vonaktionfsa 10.05.2018

Bewegungs-Blog

Informieren! Aktivieren! Bewegen! – Hier bloggen die Mitglieder der taz Bewegung über ihr Engagement.

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Die Gegner eines Google Campus in Berlin Kreuzberg* haben eine Alternative zur neugierigen Suchmaschine von Google aufgesetzt. Unter dem Link

search.fuckoffgoogle.net

werden Suchanfragen genauso gut beantwortet wie bei Google, Bing oder sonstwo, in dem einfach diese Suchmaschine mit der Anfrage gefüttert werden und das Resultat zum Anfragenden weitergeleitet wird. Aber die Infos auf die die betrieber komerzieller Suchmaschinen so scharf sind, die werden nicht zu diesen übertragen.

Nun trifft man (leider) immer wieder Menschen, die angeblich „nichts zu verbergen haben„.

Das ging uns sogar am 1. Mai auf dem Maifest des DGB so, wo man erwarten sollte, dass die KollegInnen, wenn sie für Arbeitnehmerrechte demonstrieren schon etwas von Ausbeutung und „oben und unten“ gehört haben. Auch in längerer Diskussion war eine Kollegin nicht zu überzeugen, dass ihr Kontostand, ihre (sexuellen) Vorlieben, ihre Wohnanschrift, ihr heutiger Einkauf, … zu ihrer Privatsphäre gehören und schützenswert sind.

Vielen ist überhaupt nicht bewußt, wie viel und welche Daten die Internetgiganten bei uns abfassen. Vor Jahren gab es ein Selbstexperiment eines Grünen Abgeordneten, der über einige Monate zusammentrug, welche Daten über ihn „im Netz“ hängen geblieben sind. Nun hat die Netzaktivistin Katharina Noccum ähnliches getan. Sie hat „nur“ die Firma Amazon gefragt, welche Daten diese über sie gespeichert hat. Sie musste diese Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz 3-mal stellen, bis sie die wirklich brisanten Daten bekam – aber die hatten es dann auch in sich:

  • Für ihre eigentlich wenigen Einkäufe bei Amazon sammelten sich die Daten über 15.365 Zeilen.
  • Jede der 15.365 Zeilen hat 50 Spalten mit detaillierten Angaben.
  • Darin enthalten sind Datum, Uhrzeit, IP Adresse, vermuteter Geo-Standort, Verweildauer auf der Seite des Artikels und URL davor und danach
  • Nebenbei wird auch noch registriert welches Gerät, welches Betriebssystem, welchen Browser man benutzt hat.
  • 17 Mal reagierte sie auf Anzeigen in Suchergebnissen.
  • Nur einmal hatte sie einen Link in einer Amazon-Werbemail angeklickt.

Ihr Fazit nach der Durchsicht „ihrer“ Daten: Die Informationen reichen aber, um sich ein grobes Bild von dem zu verschaffen, was mich im letzten Jahr beschäftigt hat. Ich sehe, in welcher Minute ich welches Produkt in den Einkaufskorb gelegt oder auf eine Wunschliste gesetzt habe. … Sogar ein grobes Bewegungsprofil ließe sich aus meinem Datensatz rekonstruieren.“

Letzteres könnte für den Einbrecher um die Ecke von Interesse sein – aber warum muss sich Amazon dafür interessieren? Es handelt sich um schützenswerte personenbezogene Daten!

Die komplette Auswertung Ihrer Recherche wird in ihrem neuen Buch „Die Daten, die ich rief“ erscheinen.

*) Zurück zu den Gegnern eines Google Campus in Berlin Kreuzberg

Diese Gruppe schreibt auf ihrer Webseite: In Kreuzberg plant Google den Aufbau eines „Google Campus“. Wir, ein dezentrales Netzwerk aus Menschen, wehren uns, dass sich ein gesetzes- und steuerentziehender Großkonzern in unserer Stadt mit dystopischen Zukunftvisionen ansiedelt. Lasst uns Google aus unserer Nachbarschaft schmeißen und leben!

Zusammen mit Firmen wie Facebook, Apple, Microsoft oder Plantir nimmt Google eine zentrale Rolle in der Gestaltung der Zukunft der Technologie ein. Wir wollen aber keine dystopische Zukunft in der Maschinen hauptsächlich dazu benutzt werden, Menschen zu kontrollieren und zu unterdrücken.

Die Google-Gegner kämpfen gegen die HERRSCHAFT DER ALGORITHMEN und die TOTALE KONTROLLE in “SMART CITIES”.

Mehr dazu bei https://fuckoffgoogle.de/de/front-page/
und die Suchmaschine https://search.fuckoffgoogle.net/
und http://www.spiegel.de/netzwelt/web/amazon-experiment-was-der-konzern-mit-jedem-klick-erfaehrt-a-1205079.html
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6475-20180510-persoenliche-daten-vor-den-internetgiganten-schuetzen.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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https://blogs.taz.de/bewegung/2018/05/10/persoenliche-daten-vor-den-internetgiganten-schuetzen/

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kommentare

  • Hi Aktion FSA,

    gute Sache, das. Aaaaaber: was soll denn bitte die Anmerkung „Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter“? Gegen Google sein und Facebook fördern? Ist doch total unlogisch… Warum verwendet ihr nicht GNUSocial oder Diaspora? Schon klar: dort ist keiner… Aber gerade bei einem Projekt wie eurem wäre enorm wichtig, dass einmal jemand anfängt, die zahlreichen vorhandenen Alternativen zu verwenden.

    Greetz, der Rohbärt

    • Danke Rohbärt! Du hast vollkommen Recht.
      Auf die Gestaltung des Artikels im taz-Blog haben wir leider keinen Einfluss. Auf unseren eigenen Seiten http://www.aktion-freiheitstattangst.org geht es werbefreier, ohne IP-Logging und ohne Java zu Sache.
      Wir nutzen auch schon seit Jahren Diaspora diasp.eu/u/aktionfsa

      Viele Grüße
      Rainer

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