vonaktionfsa 17.02.2019

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Immer lauter werden im Rahmen der Versteigerung der 5G-Netzfrequenzen die Stimmen, die verlangen wollen, dass keine Technik des chinesischen Herstellers Huawei eingesetzt werden dürfe. Die USA beschuldigen die Firma damit, dass sie Spionagesoftware in ihren Produkten enthalte und Backdoors, sogenannte Hintertüren, nutze. Der britische Geheimdienst GCHQ kann diese Befürchtungen nicht bestätigen, man habe keine Hinweise auf Backdoors.

Interessant im Zusammenhang mit den Beschuldigungen gegen Huawei ist aber eine andere Tatsache: Es ist kein chnesicheer Staatsbetrieb und es gibt auch keinen selbstherrlichen Chef, denn die Huawei gehört den Beschäftigten, wie ein Leserbrief von Fefe erklärt.

… was in der Debatte um Huawei nie erwähnt wird, ist wem die Firma eigentlich gehört. Der Gründer Ren Zhengfei hält nur 1,4%. Die restlichen Aktien wurden und werden an die Mitarbeiter ausgegeben.

In dieser Idee, dass man so ein international konkurenzfähiges Großunternehmen führen kann, steckt meiner Meinung nach eine ganze Menge Sprengkraft. Stell dir mal vor Siemens oder VW würde ausschließlich Aktien an Mitarbeiter ausgeben und statt kurzfristiger Quartalsgewinnoptimierung hätten die die MA auf einmal das Sagen.

Eine andere Besonderheit ist die Dreierspitze. Die Idee dahinter ist, dass ein Geschäftsführer es mental kaum schaffen kann, ein Unternehmen dieser Größe zu führen. Sei rotieren daher immer im 6-Monatstakt – einer an der Spitze und die anderen Zwei sekundieren. Eine fast schon angenehme Selbsteinschätzung, wenn man es mit dem Haufen Narzissten vergleicht, die den DAX führen.

Als ich vor zwei Jahren Huawei auf einer Präsentation in Hongkong kennen gelernt habe, bin ich mit dem Gefühl nach Hause gefahren: „So müssen sich die Manager in den 70ern gefühlt haben, als sie aus Japan wieder gekommen sind und feststellen mussten, dass dort auf einmal bessere Autos gebaut werden. Und zwar weil ein gesamtes Konzept, wie man zusammenarbeitet, neu gedacht wurde.“

Jede Form von Selbstverwaltung oder Commons geht unseren Managern völlig gegen den Strich, denn in ihren BWL-Seminaren sind ihne ganz andere „Wahrheiten“ beigebracht worden. Erinnern wir uns mit welcher Brutalität alle Formen der Selbstverwaltung im ehemaligen Jugoslawien nach dem Krieg Mitte der 90-er Jahre und mit der Eroberung durch westliche Unternehmen ausgelöscht wurden.

Mehr dazu bei https://blog.fefe.de/?ts=a29ba6f5
und https://www.itnews.com.au/news/analysis-who-really-owns-huawei-175946
und zur 5G Technik und Huawei https://blog.fefe.de/?ts=a29ba8a3
und die Meinung des GCHQ zu Huawei https://www.golem.de/news/gchq-britischer-ex-geheimdienstchef-unterstuetzt-huawei-1902-139375.html
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6796-20190217-huawei-bei-5g-aufbau-ausschliessen.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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https://blogs.taz.de/bewegung/2019/02/17/gchq-findet-keine-hintertueren-bei-huawei/

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