http://blogs.taz.de/bewegung/wp-content/blogs.dir/1/files/2018/01/Bildschirmfoto-2018-01-17-um-19.24.57.png

vonaktionfsa 01.02.2018

Bewegungs-Blog

Informieren! Aktivieren! Bewegen! – Hier bloggen die Mitglieder der taz.bewegung über ihr Engagement. | © Jerry Kiesewetter / Unsplash

Mehr über diesen Blog

Trotz des mageren Spendeneingangs von nur 0,03 Bitcoin auf unserem Konto haben wir uns überlegt, ob der Höhenflug dieser Kryptowährung uns nicht bewegen könnte daraus Euro zu machen – vor einigen Tage wären es sogar über 300 Euro gewesen. Mit diesen Überlegungen begann die Recherche über den „Wert des Geldes„. Die beste Zusammenfassung fanden wir bei Rubikon, hier eine noch kürzere Zusammenfassung des lesenswerten Artikel.

  • Was ist der Bitcoin?
    Jede Transaktion in Bitvoins werden in der „Blockchain“, einer Datei, in einer Kette hinterlegt. Die Blockchain gehört nicht jemanden, sondern wird von vielen Teilnehmern dezentral in Kopie gespeichert. Der Algorithmus und die Verschlüsselung definieren die Erzeugung und mögliche Transaktionen. Diese sind nicht Staat, Banken, Medien oder Militär zu beeinflussen. Bitcoins sind fälschungssicher, anonym, demokratisch und transparent.
  • Ist der Bitcoin relevant?
    Nach derzeitigem Kurs gibt es Bitcoins im Wert von 300 Milliarden Dollar, Gold im Wert von 5000 Dollar und die „üblichen“ Papierwährungen machen einen Wert von 100.000 Milliarden Dollar aus. Damit sind Bitcoins kein Nischenprodukt mehr.
    Diese Aufstellung belegt in keinem Fall, dass die entsprechenden Zahlungsmittel auch diesen Wert besitzen! So wurde z.B. die Goldbindung des Dollar 1944 im Bretton-Woods-System aufgegeben – es ist nur noch gedrucktes Papier. Die USA versuchen seitdem durch die Bindung an Öl-Transaktionen einen „echten Wert“ vorzugaukeln und verteidigen diese Bindung auch mit Waffengewalt gegen Staaten, die diese Bindung in Frage stellen (Saddam im Irak, Gaddafi in Libyen, …).
  • Bitcoin, Gold, Dollar oder Tulpenzwiebel?
    Welches Zahlungsmittel zu einer Blase wird und dann irgendwann zusammenbricht – darüber lässt sich beliebig spekulieren. Im 17. Jahrhundert waren es die niederländen Tulpenzwiebeln, die zeitweise zum Preis eines Hauses angeboten wurden, in den 1920-er Jahren waren es die „üblichen Währungen“ und auch die „Immobilienblase“ nach 2007 vernichtete Milliardenwerte (die überhaupt nicht existiert hatten).
  • Der Unterschied zwischen Bitcoin, Gold, Dollar
    Gold muss mühsam aus der Erde gebuddelt und mit giftigem Quecksilber ausgewaschen werden, wie auch ein Bitcoin nur mit dem mehrfachen Wert an Energie berechnet werden kann – beide sind nicht beliebig vermehrbar. Die Papierwährungen können nach Belieben der sie ausgebenden Staaten gedruckt werden. Die Notenbanken machen davon gern Gebrauch und drucken ca. 10% pro Jahr zum Bestand hinzu. Die EZB hat in den letzten beiden Jahren dazu mit 2 Milliarden Euro pro Tag zur (beabsichtigten Steigerung der) Inflation beigetragen.
    Viele Menschen fürchten, das eine digitale Währung wie der Bitcoin, sich einfach verflüchtigen und verschwinden kann. Diese Gefahr ist beim sogenannten Papiergeld viel größer, denn es ist gar keines mehr. Viele Staaten, auch die EU, versucht die Nutzung von Bargeld zu begrenzen und damit sind die Online-Transaktionen von einem Konto auf ein anderes mindestens genauso virtuell wie eine gesicherte Transaktion in der Blockchain von Bitcoin. Wie wenig die Banken ohne „staatliche Hilfe“ (die in Wirklichkeit aus den Steuergeldern der Menschen kommen) von ihren virtuellen Einlagen im Notfall wirklich auszahlen können, haben wir in der Krise 2008 leidvoll erfahren können.
  • Verbote von Zahlungsmitteln
    Hier sehen wir keinen Unterschied, historisch gab es beliebige Versuche zu verbieten. So gab es private Handels- und Besitzverbote für das Edelmetall Gold in den USA, Indien, Deutschland, England und Frankreich,jeweils zu verschiedenen Zeiten. In der DDR war der Besitz von westlichen Devisen zeitweise verboten. Praktisch kapituliert der Staat wegen der Schwierigkeit der Kontrolle, wie bei anderen Besitzverboten (Prohibition in den USA). Der Besitz von Bitcoin ist wegen der Anonymität überhaupt nicht zu kontrollieren. Allerdings haben solche Verbotsandrohungen oder evtl. Beschlagnahmen drastische Auswirkungen auf den Kurs des jeweiligen Zahlungsmittel.
  • Shitcoins
    Inzwischen gibt es neben den Bitcoins knapp 2000 Kryptowährungen mit einem „Wert“ von teilweise mehreren Millionen Dollar. Niemand kann sagen welche davon in einem Jahr noch existiert. Hier betritt ein Käufer ein Online-Casino und kann in kurzer Zeit alles verlieren. 
  • Warum immer neue Kryptowährungen?
    Nicht alles läuft rund beim Bitcoin. So gibt zwar immer mehr Geschäfte, die auch Bitcoin akzeptieren, aber eine Transaktion von Bitcoins kostet auch wegen des Kurs-Höhenflugs inzwischen 10 bis 20 Euro und dauert bis zur Bestätigung der Transaktion wegen des Rechenaufwands in der Blockchain bis zu 30 Minuten – und diese Zeit wird weiter steigen. Zur Zeit sind wir bei 6 bis 7 Transaktionen pro Sekunde , was zur Folge hat, dass es in jedem Augenblick ca. 160.000 unbestätigte Transaktionen gibt. Es ist also noch Gehirnschmalz in die Skalierbarkeit des Bitcoin oder einer Alternative zu stecken.
  • Fazit?
    Was also sollte man tun? Versuchen weiter zu leben!
    Wir werden mit unseren Bitcoin nicht spekulieren sondern sie, wo möglich, im Handel z.B. beim Druck von Flyern einsetzen.

Weiter zu besprechen wären im Hinblick auf die erwähnten Versuche die Nutzung von Bargeld zu begrenzen oder gar abzuschaffen, die Vorteile des Bitcoin bei seiner Nutzung – also die Sicherheit der Transaktion, die Anonymität, … – auch wenn die Benutzung  an erste Grenzen stößt.

Mehr dazu bei https://www.rubikon.news/artikel/fiat-bitcoin
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6350-20180201-spekulatius-dollar-oder-bitcoin.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

http://blogs.taz.de/bewegung/2018/02/01/spekulatius-dollar-oder-bitcoin/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.