viele der Madames fast täglich, um sich die Finger passend zum Kleid bemalen zu lassen. Sonst haben sie ja auch nicht allzuviel zu tun, den Haushalt erledigen die philippinischen oder äthiopischen, natürlich christlichen, Hausangestellten.

Human Rights Watch hat unlängst eine Studie über die oftmals unwürdigen Zustände veröffentlicht, in denen die “Maids” im Libanon und auch in Jordanien gehalten werden. Nachdem die Herrschaften sich für rund 2000 Dollar ein Mädchen aus dem Katalog ausgesucht haben, kommt es in den Libanon und muss für 100 – 125 Dollar pro Monat den Haushalt erledigen, und wenn die Madames im Beauty Salon sitzen, kommen manchmal die Kinder auf dem Weg von der Schule vorbei, um die Maman zu küssen. Das Hausmädchen, oft nicht kräftiger als… weiter lesen

04.11.2008 von caretta
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Back in Bikini!

von caretta

Endlich wieder zurück in Beirut, nach anstrengenden Konferenzen in noch kaputteren Ländern als dem Libanon – selbst internationale Stiftungsmitarbeiter bekommen nicht mehr so recht zusammen, warum Rumänien die Aufnahme in die EU geschafft hat.

Jemand einer CDU-nahen Vereinigung plauderte aus dem Nähkästchen und erklärte, dass der NATO-strategisch wichtige Schwarzmeerzugang und die neuen Absatzmärkte wichtiger als die Erfüllung der staatshaushaltlichen und demokratischen Erfordernisse gewesen seinen und einige Augen zugedrückt wurden…


Anyway, ich zelebrierte meine Heimkehr in den wilden Libanon mit einigen Freunden auf einer heissen Party in der “White Bar”, einer der angesagtesten Locations des hier gerade ausgehenden Sommers. Und das war lustig:
Ich tanzte so vor mich hin, am Eingang zu dem Separée, das meine Freunde für den Abend gebucht hatten (macht Mann hier so).

Plötzlich schoss mir ein kahlgeschorener Typ, durchtrainiert, in engem Hemd entgegen:

“You are so beautiful! You must be German!!” Ich antwortete erstmal “Heard… weiter lesen

30.09.2008 von
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Besinnlich-explosive Festtagstimmung

von

Politische Instabilität im Nahen Osten dient wem?
Dem allgemeinen Djihad in verschiedenen Ausrichtungen und Definitionen, der Rüstungsindustrie und allen, die ein Feindbild brauchen, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Die Leidtragenden: die Frauen, die ihren Söhnen einst gestattet haben, klar ausgeprägte Feindbilder, die zu vernichten sind, zu verinnerlichen. Draußen wird geballtert, drinnen vergewaltigt.
Häusliche Gewalt steigt stets in Krisen- und Kriegszeiten.

Damaskus, 17 Tote, Tripoli, 6 Tote, zahlreiche Verletzte.
Seit Monaten prognostizieren die US-Think Tanks wachsende Spannungen in Ländern, die wie Syrien eine große Anzahle irakischer Flüchtlinge aufgenommen haben.

Konfessionelle Spannungen, die zuvor in Syrien nahezu unbekannt waren, könnten von pro-iranischen Kräften geschürt werden wollen. Als Warnung an den Herrscher Al-Assad, nicht zu sehr auf Kuschelkurs gen Westen zu schielen.
Mindestens ein sicherer Transfer- und Hideaway-Place im Nahen Osten wird gebraucht!

Dass der Libanon trotz seines Gebirges nur begrenzt zum Untertauchen dient, ist klar:
Allein die… weiter lesen