vonaktionfsa 14.09.2018

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Yasheng Huang schreibt auf heise.de über das Social Credit System in China und vermutet, dass die immer aufdringlicheren Überwachungstechniken in China paradoxerweise die bürgerlichen Freiheiten stärken könnten.

Das Social-Credit-System soll ab 2020 die Vertrauenswürdigkeit jedes einzelnen Bürgers in China bewerten. Das Rating basiert auf allen möglichen Daten, von den Einkaufsgewohnheiten bis hin zur Auswahl seiner Freunde. Trotzdem könnte es sein, dass Big Data dazu beiträgt, China (unabsichtlich) etwas weniger repressiv zu machen – oder zumindest die Menschen zu einem Umdenken bringt.

Bis in die 1980er-Jahre hatte das Wort „Privatsphäre“ in China eine negative Bedeutung. Chinesische Normen basieren auf 2000 Jahre konfuzianischer Kultur, die intensive zwischenmenschliche Beziehungen propagiert. Beziehungen zu festigen,verlangte Transparenz und vollständiger Offenheit. Jede Form von Geheimhaltung war in der Regel anstößig. Privatsphäre wurde in diesem Zusammenhang mit der Bewahrung schmutziger Geheimnisse gleichgesetzt. Privat zu sein hieß unsozial zu sein.

Big Data hat nun diese persönliche Intimität der konfuzianischen Kultur aufgehoben. Alles ist nun offen. Die digitale Wirtschaft ist absolut unpersönlich und lässt den alte konfuzianische Gesellschaftsvertrag zerfallen.

Yasheng Huangs Hoffnung: Auf lange Sicht könnte Big Data die Kraft sein, die Big Brother untergräbt.

Wir haben an seinen Post-Privacy-Hoffnungen einige Zweifel, müssen ihm aber aber zugestehen, dass er einen tieferen Einblick in die kulturellen Eigenheiten in China besitzt.

Mehr dazu bei https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Social-Credit-System-koennte-China-weniger-repressiv-machen-4158782.html

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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https://blogs.taz.de/bewegung/2018/09/14/ungewoehnliche-bewertung-des-chinesischen-social-credit-systems/

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