vonaktionfsa 10.02.2019

Bewegungs-Blog

Informieren! Aktivieren! Bewegen! – Hier bloggen die Mitglieder der taz Bewegung über ihr Engagement.

Mehr über diesen Blog

Bisher sind alle Aussagen von deutschen Politikern eindeutig: Man spricht sich ganz klar gegen gezielte Tötungen aus.

Auf der andern Seite duldet die Bundesregierung die US Basen in Ramstein und für AFRICOM in Stuttgart. Über beide Relaistationen laufen die Schießbefehle für die Drohnen in Pakistan, Afghanistan, Jemen und Libyen. Gerade in Libyen liegt z.Zt. der Hauptschwerpunkt von tödlichen Drohneneinsätzen, auch wenn es in den Medien darüber kaum Berichte gibt. Der weltweite „Krieg gegen den Terror“ ist Unrecht und völkerrechtswidrig!

Nun hat die Bundesregierung im letzten Sommer israelische Heron TP Drohnen geleast und Soldaten der Bundeswehr sind seit einer Woche auf dem israelischen Luftwaffenstützpunkt Tel Nof im Einsatz. Auch wenn „erstmal“ nur Übungsmunition verschossen wird, so sind das Übungen für den Waffeneinsatz. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass Drohnen nicht die „chirurgischen Schläge“ durchführen, mit denen ihre Hersteller immer prahlen.

Das sogenannte „gezielte Töten“ mittels US-Drohnen kostet für jedes „Hochwertziel“, also einem als „terrorverdächtig“ Vermuteten, im Durchschnitt 28 unschuldigen Zivilisten das Leben. Dies geht aus einem Report der Menschenrechtsorganisation „Reprieve“ hervor. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch viel höher. Unter diesen Toten sind auch viele Frauen und Kinder.

Anmerkung: Selbst für die Tötung dieses Einen „mutmaßlichen“ Bösewichts gibt es keine juristische oder völkerrechtliche Grundlage! Der Drohnenkrieg ist ein Verbrechen!

Um so schlimmer ist, dass das Bureau of Investigative Journalism, eine Beobachtungsstelle für Menschrechtsverletzungen, für den Zeitraum seit 2004 bis 2016 von bis zu 966 getöteten Zivilisten allein in Pakistan ausgeht. Wikipedia nennt für Pakistan von Juni 2004 bis September 2012 zwischen 2.562 und 3.325 Tote durch Drohnenangriffe. Die Zahl der Zivilisten unter den Toten benennt die Studie mit 474 bis 881, darunter 176 Kinder.

Zum Gedenken an diese getöteten Kinder entstand das Drones Quilt Project, eine Kunstausstellung aus den USA. Diese Ausstellung ist in diesem Jahr in Deutschland zu sehen. Sie besteht aus sechs Patchworkdecken, zusammengestellt aus jeweils 36 Stoffblöcken. Genäht, gestickt, gemalt worden sind sie von besorgten US-Bürgerinnen und -Bürgern. Jeder Stoffblock gedenkt an ein durch eine US-Kampfdrohne getötetes Kind, deren Namen durch akribische Recherche vor Ort in Pakistan und in Jemen von der angesehenen britischen NGO, The Bureau of Invesitgative Journalism, festgestellt werden konnte.

Die Initiatorin der Ausstellungen in Deutschland, Elsa Rassbach, Deutsch-Amerikanische Filmemacherin, Journalistin, Friedensaktivistin und Mitglied der „Drohnen-Kampagne“ sagt:

„Zu diesem aktuellen Anlass hat eine US-Friedensorganisation mir sechs der Patchworkdecken für Ausstellungen in Deutschland zugeschickt. Das Thema hat für mich als US-Bürgerin eine starke persönliche Bedeutung. Deswegen bin ich seit 2012 mit diesem Thema beschäftigt. Es freut mich deswegen sehr, die Gelegenheit zu haben, die Quilts auszustellen zu lassen. Dabei unterstützen mich folgende Organisationen: Attac, IPPNW, DFG-VK, CODEPINK in Germany, Friedensratschlag und der Berliner Friedenskoordination.“

Auf der Webseite des US-amerikanischen Drone-Quilt-Projekts gibt es viele weitere Infos in englischer Sprache, die Namen der getöteten Kinder sind auf der Webseite des Bureau of Investigative Journalism zu finden. Die Ausstellung kann über die deutsche Webseite des Drohnen-Quilts Projekts bestellt werden und sollte  an möglichst öffentlichen Orten gezeigt werden, zum Beispiel in Rathäusern, Bürgerhäusern, Gemeinden oder ähnlichen Orten.

Wir möchten zu diesem Thema noch einmal auf den Brief an unsere Abgeordneten hinweisen, in dem die Durchführung einer ausführlichen völkerrechtlichen, verfassungsrechtlichen und ethischen Debatte zum Einsatz von bewaffneten Drohnen gefordert wird. Der Bundestag muss seine eigenen Beschlüsse auch einhalten! Schreibt eurem Abgeordneten!

Mehr dazu bei https://www.drohnen-quilts.de/
und https://dronesquiltproject.wordpress.com/
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/3310-20121215-drohnen-die-unsichtbare-gefahr.htm
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6788-20190210-gedenken-an-durch-drohnen-getoetete-kinder.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/bewegung/2019/02/10/koennte-sich-bald-auch-deutschland-die-haende-schmutzig-machen/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.