vonaktionfsa 15.06.2019

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Viel zu oft berichten wir von gravierenden Verstößen gegen den Datenschutz … und nichts passiert. Heute können wir dagegen berichten, dass die spanische Datenschutzbehörde (AEPD) den Fußballvermarkter LaLiga mit einer Geldstrafe von 250.000 Euro belegt hat, weil sie eine Handy-App zur Spionage in Umlauf gebracht habe. Der Eingriff in die Privatsphäre von Zehntausenden Fußballfans in Spanien war vor einem Jahr bekannt geworden.

Ziel der App war es herauszufinden, welche Kneipe, Bar oder Restaurants die Fußballspiele im Fernsehen zeigen, ohne dafür die entsprechenden Lizenzgebühren zu bezahlen. Die App sollte offiziell Pay-TV-Betrug feststellen. Allerdings bekommt die App Zugriff auf das Mikrofon und die Geolokalisierung des Smartphones des Nutzers.

Mitgeschnitten wird von der App natürlich alles, auch persönliche Gespräche. Damit begründet die AEPD den Verstoß gegem die DSGVO. LaLiga will trotzdem gegen das Bußgeld klagen. Dazu argumentieren die Verantwortlichen von LaLiga, dass nicht auf die aufgenommenen Audiofragmente zugegriffen werde und die Aufnahmen in einen binären Code umgewandelt werden.

Damit beweist nun LaLiga, dass sie keine Ahnung von Datenschutz haben, denn schon allein die Speicherung persönlicher Daten ist strafbewehrt und dabei ist es egal in welchem Code die Audiodaten verpackt sind, denn das sind sie bereits bei der Aufnahme, egal ob als wav, aif, mp3, ogg, g711, aac oder sonstwas.

Zumindest hat LaLIga angekündigt, dass man am 30. Juni das System zur Aktivierung des Mikros abschalten wird. Wieso gibt es nach einem Jahr überhaupt noch Menschen die diese Abhör-App auf ihrem Smartphone laufen lassen?

Mehr dazu bei https://www.heise.de/tp/features/Wenn-die-Fussball-App-auf-dem-Handy-spioniert-4447277.html
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6517-20180613-offizielle-fussball-app-will-mithoeren.htm
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6916-20190615-dein-handy-als-wanze.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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https://blogs.taz.de/bewegung/2019/06/15/spionierende-fussball-app-muss-250-000-euro-strafe-zahlen/

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